Was wir Liebe nennen Quotes

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Was wir Liebe nennen Was wir Liebe nennen by Jo Lendle
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“Was änderte es, ob man sieben Stunden zusammen war, oder sieben Jahre? Der Unterschied lag nur im Wissen vom Ende. Ob man vor Augen hatte, dass es gleich vorbei war, oder im Glauben lebte, so werde es für immer bleiben. Es war wie beim Tod: Ohne mit der Wimper zu zucken, ertrug der Mensch seine Sterblichkeit, solange sie weit genug entfernt war. Wer nicht wusste, wann er starb, war unsterblich.”
Jo Lendle, Was wir Liebe nennen
“Was wir Liebe nennen, ist anfangs nur ein Zittern. Ein Schauer, den wir kaum bemerken, der uns nicht frieren lässt, aber daran erinnert, beizeiten nach etwas zu suchen, dass uns wärmt. Hier entsteht die Erinnerung. Immerfort bilden sich neue Nerven, und auf einmal glauben wir, den anderen längst zu kennen. Schon immer, so vertraut fühlt er sich ein. Wir verlieben uns in das, was uns ähnelt. Dann erst kommt alles andere, der Rausch, die Aufregung, das Glück. Auf einmal ist kein Hunger mehr, kein Schmerz, kein Schlaf. Was wir Liebe nennen, ist zuviel und zu wenig. Es ist Mangel und Fülle, Ungenügen und Überfluss, auch wenn die Sehnsucht beim besten Willen nicht weiß, woran hier Überfluss bestehen soll, außer an der Liebe selbst. Nur was uns fehlt wissen wir immer.”
Jo Lendle, Was wir Liebe nennen
tags: liebe