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Anna Carina
Anna Carina is 31% done
„So lebten wir, unbefangen und glücklich, manche Tage dahin, bald ging ich über den Berg, bald kam Anna zu uns, und unsere Freundschaft galt schon für eine ausgemachte Sache, an der niemand ein Arges fand, und ich war am Ende der einzige, welcher heimlich ihr den Namen Liebe gab, weil mir einmal nach alter Weise alles sich zum entschiedenen Romane gestaltete.“

Gedanken dazu im Kommentar
Mar 10, 2026 12:24AM
Der grüne Heinrich. Erste Fassung

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Anna Carina’s Previous Updates

Anna Carina
Anna Carina is 27% done
„das junge Bäschen,schlank und zart wie eine Narzisse,in einem weißen Röckchen und mit einem himmelblauen Bande gegürtet,mit goldbraunen Haaren,blauen Äuglein,einer etwas eigensinnigen Stirne und einem kleinen lächelnden Mündchen.Auf den schmalen Wangen wallte ein Erröten über das andere hin,das feine Glockenstimmchen klang kaum vernehmbar und verhallte alle Augenblicke wieder.“

Ja, ich lese das noch 😒
Feb 12, 2026 02:22AM
Der grüne Heinrich. Erste Fassung


Anna Carina
Anna Carina is 26% done
Weiß nicht wie lange ich das noch durchhalte. Inzwischen hat es jeglichen Reiz verloren. Es ergibt sich keine Gesamterzählung. Lauter Episoden, die keine gemeinsame Dynamik ergeben. Mich nerven auch die Überzeichnungen. Die Kapitel beim Oheim lesen sich wie ein halluzinatorischer paradiesischer Rausch. Zahme Rehe, Blümchen sprießen, alle ultra fröhlich und zuvorkommend - schlimm!
Jan 18, 2026 12:31AM
Der grüne Heinrich. Erste Fassung


Anna Carina
Anna Carina is 21% done
Heinrich darf Meerkatze einer Faustaufführung spielen. Pennt im Theater ein, ist eingesperrt und darf im Bette der Grete, wie ein Hund zu ihren Füßen schlafen.
Eine lange Freundschaft entwickelt sich zur Feindschaft. Der ehemalige Freund stürzt vom Gerüst und Heinrichs rohe Gedanken dazu im Kommentar:
Jan 16, 2026 11:42AM
Der grüne Heinrich. Erste Fassung


Anna Carina
Anna Carina is 14% done
Kapitel6 beendet.Heftige Geschichte über die Nachbarn Frau Margret und ihren Mann, aus der H.dann eine Art Unausweichlichkeit ableitet solche Geschichten erzählen zu müssen,die in einer Lüge und harte Konsequenzen für Schulkamaraden führt.
Für mich schwingt hier Verantwortung mit,Fiktion als möglich zerstörerisches Werkzeug zu begreifen.H.verschafft sich durch seine Vorstellungskraft Geltung auf Kosten anderer.
Jan 13, 2026 04:46AM
Der grüne Heinrich. Erste Fassung


Anna Carina
Anna Carina is 10% done
Anschlusslektüre an"Peter Camenzind".Literaturhistorisch interessant. Ehr ein Arbeitsbuch. Er entlarvt Denkfiguren. Arbeitet mit kühler Konsequenz,was ich sehr schätze. Er lässt problematische Gedanken weitestgehend offen,hegt sie nicht ein.Lässt durch Heinrichs Reflexionen die Differenz klaffen.Überhöhungen werden ironisch,pathetisch gesetzt,um romantisch,idealistisches Denken zu karikieren...
Jan 09, 2026 01:31AM
Der grüne Heinrich. Erste Fassung


Comments Showing 1-5 of 5 (5 new)

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message 1: by Anna Carina (last edited Mar 10, 2026 12:47AM) (new) - added it

Anna Carina Liebe gestaltet sich nach dem Romane.

Das ist nicht das erste Mal, dass Keller auf Literatur oder den Roman an sich verweist. Für mich verdichtet sich der grüne Heinrich immer mehr zu einem Werk der Verantwortung, die ein Schriftsteller hat.
Dieses Zitat, wirkt ja nahezu schief und ulkig mit der Schlussformel.
Keller scheint mit diesem Buch tatsächlich auf die Gefahren des romantischen Musters der Literatur hinauszuwollen, da die Menschen seiner Zeit sich noch sehr an ihr ausgerichtet haben. Sie prägt die Wahrnehmung. Sie hat Macht.
Ihm geht es tatsächlich darum den Schleier der überhöhten Geschichten zu heben, um klar zu stellen, dass diese Illusionen die gesponnen werden, der Wirklichkeit nicht stand halten können.
Wahrscheinlich sogar ein Leben zerstören, wenn dieses voll in dieser Überhöhung aufgeht.

Aber interessant ist ja, dass die romantische Idealisierung aus den Romanen Teil der Wirklichkeit wird. Heinrich verwebt es tatsächlich mit den realen Leben.
Nur widersprechen sie den Erfahrungen der sozialen Realität Kellers Zeit.
Heinrich strickt diese Fiktion sehr eng. Sie totalisiert alles andere. Wahrscheinlich wird das das Problem sein. Er verliert den Blick für die Komplexität des Lebens. Und, diese Fiktion reißt Lücken, weil sie sehr vieles durch ihre Engführung nicht symbolisieren kann. Sie ist nicht in der Lage mit Widersprüchen umzugehen.

@Alex: mit der Zizekbrille aus "Paradoxien der Mehrlust" könnte das Buch für dich interessant sein. Du hast dich ja gefragt, warum du das lesen solltest... :)


message 2: by Anna Carina (last edited Mar 10, 2026 02:11AM) (new) - added it

Anna Carina Ach Gottchen, der arme Junge wird ja zu Tode pädagogisiert:

„Die Weiber hatten zudem insbesondere ein großes Bedürfnis, die Traurigkeit und den Schrecken des Todes recht auszubeuten, und da die Männer sich niemals lange in der Kammer aufhielten, waren sie froh, mich für alle büßen zu lassen, und erklärten, der Tod meiner Großmutter müsse sich mir recht einprägen, dies würde mir für immer nützlich sein. Auf einem Schemel sitzend, ein Buch auf den Knien, mußte ich mit vernehmlicher Stimme Gebete, Psalmen und Sterbelieder lesen, erwarb mir zwar durch meine Ausdauer die Gunst der Frauen, wofür ich aber den schönen Sonnenschein nur von ferne und den Tod beständig in der Nähe betrachten durfte.“

Das ist krass. Bisher musste in der abgebildeten Gesellschaft alles eine Bedeutung haben. Nichts wird von den Menschen offen gelassen.
Mit Kontingenz scheinen die nichts am Hut gehabt zu haben.

Ich muss sagen, dass ich aus diesem Buch mehr über eine Zeit und Gesellschaft lerne, wie aus sonst keinem bisher. Das langsame Lesen mit Pausen zahlt sich aus.
Mich freut das ungemein.


message 3: by Martin (new)

Martin Riexinger Das nennt man Durchhaltevermögen!


message 4: by Anna Carina (new) - added it

Anna Carina Martin wrote: "Das nennt man Durchhaltevermögen!"

Es interessiert mich jetzt immer mehr.
Habe schon so viele Aspekte aus anderer Literatur entdeckt, die ich damit kontextualisieren kann - wie das Thema Sublimierung, das Keller sehr speziell einsetzt.
Vor allem habe ich den Eindruck über Keller Goethe besser zu begreifen, dem ich bisher glaube ich Unrecht getan habe.
Das werde ich dann im nächsten Schritt erfahren, wenn ich Wilhelm Meisters Lehrjahre lese.


message 5: by Martin (new)

Martin Riexinger Habe schon so viele Aspekte aus anderer Literatur entdeckt, die ich damit kontextualisieren kann

Meine Rede. Ideengeschichtlich durchaus interessant, aber eben Arbeit (fast im mittelhochdeutschen Sinn) statt Genuss.


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