Wer den Wind sät Quotes
Wer den Wind sät: Was westliche Politik im Orient anrichtet
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“Die Guten sind wir, die westliche Politik, weil sie für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte steht. Westliche Politiker vermeiden es nach Möglichkeit, von Interessen zu reden. Lieber erwecken sie den Eindruck, sie betrieben ein weltweit angelegtes Demokratisierungs- und Wohlfahrtsprogramm. Eigene Fehler, Versäumnisse, Lügen und Verbrechen, die in der arabisch-islamischen Welt allein seit 9/11 Hunderttausende Menschen das Leben gekostet haben, werden großzügig übersehen.”
― Wer den Wind sät: Was westliche Politik im Orient anrichtet
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“Die meisten Opfer radikaler Islamisten sind Muslime, nicht Europäer oder Amerikaner. Wir interessieren uns allerdings meist erst dann für die Opfer, wenn sie aussehen wie wir oder der Terror an unsere Türen klopft.”
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“Ob Afghanistan, Irak, Libyen oder Syrien: Der Westen hat in fremde Kriege und schwelende Konflikte eingegriffen und jeweils versucht, einem Gewinner nach eigenem Gusto an die Macht zu verhelfen. Der Vorwand war stets derselbe: Die jeweiligen Herrscher, die Taliban, Saddam, Gaddafi oder Assad, seien von dämonischer Bosheit, irre, fanatisch, gefährlich und genössen so gut wie keine Unterstützung unter der eigenen Bevölkerung. In Libyen führte die militärische Einmischung von außen zum Sieg einer Aufstandsbewegung, die aus eigener Kraft nicht stark genug war, sich gegen Gaddafi durchzusetzen und anschließend die Selbstzerstörung zum Programm erhob. Der Rückfluss von Söldnern aus Libyen bewirkte eine weitere Destabilisierung der Sahelzone und schwarzafrikanischer Staaten, darunter auch Kamerun, Niger und Tschad. In Afghanistan zeichnet sich ab, dass die Taliban nach dem zumindest formellen Abzug der westlichen Besatzer wohl erneut zur stärksten politischen Kraft werden. Im Irak trieben die Amerikaner die von ihnen entmachteten Sunniten, die sich außerdem einer rachsüchtigen, schiitischen Zentralregierung gegenübersahen, geradewegs in die Hände einer Aufstandsbewegung, aus deren Reihen der «Islamische Staat» hervorging. Und ohne die Entschlossenheit der «Freunde des syrischen Volkes», Assad um jeden Preis zu stürzen, hätte der IS in Syrien niemals Fuß fassen können.”
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“Der Versuch, mit militärischen Mitteln eine feudale Ordnung zwangsweise zu «demokratisieren», schafft beinahe naturgesetzlich ein Machtvakuum, das anschließend von gewalttätigen Gruppen gefüllt wird, ob mit oder ohne «Islam» im Wappen. Das Ergebnis ist stets dasselbe: Staatszerfall und Milizenherrschaft.”
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“Die Amerikaner haben, unter anderem in Somalia, in Afghanistan und im Irak, erfahren müssen, dass von ihnen initiierte oder befeuerte Kriege unter Einsatz von Bodentruppen kostspielig und die Folgewirkungen schwer zu kontrollieren sind. Auch mit Blick auf deren Legitimierung gegenüber der eigenen Bevölkerung. Deshalb fordern sie zunehmend «Bündnissolidarität» von ihren europäischen Partnern ein, um die eigenen Militärausgaben zu verringern und politische Verantwortung zu verlagern. Das Ideal Washingtons ist der «delegierte Krieg»: Europäer oder regionale Akteure, bis hin zu «guten» Dschihadisten, übernehmen, gewissermaßen im Franchise-Verfahren, Ordnungsaufgaben im Sinne der USA.”
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“Wer Al-Qaida oder den «Islamischen Staat» erfolgreich zu bekämpfen sucht, müsste an die Wurzel gehen und das saudische Regime unter Quarantäne stellen. Da es pro-westlich und der weltweit größte Erdölproduzent ist, wird das kaum geschehen. Dementsprechend ist der «Islamische Staat» auch schwerlich zu besiegen.”
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“Leon Panetta, ehemaliger CIA-Chef und Verteidigungsminister von 2011 bis 2013, kommentierte den Beginn der amerikanischen Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak im August 2014 mit den Worten: «Ich denke, wir stehen vor einem neuen 30-jährigen Krieg.» Und ergänzte: «Dieser Krieg wird über den Islamischen Staat hinausgehen und sich neuen Gefahrengebieten in Nigeria, Somalia, Jemen, Libyen und sonstwo zuwenden.» Im Klartext: Wir führen Krieg ohne zeitliche oder räumliche Begrenzung, wann und wo wir es für erforderlich halten. Egal, welche Folgen es für die betreffenden Regionen und die dort lebenden Menschen hat. Der amerikanische Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald meint: «Es ist mittlerweile nicht mehr vorstellbar, dass sich die USA nicht im Krieg befinden. Das wäre eine Sensation, wenn das noch zu unseren Lebzeiten geschehen sollte. Regierungsbeamte sagen es ganz offen: Der Begriff ‹endloser Krieg› ist keine rhetorische Floskel, sondern eine präzise Zustandsbeschreibung amerikanischer Außenpolitik. Warum, ist nicht schwer zu verstehen. Ein endloser Krieg rechtfertigt Geheimniskrämerei, den Machtzuwachs der Regierung und die Aushöhlung von Bürgerrechten. Gleichzeitig werden Steuermittel in gewaltiger Höhe in die ‹Homeland Security› und die Waffenindustrie gesteckt.»”
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“Es war ein großer Fehler, Assad um jeden Preis stürzen zu wollen, erst recht mangels Alternative. Spätestens nach den Erfahrungen im Irak, in Afghanistan und in Libyen sollte klar geworden sein, dass sich ein demokratisches Modell von außen nicht erzwingen lässt.”
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“Konfessionalismus und Stammesdenken gehen häufig einher mit Intoleranz und Gewaltbereitschaft gegenüber Angehörigen anderer und rivalisierender Gruppen. Macht wird nicht verstanden als ein Mechanismus zum Ausgleich unterschiedlicher Interessen, sondern als totalitäres Mittel zum Zweck, anderen den eigenen Willen aufzuzwingen oder aber sie zu vernichten.”
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“Die Hoffnung auf ein besseres Leben allein ist kein Garant für den Wandel.”
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“Obwohl hiesige Politiker und Meinungsmacher eigentlich wissen könnten, dass die wirtschaftlichen und militärischen Ressourcen des Westens längst an ihre Grenzen gestoßen sind, die USA eine Weltmacht auf dem Rückzug darstellen und wir anderen unseren Willen in einer zunehmend multipolaren Welt nicht mehr ohne weiteres aufzwingen können, agieren die meisten Protagonisten der reinen Lehre, The West is Best, noch immer so, als wäre die Berliner Mauer gerade erst gefallen.”
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“Die Guten glauben, dass ihre Moral eine überlegene sei, weil sie für die Freiheit der Ukraine oder Menschenrechte im Iran streiten. In erster Linie allerdings geht es darum, geopolitische Widersacher auszuschalten, zu schwächen oder kleinzuhalten.”
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