The Child Manuela Quotes

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The Child Manuela The Child Manuela by Christa Winsloe
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“Fräulein von Bernburg ist aufgestanden und wendet Manuela den Rücken zu. Manuela blickt ihr nach: »Immer sind Sie so weit weg, immer so fern, nie kann man bei Ihnen sein und nie Ihre Hand fassen und Sie küssen, nie nah sein!«”
Christa Winsloe, The Child Manuela
“»Wie gefällt dir meine Mutter?« fragte er leise in ihr Ohr. Und Lela, ohne ihn anzusehen, antwortete: »Sie ist wunder-, wunderschön.«

Mehr konnte sie um alles in der Welt nicht sagen, sonst hätte sie geweint.”
Christa Winsloe, The Child Manuela
“»Hör mal zu, Manuela. Das alles darf ich mir gar nicht anhören, was du mir da erzählst. Ich glaube, du übertreibst das jetzt, ohne es vielleicht selber zu wollen. So schlimm kann das alles nicht sein. Du mußt dich zusammennehmen. Man muß sich beherrschen können. Verstehst du? Jeder Mensch muß sich beherrschen können, Manuela. Ich beherrsche mich auch!«
Groß schlägt Manuela die Augen auf. Sie ist zu kindlich, um auch nur zu ahnen, welch schweres Geständnis die Frau da drüben ihr eben gemacht hat.”
Christa Winsloe, The Child Manuela
“»Ich kann, ich kann nicht anders. Ich liebe Sie, liebes Fräulein von Bernburg! Ich liebe Sie, so, so sehr wie meine Mutter – ja und noch viel, viel mehr! Wenn ich Ihre Hände sehe, zieht es mich hin, sie zu fühlen. Ihre Stimme, wenn Sie rufen, packt mich, reißt mich – ich kann nichts dafür, ich liebe, liebe Sie!«”
Christa Winsloe, The Child Manuela
“In mehr als einer Nacht, wenn Fräulein von Bernburg das Licht im Schlafsaal gelöscht hatte und rings um sie her das Tuscheln begann und die kleinen elektrischen Taschenlampen unter den Kopfkissen hervorgeholt wurden, lag sie und quälte sich ab mit der Frage, was Fräulein von Bernburg nun wohl tat in ihrem Zimmer? Ob sie gern hier war? Ob sie sich nicht doch manchmal sehnte, einen Mann und Kinder zu haben? – Kinder zu haben – ja, das dachte auch Manuela sich schön. Einen Mann, nein, das konnte man sich schwer vorstellen – und Fräulein von Bernburg mit einem Mann, das war ein Gedanke, der sich nicht fassen ließ.”
Christa Winsloe, The Child Manuela
“Elisabeth von Bernburg war die Tochter eines hohen Offiziers, wie Fräulein von Kesten, wie fast alle Erzieherinnen der Anstalt. Sie war achtundzwanzig Jahre alt und von diesen achtundzwanzig Jahren nun schon fünf Jahre im Stift, nachdem, wie man munkelte, ihre Verlobung mit einem jungen Dragonerleutnant zurückgegangen war, der Kühle und heftigen seelischen Abwehr des jungen Mädchens wegen, die den Leutnant veranlaßt hatten, kurz vor der Hochzeit die Verbindung zu lösen. Andere wieder wollten wissen, daß Fräulein von Bernburg selbst es gewesen war, die ihrem Verlobten erklärt hatte, sie könne ihn nicht und überhaupt niemals einen Mann heiraten.”
Christa Winsloe, The Child Manuela
“»Marie, was bedeutet denn das? Da ist ja ein Herz draufgezeichnet und ein Pfeil und drei Buchstaben: E. v. B.?«
Die Alte kam plötzlich ganz nahe an Manuela heran, so daß diese ihren Atem, der nach Kaffee roch, im Gesicht spürte. Eine ihrer braunen runzligen Hände legte sich auf Manuelas Arm, und lüstern sah sie ihr ins Gesicht, um die Wirkung ihrer Worte zu beobachten. »Was das heißt? Das heißt Elisabeth von Bernburg. Eine von den ›Damen‹. Die Damen, das sind die Erzieherinnen, müssen Sie wissen.« Und da Manuela noch kein Verständnis zeigte, flüsterte sie, als sei es ein tiefes Geheimnis:
»Das junge Fräulein, dem diese Kokarde früher gehört hat, die hat eben wahrscheinlich für Fräulein von Bernburg was übriggehabt.«
Manuela blickt etwas ratlos die Alte an. Diese reißt ihre Augen auf und, tausend Falten auf der Stirn, bohrt sie ihren unsauberen Blick in den des Kindes:
»Geliebt – geliebt hat sie sie.«”
Christa Winsloe, The Child Manuela
“»Du bist Nummer 55«, sagt Marga. Manuela blickt auf zu der Nummer über ihrem Schrank. Eine schwarze 55. »Deine Kleider tragen die Nummer 55. Deine Schuhe gehören in die Stiefelkammer in das Fach 55, dein Mantel und dein Hut kommen unten neben dem Hauseingang in die Garderobe, Abteilung 55. Deine Waschkabine ist Nummer 55, ebenso dein Bett.«
Manuela fühlte, wie sie langsam zu Nummer Fünfundfünfzig wurde.”
Christa Winsloe, The Child Manuela
“Wieder, nur stärker als schon einmal vorher, hat sie das Gefühl, bisher gar nicht gelebt zu haben. Nur wenn man dieses Gefühl der Auflösung hat, nur wenn man anscheinend gar nicht da ist, sondern in einem anderen Wesen aufgeht, ist man ganz.”
Christa Winsloe, The Child Manuela
“»Fräulein von Bernburg«, stieß Manuela hervor, und ihre heiße Hand faßte nach der Hand der Frau, die über sie geneigt saß. »Ich – ich muß Sie etwas fragen –, ich denke so oft darüber nach – sind Sie glücklich?«
Elisabeth von Bernburg hob den Kopf. Ohne das leiseste Erstaunen, als sei ihr die natürlichste Frage der Welt gestellt worden, sah sie Manuela in die Augen. »Ja, Kind«, antwortete sie.
»Ich habe ja euch.«
Vielleicht hätte sie sagen müssen: Ich habe ja dich.”
Christa Winsloe, The Child Manuela
“Die Glocke reißt Gedankengänge ab in der Schulstunde, schneidet Plaudereien in der Pause auseinander, trennt Freundinnen im Garten, macht Herzklopfen vor unangenehmen Schulstunden, reißt einem die Tasse vom Mund beim Frühstück. Die Glocke ist Befehl. Unpersönlicher, gnadenloser, ewig gleichbleibender Ordner eines ereignislosen Daseins.”
Christa Winsloe, The Child Manuela
“Frau Lennartz gab Fritz eine Handvoll Scheine, und Fritz wandte sich zum Gehen. Seine Mutter strich ihm die Haare aus der Stirn, ehe sie ihn entließ. Lela gab sich alle Mühe, dass auch ihre Haare so ins Gesicht hingen, und wartete, ob dann Frau Inge, wie sie sie hatte nennen hören, auch ihr die Haare aus der Stirn streichen würde.”
Christa Winsloe, The Child Manuela
“Lela wußte von alledem nichts. Sie hatte nur Augen für Fritz, der sich jetzt zur Seite wandte, wo eine junge, blonde Frau am Flügel saß und zu ihm aufschaute. Als Lela dieses neue Gesicht sah, erstarrte etwas in ihr. Unwillkürlich rückte sie auf ihrem Stuhl etwas vor, um näher hinsehen zu können. Was war das? Diese Frau hatte Fritzens Gesicht – nur schöner, weicher, liebreizender, und jetzt lächelte sie ihm aufmunternd zu, und er lächelte mit einem kurzen Nicken des Kopfes zurück. Die beiden verstanden sich, und nun wußte Lela auf einmal, warum Fritz keine Angst hatte. Natürlich – sie war da, und wenn sie da war, war alles in Ordnung.”
Christa Winsloe, The Child Manuela