Anna Carina’s Reviews > Wilhelm Meisters Lehrjahre > Status Update
Anna Carina
is 80% done
Buch 7 ist sehr theatralisch gehalten. So viele Umstände die zusammenlaufen,dass es schon fast nach Verschwörung riecht,dass Personen nicht zueinander finden. Jeder ist mit jedem verstrickt. Wie ne kleine Inzestgemeinschaft. Das zieht die Welt plötzlich auf einen engen Raum zusammen. Ist leider wenig glaubhaft gestaltet, da er einfach Informationen aus dem Hut zaubert, die sich nicht im Text entfaltet haben.
— Jul 25, 2026 01:18AM
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Anna Carina’s Previous Updates
Anna Carina
is 56% done
Das wird ja immer Besser!
Die Themen empfinde ich als absolut zeitlos.
Also, wenn das so weiter geht, bekommt der liebe Göööthie noch 5 Sterne von mir. Zuletzt bekam das Buch sogar kriminalistische, surreale Züge.
Hab bereits einen Wust an Notizen. Und als Vergleichslektüre zum Grünen Heinrich, bleibt es ergiebig.
Ich fiebere inzwischen richtig mit. Und Serlo ist ja mal so was von eine coole ambivalente Figur!
— Jul 19, 2026 02:58AM
Die Themen empfinde ich als absolut zeitlos.
Also, wenn das so weiter geht, bekommt der liebe Göööthie noch 5 Sterne von mir. Zuletzt bekam das Buch sogar kriminalistische, surreale Züge.
Hab bereits einen Wust an Notizen. Und als Vergleichslektüre zum Grünen Heinrich, bleibt es ergiebig.
Ich fiebere inzwischen richtig mit. Und Serlo ist ja mal so was von eine coole ambivalente Figur!
Anna Carina
is 43% done
"Der Mensch scheint mit nichts vertrauter zu sein als mit seinen Hoffnungen und Wünschen, die er lange im Herzen nährt und bewahrt, und doch, wenn sie ihm nun begegnen, wenn sie sich ihm gleichsam aufdringen, erkennt er sie nicht und weicht vor ihnen zurück."
— Jul 11, 2026 12:52PM
Anna Carina
is 31% done
„Er küßte ihre Hand und wollte aufstehn;aber wie im Traum das Seltsamste aus dem Seltsamsten sich entwickelnd uns überrascht,so hielt er,ohne zu wissen,wie es geschah,die Gräfin in seinen Armen, ihre Lippen ruhten auf den seinigen, und ihre wechselseitigen lebhaften Küsse gewährten ihnen eine Seligkeit, die wir nur aus dem ersten aufbrausenden Schaum des frisch eingeschenkten Bechers der Liebe schlürfen.“
😬
— Jul 07, 2026 10:14AM
😬
Anna Carina
is 23% done
Immerhin liest es sich flott weg.... verdrießlich scheint Goethes Lieblingswort zu sein... Die Fragilität lässt er zwar die Figuren durchleben, lässt den Erzähler aber schön Distanz wahren, um dies in einer gewissen Arroganz zu ordnen und domestizieren. Allerdings ist die Theaterkritik etwas spezifischer als ich dachte. Ihn scheint die Disziplinlosigkeit in der Kunst zu stören.
— Jul 04, 2026 08:47AM
Anna Carina
is 10% done
Ja, da ist sie, diese Jauche:
„Ach!zwei liebende Herzen,sie sind wie zwei Magnetuhren;was in der einen sich regt, muß auch die andere mit bewegen, denn es ist nur eins, was in beiden wirkt, eine Kraft, die sie durchgeht. Kann ich in ihren Armen eine Möglichkeit fühlen,mich von ihr zu trennen? Und doch,ich werde fern von ihr sein, werde einen Heilort für unsere Liebe suchen und werde sie immer mit mir haben.“
— Jul 02, 2026 12:32PM
„Ach!zwei liebende Herzen,sie sind wie zwei Magnetuhren;was in der einen sich regt, muß auch die andere mit bewegen, denn es ist nur eins, was in beiden wirkt, eine Kraft, die sie durchgeht. Kann ich in ihren Armen eine Möglichkeit fühlen,mich von ihr zu trennen? Und doch,ich werde fern von ihr sein, werde einen Heilort für unsere Liebe suchen und werde sie immer mit mir haben.“
Anna Carina
is 4% done
Stehe mit G.'s Sprache seit eh und je auf Kriegsfuß.Hatte in der Vergangenheit massive Schwierigkeiten an seine Texte ran zu kommen, geschweige denn seine Literatur zu schätzen.
Nach Kellers Gr.Heinrich ist das eine Wohltat und das kurze Theaterkapitel im Gr.Heinrich,scheint eine der vielen Anlehnungen an G. zu sein.
W. glaubt eine Rolle in der Vorstellung ideal zu spielen und zu gefallen, sei das Höchste.
— Jun 29, 2026 04:00AM
Nach Kellers Gr.Heinrich ist das eine Wohltat und das kurze Theaterkapitel im Gr.Heinrich,scheint eine der vielen Anlehnungen an G. zu sein.
W. glaubt eine Rolle in der Vorstellung ideal zu spielen und zu gefallen, sei das Höchste.
Comments Showing 1-7 of 7 (7 new)
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Was is denn das für ein komisches Update? "Inzestgemeinschaft"... wie kommt man nur auf sowas? Ich hab das Buch ja net gelesen, will also auch nicht kritisieren. aber es klingt eher so als ob du Dinge hinein interpretierst weil du Goethes Genius und Motive nicht begreifen kannst."Wenn es ihm dabei ging zu zeigen wie ein mieses Theaterstück inszeniert wird, dann hat er hier einen Volltreffer gelandet."
Klingt ganz so als ob du wirklich nicht weißt worauf Goethe hinaus wollte. Dass der Mann ein Genie war ist wohl kaum zu leugnen, es liegt wohl eher an deiner Wahrnehmung als einem Mangel seinerseits. Deine sonstigen Formulierungen klingen für mich zumindest ebenfalls pseudo-intellektuell, entweder ließt du das Buch nicht oder du hast irgendwo was von einem "Experten" wiedergegeben. Naja, egal. Wollte nur mal meinen unbedeutenden Senf dazu geben
Tebiki wrote: "Was is denn das für ein komisches Update? "Inzestgemeinschaft"... wie kommt man nur auf sowas? Ich hab das Buch ja net gelesen, will also auch nicht kritisieren. aber es klingt eher so als ob du Di..."Man kann zufrieden sein, wenn noch gelesen und nicht aus purer Autoritätshörigkeit geglaubt wird und attestierte "Genies" gefeiert werden. Auch einem Goethe muss auf die Finger geschaut werden. Es ist dies auch im übrigen ganz im Sinne von Goethe, der Götzenkult abgelehnt hat. Und dass die seltsamen Bruder-Schwester-Sachen da vorkommen ist auch offensichtlich und etwas schnöde gelöst. Kurz, ich begreife nicht, was es an dem Status Update nicht zu verstehen gibt.
Anna Carina wrote: "Mir ist schon klar, dass die Verengung um Wilhelm Methode hat. Immerhin dachte er, er zieht in die Welt, löst sich von den bürgerlichen Fesseln und gestaltet sein Leben selbst.
Am Ende stellt sich..."
Die Sache mit der Geheimgesellschaft hat Goethe ungünstig gelöst, fand ich auch, es muss im Nachhinein rekonstruiert werden, wo sie überall auftaucht, und wie das alles zustande kommt. Aber im Grunde hat er dadurch diese ganzen Zufälle "gerechtfertigt", denn er stand unter Beobachtung als ein besonders aussichtsreicher Kandidat für die Turmgesellschaft. Ich empfand das aber als schwächsten Aspekt des Buches.
Alexander wrote: "Aber im Grunde hat er dadurch diese ganzen Zufälle "gerechtfertigt", denn er stand unter Beobachtung als ein besonders aussichtsreicher Kandidat für die Turmgesellschaft. Ich empfand das aber als schwächsten Aspekt des Buches."Nach meinem High mit ihm, hatte mich das 7.Buch sehr überrascht. Ich finds aber ehr interessant, dass auch ihm so etwas passiert. Jedenfalls kann ich sagen, mit Deleuze-Brille gelesen, bildet das Buch kein Monument (oder es zerstört mit dem 7. Buch diesen Empfindungsblock, der vorher formal gehalten wurde). Da es allerdings in Gänze so reichhaltig ist, werde ich es dennoch gut bewerten. Nur die 5 Sterne, hat er mit der Aktion versemmelt.
Anna Carina wrote: "Alexander wrote: "Aber im Grunde hat er dadurch diese ganzen Zufälle "gerechtfertigt", denn er stand unter Beobachtung als ein besonders aussichtsreicher Kandidat für die Turmgesellschaft. Ich empf..."Goethe lebte noch in einer anderen Form von Vergesellschaftung - deshalb hat er den großen Anderen personifiziert als Turmgesellschaft, was für mich auch seltsam ist, und nicht richtig funktioniert. Der große Andere aber als Infrastruktur treibt Wilhelm aus dem Theater, wie du ja schon gemerkt hast. Das ganze Ding funktioniert hervorragend als Vorwegnahme dessen, was Freud mit Lust- und Todestrieb beschrieben hat - Realitätssinn, Sublimierung etc. Jetzt, wo du den Finger drauflegt, finde ich auch die Personifizierung schwach, aber die damals (jenseits der Kirche) existierte noch kein großer Anderer einfach so, selbst Zeitungen waren unterentwickelt. Es gab gar keine Projektionsfläche .... darüber müsste ich nochmal nachdenken.
Alexander wrote: "Anna Carina wrote: "Alexander wrote: "Aber im Grunde hat er dadurch diese ganzen Zufälle "gerechtfertigt", denn er stand unter Beobachtung als ein besonders aussichtsreicher Kandidat für die Turmge..."Du hattest den großen Anderen ja bereits zum Theater an sich ins Spiel gebracht. Ich tue mich aktuell schwer, diesen Text aus einer psychoanalytischen Brille lesen zu können. Zumal ich Freud nur über Bande kenne, habe ihn ja nie gelesen. Mag sein, dass sich eine härtere Verbindung auftut, wenn man seine Schriften präsent hat. Für mich steht das Systemische viel prägnanter im Raum. Außerdem lese ich ehr eine Philosophie des Könnens heraus. Das Theater an sich wird nicht durchschritten, sondern er gesteht sich ein, dass er Grenzen hat und nicht für diesen Weg der Kunst gemacht ist. Mir hat Serlo dafür auch zu viele Wahrheitsmomente beschert, als dass ich das Buch so in dieser umfänglichen Theaterkritik lesen könnte, wie du es tust.
»Von welchem Irrtum kann der Mann sprechen?« sagte er zu sich selbst, »als von dem, der mich mein ganzes Leben verfolgt hat, daß ich da Bildung suchte, wo keine zu finden war, daß ich mir einbildete, ein Talent erwerben zu können, zu dem ich nicht die geringste Anlage hatte.
Wir können halt nicht alles werden was wir wollen. Und das hat gar nichts mit diesem Machtapparat zu tun, der hier aufgebaut wird. Das ist eine systemische Komplikation, die oben drauf kommt. Die aber leider den eigentlichen Konflikt von Wilhelm verzerrt.
Ich muss jetzt auch ehr an Aristipp von Wieland denken, auf den Goethe sowieso im Buch referenziert. Ich habe den Eindruck, dass meine Rezeption viel ehr in diese Nähe rückt.
Hat Auerbach was zum Wilhelm Meister geschrieben? Ich schaue mal. Würde mich sehr interessieren was er dazu sagt. Muss das 8. Buch noch zu Ende lesen und dann reflektieren. Augenblicklich bin ich noch zu unorientiert - im Prozess.


Immerhin dachte er, er zieht in die Welt, löst sich von den bürgerlichen Fesseln und gestaltet sein Leben selbst.
Am Ende stellt sich heraus: Er war nur eine Figur in einem Drehbuch, das von anderen geschrieben wurde.
Als wären wir der Gnade anderer ausgesetzt, die die Fäden des Spiel des Lebens in der Hand haben. Hat ja schon fast was von einem antiken Verständnis der Welt.
Ich finde nur, dass er diesen Übergang in diese Mechanisierung nicht gut löst. Diese Theatralik eines Marionettenspiels verliert komplett die Bewegung des Textes in seiner formalen Geschlossenheit. Es ist ein radikaler Strukturbruch, der mit Gewalt über Figuren herbeigebogen wird, die plötzlich nur noch reiner Informationsträger sind.
Wenn es ihm dabei ging zu zeigen wie ein mieses Theaterstück inszeniert wird, dann hat er hier einen Volltreffer gelandet.
Nur, kann ich das als gelungenes Kunstwerk aus literarischer Sicht, so nicht einordnen.
Das Buch hat an dieser Stelle ein eindeutiges Kohärenzproblem. Beobachtung zweiter Ordnung, hin oder her. Die ist von außen ein Eingriff durch Goethe und kein Umstand, der sich aus dem Werk selbst ergibt.