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Alexander Carmele
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Ich lese es langsam und gemütlich. Die Welt der New Yorker Architekten breitet sich aus - allesamt satt und wankelmütig, dazwischen Roark, der eisern bei seinen Prinzipien bleibt. Herrlich, wie er in einer Szene gefeuert wird. Tiefe Schluchten, Schneetreiben. Ich wünsche mir ein wenig mehr Beschreibungssequenzen.
— Mar 15, 2026 12:41PM
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Alexander Carmele
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... super erfrischend, direkt vor den Latz geknallt, Hauptfiguren, Ängste, Taten, New York wie es in den 1920er puckert und pocht, und dazwischen Howard Roark, der es krachen lassen will. Ein verrücktes Vorstellungsgespräch bei Henry Cameron, der ihm eine runterhauen will. - erzählerisch dicht, atmosphärisch, überzeugend. Bei so viel Wucht fliegt es sich durch die Seiten.
— Mar 14, 2026 10:07AM
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Jörg
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Mar 15, 2026 01:55PM
Bin gespannt auf deine Einschätzung. Habe ihr Atlas Shrugged gelesen, bevor mir klar war, welche Bedeutung Ayn Rand für die Libertären aus Silicon Valley und der Republikanischen Partei hat. Kannst du das von deiner literarischen Bewertungsstruktur trennen?
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Jörg wrote: "Bin gespannt auf deine Einschätzung. Habe ihr Atlas Shrugged gelesen, bevor mir klar war, welche Bedeutung Ayn Rand für die Libertären aus Silicon Valley und der Republikanischen Partei hat. Kannst..."Solange Ayn Rand einen Roman schreibt, ist das für mich kein Problem, d.h. ihre Sprache, ihr Rhythmus bleiben im fiktionalen Rahmen, sie erzählt eine Geschichte von Figuren und dieses Erzählen bildet die Substanz. Wenn sie anfinge auf Marx, auf Lincoln, auf Henry Ford zu verweisen, über ihrer Meinung nach minderwertige Individuen schimpft, gegen Lenin wettert und Indien abwertet und so weiter, würde das irgendwann den fiktionalen Rahmen sprengen. Aber das tut sie m.E. weder in Atlas Shrugged noch in Der Ursprung. Was sie sonst so sagt, in Interviews, in Traktaten hat mir ihr als Stimme zu tun. Was ich bewerte, lese, ist aber ein Roman, und nicht "Ayn Rand" - die aber auch eine hochkomplexe Figur ist, aus der sich Leute herausschneiden, was sie wollen. Ich könnte das, was du sagst, nicht ignorieren, wenn ich eine Biographie von ihr schriebe oder läse, oder ein Bild von ihr in meinem Zimmer aufhinge. Aber das Cover eines ihrer Werke, damit hätte ich kein Problem. Werke und Autorin zu trennen ist leicht, wenn man sich für das Werk interessiert - aber dann würde man in der Öffentlichkeit Skulpturen von Wilhelm Meister sehen und nicht die von Goethe. Das ist aber dann ein anderes, und nicht mein, Problem.
Die Diskussion der Trennung von Autor und Werk hatten wir an anderer Stelle schon mal und da haben wir andere Sichtweisen zu. In Atlas Shrugged werden die Handelnden schon recht deutlich in die Guten und die Zerstörerischen (minderwertigen) gegliedert. Auch wenn die Figuren fiktional bleiben. Das macht es so anschlussfähig für aktuelle Weltbilder in den USA.
Jörg wrote: "Die Diskussion der Trennung von Autor und Werk hatten wir an anderer Stelle schon mal und da haben wir andere Sichtweisen zu. In Atlas Shrugged werden die Handelnden schon recht deutlich in die Gut..."Für mich sind andere Sichtweisen interessant - ich lese das als Denkanstoß und Denkangebot, nie dogmatisch. Mein Begriff der Fiktionalität besitzt keine argumentative Stärke. Die Nichtrennung von Autor und Werk hat sich längt durchgesetzt. Das stimmt.
Alexander wrote: "Jörg wrote: "Die Diskussion der Trennung von Autor und Werk hatten wir an anderer Stelle schon mal und da haben wir andere Sichtweisen zu. In Atlas Shrugged werden die Handelnden schon recht deutli..."Ist keine Kritik meinerseits. Nur Neugier. Finde deine Ansichten sehr anregend. Und ich hatte damals große Teile von Atlas Shrugged auch sehr gut gefunden, weil sie ganz eigene Charaktere und Situationen gestaltet.
Jörg wrote: "Alexander wrote: "Jörg wrote: "Die Diskussion der Trennung von Autor und Werk hatten wir an anderer Stelle schon mal und da haben wir andere Sichtweisen zu. In Atlas Shrugged werden die Handelnden ..."Bei Atlas Shrugged fand ich das Ende richtig schlecht - übers Knie gebrochen und mit Schießerei und Mord und Totschlag das Weltbild einfach in die Luft gejagt. Fand ich zu simpel. Insgesamt eine gemischte Packung - ihre theoretischen Schriften finde ich unausstehlich, kann ich sagen.

