Parallelgeschichten Leserunde discussion
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Hier hinterlasse ich ein paar Informationen zu Peter Nadas (Quelle Wikipedia):Peter Nadas wurde am 14.Oktober 1942 in Budapest geboren. Nadas entstammt einer "jüdisch-kommunistischen" Familie. Seine Mutter starb früh und sein Vater beging 1958 Selbstmord.
Er studierte Chemie, verdiente sein Geld aber als Fotograf und Fotoreporter. Seit 1965 betätigt er sich als freier Schriftsteller. 1990 heiratete er Magda Salamon, mit der er schon seit 1962 zusammenlebt.
Aus einem Artikel der Zeit:
"Die Geheimgänge, welche die Parallelgeschichten unterirdisch verbinden, durchlaufen alle ein klar erkennbares Zentrum: die totalitäre Erfahrung des 20. Jahrhunderts. Der 1942 in Budapest geborene Nádas hat als Jude Verwandte im Holocaust verloren und selbst als Kleinkind nur knapp überlebt. Sein Vater, ein hoher kommunistischer Funktionär, hat sich in der Folge einer stalinistischen Hetzkampagne das Leben genommen. Nádas war mit 16 Vollwaise, und er hat seine Erfahrung der Einsamkeit und des verlorenen Wegs dem einzigen Helden des Buches, der in der ersten Person erzählen darf, mitgegeben, dem 19 Jahre jungen Kristóf Demén; dessen Vater wurde von den Stalinisten ermordet, seine Mutter verließ die Familie für eine lesbische Liebe, seine Cousinen wurden von der Gestapo verschleppt."
Ich denke dieser Hintergrund macht das Buch ein wenig leichter verständlich...
An alle, die sich überlegen dieses Buch zu lesen: Das Buch hat sehr große Längen, in denen intensive Beschreibungen stattfinden. Wer "Parallelgeschichten" lesen will braucht ein gewisses Dirchhaltevermögen. Die 1700 Seiten sind teilweise hart erkämpft. Einige interessante Fragen werden später nicht aufgelöst und man muss damit leben können, das diese offen bleiben. So bleibt zum Beispiel offen was genau mit Agost passiert, was mit Ernas Tochter geschehen ist und warum der Tote vom Anfang wirklich sterben musste. Es sind zwar ausreichend Andeutungen vorhanden, die einem ermöglichen eine Antwort zu ahnen, aber letztlich bleibt man auf diesen Fragen sitzen.Gerade weil sie eben intensiv und sehr ausschweifend aufgeworden werden, bleibt man etwas enttäuscht zurück (so erging es zumindest mir).
Der Kreis schließt sich gegen Ende immer mehr. Die einzelnen Geschichten werden immer mehr miteinander verbunden, die losen Enden verknoten sich. In dieser Hinsicht hat Nadas großartige Arbeit geleistet.
Ich persönlich würde das Buch jedoch nicht wieder lesen oder uneingeschränkt weiterempfehlen wollen. ich denke die Art wie Nadas beschreibt, oft auch verbal kein Blatt vor dem Mund nimmt und tief in die Schmuddelkiste der Körperlichkeiten greift (Thema: Darmtätigkeiten z.B.), muss einem liegen. Mich hat er damit nicht erreicht, sondern eher abgestoßen.
Deshalb möchte ich allgemein sagen:
Das Buch ist durchaus lesenswert, aber wer mit den vorher erwähnten Eigenheiten (deftige Sprache, weitschweifige Erklärungen, offene Fragen zum Schluss) nicht umgehen kann, der sollte das Buch nicht unbedingt sofort in Angriff nehmen. Es kann sonst eine bitterte Enttäuschung werden, was angesichts des recht happigen Preises schwerer wiegt.


ich habe uns kurzerhand hier eine kleine Diskussionsplattform für Peter Nadas "Parallelgeschichten" geschaffen.
Ich hoffe wir werden viel Spaß zusammen haben,
LG Johanna
Vorläufiger Stand der Teilnehmer:
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Johanna