Friedrich Castelle (Pseudonyme: Hans Dietmar, Fritz von Schonebeck, Hans Uhlenbrock) war ein völkischer deutscher Journalist und Schriftsteller und Parteigänger des NS-Regimes.
Friedrich Castelle war der Sohn eines Kaufmanns, der einer französischen Emigrantenfamilie entstammte. Castelle besuchte das Gymnasium in Münster und studierte anschließend an der Universität Münster Philosophie. Von 1900 bis 1904 arbeitete er als Journalist in Aschaffenburg, Aachen und an anderen Orten. Von 1904 bis 1911 gehörte er der Feuilletonredaktion des Münsterischen Anzeigers an. 1906 promovierte er an der Universität Münster mit einer Arbeit über Joseph von Eichendorff zum Doktor der Philosophie. Er verfasste neben seinen journalistischen Arbeiten Romane, ErzFriedrich Castelle (Pseudonyme: Hans Dietmar, Fritz von Schonebeck, Hans Uhlenbrock) war ein völkischer deutscher Journalist und Schriftsteller und Parteigänger des NS-Regimes.
Friedrich Castelle war der Sohn eines Kaufmanns, der einer französischen Emigrantenfamilie entstammte. Castelle besuchte das Gymnasium in Münster und studierte anschließend an der Universität Münster Philosophie. Von 1900 bis 1904 arbeitete er als Journalist in Aschaffenburg, Aachen und an anderen Orten. Von 1904 bis 1911 gehörte er der Feuilletonredaktion des Münsterischen Anzeigers an. 1906 promovierte er an der Universität Münster mit einer Arbeit über Joseph von Eichendorff zum Doktor der Philosophie. Er verfasste neben seinen journalistischen Arbeiten Romane, Erzählungen, Biografien, Gedichte und Hörspiele und edierte westfälische und niederdeutsche Autoren.
Von 1912 bis 1915 leitete Castelle die Zeitschrift Deutschland. Während des Ersten Weltkriegs war Castelle Leiter der Presse- und Nachrichtenabteilung beim Stellvertretenden Generalkommandeur des VII. Armeekorps. Ab 1916 war er dem Geschäftsführer des völkisch ausgerichteten Westfälischen Heimatbundes beigeordnet, dessen Zeitschrift Heimatblätter der Roten Erde er gemeinsam mit Karl Wagenfeld ab 1919 herausgab. Nach 1918 war Castelle einer der Mitinitiatoren der Niederdeutschen Heimatbühne in Münster, und bis 1921 hielt er als Lektor Vorlesungen an der Universität Münster. Daneben unternahm er, wie bereits vor 1914, ausgedehnte Vortragsreisen durch Deutschland. Ab 1921 war Castelle Dozent an der Düsseldorfer Akademie und Leiter der Rundfunksendestelle in Düsseldorf. Ab 1922 leitete er die von Paul Keller gegründete und in Breslau erscheinende Monatszeitschrift Die Bergstadt.
Schon vor 1933 leistete Castelle den Nationalsozialisten publizistische Unterstützung. Ab 1930 bestimmte er als Herausgeber der Zeitschrift Der Türmer. Monatsschrift für Gemüt und Geist die publizistische Leitlinie des Blattes, des Nachfolgers von Die Bergstadt. In einer Bücherschau im Türmer von 1932 machte er vor allem Werbung für nationalsozialistische Autoren. Die Zunahme nationalsozialistischer Literatur sah er als „Gesundungsprozess“. „Mit größtem Lob versah er die Biografie Horst Wessels von Horst Ewers, die maßgeblich dazu beitrug, den SA-Mann zu glorifizieren: 'Diese Anregung griff Ewers heraus und [erzählt] nun in der Gestalt des für die junge deutsche Freiheitsbewegung den Märtyrertod gestorbenen Horst Wessel das Schicksal unserer Tage und der deutschen Jugend.'“
Nach der „Machtergreifung“ durch die NSDAP und deren Bündnispartner gelangte Castelle, der 1933 der NSDAP beigetreten war, in maßgebliche Funktionen in der Kulturbürokratie des neuen Regimes. Er „glorifizierte nicht nur Hitler, sondern auch den Parteiideologen Alfred Rosenberg“,[3] der in Fragen der Kunst und der Kunstpolitik – anders als Goebbels – eine eng an „Blut und Boden“ und „gesundem Volksempfinden“, zugleich auf Abwehr der Weimarer „Verfallskunst“ ausgerichtete Haltung einnahm, wie sie sich 1937 mit der Ausstellung „Entartete Kunst“ durchsetzte. Nachdem Castelle bereits Obmann der NS-Kulturgemeinde für den Kreis Steinfurt war, wurde er zum Beiratsmitglied des Gaus Westfalen-Nord und führenden Mitarbeiter der Reichsschrifttumskammer ernannt. 1937 wurde er Sachbearbeiter z. b. V. in einer Hauptabteilung im Reichssender Köln, zu dessen stellvertretendem Intendanten er später aufrückte. Während des Krieges war er Leiter einer Presse- und Nachrichtenabteilung sowie des Rundfunksenders im besetzten Luxemburg. Er gehörte der Reichsschrifttumskammer und zeitweise der Reichsrundfunkkammer an.
Im Türmer betätigte er sich „immer offensiver“ für den Nationalsozialismus. „Alles“ werde in der Zeitschrift künftig „dem Dienst an Volk und Vaterland untergeordnet. ... Der Kampf um die geistige Freiheit im Sinne des Führers ist immer unser erstes und letztes Ziel gewesen seit 35 Jahren, er wird unser letztes und erstes Ziel bleiben in der Zukunft.“ ...more