Inhalt:
Ria weiß nun, was es mit dem Virus auf sich hat. So schnell wie nur möglich muss sie zurück zu den Sphären, denn in ihnen befindet sich eine tickende Zeitbombe. Aber der Weg dorthin wird nicht einfach, überall wird sie gesucht. Zusammen mit Sandor und Tycho gelingt es ihr, die Strecke Stück für Stück zu bewältigen. In der Hoffnung, endlich den verschollenen Quirin zu finden, der ein Mittel zur Rettung der Sphärenbewohner besitzen soll, findet sie jedoch unverhofft etwas ganz anderes.
Meinung:
„Die Vernichteten“ ist wahrscheinlich das von mir meist erwartete Buch im ganzen Jahr. Kein Wunder, bei den beiden genialen Vorlagen. „Die Verratenen“ das Highlight im Jahr 2012 und ein Jahr später hat das die Fortsetzung „Die Verschworenen“ mühelos ebenso geschafft. Meine Erwartungen waren automatisch sehr hoch, was eben an den gesetzten Maßstäben nicht sehr verwunderlich ist. Angst vor Enttäuschung hatte ich komischerweise nur sehr wenig. Bei Frau Poznanski hat sich schon eine vertraute Zuverlässigkeit in puncto „fantastische“ Geschichten breit gemacht und das stellt Sie auch mit dem Finale der spannenden dystopischen Trilogie rund um Ria erneut unter Beweis! Bombastisch sag ich euch. BOMBASTISCH!
Jetzt, wo ich auch den letzten Band beendet habe, erkennt man ein Muster in der Trilogie. Der Aufbau ähnelt sich. Die Autorin beginnt ihre Geschichte nicht sofort mit einem großen Knall, sondern führt den Leser ruhig, aber trotzdem nicht uninteressant in die Handlung ein. Dabei verweben sich neue Informationen mit informellem Input aus der Vergangenheit. Dadurch wird der Einstieg vereinfacht - die Geschichte ist ja schon sehr komplex und verdichtet sich zunehmend. Mit der Zeit kann sich der Spannungsbogen immer weiter aufbauen und zum Ende hin ist es beinahe nicht auszuhalten, so adrenalinlastig ist die Handlung.
Auch wenn ich mich wiederhole, ich kann es einfach nicht oft genug sagen, der Stil der Autorin ist eine Liga für sich. Schon nach den ersten Sätzen fühle ich mich wohl, dabei ist der Schreibstil leicht zu lesen, aber eben nicht einfach nur "einfach". Man erkennt sofort das Geschick der Autorin, mit Worten zu spielen und daraus fantastische Sätze entstehen zu lassen. Als Transmitter für diverse Gefühle, wie Hass, Leid, Spannung, Liebe, Zuversicht, Angst und Versagen ist dieser Stil einfach beispiellos! Auch wenn in der Handlung ruhigere Töne klingen, so spürt man durch den einmaligen Stil doch immer eine leicht unterschwellige Spannung. Man weiß einfach, dass etwas passieren wird und das lässt einen förmlich an den Seiten kleben. Großartig!
Darüber hinaus hat die Autorin mit Eleria, kurz Ria, einen fantastischen Charakter erschaffen, der sich kontinuierlich weiter entwickelt hat. Durch ihre besonderen Fähigkeiten ist sie von Anfang an interessant gezeichnet und es macht einfach wahnsinnig viel Spaß, ihren Werdegang mitzuverfolgen. Sie ist wahnsinnig klug, ohne dabei arrogant zu wirken. Sie ist hilfsbereit, denkt logisch, verliert aber nie ihre Menschlichkeit und das, obwohl sie überhaupt keinen einfach Weg gehen musste. Ich könnte stundenlang von ihr schwärmen und erzählen, so viel Eindruck hat sie bei mir hinterlassen. Im letzten Band habe ich mich sogar an Sandor gewöhnt, der Ria mit seiner Stärke den Rücken stärkt. Dabei wirkt die Beziehung der beiden nicht zu aufdringlich und zeigt genau die richtige Menge, um die Geschichte perfekt abzurunden. Die Nebencharaktere sind ebenfalls toll gezeichnet. Allen voran konnte mich Tycho mit seiner Art wieder besonders überzeugen, aber auch Aureljo spielt seine Rolle gut!
Für mich ist die Auflösung des großen Ganzen perfekt gelungen. Erneut gibt es viele Wendungen, die ich nicht habe kommen sehen, und kann der Autorin Vorhersehbarkeit wirklich nicht vorwerfen. Ich bin zwar sehr traurig, weil nun alles vorbei ist, aber auch sehr glücklich, weil das Finale perfekt gelungen ist. Diese Trilogie bekommt einen Ehrenplatz in meinem Regal und wird ganz sicher noch ein weiteres Mal verschlungen!
Fazit:
Perfekt trifft es wohl am ehesten! "Die Vernichteten" kann mühelos mit seinen gigantischen Vorgängern mithalten. Schicksalhafte Wendungen, viel Spannung, eine großartige Protagonistin und ein gelungenes Finale lassen mich den letzten Band der Trilogie mit einem lachenden und einem weinenden Auge schließen. Die Reihe gehört einfach in jedes Regal. Lesen, lieben und dann nochmal lesen!