Es war einmal, zu unbekannten Zeiten, ein Reich mit einem unaussprechlichen Namen, das jeder wegen seiner geografischen Lage nur Nordland nannte. Nördlicher als die Nordländer lebte niemand auf der Welt, außer Eisbären und Robben natürlich, und einen Herrscher gab es auch im kalten Land, der hieß Rothafur und hatte eine etwas widerspenstige Gemahlin, einen Thronfolger und eine Tochter, die es zu verheiraten galt. Normalerweise geben Märchen, die so beginnen, gerade einmal Stoff für 20 Seiten. Karen Duve hat mit ihrem Buch Die entführte Prinzessin einen ganzen Schmöker daraus gemacht, der 20 mal 20 Seiten misst -- und ein kleines narratives Wunder ist. Denn als plötzlich ein schwarz gekleideter Anwärter im Königreich erscheint, dessen unlautere Absichten ruchbar werden und der die Prinzessin gegen ihren Willen mit sich führt, nur um seine Mutter zu ärgern, entspannt sich plötzlich ein allzumenschlicher Reigen aus Machtgelüsten, Hass, Rache -- und auch Liebe! --, der über jede der blendend geschriebenen Seiten die Spannung trägt. Nach ihren Bestsellern Regenroman und Dies ist kein Liebeslied nun also der dritte Roman von Karen Duve, der so sehr seinen Vorgängern ähnelt und doch ganz anders ist. Wegen ersterem hat auch Die entführte Prinzessin das Zeug dazu, erneut die Verkaufs-Hitlisten zu stürmen; wegen letzterem werden nicht nur echte Duve-Fans neue Seiten an „ihrer“ Autorin entdecken, sondern auch neue Leser, die bisher mit der Autorin weniger anzufangen wussten, gewonnen werden können. „Karen Duve ist Gott“, hat der Schriftsteller Wolfgang Herrndorf angeblich einmal gesagt. Und wenn das auch nicht stimmt, so kann sie doch märchenhaft erzählen. --Isa Gerck
Karen Duve, 1961 in Hamburg geboren, lebt in der Märkischen Schweiz. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Romane »Regenroman« (1999), »Dies ist kein Liebeslied« (2005), »Die entführte Prinzessin« (2005), »Taxi« (2008) und »Macht« (2016) waren Bestseller und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2011 erschien ihr Selbstversuch »Anständig essen«, 2014 die Streitschrift »Warum die Sache schiefgeht«. Die Verfilmung ihres Romans »Taxi« kam im Sommer 2015 ins Kino.
It's a beautifully written, witty, clever (and at times erotic) fairy tale. However, I just couldn't bring myself to care for the princess. She's a spoiled brat. Prince Diego and Knight Bredur are likable, though, and I was kind of rooting for them to hook up with each other instead of fighting for the love of the boring princess. ;)
ur vom Titel wusste ich nicht, was mich erwartet: ein Märchen für Erwachsene oder eines für Kinder? Oder vielleicht doch etwas anderes? Ich bin froh, dass ich mich nicht für ein Genre entscheiden musste. Hierher hätte ich es wahrscheinlich nicht gesteckt
Die Geschichte der Prinzessin, die sich nicht verlieben will, ist nicht neu. Ich fand die Methoden, mit denen sich Ritter, Prinz und Königin darum bemühten, diese Liebe doch noch zu entfachen, anfangs originell. Im Lauf der Geschichte waren sie das immer weniger, vielleicht weil nichts Neues mehr kam. Gegen Ende hätten es ein paar weniger Verwicklungen sein können. Ich muss gestehen, dass ich auch nicht ganz verstanden habe, warum sich die beiden Männer in die Prinzessin verliebt haben. So nett war sie nämlich nicht, über weite Strecken kam sie mir vor wie ein verwöhntes Kind. Aber mit so einem Charakter kann es natürlich kein Happy End geben, deshalb wurde sie irgendwann noch geläutert. Das Buch hat mich gut unterhalten, aber auch nicht mehr.
Ein Buch, das meiner Meinung nach völlig zu Unrecht so unbekannt ist. Es ist zwar keine große Literatur, dafür umso unterhaltsamer und spaßiger. Mit einfacher, meist flapsiger Sprache nimmt es die gängigen Klischees von Rittern, Prinzessinnen, Prinzen und Drachen auf die Schippe und stellt das ganze ein bisschen weniger ... glanzvoll dar. Mit 300 Seiten eine absolut lesenswerte Geschichte für Zwischendurch.
Übrigens schließe ich mich einem anderen Review an: Der Ritter und der Prinz hätten tatsächlich besser zueinander gepasst. ;)
4,5 Sterne (ich wünschte, es gäbe halbe Wertungssterne) für mich eine unterhaltsame Märchen-Satire, die genial von Gerd Wameling eingelesen wurde. Ich könnte mir vorstellen, dass der Prosatext durch seine Lesung noch gewonnen hat ( ich kenne nur das Hörbuch)
Die Geschichte war etwas anderes und durchaus eine nette Idee. Was mich persönlich gestört hat war der sehr "aufzählende" Schreibstil an manchen Stellen und dass in der Geschichte reale und frei erfundene Orte etc. gemischt wurden.
Jedes Klischee der Märchen- und Fantasywelt wird auf die Schippe genommen. Die Charaktere sind absurd, liebenswert, naiv und glaubwürdig, obwohl sie Figuren in einer Persiflage sind. Einer meiner all time favourites!
Das Buch strotzt vor Misogynie. Die Prinzessin wird geschlagen, sie muss natürlich wahnsinnig hübsch sein, im Text wird angedeutet, dass eine Vergewaltigung sie zur Besinnung bringen könnte, psychische Gewalt wird ihr permanent angetan, sie ist meistens Objekt… nein, das ist nicht mehr zeitgemäss, selbst wenn es eine Persiflage auf Ritter und Prinzessinen Geschichten sein soll, die teilweise gelungen und unterhaltsam ist. Bin erschrocken, dass solche Bilder 2005 noch vollkommen unkritisch rezipiert worden sind.
Kurzweilig war es sicherlich, amüsant auch, die klassischen Figuren wurden wunderbar aufgepeppt, Klischees herrlich breit getreten und das alles sprachlich ansprechend verpackt. Favoriten: die Seeungeheuer. Der Drache, weil: "der will doch nur spielen!". Bredurs Pferd, das ein schönes Gegenstück zum vegetarischen Prinzen Diego ist.
I am really disappointed, because I like Karen Duve, her style. But as person reading Patrick Rothfuss I must say: it was boring. Maybe a lecture for teenagers? I was kept between boring and maybe a satire? Anyway, it went quick and for fantasy I go back to what I already know.
Ich war mir die ganze Zeit nicht sicher, ob mir das Buch gefällt oder nicht, weil es teilweise ein wenig chaotisch und seltsam war. Allerdings hat es auch eine spezielle Art von Humor, die mir gefällt. Also durch durchaus lesenswert.
Mich hat dieses Buch gleich zu Anfang an diese Serie erinnert, in der Thomas Fritsch als Erzähl-Onkel gängige Märchen (um-)erzählt und dabei auf die Schippe nimmt. Denn Karen Duve hat auch diesen gewissen unterhaltsam-spöttischen Unterton, während sie uns an ihrem Märchen der etwas anderen Art teilhaben lässt. Auf den ersten Blick mag es sich vielleicht um eine Geschichte im typischen "Es war einmal..."-Stil handeln, aber immer wieder kommen Witz, Ironie und eine gute Portion Schadenfreude durch. Es war eine schöne Abwechslung einmal nicht bis in die hintersten Gefühlswinkel der Charaktere vorzudringen und ihnen stattdessen einfach nur dabei zusehen zu können, wie sie mit Anlauf in das nächste mehr oder minder magische Fettnäpfchen springen. Für Freunde der üblichen romantisch-fantastischen Erzählungen könnte das zugegeben etwas zäh werden. Aber wer Sarkasmus spricht, der dürfte sich mit diesem Buch bestens unterhalten fühlen.
Die Charaktere sind nicht realistisch oder tiefgründig und auch keine Identifikationsfiguren. Aber sie sind mit ihren überspitzten Charaktereigenschaften so herrlich unterhaltsam, dass mich das kein bisschen gestört hat. Vom Ritter auf der Suche nach seiner holden Jungfrau über den wandernden Sänger auf unfreiwilligen Abwegen bis zur nicht ganz so edelmütigen Prinzessin wird hier wirklich alles parodiert, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Und spätestens mit der Begründung für Prinz Diegos Vegetarismus war ich vollauf von dieser Strategie überzeugt! Frau Duve hat sich wirklich Mühe dabei gegeben, überzogene und trotzdem liebenswerte Charaktere zu zeichnen, die den Leser (gerne auch auf eigene Kosten) zum Lachen bringen.
Dieses Ziel hat auch die Handlung. "Die entführte Prinzessin: Von Drachen, Liebe und anderen Ungeheuern" erzählt wie der Titel schon vermuten lässt kein klassisches, geradlinges Abenteuer und auch keine herzzereißende Liebesgeschichte. Vielmehr gibt es die Entführung der Prinzessin als Start- und ihre "Rettung" als Ziellinie. Dazwischen kann man letzteres auch gerne mal aus den Augen verlieren, wenn man als Leser in den jährlichen Drachen-Wettkampf oder die nächste botanische Großoffensive der Königin Baskariens stolpert. Die Autorin hat ein bewundernswertes Händchen für Situationskomik (Ich sage nur "Der will nur spielen" :totlach: ) und ich habe recht früh damit aufgehört, meine zahlreichen Lachanfälle zählen zu wollen.
Fazit: Dieses Buch ist mehr Parodie als klassisches Märchen und bietet damit beste Unterhaltung für Freunde von gepflegtem Sarkasmus in mittelalterlich-fantastischer Umgebung. Die ideale Lektüre für alle, die gerne lachen und schon immer gerne die ganze Wahrheit über manch verbreiteten Märchenglaube gewusst hätte.
Im Königreich Snögglinduralthorma, auch Nordreich genannt, ist es das halbe Jahr dunkel und kalt, und man vertreibt sich die Zeit mit Kriegen und Besäufnissen und ärgert den Hofzwerg. Das einzig wirklich Reizvolle dort ist die schöne Prinzessin Lisvana, die jetzt das heiratsfähige Alter erreicht hat und vermählt werden soll.
Ein heißer Kandidat ist Prinz Diego von Baskarien im warmen Süden, doch sein Antrittsbesuch im Nordreich gerät zur Katastrophe. Die dort erlittene Demütigung kann er nicht auf sich sitzenlassen ... und Lisvana wird entführt und mit ihrer Hofdame nach Baskarien verschleppt.
Vergeblich bemüht sich der Prinz dort um sie, hochmütig und halssstarrig weist sie seine Annährungsversuche ein ums andere Mal ab.
Währenddessen macht sich Ritter Bredur aus dem Nordreich auf den langen, gefahrvollen Weg nach Süden, um Lisvana zu befreien.
Angesichts ihrer ersten beiden Bücher, eher trübe, spröde Gegenwartsliteratur, hätte ich Karen Duve das hier gar nicht zugetraut - umso angenehmer war ich überrascht von dieser wunderbar schrägen Fantasy-Märchen-Satire, die kaum ein Klischee auslässt, um es dann genüsslich gegen den Strich zu bürsten. Ein originelles und witziges Buch, mal derb, mal versponnen, das mir mit seinen allesamt etwas durchgeknallten Figuren einige sehr vergnügliche Lesestunden beschert hat.
Eine super große Enttäuschung. Ich hatte eine tolle Parodie erwartet, aber das Buch fand ich einfach blöd, voller Klichees und langweilig. War überfreut, als ich es bis zur letzten Seite geschafft hatte.