ENGLISH
Understandable and neutral, the bow spans from possible to fantastic.
To gild the skills of a highly regarded and successful scientist by cultivating such an accessible and entertaining writing culture that is second to none in the current non-fiction field is at least as much a part of Kaku as the co-founding of string theory. If not a bit more, because the awakening of enthusiasm of others for the miracles around us is considered to be almost even higher than the important, but for most inaccessible basic research.
Three categories make up the well-conceived basic structure of the work, starting with the "impossibilities of the first degree," which includes expected inventions in the foreseeable future such as invisibility, force fields, artificial intelligence, robots, teleportation, psychokinesis, telepathy, nanotechnology, and antimatter. Those foundations and functionality are already explored, but not yet implemented.
The second round is formed by the "impossibilities of the same, second degree," which fall within the theoretically possible, but with a substantially longer announced development time. Whereby it could take millennia or millions of years to the completion. Representatives of these species include parallel universes and communication with the same, over-light speed, contact with aliens and time travel. The distinction between the third and last supreme discipline of the book forms the harmony with the physical laws of nature and the associated realizability.
The "impossibilities of the third degree" have entirely alienated themselves from the standard order of things and are therefore in an area of seeming an impossibility. Examples of these, a little pitiable, since damned to be never discovered, species of inventions include the Perpetuum mobile or precognition.
Even if some readers are instinctively tempted to roll their eyes in case of some of these categories, one should consider the point of view of a few hundred or even just a few decades of years ago. Moreover, the accompanying worldview, or the same supporting hypotheses for the probabilities of various theories.
Then legions of former impossibilities will be found, which have since become antiquated and forgotten. Thus, to regard it as exceedingly arrogant to attest immutable and everlasting veracity to our momentary tiny fragments of parts of the whole thing. On the contrary, the author's ease of acknowledging that in many ways we have not even plunged into the deeper surf zone of the Cosmic Ocean would undoubtedly be useful for some of the established luminaries of the science community. As a motivation to open their intuition.
Kaku is also to be credited additionally, that he closes all dogmatics and instead has an open and critical approach to the matter. So that without reducing the entertainment value by drifting into too theoretical explanations, to instead bring in bright and varied images, to make the world of his beloved physics understandable to the layman.
Also, this love for his profession thankfully sparks from each new paragraph when turning the pages. This is how science didactics has to work.
GERMAN
Grandios gewandt, verständlich und neutral spannt sich der Bogen von möglich bis allzu fantastisch.
Die Kompetenzen eines noch dazu so angesehenen und erfolgreichen Wissenschaftlers zu vergolden, indem man eine so zugängliche und unterhaltsame Schreibkultur pflegt, die im momentanen Sachbuchbereich ihresgleichen sucht, gereicht Kaku mindestens ebenso zu Ehren wie die Mitbegründung der Stringtheorie. Wenn nicht gar einen Deut mehr, da die Begeisterung anderer für die Wunder um uns als fast noch höher zu erachten ist, als die wichtige, aber für die meisten doch unzugängliche Grundlagenforschung.
Drei Kategorien bilden das gut durchdachte Grundgerüst des Werks, den Anfang machen die „Unmöglichkeiten ersten Grades“, womit in absehbarer Zukunft zu erwartende Erfindungen wie Unsichtbarkeit, Kraftfelder, künstliche Intelligenz, Roboter, Teleportation, Psychokinese, Telepathie, Nanotechnik und Antimaterie fallen, deren Grundlagen und Funktionsweise bereits erforscht, allerdings noch nicht umsetzbar sind.
Den zweiten Reigen bilden die „Unmöglichkeiten eben selben, zweiten Grades“, unter die theoretisch ebenfalls mögliche, aber mit einer wesentlichen längeren Entwicklungszeit avisierte Entwicklungen fallen. Wobei es durchaus in die Jahrtausende oder Jahrmillionen bis zur endgültigen Fertigstellung gehen könnte. Vertreter dieser Spezies sind unter anderem Paralelluniversen und die Kommunikation mit selbigen, Überlichtgeschwindigkeit, Kontaktaufnahme mit Außerirdischen und Zeitreisen. Die Abgrenzung zur dritten und letzten Königsdisziplin des Buches bildet der Einklang mit den physikalischen Naturgesetzen und damit einhergehende Realisierbarkeit.
Die „Unmöglichkeiten dritten Grades“ haben sich von der normalen Ordnung der Dinge komplett entfremdet und gastieren daher in einem Bereich der vermutlichen Unmöglichkeit. Beispiele für diese, dadurch ein klein wenig bemitleidenswerte, da zum niemals entdeckt werden verdammte, Spezies an Erfindungen sind unter anderem das Perpetuum mobile oder Präkognition.
Auch wenn manch Leser instinktiv versucht ist, bei manchen der genannten Kategorien die Augen rollend laut auszuatmen, sollte man sich den Gesichtspunkt von vor ein paar Hundert oder auch nur paar Dutzend Jahren betrachten. Und das damit einhergehende Weltbild, beziehungsweise selbiges untermauernde Thesen für die Wahrscheinlichkeiten verschiedenster Theorien.
Dann werden sich Legionen von einstigen Unmöglichkeiten finden lassen, die mittlerweile selbst antiquiert und vergessen worden sind. Somit es als überaus hochmütig anzusehen, unseren momentanen Fragmenten von Teilen des Ganzen unverrückbare und ewig währende Richtigkeit zu attestieren. Im Gegenteil täte die Leichtigkeit des Autors, einzugestehen dass wir in vielerlei Hinsicht noch nicht einmal in die tiefere Brandungszone des kosmischen Ozeans eingetaucht sind, einigen etablierten Koryphäen des Wissenschaftsbetriebs als Motivation zur Öffnung der eigenen Anschauung gewiss gut.
Kaku ist noch zusätzlich anzurechnen, dass er sich sämtlicher Dogmatik verschließt und stattdessen offen und kritisch an die Materie herangeht. Und das ohne den Unterhaltungswert durch Abdriften in allzu theoretische Erklärungen zu mindern, um stattdessen in anschaulichen und abwechslungsreichen Bildern die Welt seiner geliebten Physik auch dem Laien verständlich näher zu bringen.
Und diese Liebe zu seinem Steckenpferd schießt einem dankenswerterweise beim Umblättern aus jedem neuen Absatz funkensprühend entgegen. So muss Wissenschaftsdidaktik funktionieren.