International bestselling and award-winning author Umberto Eco's Foucault's Pendulum is "an intellectual adventure story, as sensational, thrilling, and packed with arcana as Raiders of the Lost Ark or The Count of Monte Cristo" (The Washington Post Book World).
Bored with their work, three Milanese editors cook up "the Plan," a hoax that connects the medieval Knights Templar with other occult groups from ancient to modern times. This produces a map indicating the geographical point from which all the powers of the earth can be controlled — a point located in Paris, France, at Foucault’s Pendulum. But in a fateful turn the joke becomes all too real, and when occult groups, including Satanists, get wind of the Plan, they go so far as to kill one of the editors in their quest to gain control of the earth.
Orchestrating these and other diverse characters into his multilayered semiotic adventure, Eco has created a superb cerebral entertainment.
Umberto Eco was an Italian medievalist, philosopher, semiotician, novelist, cultural critic, and political and social commentator. In English, he is best known for his popular 1980 novel The Name of the Rose, a historical mystery combining semiotics in fiction with biblical analysis, medieval studies and literary theory, as well as Foucault's Pendulum, his 1988 novel which touches on similar themes.
Eco wrote prolifically throughout his life, with his output including children's books, translations from French and English, in addition to a twice-monthly newspaper column "La Bustina di Minerva" (Minerva's Matchbook) in the magazine L'Espresso beginning in 1985, with his last column (a critical appraisal of the Romantic paintings of Francesco Hayez) appearing 27 January 2016. At the time of his death, he was an Emeritus professor at the University of Bologna, where he taught for much of his life. In the 21st century, he has continued to gain recognition for his 1995 essay "Ur-Fascism", where Eco lists fourteen general properties he believes comprise fascist ideologies.
Einen Stern hat sich noch keiner getraut, habe dieses Signal schon mehrfach als Warnung vor einer Leseerfahrung gesetzt, die den Aufwand eventuell nicht lohnt. Tatsächlich enthält dieses Verschwörungskompendium Elemente, deren starke Gewichtung sogar fünf Sterne rechtfertigen würden. Wenn man über einen gewissen Humor verfügt, z.B. ich war leider nie ein Fan dieser überdrehten italienischen Klamotten. Aber eine Schnittmenge von drei Sternen würde ein irgendwie durchschnittliches Buch suggerieren, oder einen Roman, der stark anfängt und irgendwie nicht ans Ziel kommt. Das ist hier nicht der Fall, auch wenn diesem fetten Wälzer Verlegenheiten eines zweiten Buchs, aus allen Poren dringen. Ausführliche Rezi später.
Die Anfangssequenz kann man für die nächsten 600 Seiten erstmal komplett ausblenden und lässt Fragen offen, auf die erst gegen Ende wieder Bezug genommen wird. Ein teils sehr langatmiges und abstruses Buch, wo man durch das riesige Ausmaß an Ecos Wissen über pseudowissenschaftliche Diskurse und Geschichte teilweise fast erschlagen wird, was gleichzeitig aber extrem beeindruckend ist. Je mehr man aber gezwungenermaßen in diese Erläuterungen abtaucht, desto einleuchtender und offensichtlicher ist am Ende die Lehre, die man aus diesem Buch mitnehmen sollte.
Der Semiotikprofessor hat sich Zeit seines Lebens damit befasst, wie Literatur funktioniert, dann hat er all sein Wissen zusammengenommen und hat dieses Werk geschaffen. Und es ist tatsächlich etwas Großes dabei herausgekommen.
Inhaltlich berichtet der Icherzähler Casaubon, der Lektor bei einem kleinen Verlag in Mailand ist, seine Erfahrungen mit den Verschwörungstheorien rund um die Templer, Rosenkreuzer, Freimaurer, etc. Diese Erfahrungen sind derart verwirrend, dass man kaum mehr durchblickt, die Ideen die sich in den Köpfen des Erzählers und seiner Kollegen entwickeln sind derart absurd, dass man am liebsten schreien möchte. Schließlich entwickeln sie eine Theorie des "Großen Plans" deren Grundlage eine zufällige Konstellation von Worten ist, die ein Computer über einen Zufallsgenerator ausgewählt hat. Dieser "Große Plan" wird für alle drei zum Verhängnis. Zu all diesen chaotischen Theorien passt der anscheinend chaotische Erzählstil perfekt. Letztlich bleibt bloß noch der Schluss zu ziehen, dass all diese Verschwörungstheorien absurde Hirngespinste sind, so wie der "Große Plan" des Protagonisten. [Oder sollte Eco auch ein Mitglied des Templerordens sein und hat eben darum ein Buch geschrieben um alle zu verwirren - wer weiß ;-)]
Die Personen machen sehr interessante Entwicklungen durch und sind sehr tiefschichtig erzählt. Die Sprachgewalt Ecos kann man niemals anzweifeln und auch die Übersetzer haben ganze Arbeit geleistet. Die Unmenge von Anspielungen auf andere Texte und Situationen die in dem Buch zu finden sind, zeigt welch großer Geist in Eco steckt. Unverkennbar ist auch, dass Eco extrem gut recherchiert hat.
Als Quintessenz kann man zusammenfassen: Große Sprache, perfekte Technik, interessante Figuren, umfangreiches Wissen - Eco hat sein Ziel erreicht, er hat sich ein Denkmal gesetzt. Für jeden der nun überlegt ob er das Buch lesen soll, nochmals die Warnung: Nehmen Sie sich viel Zeit und seien Sie bereit viele Stunden unter höchster Konzentration zu "arbeiten".
"Das Foucaltsche Pendel" ist zugleich das interessanteste und überwältigendste aber auch das langatmigste und ermüdenste Buch, welches ich seit langer Zeit gelesen habe.
Drei Lektoren, die zu klug für ihren Job sind, machen sich einen Spaß daraus, dass Verschwörungstheoretiker zum Verlag kommen und publizieren dies nicht nur, sondern werden auch selbst zu Autoren indem sie sich tiefer in jegliche Verschwörungstheorien wühlen, als es jemals jemand tat.
Es ist dann einerseits sehr lustig und spannend wie spielerisch mit dem Thema Verschwörung umgegangen wird und wie die Protagonisten ihrem Spiel mit den Ideologien, Thesen und Ideen verfallen. Aaaaber wenn dann mal wieder ein 15-seitiger Monolog kommt indem dann einfach nur 47 verschiedene Freimaurerlogen und deren Gründer aufgezählt werden, dann wird es doch schnell ermüdend. Gerade auch, weil der erzählerische Stil, gerade zu Beginn, sehr sprunghaft ist.
Falls man Bock hat, sich einer solchen Reise hinzugeben, dann kann ich es nur wärmstens empfehlen, denn es gibt viel zu entdecken und man hat immense Ansätze zur Interpretation.
Ich glaube, dass Umberto Eco ein bisschen wie seine Protagonisten handelte und sich hier einen großen Spaß erlaubt hat. Die autobiographisch angelegten Passagen und Ähnlichkeiten zu den Protagonisten sind auffällig.
"Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, dass sie welche sind." So sprach Nietzsche. Und so lässt sich vielleicht auch diese Geschichte etwas zusammenfassen. Die gesamte Handlung ist verworren, springt in den Zeiten und ist sicher keine leichte Kost. Daher habe ich mich lange davor bewahrt, diesen Roman zu lesen. Jetzt habe ich es geschafft und finde es schwer ihn zu bewerten. Es ist nicht leicht, in die Geschichte einzusteigen. Hier fehlt einem das Hintergrundwissen, dort ein Begriff, hier jegliches Verständnis. Dann habe ich mich doch darauf eingelassen, einige Kapitel doppelt gelesen und verstanden oder es sein lassen. Alles in allem ist die Story vielschichtig, aber komplex. Den wirklichen Spannungsbogeb nimmt es zwar zu Beginn auf, verliert sich dann jedoch etwas und endet genauso verworren wie es startet,aber spannend. Drei Verlagslektoren spinnen eine Verschwörungstheorie Über die Templer und den Heiligen Gral (keine neue Geschichte eigentlich) aber plötzlich scheint doch etwas wahres daran zu sein, was sie in merkwürdige Situationen bringt. Ein wirklich doch spannendes Buch, auch wenn ich zwischendurch mehrfach die Lust verloren habe. Ich denke, ich werde und muss in ein paar Jahren wieder zurück zur Geschichte...
Die Verlagsmitarbeiter Diotallevi, Belbo und Casaubon sind damit beschäftigt, Manuskripte diverser Verschwörungstheoretiker auf veröffentlichbarkeit zu überprüfen, weil ihr Chef davon überzeugt ist, das mit solchen Büchern gutes Geld zu verdienen sei. Dabei arbeiten sich die drei immer mehr in das Geflecht von Hermetikern, Diabolikern und Geheimorganisationen ein, das sich durch die Weltgeschichte zieht, nur um schließlich eine eigene, allumfassende Verschwörungstheorie zu entwickeln, den "großen Plan". Das hat für die drei ungeahnte Konsequenzen.
Der Roman liest sich, als hätte ein Intellektueller einen Dan Brown-Roman geschrieben. Statt sich nur auf die Handlung zu konzentrieren bekommt man scharf charakterisierte, interessante Figuren, die auch Fehler haben und einen wirklich beeindruckenden faktischen Unterbau zu Geheimen Organisationen und Lehren im Laufe der Zeit. Dabei wird nie der kritische Blick auf die Materie abgelegt oder die Menschen, die an solche Dinge glauben. Als Sahnetüpfelchen gibt es dazu noch einen postmodernen Blick auf die Rolle eines Autors und die Wirkung seines Schaffens. Vor allem in diesen Tagen, in denen "Querdenker" in allem möglichen ein von langer Hand geplantes Komplott vermuten, ist es interessant, einen Blick aus dem letzten Jahrhundert auf die Thematik zu erhalten. Wenn man damit etwas anfangen kann, ist es eine unterhaltsame Lektüre die einige neue Blickwinkel eröffnet.
Geschafft! Thematisch fand ich das Buch zu spannend, um es einfach abzubrechen, allerdings war es zu trocken, um wirklich lange Etappen am Stück zu lesen. Diese Auseinandersetzungen rund um Verschwörungstheorien gefielen mir gut, allerdings fand ich es unglaublich kompliziert, gerade aufgrund der vielen Sprünge im Mittelteil, dem wirklich ohne Probleme folgen zu können. Wer (wie ich) nicht so viel Ahnung von griechischer und römischer Mythologie hat, wird an der ein oder anderen Stelle vielleicht etwas frustriert sein, allerdings lässt sich das alles mit entsprechender Recherche doch nachvollziehen können. Größtes Problem, das ich hatte, war dann allerdings, dass ich weder Französisch noch Italienisch lesen (oder sprechen) kann, weil recht viele Passagen ohne deutsche Übersetzung dort standen. Schwere Kost, die sich aber irgendwie auch gelohnt hat.
"Das Foucaultsche Pendel" von Umberto Eco ist ein ungeheuer intelligentes und spannendes Buch, das sich mit dem Sog und der Fiktionalität von Verschwörungstheorien auseinandersetzt. Drei Mitarbeiter eines esoterischen Verlages entscheiden sich dazu, selbst ein Manuskript zu erschaffen, das den großen zugrundeliegenden Plan der Tempelritter zu erklären versucht. Das Spiel, das zu Anfang noch als Satire auf solche Theorien zu verstehen war, nimmt jedoch schnell obsessive und tödliche Ausmaße an. Im Gegensatz zu den sehr bekannten Romanen von Dan Brown, liegt dieser Geschichte jedoch keine große Wahrheit zu Grunde. Die Theorien sind ohne jeden Zweifel fiktiv. Nur eben nicht für alle an der Handlung Beteiligten. Ein wirklich kluges Buch, dessen Thema heute kaum aktueller sein könnte.
"Das Foucaultsche Pendel" ist unfassbar präzise durchstrukturiert, bis hinein in die Namensgebung der Charaktere verstecken sich kleine Geheimnisse, die heutzutage ins Wikipedia-Labyrinth - bei Erscheinen des Buches wohl eher in die Bibliotheken - führen. So kann die Leser*in bei Gefallen eine weitere Version des wahnwitzigen großen Plans kreiieren den Belbo, Casaubon und Diotallevi hier entwerfen. Das Buch enthält - während es auf den Bestsellermarkt schielt - Andeutungen eines Kriminalplots und auch einige winzige erotische Momente. Die damalige Kritik war zwischen Kommentaren wie "ein Werk der Gegenaufklärung", "unlesbare Gelehrtenprosa" und "kalkuliertes Industrieprodukt" gespalten. Ich habe das Buch beim ersten und zweiten Lesen genossen, vor allem wegen der immer präsenten leisen Ironie des Autors, der an einigen Stellen auch zu präzisem Slapstick wird, der - grotesk deplaziert - wohl den Geist Belbos durch den Roman transportiert. Im letzten Drittel des Buches ermüdeten mich die seitenlangen mystischen Männerbünde aus zwei Jahrtausenden dann doch ein wenig. Wer bis zum Ende durchhält wird jedoch durch eine literarische Perle aus den Memoiren von Belbo belohnt.
Welch kulturhistorisches Wissen! Kombiniert mit dem Fachwissen der Semiologie - das kann nur eine spannende Geschichte werden!
Ist es auch. Doch leider hat sie mich nicht gekriegt. Ich habe den Roman im letzten Frühjahr in der Provence angefangen zu lesen. Im Land der Templer. Dennoch...
Detektiv- oder Kriminalgeschichten sind nicht mein Genre. Und auch wenn ich sogar weiß ( und gelesen habe!) Wer Joseph und wer Xavier De Maistre waren, und auch wenn der Bogen kunstvoll über Jahrhunderte und über Länder hinweg gespannt wird ... es ist kein Wunder, dass ich so lange an dem Werk gelesen habe. Außer der Rekapitulation von ( historischen) Zusammenhängen passiert einfach nichts.
Deshalb sind die drei Punkte rein subjektiv; literarisch betrachtet sind es wegen der Konstruktion, der Aufarbeitung und Verknüpfung und des Schreibens selbst wohl vier.
Hatte es zunächst beiseite gelegt, weil der Roman wirkte wie ein high brow Dan Brown. Falsch ist diese Beschreibung vielleicht nicht, doch ist das Buch eigentlich etwas Anderes: Eine wunderbar präzise beobachtete, furchteinflößende Abhandlung über Verschwörungstheorien im Speziellen und Geheimnisse, Erkenntnistheorie und die Suche nach Bedeutung im Allgemeinen. Wer Romane einzig für die Handlung liest, wird für ausführliche historische Exkurse über Geheimbünde nicht ausreichend entschädigt (wobei "ausführliche historische Exkurse" im Grunde ja ein hinreichender Lesegrund ist). Wer aber auch tiefe Figuren und durchdachte Motive wertzuschätzen weiß und schon ein gutes Maß Leseerfahrung gesammelt hat, kann gerne mal reinschwingen: Es gibt frühe Computer, viel zu lernen und Homunkuli!
Ich bin bis zur Seite 264 gekommen, an welchem Punkt ich mich entschied dieses Buch nicht fertig zu lesen. Es kommt mir so vor als ob der Plot im Sand stecken geblieben ist und nur im Schneckentempo voran geht. Ein paar Male dachte ich Eco hätte lieber ein non-fiction Buch über die Tempelritter geschrieben. Die Charaktere reden und wie sie reden und reden und reden. Wobei Eco alles was er nur kann versucht einzuschieben, um zu zeigen wie viel Nachforschung er hierfür getrieben hatte. Vielleicht ist dies einfach nicht das richtige Buch für mich oder mein Genre, aber ein Rollercoaster fühlt sich für mich anderst an. Vielleicht eher eine ruhige Bootsfahrt.
Eine starke Erkältung oder leichte Grippe fesselte mich einige Tage ans Bett, die ich für eine Re-Lektüre dieses Meisterwerks paranoiden Denkens nutzte. Einige Dinge fielen mir auf, die mir bei vorherigen Lektüren entgangen waren — zum Beispiel, wie klein und tragisch doch eigentlich die Rolle Diotallevis ist: Sogar sein Beitrag zum Großen Werk wird am Ende ja herausredigiert!
Und so kann man jedes Mal etwas Neues entdecken. Die Wiederlektüre lohnt sich alle paar Jahre.
10/10. Would recommend.
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Das erste Mal gestolpert über Eco's Foucaultsches Pendel bin ich während meines Studiums, als es gelegentlich während der einen oder anderen Textanalyse erwähnt wurde. Der eigentliche Grund, weshalb mir ebenjenes Werk bzw. dessen Titel nachhaltig im Gedächtnis blieb, ist mir allerdings entfallen. Die Vermutung liegt nahe, dass ich immer davon ausging, es handle von Michel Foucault und/oder dessen Diskursanalyse, ähem. Wie auch immer, diesen zuweilen umstrittenen Roman hatte ich mir für das Jahr 2020 auf die Liste gesetzt, nachdem er nun schon einige Jahre im Bücherregal Staub ansetzen musste. Dass in diesen unseren Zeiten Verschwörungstheorien wie vielleicht selten zuvor - weltumspannend - Hochkonjunktur haben, ist dabei nur mehr ein Zufall.
Und so kann ich zum Pendel selbst auch nur wenig sagen und ringe tatsächlich um treffliche Schlagworte, die den Gesamteindruck des Buches irgend umschreiben könnten: Schrullig. Surreal. Schizophren. Vielleicht so.
Denn auch wenn es freilich eine durchaus nachvollziehbare Story gibt, als spannend oder gar fesselnd kann man diesen 1988 erschienenen Schinken wahrlich kaum bezeichnen. Im Gegenteil, ich hatte während und habe auch nach der Lektüre eher den Eindruck, Eco musste dieses Buch schreiben, um seine eigene Passion für spiritistische Verschwörungstheorien und die daraus erlangten Wissensmengen irgendwie zu ordnen, zu kartografieren. Und so gibt es eigentlich vergleichsweise wenig Handlung als solche, während das sich immer diffiziler werdende Konstrukt wiederum weltumspannender, einander immer zunehmender gegenseitig bedingender Mythen um die Templer, Rosenkreuzer, Okkultisten, Nazis, usw. durchaus so etwas wie einen rauschhaften Zustand auszulösen imstande ist. Aber, und hier (wenn auch nicht nur) wird Eco's große Klasse deutlich: diese beinahe kafkaesken Eskapaden sind oftmals mit unfassbar komischen Formulierungen, Dialogpartikeln und Sarkasmen gespickt. Selten bin ich bei der Lektüre eines Buches auf solch intelligenten, aber auch kecken Humor gestoßen. (Zugegeben, Humor ist nun weiß Gott auch nichts, wonach ich in Literatur suche ...)
Die religiös-spiritistischen Komplexe, die hier aufgedröselt werden, sind natürlich völlig überwältigend. Sie sind eine Wissenschaft für sich, weshalb dieser Schmöker irgendwie auch als Einstiegsliteratur in den Fachbereich ge- oder verwertet werden könnte. Mich hat irgendwann ob der Unfülle an historischen und kulturellen Referenzen nur sehr überrascht, wie tief die Religion als solche eigentlich in unserer Gesellschaft verwurzelt ist. Mir, der den Atheismus faktisch mit der Muttermilch aufsog, wurde irgendwann klar: Shit, ich bin gänzlich in der Unterzahl! - Nicht die schlechteste Art, darauf hingewiesen zu werden, dass das eigene aufgeklärte Selbstverständnis längst (?) zur Arroganz mutiert ist ...
Ich weiß nicht, ob Eco's Werk an philosophischen Fakultäten unter feministischen Gesichtspunkten interpretiert wird. Entsprechend interessant finde ich, dass die einzig wirklich vernunftbegabten Charaktere im Buch Frauen sind. Während sich die drei männlichen Hauptfiguren zunehmend um ihre Weltverschwörung und per astra um sich selbst drehen, sind es die Frauen, die vermittels einer rationalen Dialektik zwar entmystifizieren, aber eben auch erlöserische Rationalität widerspiegeln. Der sich entfremdende Mann braucht das Weibliche als Korrektiv - um sich selbst zu retten. Und ich bezweifle - zumal im Nachhinein - dass das irgend sexuell verstanden werden sollte. Eco's Perspektive ist immer (vielleicht sogar zutiefst) männlich - seine Vernunft aber ist feminin ...
Ja, Das Foucaultsche Pendel ist, wie man so schön sagt, keine leichte Kost. Ein Vergnügen ist es aber allemal! Sei's nun, weil Religion und Spiritismus eine ungemein interessante, spannende Phantasiewelt auf Erden sind, weil Eco schlichtweg elegant amüsante Dialoge, psychologische Tiefe oder gesellschaftliche und kulturelle Belange (z.B. das famose Abwatschen der modernen Buchverlagsmaschinerie) geschickt in einen Topf wirft oder, oder.
Ein erstaunliches Buch, welches bei einer zweiten Lektüre eventuell sogar noch tiefer geht ...
Addendum 1: Ich fühlte mich beim Lesen ob besagter beinahe-surrealen Atmosphäre des Buches zeitweise an den (Musiker und) Chiffrenlyriker Jürgen Bartsch der Metal-Band Bethlehem erinnert. Mich würde es nicht wundern, wenn Das Foucaultsche Pendel besagtem Bartsch seinerzeit als Inspirationsquelle diente. Überhaupt ist es schon beinahe ulkig, wie viele Begriffe im Buch auftauchen, die mir aus meiner Jahrzehntelangen Beschäftigung mit den härteren Spielarten des Heavy Metals ein Begriff sind: Exu, Thelema, Daath, Samael, Candelabrum, usw. usf. Da schloss sich fast so mancher Kreis ...
Addendum 2: Mein heiß- bzw. hassgeliebter Marcel Reich-Ranicki verriss dereinst im Literarischen Quartett (Folge 9, 12.02.1990, auf YouTube verfügbar) Eco's Werk als unsäglich langweilig. Ein Eindruck, den man niemandem in Abrede stellen kann. Natürlich reichen ein paar Minuten Diskussion niemals aus, um die facettenreiche Tiefe des Pendels auszuloten. Aber allein schon für Sigrid Löffler's seicht entsetztes, aber eindeutig fremdschämendes ('Herrje, dieser alte Tropf ...') Augenverdrehen wenn Reich-Ranicki sie bei der Vorstellung als seine Freundin bezeichnet, sind schlichtweg epochale Sekunden bester Situationskomik. Ganz groß - und ungestellt!
Zu wenig Handlung, zu viele sehr, sehr nervige Monologe als Infodumps und ein Sprecher, der mir zwischendurch einfach ziemlich auf die Nerven gegangen ist. Schade. Ich hatte mich sehr darauf gefreut.
Ich musste es abbrechen. Der Name der Rose ist zwar eines meiner absoluten Lieblingsbücher, aber das hier kommt da nicht im Ansatz dran. Passend zum Thema, dass es da um Verschwörungstheoretiker geht, ist es sehr wirr geschrieben - für mich war es dadurch aber ne Qual zu lesen.
Das Buch ist getrieben von endloser Paranoia und Wissensdurst. Eco nennt hunderte Buchtitel, Autoren, Events nur oberflächlich und schreitet dann weiter. Mir persönlich hat das zwar gefallen, es gab mir eine Bestimmung, allerdings kann das schnell anstrengend werden.
Drei italienische Lektoren staunen nicht schlecht, als eines Tages in ihrem Verlag ein Mann auftaucht, der ein rätselhaftes, anscheinend verschlüsseltes Schriftstück auf mysteriösen Wegen gefunden hat, das mit einem jahrhundertealten Geheimnis der Tempelritter zusammenhängen soll.
Einer der Lektoren ist ausgewiesener Templerexperte und hat sogar seine Dissertation über die geheimnisumwitterten Ordensritter geschrieben, und halb genervt, halb amüsiert über das Brimborium, das der merkwürdige Mensch um dieses Manuskript macht, kommen sie auf die irrwitzige Idee, das Schriftstück auf ihre ganz eigene Weise zu deuten und sich die entsprechende verschlüsselte Botschaft ganz einfach selber auszudenken.
Diese Idee ist originell und lässt auf einen intelligenten, leicht skurrilen Lesespaß schließen, voller Anspielungen auf alte Mythen und Sagen, legendenumwobene Gestalten und Geschehnisse und gelehrte Diskurse über alle möglichen und unmöglichen Themen.
Zunächst gelingt das Eco auch ganz gut in einer schnörkeligen, mit zahlreichen exotischen Fremdwörtern gespickten Sprache. Bis gut zur Hälfte nerven eigentlich nur die wenig sinnhaften, eingestreuten literarischen Ergüsse des einen Lektors, auf die man bestens verzichten könnte und die recht wenig zum Lesefluss beitragen. Doch mit der Zeit geht der rote Faden immer mehr flöten und man verliert den Anschluss an die Handlung. Was zunächst schräg, lustig, klug oder philosophisch wirkte, verkommt zu ärgerlichem, pseudointellektuell erscheinendem Geschwafel und verdirbt die anfängliche Freude am Buch mehr und mehr.
Jeder, der dieses Werk liest, weil er glaubt, eine ähnliche Geschichte wie in "Der Name der Rose" vor sich zu haben, wird enttäuscht sein. Es fehlt die Spannung, der Strudel an verzwickten Situationen, die sich letzten Endes entladen in einer Klimax, die ihresgleichen sucht. Nichtsdestotrotz versteht es Eco auch in diesem Werk, das bereits 1988 erstmals publiziert worden ist, eine Geschichte zu entwickeln, in der er mit den in seinen Augen lächerlichen Verschwörungstheorien aufräumt und sie als das darstellt, was sie sind: Eine willkürliche Aneinanderreihung und Verknüpfung von Fakten, die eigentlich in keinerlei Relation zueinander stehen. Ich empfehle dieses Buch deswegen nicht denjenigen, die einen wohligen Schauer während der Jagd nach den letzten Geheimnissen der Geschichte empfinden wollen - sie sind in meinen Augen mit Dan Brown besser bedient - sondern denen, die einen Blick hinter die Kulissen der Verschwörungstheoretiker werfen wollen. Man sollte sie jedoch vorwarnen, dass die eigentliche Handlung erst ab der 650. Seite beginnt. Auch bieten sich für Freunde der Geschichte, die einiges an Hintergrundwissen mitbringen, interessante Einblicke in mögliche Verbindungen verschiedener historischer Epochen. Nicht nur einmal entlockte Eco mir ein leichtes Schmunzeln, wenn er in seiner unnachahmlichen Art und Weise seine eigenen vorher aufgestellten Theorien ad absurdum führte.
Was für ein Buch. Was für eine akribische Rechercheleistung Ecos. Was für ein Ritt durch die Jahrhunderte, um uns zu beweisen, dass alles zu beweisen ist, wenn man nur will, ohne dass es deshalb auch nur ein Fünkchen wahr sein muss. Eine tolle Geschichte über die Faszination des Geheimen, über die Fantasien über das Ungewisse, über Geheimbünde und Spiritismus, über Paranoia und Skepsis und die Suche nach DER Wahrheit. Diese Suche traten nicht nur die Okkultisten und Geheimbruderschaften an. Letztlich ist es auch die Geschichte der Wissenschaften, die in den Atomen und Genomen auch einen Großen Plan suchen. Ein Buch, das Längen hat und das einen trotz Wikipedia mit Wissen überfrachtet bis überfordert, aber es lohnt.
In diesem großen und großartigen postmodernen Verwirrspiel von einem Buch kombiniert Umberto Eco in seiner unvergleichlichen Art Elemente des Abenteuerromans und Krimis mit geschichtlichen und esoterischen Elementen (Templer, Rosenkreuzer) zu einer Satire, die auf unverbesserliche Esoteriker ebenso losgeht wie auf das Verlagswesen und die Leichtgläubigkeit von Menschen im Allgemeinen. Und dann verbindet er es noch mit einem autobiographischen Abschnitt aus seiner Kindheit im Italien des ausgehenden Zweiten Weltkriegs. Alles in allem: eine komische, spannende, hochintelligente Mischung gelehrter Passagen mit einer geviften Krimihandlung! Eines meiner all-time-favorite-books!
Die zwei Protagonisten dieses Romans arbeiten als Journalisten in einem Mailänder Verlag und recherchieren okkulte Phänomene, Geheimgesellschaften und Verschwörungstheorien. Dabei wird dem Leser viele Puzzels angeboten, die im Laufe der Zeit zusammengesetzt werden, just zu dem Augenblick, als sich ein Bild ergibt wird wieder ein neuen Puzzel aufgemacht, es ist eine Tour de Farce durch die diversen Geschichten der Geheimgesellschaften, ob es die Templer sind, die Rosenkreuzer oder die Bayrischen Illuminaten, eine wirklich intelligente und spannende Geschichte nimmt den Leser gefangen...