Glücklich, wer sich Genüsse zu verschaffen weiß, ohne anderen zu schaden!
Der Mensch ist frei. Aber er ist nicht mehr frei, wenn er nicht mehr an seine Freiheit glaubt. je mehr Macht er dem Schicksal bemisst, desto mehr beraubt er sich selber jener Macht, der Gott ihm verlieh, indem er ihn mit Vernunft begabte.
Wer stark genug ist , seine Handlung so lange aufzuschieben, bis er wieder ruhig geworden ist, der ist wahrhaft weise. Aber solche Menschen sind selten.
In der physischen wie in der moralischen Welt das Gute stets aus dem Bösen und Böse stets aus dem Guten entsteht.
Es kommt nur darauf an, Mut zu haben; Den Kraft ohne Selbstvertrauen führt zu nichts.
Wenn du nichts getan hast, was wert ist, aufgeschrieben zu werden, so schreibe wenigstens etwas, was wert ist, gelesen zu werden.
Wer eine Beleidigung vergisst, vergibt sie darum noch nicht, denn um vergeben zu können, muss man heroisches Gefühl, ein edles Herz, einen großmütigen Sinn haben; Das Vergessen dagegen beruht auf Gedechtnisschwäche oder auf sanftmütiger Nachlässigkeit, der eine friedfertige Seele sich so gerne hingibt; oft auch auf einem Bedürfnis nach Ruhe und Frieden. Denn der Hass tötet mit der Zeit den Unglücklichen, der ihn groß werden lässt.
Das leben - mag es glücklich, mag es unglücklich sein - ist das einzige Gut, das der Mensch besitzt, und wer das Leben nicht liebt, der ist das Lebens nicht würdig.
Der Tod ist ein Ungeheuer, das den aufmerksamen Zuschauer aus dem großen Welttheater hinausjagt, bevor das Stück, das ihn unendlich interessiert, zu Ende gespielt ist.
Überzeugung gewinnt man nicht durch Wahrscheinlichkeit, sondern durch Augenschein.
Die Rhetorik verwendet die Geheimnisse der Natur gerade so, wie die Maler, die ihr nur nachahmen wollen. Grade das allerschönste, was sie geben ist nicht echt.
Ich wäre Arzt geworden, hätte also einen Beruf ergriffen, wo man mit Scharlatanerie noch mehr ausrichten kann als im Advokatenstande.
Das Rechtswesen richtet viele Familien zugrunde und verhilft nur wenigen zu dem ihrigen; und durch die Ärzte kommen viel mehr Menschen um, als mit ihrer Hilfe gesund werden.
Man verlangt von einer große Frau, dass sie einen kleinen Fuß habe.
Wahre Liebe macht immer zurückhaltend; man fürchtet es könne wie Übertreibung aussehen, wenn man alle Gefühle ausspricht, die eine edle Leidenschaft eingeflößt hat; der bescheidenere Liebhaber sagt oft zu wenig, aus Furcht, er könnte zu viel sagen.
Die Liebe ist ein großer Dichter: ihr Stoff ist unerschöpfbar; aber wenn sie das Ziel, auf sie es abgesehen hat, niemals herankommen sieht, wird sie müde und verstummt.
Ohne Zweifel war das ein Lächerlichkeit, aber in welchem Alter hört der Mensch auf, lächerlich zu sein?
Die Wahrheit ist ein Talisman von unfehlbarem Zauber, vorausgesetzt, dass man sie nich an Schelme vergeudet.
Glückliche Jugend! ich denke an dich mit Bedauern, weil du mir oft Neues botest. Darum verabscheue ich das Alter, das mir nur immer Bekanntes bringt.
Liebe nur eine mehr oder weniger lebhafte Neugier ist, wozu noch der von der Natur in uns gelegte Trieb hinzukommt, für die Erhaltung der Art zu sorgen.
Die Frau ist wie ein Buch, das immer, mag es gut oder schlecht sein, zunächst durch das Titelblatt gefallen muss. Wenn dieses nicht interessant ist, so erweckt es keine Lust zum Lesen.
Das einzige Vorgefühl, wozu der Mensch einiges Vertrauen haben darf, ist das, welches ihm Böses weissagt, denn dieses geht aus dem Verstande hervor. Das Gefühl, das uns Glück voraussagt, kommt aus dem Herzen, und das Herz glaubt an das närrische Glück, weil es selber närrisch ist.
Im Dunkeln sind alle Weiber gleich.
Die Weltgeschichte ist voll von Kleinigkeiten, die genau so viel Wichtigkeit haben, und die Welt ist voll von Leuten, die noch immer viel auf so etwas geben, trotz der vorgeblichen Geist durch die Wissenschaft empfängt.
Wenn ein Mensch verliebt ist, genügt ein Nichts, um ihn in Verzweiflung zu stürzen oder auf dem Gipfel der Freude zu erheben.
Rom ist die einzige Stadt, wo jemand, der aus dem Nichts hervorgeht, es zum Höchsten bringen kann.
Nichts ist so unwiderstehlich wie Tränen aus schönen Augen, wenn ein schönes, anständiges und unglückliches Weib sie vergießt.
Die Menschen begnügen sich im Allgemeinen niemals mit dem Guten; sie wollen das Bessere, oder richtiger gesagt, das Reichlichere.
Es lebt in den Menschen ein Trieb, immer über das Ziel hinauszutreiben, das er bereits erreicht hat.
Die dem Vergnügen gewidmete Zeit ist nie verloren. Verloren ist nur die langweilig verbrachte.
Will man jemanden zum Weinen bringen, muss man selber weinen; will man aber lachen machen, dann muss man ernsthaft bleiben.
Was ist ein Kuß? Ist er nicht der glühende Wunsch, einen Teil des Geliebten Wesens in sich einzusaugen?
Was ist die Liebe? Ich habe viel antiken Wortschwall über diesen Gegenstand gelesen; ich hab auch das meiste von dem meiste gelesen, was die modernen darüber sagen; aber was man auch darüber gesagt haben mag, was ich selber darüber gesagt habe, als ich jung war, und jetzt, wo ich es nicht mehr bin: nichts wird mich zu dem Geständnis bringen, dass die Liebe eine Kleinigkeit oder ein eitles Ding sei. Sie ist eine Art Wahnsinn, auf den sie Philosophie gar keinen Einfluss hat; sie ist eine Krankheit, der der Mensch in jedem Lebensalter unterworfen ist, und die unheilbar ist, wenn sie ihn im Alter befällt. Liebe! Unerklärbares Wesen, unerklärbares Gefühl! Gott der Natur! Süße Bitternis! Grausame Bitternis! Liebe!Reizendes Ungeheuer, das man nicht beschreiben kann! Inmitten von tausenden Leiden, die du über das Leben ausbreitest, säest du so viele Wonnen aus, dass ohne dich Sein und Nichtsein ein und dasselbe wären.
Ein Liebender ist verloren, wenn er nicht das Glück an der Stirnlocke zu packen weiß.
Nicht nur in den Augen eines Liebenden, sondern in den Augen jedes Mannes, der sie in diesem Zustande sieht, ist eine schöne Frau in dem Augenblick, wo sie sich den Armen des Schlummers entwindet, tausendmal entzückender als in jenem Augenblick, wo sie ihre Toilette beendet hat.
Die Liebe ist ein Kind, das man mit Tändeleien hochwichtigen muss; eine zu kräftige Nahrung muss ihr den Tod bringen.
Ich kenne die Liebe besser als Sie. Sie verlangt eine gehaltvolle Nahrung, und wenn diese hartnäckig ihr verweigert wird, verdorrt sie.
Man muss niemals mehr auf seiner Hut sein, als wenn man an halb dumme Leute Fragen stellt.
Die Zurückhaltung wird Dummheit, wenn wir erkannt haben, dass der Angebetete Gegenstand unsere Gefühle teilt.
Wenn man bedauert, hasst man nicht mehr, aber nur große und edelmütige Seelen sind solchen Vergebens fähig.
Wenn man fremde Sprachen lernt, ist das letzte, was man begreift, ihr Geist; und dieser Geist ist immer am wesentlichsten bei scherzhaften Bemerkungen.
Die Liebe ist eine Feindin der Scham, obgleich sie oft Dunkelheit und Geheimnis sucht; aber wann die Liebe sich schämen muss, fühlt sie sich erniedrigt und verliert sofort drei Viertel ihrer Würde und einen großen Teil ihres Reizes.
Für einen Mann, der leibt, ist der geringste Wunsch des geliebten Wesens allerhöchster Befehl.