Die rote Zora und ihre Bande ist ein Jugendroman von Kurt Kläber (1897–1959), der ihn unter dem Pseudonym Kurt Held 1941 erstmals veröffentlichte. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, in welchem Alter ich das Buch las, aber ich vermute, dass ich vielleicht schon etwas "zu alt" dafür war. Ich fand es recht langatmig und langweilig, obwohl es mir Zora als Charakter total angetan hatte (vermutlich auch durch die Filmadaption von 2008). Ich fand sie mega cool, wollte so sein wie sie und hätte am liebsten auch rote Haare gehabt, aber irgendwie sprang der Funke nicht so ganz auf die Romanhandlung über.
Der in der Schweizer Emigration lebende Kurt Kläber unternahm um 1940 eine Jugoslawien-Reise, auf der er das Mädchen Zora und ihre Bande kennenlernte. Die intensiven Erlebnisse mit den Jugendlichen verarbeitete er in diesem Buch. Das war mir damals nicht bewusst. Unter diesem Aspekt würde ich den Roman tatsächlich nochmal als Erwachsene leben wollen, auch um eventuellen (unintendierten) Rassismus im Roman festzustellen.
Erzählt wird die Geschichte von Waisenkindern aus dem kroatischen Küstenstädtchen Senj. Branko, der zwölfjährige Sohn eines fahrenden Geigers und einer Tabakarbeiterin, verliert seine Mutter und hat kein Zuhause mehr. Man verdächtigt ihn des Diebstahls und sperrt ihn ein. Doch die dreizehnjährige Zora, ein Mädchen mit roten Haaren, befreit ihn. Branko wird in die Bande der Uskoken aufgenommen, die sich unter der Führung Zoras zusammengeschlossen haben. Die Bürger der Stadt behandeln die mittellosen Kinder wie Ausgestoßene, und die Gymnasiasten, allesamt Söhne angesehener Bürger der Stadt, jagen sie; Diebstähle und Sachbeschädigung sind die Reaktionen der Kinderbande.
Um zu überleben, werden die Kinder zwar kriminell, doch innerhalb ihrer Gemeinschaft halten sie sich an feste Regeln. Ihr oberstes Gebot heißt Solidarität. Das gilt anfangs aber noch nicht für Branko, der von einem Mitglied der Bande, Duro, kategorisch abgelehnt wird. Branko schafft es aber, sich einen festen Platz in der Gruppe zu erkämpfen und am Ende auch Duros Freundschaft zu gewinnen, als er diesen vor einem Kraken rettet.
Einer der Stadtbewohner, der sich mit den Kindern verbunden fühlt, ist der alte Fischer Gorian. Ihm helfen die Kinder, sich gegen die großen Fischfanggesellschaften durchzusetzen. Einen weiteren Verbündeten haben sie in Curcin, dem Bäcker der Stadt, der ihnen regelmäßig das nicht verkaufte Brot vom Vortag überlässt.
Nach einer Eskalation der Ereignisse drohen Zora und Branko verhaftet zu werden, wovor sie sich noch einmal befreien können. Bald darauf bekommt jedoch Gorian eine Einladung vor den zwölfköpfigen Magistrat plus den Bürgermeister der Stadt, wo Gorian eine flammende Verteidigungsrede für die Kinder hält. Es kommt zur Abstimmung darüber, ob den Kindern der Prozess gemacht oder sie in die Gesellschaft der Stadt integriert werden sollen. Sie endet dank des Eingreifens der Bürgermeistertochter Zlata knapp positiv für die Bande, woraufhin sie von verschiedenen Bewohnern der Stadt als Lehrlinge aufgenommen werden, darunter bei Gorian selbst. Zora und Branko kommen bei ihm unter, Duro wird Landwirt, Pavle Bäcker bei Curcin und Nicola Fischer.
Altersempfehlung: ab 10 Jahren