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In den nächsten Jahren ist sie immer dabei, wenn die Entwicklung des Mars entscheidende Schritte macht. Eine spannende, aber auch ernüchternde diplomatische Mission zur Erde prägt sie ebenso wie die Mitarbeit in der ersten funktionierenden gemeinsamen Mars-Regierung. Sie erlebt den Druck seitens der Erde gegen allzu viel marsianische Unabhängigkeit, aber auch die Schwierigkeiten auf dem Roten Planeten die Zentralverwaltung einzuführen. Die langjährige Herrschaft kleiner selbständiger Gemeinschaften, der sogenannten "Bindenden Gruppen", hat ihre Spuren hinterlassen. Und neben der großen Politik versucht Casseia auch ihr Privat- und Gefühlsleben einigermaßen im Griff zu behalten.
Greg Bears Buch kommt im Gewand eines unterhaltsamen Science Fiction-Romans daher, ist aber zugleich ein sozialkritischer Roman, der die Gefahren bestimmter politischer, sozialer und technologischer Entwicklungen anprangert. Unangenehm etwa die Vorstellung einer Erde, in der mittels Technologie und Therapie die Menschen weitestgehend gleichgemacht wurden. Oder wie Casseia sich überlegt, was nützt die vielpropagierte Meinungsfreiheit, wenn alle die gleiche Meinung haben? Und auch der Mars ist kein Musterplanet: Nur auf den eigenen Vorteil bedachte Gemeinschaften oder der ins diktatorische ausufernde allererste Versuch einer gemeinsamen Führung sprechen Bände. All dies schildert Bear mit einem Blick für Einzelheiten, denen er sich ausführlich widmet. So wird das Buch zwar sehr umfangreich, gerade diese Beschreibungen aber vermitteln anschaulich das politische und private Umfeld von Casseia, dessen Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist.--Joachim Hohwieler
781 pages, Paperback
First published January 1, 1993