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100 Milliarden! Neben solch kosmischen Wundertaten nimmt sich Hornbys eigene Spendenaktion für Tree House, ein kleines, aber ambitioniertes Schulprojekt, in dem schwer autistische Kinder (so auch Hornbys Sohn Danny) fachgerechte Betreuung erfahren, wie ein Gang mit der Sammelbüchse aus. Da Tree House keinerlei Subventionen erhält und auch vor Bonos suchendem Helferblick bislang verborgen blieb, hatte Hornby die Idee, einige seiner SchriftstellerfreundInnen kurzerhand zur Feder zu bitten, um vom Verkaufserlös die Schule zu unterstützen. Hornby rief -- und bekam zwölf Kurzgeschichten geliefert, die mit zum Feinsten gehören, was die Insel schriftstellerisch derzeit zu bieten hat.
In schönster, schwärzester und witzigster britischer Manier eröffnet Robert Harris den Reigen mit der Parlamentsrede eines leicht verwirrten Premierministers über seinen ominösen Toilettenfenstersturz. Patrick Marber beschert uns in "Peter Shelley" einen Satz heiße Ohren, indem er uns zu Zeugen der liebevoll-ungelenken Anstrengungen eines Punkpärchens bei der Entjungferung macht. In Hornbys eigenem Beitrag "NippleJesus" verliebt sich ein pflichtvergessener Museumswächter in ein pornografisches Jesusbild und dessen Schöpferin, bis der Eklat da ist.
Short-story-Asse, soweit das Auge reicht: Zadie Smith, derzeit in aller Munde dank ihres Sensationserfolges Zähne zeigen, Irvine Welsh, Helen Fielding, Roddy Doyle, die komplette Oberliga britischer Schreiberlinge überrascht hier als Meister der kleinen literarischen Form. Vergessen Sie Bono, Mr. Hornby. Der garantierte Erfolg Ihrer Kurzgeschichtensammlung dürfte dem Tree-House-Project auch so gewaltig auf die Sprünge helfen. --Ravi Unger
304 pages, Paperback
First published January 1, 2000