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Zu den tragischsten Umständen im Leben des ambitionierten Science Fiction-Autors Dexter Lampkin zählt die Tatsache, dass er mit seinem Erstlingswerk, einem Roman mit dem Titel Die Transformation, zugleich seinen größten Erfolg feierte. Immerhin verdankt er diesem Roman eine treue Fangemeinde, von deren Verehrung er sich hin und wieder umschmeicheln lässt. Um sich jedoch über Wasser zu halten, ist Dexter schon seit langem gezwungen, auch den abwegigsten Auftrag anzunehmen.
Eines Tages tritt der etwas zwielichtige Agent Texas Jimmy Balaban an Dexter heran und bittet ihn, das Konzept für eine Fernsehshow zu entwerfen. Im Mittelpunkt der Show steht der Komiker Ralf, der behauptet, aus der Zukunft zu stammen und die rückständigen Affenmenschen des 21. Jahrhunderts zur Zielscheibe für seinen beißenden Spott macht. Dexter ist von Ralfs Darbietung begeistert und lässt sich engagieren, um dessen Repertoire an Witzen zu erweitern. Mitunter spielt Ralf seine Rolle jedoch so überzeugend, dass Dexter sich bald fragt, ob sie nicht doch einen Funken Wahrheit enthalten könnte.
Spinrads Roman im Roman entfaltet sich über eine Vielzahl von Handlungssträngen, die er auf geschickte Weise miteinander verknüpft. Seinen besonderen Reiz gewinnt Die Transformation dabei aus zahlreichen ironischen (Selbst-)Bezügen, die durch Spinrads langjährige Erfahrung in der Science Fiction-Szene zu einer ganz persönlichen Abrechnung mit dem Genre werden. Auf den über tausend Seiten des Romans findet sich allerdings doch die eine oder andere Länge, die das Lesevergnügen ein wenig schmälert. Das ändert jedoch nichts an der Wirksamkeit von Spinrads überaus treffsicherer Satire auf die moderne Medienzivilisation und ihre Gurus. --Sara Schade
Paperback
First published January 28, 2003