Auf zu Teil 3
INHALT
Dieses Mal sucht Marcus nach seinem, und Francis‘ Vater*, Ackermann sr., der Familien entführt, und deren Angehörige in einer Art sozialen Experiment dazu zwingt unschuldige zu töten. Tun sie was er verlangt, lässt er die Opfer frei. Zudem erfahren wir hier mehr über die Familiengeschichte der Männer aus dem Hause Ackerman.
ALLGEMEINES
Wie immer gibt es reicht kurze Kapitel aus der Sicht mehrer Personen. Darunter befinden sich diesmal Francis, sein Vater, Marcus und ein Monster ohne Gefühe. Das Buch ist in 3 Teile gegliedert, wobei es nach dem ersten einen Zeitsprung von 6 Monaten gibt. Auch muss man klar sagen, dass Marcus nur der Protagonist des ersten und dritten Teiles is, im zweiten übernimmt sein Bruder die (literarische) Führung.
Vom Psychologischen und Medizinischen Standpunkt erschient mir das Buch, aus der Perspektive eines Laien, auch sehr gut recherchiert. Würde mich interessieren, inwiefern Ackerman sr.s Experimente tatsächlich so geendet hätten.
SCHREIBSTIL ua
Ich habe noch einmal in den ersten Band reingelesen und freue mich sehr, wie flüssig dieser hier sich im Vergleich liest.
Auch möchte ich anmerken, dass ich, wie immer, Titel und Cover liebe, aber hier tatsächlich den englischen Titel bevorzugt hätte (Father of Fear). Ich bin mir auch sicher, dass sich Verlag und Übersetzen geärgert haben „Ich bin die Angst“ bereits für das letzte Buch verwendet zu haben, da es meiner Meinung nach hier noch besser passen würde.
CHARAKTERE
Marcus hat sich eigentlich im Vergleich zum letzten Buch kaum verändert, und es ist schön zu sehen, dass er diesmal so konstant geblieben ist. Was mich überrascht hat, ist allerdings, dass er Francis so schnell als Familie akzeptiert und von „ich bring dich um wenn ich kann“ zu „aber er is halt mein Bruder“ gewechselt ist. Maggie spricht das auch im Buch an, was es tatsächlich gut in die Geschichte einfügt, und nicht so unglabwürdig erscheinen lässt, wie zunächst gedacht. Was mich an Marcus allerdings stört, ist sein Verlangen alles und jeden retten zu müssen. Auch denke ich, dass er am Ende des Buches eine größere Wandlung durchgemacht hätte haben sollen.
Ich LIEBE Francis (jr.). Gut, ich weiß das sollte ich nicht, aber ich habe mich so gefreut, dass endlich mal genug Kapitel aus seiner Sicht erzählt waren. Insgesamt macht Francis meiner Meinung nach seit Buch eins die konstanteste und am besten ausgearbeitetste Wandlung durch. Und es ist einfach herrlich seine Reaktionen und Gespräche zu lesen. Ist es sehr schlimm, dass ich es schade finde, dass er sich an sein Versprechen hält niemanden mehr zu töten? (Anmerkung: Das gilt bis etwa Seite 400: die Wandlung ganz am Ende war weder logisch, noch nötig oder auch nur irgendwie mit dem Charakter vereinbar)
Ackerman sr. Halte ich hingegen einfach nur für abgedreht und böse. Es ist interessant zu vergleichen, wie er und sein Sohn eigentlich beide abartige Mörder sind, man den einen als Leser aber mag, den andern aber einfach nicht ausstehen kann. Liegt vielleicht auch daran, dass er keine Rücksicht auf seine Kinder nimmt, und die sogar noch mehr quält als alle anderen.
MEINUNG
Dieses Buch ist bisher das, was mir aus der Reihe am Besten gefallen hat. (Zugegebenermaßen lag das an Francis). Es hat viele Fragen und Hitergrundgeschichten beantwortet und erzählt, und endlich das Versprechen des ersten Bandes (eine Geschichte von und über Francis) wahrgemacht. Gut ich bin ein wenig fixiert hier, merk ich selbst.
Von der Geschichte her fand ich es auch besser als die anderen, weil es weder so abgedreht war, die der erste, noch vorhersehbar, wie der zweite für mich. Die Figur des Vaters war sehr gut durchdacht und gut in die Geschichte eingefügt und hatte, im Gegensatz zu anderen Krimis/Thrillern, tatsächlich etwas von einem übermächtigen Gegner.
Trotzdem ein paar kleine Kritikpunkte: Ich finde Marcus hat seinem Vater gegenüber zu Beginn einen großen Fehler gemacht (man hat das kommen sehen) und sich selbst in eine beschissene Situation gebracht. Außerdem finde ich es nicht gut, dass Marcus Francis mit Frank anspricht. Neben meiner persönlichen Abneigung gegen den (Spitz)namen, ist es rein taktisch nicht sinnvoll, das im ersten Kapitel, in dem über ihn geredet wird, und die Geschichte rekapituliert wird zu machen. Ich dachte echt Autor und Übersetzer wären zu blöd um den Namen des Charakters zu kennen (hat sich dann um S400 erklärt).
ENDE
Und ich tue einfach so, als wären die letzten Seiten nie passiert. Sonst müsste ich hier massiv abziehen. Meiner Meinung nach hat Ethan Cross mit dem letzten Kapitel das beste Konzept, von dem ich seit langem gelesen habe über den Haufen geworfen und eine vielversprechende Idee in die langweilige Mittelmäßigkeit gestoßen. SO! Und ich lese nur weiter weil ich damit unzufrieden bin und mir beweisen muss, dass dem nicht so ist.
*wenn jemand den Genetiv von Francis kennt: bitte! Meine Vorschläge sind Francis/Franciss/Francis’ und Francis’s. Schaut alles komisch aus.