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Nachmittage

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Ferdinand von Schirach erzählt von milden Frühsommermorgen, verregneten Nachmittagen und schwarzen Nächten. Seine Geschichten spielen in Berlin, Pamplona, Oslo, Tokio, Zürich, New York, Marrakesch, Taipeh und Wien. Es sind kurze Geschichten über die Dinge, die unser Leben verändern, über Zufälle, falsche Entscheidungen und die Flüchtigkeit des Glücks. Schirach erzählt von der Einsamkeit der Menschen, von der Kunst, der Literatur, dem Film und immer auch von der Liebe.

175 pages, Paperback

First published January 1, 2022

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3727 people want to read

About the author

Ferdinand von Schirach

63 books2,033 followers
Ferdinand von Schirach (born 1964 in Munich) is a German lawyer and writer. He published his first short stories at the age of forty-five. Shortly thereafter he became one of Germany's most successful authors. His books, which have been translated into more than 35 languages, have sold millions of copies worldwide and have made him an internationally celebrated star of German literature.

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Community Reviews

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1,428 (19%)
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266 (3%)
1 star
54 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 477 reviews
Profile Image for Steffi.
1,123 reviews273 followers
August 27, 2022
Ich habe dieses Buch, wie alle Bücher von Schirach, gerne gelesen. Natürlich fällt auf, dass der Erzähler und die meisten anderen Figuren in einem ganz anderen Milieu zuhause sind und die Beschreibungen der Luxushotels, in der so manche Begegnung stattfindet, sind mir fremd (ich schreibe das, weil in der SZ gerade eine entsprechend wenig freundliche Besprechung mit dem Untertitel „Lieber im Luxushotel weinen als im Armenhaus“ erschien). Das finde ich aber alles unwichtig, jedes Milieu soll literarisch betrachtet werden und es muss dann auch nicht immer eine soziologische Einordnung erfolgen (das ist nicht Zweck von Literatur, muss es zumindest nicht sein).

Etwas ärgerlich ist das mangelhafte Korrektorat. Von Schirach ist sicher einer der auflagenstärksten Autoren des Luchterhand-Verlags, aber schon auf Seite 18 eine komplett falsche Silbentrennung und im Folgenden auch mal die ein oder andere Präposition oder ähnliches zu viel oder zu wenig.

Trotz des insgesamt guten Eindrucks reicht „Nachmittage“ nicht an Kaffee und Zigaretten heran. Lesenswert ist es trotzdem für jeden, der diese unaufgeregte, Ruhe ausstrahlende Melancholie zu schätzen weiß.
Profile Image for Ellinor.
764 reviews363 followers
October 20, 2022
Es gibt Bücher, bei denen man sich wünscht, man hätte sie langsamer gelesen. Nachmittage ist eines davon. Ich habe es an lediglich zwei Tagen in der S-Bahn gelesen. Von der ersten Seite an war ich völlig fasziniert von den Erzählungen - sowohl inhaltlich als auch stilistisch.
Ferdinand von Schirach hat ein unglaubliches Talent zu erzählen. Es ist völlig faszinierend, welche Geschichten ihm die Menschen erzählen. Natürlich kommt er aufgrund seines Berufs und seiner Herkunft teilweise in Kreise, in denen ein Normalsterblicher nicht verkehrt. Doch er trifft auch Personen, die jeder von uns auch kennenlernen könnte.
Nachmittage ist eine Mischung aus Gesprächen, kurzen Anekdoten und Einwürfen zu den unterschiedlichsten Themen. Gerade die kurzen Passagen, die oftmals von bekannten Schriftstellern, Malern, Schauspielern etc handeln, erinnerten mich stilistisch teilweise an Florian Illies, dessen Bücher ich sehr schätze.
Besonders schockiert hat mich die Erzählung der Malerin, nach der ich erst einmal gründlich durchatmen musste.
Nachmittage war - unglaublich, aber wahr - mein erstes Buch von Ferdinand von Schirach. In meinem Regal stehen aber bereits drei weitere, sicher nicht mehr lange ungelesen.
Profile Image for John Hatley.
1,383 reviews236 followers
October 7, 2022
Ferdinand von Schirach demonstrates here again with expertise how flexible an author he is. The 26 short chapters each tells a story of loneliness. In life as in death, we are all alone. But in the end, it is this loneliness that we all have in common.
Profile Image for Alexander Carmele.
482 reviews456 followers
September 24, 2022
Stilübungen im Ungefähren – vom Nachahmen, Fernwünschen und Erhabenfühlen
Ausführlicher und vielleicht begründeter auf: https://kommunikativeslesen.com/2022/...

Wer die vermeintlich gute alte Welt schätzt, Männer mit sündhaft teuren, handgefertigten Manufaktur-Armbanduhren, die sich 40 Jahre alten Whiskey, in spanischen Sherry-Fässern gereift und in viereckigen Gläsern on the rocks serviert, bringen lassen, die in Frack, mit weißen Handschuhen und Goldmanschettenknöpfen Damen die Tür öffnen und ihren Mantel auf die Schultern der vor Kälte schlotternde rehäugigen Frau legen, findet in Ferdinand von Schirachs Erzählband „Nachmittage“ eine Nische zum Wohlfühlen:

„Der Mann, der dieses Haus vor 480 Jahren gebaut hatte, stammte aus den »case vecchie«, den alteingesessenen Häusern Venedigs, wurde wohlhabend durch den Handel mit Afrika und ließ hier einen Sommersitz für seine Familie und sich errichten. Dann starb seine Frau, und er betrat nie wieder dieses Haus. Ich stelle mir vor, wie er auf den Steinstufen saß, auf denen ich jetzt sitze, wie er die gleiche Landschaft sah und den gleichen Fluss hörte.“

Schirachs Erzählungen, sechsundzwanzig an der Zahl, pendeln zwischen Melancholie, Sentimentalität, zwischen Tragik und Komik hin und her und entscheiden sich jedes Mal fürs souverän Nostalgische. So richtig als Teil von dieser Welt empfindet sich der Erzähler der kurzen Episoden nämlich nicht mehr. Weise und tiefenentspannt lehnt er sich zurück, berichtet von den tragischen Erlebnissen der anderen, von kurzen, kleinen Episoden aus deren Leben, mit denen der Erzähler sonst nicht viel zu tun hat und offensichtlich nichts zu tun haben will. Er berichtet über sie mit demonstrativer Nonchalance, gutmütig und verständnisvoll, denn alles Menschliche ist ja fehlbar und verwerflich, sobald die Welt erhaben aus der Ferne betrachtet wird:

„Wir stehen nackt in dieser Welt, die Erde ist ein kaum sichtbarer blassblauer Punkt im All, die Natur ist kalt und feindlich. Aber wir sind Menschen, wir teilen diese Einsamkeit, sie ist es, die uns verbindet. »Wir wissen voneinander«, hat sie gesagt.“

Der Erzähler trauert einer verloren gegangenen Liebe in New York hinterher. Er hört von Lügen, von Fehlern, von Morden, von Klischees, Wissenschaftlern, streut Zitate von Jean-Paul Sartre, Niels Bohr und Thomas Mann zwischen die Kapitel und beweist auf Schritt und Tritt, dass er ein Mann von Welt ist. Zwischen Tokyo und „Lost in Translation“ und Sizilien mit Giuseppe Tomasi di Lampedusas „Der Leopard“, zwischen Paris und London, New York und Berlin sucht der Erzähler seine Heimat und kann sie doch nicht finden. Die Welt hat ihren Zauber verloren:

„Was hat sich seit damals verändert? Die Geheimnisse sind verschwunden, es gibt kein Mysterium mehr, keine Rätsel. Die frühen Griechen glaubten, die Seelen der Toten würden über den Fluss Styx gefahren. Man legte den Toten eine Münze unter die Zunge, um Charon, den Fährmann zum Totenreich, damit zu bezahlen. Solche Mythen lassen sich heute nicht mehr erzählen.“

Die Trauer, nicht mehr Teil einer besseren Vergangenheit zu sein, begleitet das Buch „Nachmittage“ von Ferdinand von Schirach. Die Geschichten handeln alle von Schuld und Sühne. Alle sind irgendwie Opfer und Täter, und so richtig wohl ist keinem dabei. Schirach weiß sich damit zu behelfen, dass er jedem Kapitel eine wohlgeplante Pointe gibt. Sie lesen sich manchmal wie in die Länge gezogene Herrenwitze, die kalkuliert und spitz formuliert Belesenheit und Bildung unter Beweis stellen. Wer Ephraim Kishon mag, nur hier mit dunkler, derber Note, wer Uwe Tellkamp mag, nur weniger verzweifelt und sendungsbewusst, wer also ein Buch benötigt, um die Welt mal richtig hinter sich lassen und sich über sie erhaben fühlen zu können, wird mit „Nachmittage“ sehr glücklich werden. Dem Rest empfehle ich Mariana Leky „Kummer aller Art“ oder irgendein Buch von Irvin D. Yalom, der weniger souverän, aber mitfühlender über das Leiden der anderen schreibt.
Profile Image for Mirjam.
32 reviews2 followers
December 13, 2022
Nicht ausnahmslos überzeugend; häufig sind die Geschichten relativ belanglos und wirken dahingeklatscht. Einzelne vermögen dennoch zu packen. In allen Kurzgeschichten drückt die Melancholie und Einsamkeit eines bald 60- jährigen Mannes durch, der es nötig hat, immer wieder seine gute Herkunft und sein breites Wissen durchschimmern zu lassen.
Wohl nicht sein bestes Buch.
Profile Image for Emely Zoe.
200 reviews18 followers
December 23, 2025
26 Erzählungen, mal kürzer mal länger. Am Anfang des Kapitels wirkt jede einzelne Erzählung erstmal belanglos und vielleicht auf den ersten Blick banal. Von Schirach baut das ganze dann aber so wirkungsvoll und packend auf, dass die meisten Kurzgeschichten den Leser am Ende zum staunen oder erschüttern bringen.

Es ist leider nicht sein Bestes Buch, denn ein paar Kapitel haben sich eher wie Lückenfüller gelesen. Den Großteil habe ich aber wirklich gerne gelesen.

Profile Image for Patricia.
334 reviews58 followers
September 1, 2022
Das war für mich definitiv der beste Erzählband von Ferdinand von Schirach. Viele der Geschichten sind so unfassbar gut, man will das Buch gar nicht aus der Hand legen. Oft ändert der letzte Satz alles und man ist als Leserin nur noch verblüfft, wie toll der Autor erzählen kann.
Profile Image for zeilenvollerwunder.
125 reviews21 followers
March 1, 2024
Mein erster Schirach! (ansonsten kenne ich nur - shame on me seine Verfilmungen)
.. manche der Kurzgeschichten konnten mich zum Nachdenken anregen und mit manchen konnte ich einfach nichts anfangen. Bei manchen hätte ich sogar gerne noch mehr gelesen. Denn die einzelnen Kurzgeschichten haben unterschiedliche Längen. Manchmal geht eine Geschichte vier, fünf Seiten lang oder länger und manchmal nur eine oder sogar eine halbe. Man verschlingt die 176 Seiten aber ziemlich schnell, vor allem wenn man sich selber nicht stoppt, damit das Buch nicht so schnell beendet ist.

Geschichte Nummer Acht hat mir tatsächlich am Besten gefallen. Dicht gefolgt von Nummer 18 und Nummer Eins. Denn Geschichte Nummer Eins hat mich beim Reinlesen in der Buchhandlung neugierig auf Mehr gemacht.

Im Ganzen: leichte, melancholische Geschichten, die zum Nachdenken anregen.
Profile Image for amsel.
399 reviews8 followers
September 14, 2023
Geschichten von reichen, weißen Menschen, aber dennoch nette Gedankengänge dabei und Dinge, die zum Weiternachdenken anregen.
Profile Image for Петко Ристић.
170 reviews13 followers
November 1, 2022
Als ich meiner Schwäche nachgab, wohl ahnend, was mich erwartete, hätte ich von meinem Bekannten, der mir dieses Buch lieh und mich zwang es zu lesen, am liebsten Geld als Entschädigung im Vorraus verlangt. Dieser war, da er mich kaum kennt, davon überzeugt dass dieses Buch mir gefallen würde, da es ihm, der wenig ließt und noch weniger nachdenkt viel zum nachdenken gab. "Ließ doch einmal nur etwas zeitgenössisches, du wirst sehen, da steckt mehr drin als du glaubst." Wohlan also ich Unzeitgemäßer.
Nach endloser Diskussion über den aktuellen Zustand der modernen Literatur in der er zwar Charakter genug hatte zuzugeben dass er unterlag, aber stur auf gerade dieses Werk pochte, willigte ich ein, dieses kleine Büchlein in 24 Stunden zu lesen und heute wiederzugeben, da er meinte man dürfe zwischen den Erzählungen nicht viel Zeit verstreichen lassen, weil sonst das Gesamtgefühl "futsch" sei.
Ich begab mich also tapfer und frohen Mutes, ohne Erwartungen, in die Welt dieses Herrn Schirach. Wen zum Henker interessiert denn diese kleine Erzählung, wird sich jedes vernunftbegabte Wesen mit Recht fragen. Sie sagt doch gar nichts über dieses Buch und seinen Inhalt aus. Stimmt, tut sie nicht, zumindest auf den ersten Blick.

Und genau so, fragte ich mich, während ich mich gestern durch dieses Buch bis zum Schluss quälte, wen und vorallem weswegen denn diese simplen, alltäglichen, trivialen, sterbenslangweiligen Erzählungen vom Herrn Schirach eigentlich irgendjemanden interessieren dürften? Will dieser Geschäftsmann und Jurist aus wohlhabender Familie mir etwa zeigen, wie allein oder einsam man doch eigentlich in dieser Welt ist? Sag bloß Sherlock!
Oder will er viel mehr seine moralischen Vorurteile mit, für einen weltreisenden Geschäftsmann alltäglichen, Geschichten unterstreichen, die er erlebt oder erfunden hat? Warum auch nicht, warum soll man denn nicht das tun, was alle anderen auch tun und zur Nächstenliebe, gar Menschenliebe, mahnen!?
Oder will er mit seinen netten, wenig schmeichelnden Anekdoten über Thomas Mann oder Fitzgerald sein Wissen kund tun?
Der liebe Herr Schirach leidet doch auch. So ist er gleich ziemlich zu Anfang schon seit 24 Stunden auf den Beinen, weil der große Schriftsteller ach so viele Interviews und Auftritte hinter sich hatte. Er war sogar in Taiwan und wurde über die dortigen Sitten und diversen Träumereien, durch die man eine gute Moral zur menschlichen Verbundenheit erzählen kann, aufgeklärt. Er ist gezwungen in ein Restaurant Kaffee und Wasser zu bestellen, trifft auf eine sehr nette, reiche Amerikanerin, die ihn über die schlimmen Arbeitsbedingungen in Japan aufklärt. Nein! Doof nur, dass ich all das worüber sie redeten schon vorher gewusst habe. Allmächtiger Herr, worauf will dieser Mitläufer hinaus? Will etwa er mir das wahre Leben zeigen, er, dessen offenbar schlimmste Erfahrung die war, sich als ein Enkel eines Nazis wissen zu müssen? Er, der aus einer gutbürgerlichen Familie kommt, im Leben wahrscheinlich nie materielle Sorgen hatte, die Welt als neues Literaturwunder bereist, nie die schlimmsten Abgründe der Menschen erlebt hat, wie etwa die als Jugendlicher von einem Mitschüler mit einem Messer angegriffen zu werden? Aber nicht doch, wir wollen nicht boshaft sein.

Ungefähr so geht es in einer Tour das ganze Büchlein hindurch, eine Erzählung nach der anderen, so schlicht, so alltäglich geschrieben, dass es perfekt zur heutigen Zeit passt: es liest sich schnell und flüßig, so wie es eben Spass machen soll, denn wehe wenn man die Konzentrationsfähigkeiten der heutigen Durchschnittsmenschen, die laut einigen Wissenschaftlern mittlerweile der einer Fliege gleichen, überstrapaziert.

Ich versuchte krampfhaft gerecht zu sein, aus diesen Geschichten etwas Inhalt, etwas lehrreiches abzuleiten und versagte größtenteils. Das sich so etwas aber so gut verkauft ist soziologisch und psychologisch gesehen sehr lehrreich. Ich habe jetzt auch kein tiefgründiges, philosophisches, psychologisch-genaues Werk erwartet, aber so viel Banalität und Langeweile auch wieder nicht. Vielleicht bin ich zu kopflastig, aber ich erwarte vom Lesen schon etwas mehr, als simple Unterhaltung. Wenn ich meinen Geist abstumpfen will, schalte ich den Fernseher oder Netflix ein. Herr Schirach weiß nichts zu erzählen, was man nicht schon vorher wusste und seine Begegnungen weisen lediglich auf seine Herdentiermentalität, seine lächerlichen Moralvorstellungen und den zeitgenössischen, erbärmlichen Verkehr unter den Durchschnittsmenschen.
"Allerwelts-Bücher sind immer übelriechende Bücher: der Kleine-Leute-Geruch klebt daran" hätte wohl Nietzsche gesagt.

Ich werde dieses Buch meinem Bekannten mit den schlimmsten Empfehlungen zurück geben, mir danach einen Kaffee bestellen, eine Zigarre rauchen, mich von meinen Mitmenschen deswegen anglotzen lassen und über den Zweck des Lebens nachdenken. Wie? Eine lächerliche Vorstellung? Ihr habt Recht. Denn es gibt keinen Zweck des Lebens, wir waren dumm genug überall einen Zweck zu sehen.
Profile Image for Wulf Krueger.
519 reviews129 followers
October 9, 2022
»Nur stimmte es nicht, wir müssen immer bezahlen. Jede unserer Handlungen beruht auf längst schon getroffenen Entscheidungen, wir entkommen uns nicht, ganz gleich, was wir tun.«


“Was für ein Glück, es ist ein Schirach!”, dachte ich, als ich "Nachmittage" zufrieden zu Ende gelesen hatte. Es kommt allerdings leider weder qualitativ noch quantitativ ganz an seinen großartigen Vorgänger “Kaffee und Zigaretten” heran, aber es sind wieder sehr interessante Geschichten dabei und es ist wiederum ein sehr persönliches Buch, daß Ferdinand von Schirach abgeliefert hat.

Er erzählt ruhig, in seinem typischen lakonischen Stil, von (seinen) Erlebnissen mit den verschiedensten Menschen in unterschiedlichsten Situationen.

Es ist ein bißchen, als habe Ferdinand von Schirach es sich in einem Sessel bequem gemacht und erzähle seinen Lesern nun (mehr oder minder wahre) Anekdoten aus seinem Leben. Allein bei zwei Geschichten (Allison und Mero) habe ich mich gefragt, ob das nun wirklich an ihm war, sie zu erzählen…

Kaffee und Zigaretten” konnte ich voll tiefster Überzeugung fünf Sterne verleihen; bei “Nachmittage” muß ich daher folgerichtig bei vier von fünf Sternen bleiben.

Wer mehr über Schirach erfahren möchte, lese eher "Kaffee und Zigaretten"; wer mehr aus Schirachs Tätigkeit als Anwalt wissen möchte, dem sei "Verbrechen" sehr empfohlen und wer das ganze Können dieses Menschen in Romanform kennenlernen möchte, der lese "Der Fall Collini".


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Ceterum censeo Putin esse delendam
5 reviews
December 26, 2022
Anekdoten aus dem lethargischen Leben eines Altreichen, der andere lethargische, altreiche, Bekannte beobachtet, die aufgeblasene Trivialitäten von sich geben, um sich vom Rest der Bevölkerung abzugrenzen.
Profile Image for Saaarushka.
4 reviews
January 25, 2023
Mal wieder verschlungen. Mal wieder ein Grund mehr, warum Ferdinand von Schirach mein Lieblingsautor ist - auch wenn es keinen weiteren Beweis gebraucht hätte.
Am Ende jeder Erzählung starre ich auf den immer wieder perfekten letzten Satz und er lässt mich fassungslos zurück.
Die Kunst des Weglassens und die unaufgeregte, ruhige Melancholie treffen mich jedes Mal mit voller Wucht. Lesen!
Profile Image for ophelia.
33 reviews
December 29, 2023
“Wir stehen nackt in dieser Welt, die Erde ist ein kaum sichtbarer blassblauer Punkt im All, die Natur ist kalt und feindlich. Aber wir sind Menschen, wir teilen diese Einsamkeit, sie ist es, die uns verbindet.” So unglaublich schön, wie immer.
Profile Image for mari_liest.
317 reviews
October 8, 2022
„Jeder Mensch, sagte der Alte, sei von seiner Geburt an durch einen solchen Faden mit einem anderen Menschen verbunden, ganz gleich, wie weit die beiden voneinander entfernt lebten“. (S. 9)

Dies ist mein erster gelesener Schirach. Gekaufte Schirache habe ich einige … warum habe ich sie bisher nicht gelesen? Sie berühren nämlich sehr.

Schirach hat hier einen Band mit 26 Erzählungen geschrieben; manche Kapitel länger, manche nur eine halbe Seite. Manche berühren in ihrer Länge mehr, manche rumsen in ihrer Kürze genauso ins Herz oder in den Kopf.

Wir lesen von alltäglichen Themen wie Liebe, Rache, Tod, Religion, verregneten Nachmittagen, dunklen Nächten, anderen Städten, fremden Menschen … wir reisen mit nach Wien, Taipeh, Oslo, Tokio, New York, Berlin, Marrakesch. Nicht alle Stories haben mich gleich erreicht, dennoch fand ich faszinierend, was uns Menschen allen passieren kann, in alltäglichen Begegnungen mit Fremden, wenn sich die Situation ergibt und sich darauf eingelassen wird. Die Lektüre hat mich gut unterhalten und ich finde es spannend, dass es oftmals Bücher mit unzähligen Seiten gibt, die nicht auf den Punkt kommen … und dann gibt es Bücher wie diese. Die auf wenigen Seiten eine große Essenz bieten, Freude machen, Lächeln herzaubern, oder Tränchen. Je nachdem, wie man sich darauf einlässt.

Ein abwechslungsreiches Buch, ohne Stereotypisierung. Eine einfache Geschichte, wo es nicht möglich ist eine „innere Bewertung“ durchzuführen, da man die Erzählenden nicht kennt. Ein sehr spannender Zugang, wie ich finde, und ein geniales stilistisches Mittel.

Goethe schrieb: „Der Mensch ist zu einer beschränkten Lage geboren; einfache, nahe, bestimmte Zwecke vermag er einzusehen … sobald er aber ins Weite kommt, weiß er weder, was er will, noch was er soll.“ (S. 55)

Gerne gelesen und eine Leseempfehlung!
Profile Image for Laurens.
9 reviews
December 15, 2022
So ein wenig wie die Sitze im Freibad wo das Wasser aufgewirbelt wird und man als Kind einen Heidenspaß mit hatte. Ganz nett, aber danach ist man genau so nass wie als hätte man im stilen Wasser gestanden.

Super geschrieben. Macht einfach Spaß zu lesen, aber wenn man dann irgendwann fertig ist fragt man sich warum eigentlich.
Profile Image for emma.
13 reviews1 follower
September 6, 2022
niemand schreibt so wortgewandt & gleichzeitig simpel & poetisch wie schirach, 22€ immer wieder für ihn
Profile Image for Charlie.
772 reviews25 followers
September 1, 2024
4 STERNE

CW: Tod, Mord, Alkoholismus, Selbstmord, Vergewaltigung, Drogen

Nachmittage ist thematisch sehr nah an Kaffee und Zigaretten und es hat mir gut gefallen, aber ganz so überwältigt wie von letzterem war ich nicht. Wieder verbindet von Schirach hier autobiographische Erzählungen mit Beobachtungen und Gedanken über Literatur, Kunst und Musik. Und wieder ist der Mensch im Vordergrund.

Ich bin ein bisschen überrascht von mir selbst, weil ich eigentlich davon ausgegangen war, kein großes Interesse an Romanen oder dergleichen zu haben... Nun ja, ich muss dann wohl doch zugeben, dass meine Liste an literarischen Werken, die ich einmal lesen muss, nach der Lektüre dieses Buches mal wieder deutlich gewachsen ist. Außerdem finde ich die Bücher von Ferdinand von Schirach sehr bewegend und inspirierend. Am liebsten würde ich mich gleich in den nächsten Zug nach Paris setzen, in ein Café gehen und ein ganzes Notizbuch vollschreiben. Und vielleicht ist das wirklich der ausschlaggebende Impuls, dass ich mich endlich mal um eine Schreibroutine bemühe.

Wem Kaffee und Zigaretten gefallen hat, der*m wird auch dieses Buch gefallen. Hier gibt es ein paar weniger allgemeine Observationen, meiner Meinung nach, es ist etwas persönlicher oder sagen wir mit etwas mehr persönlichem Bezug geschrieben. Einmal wurde sogar meine Stadt erwähnt und Orte an denen ich mich fast täglich aufhalte, was mir vorher noch nicht passiert ist, denn die Bücher, die ich lese, spielen meistens woanders.

Übermorgen geht es wieder in die Bibliothek und ich hoffe natürlich, dort ein Buch von Schirachs zu finden, das ich noch nicht gelesen habe. Ansonsten heißt es warten, aber meine Liste ist lang und ich gewinne so langsam wirklich Gefallen an der deutschen Literatur, was sehr lange überhaupt nicht der Fall war.
Profile Image for Jinane.
132 reviews2 followers
February 8, 2024
4.5 ⭐️ — Wie jedes seiner Bücher, war auch „Nachmittage“ ein wirklich gutes Buch, das ich gerne gelesen habe. Die Kurzgeschichten waren sehr interessant, teilweise super bewegend und auf ihre eigene Art und Weise besonders. ✨
Profile Image for Laura.
131 reviews3 followers
January 1, 2023
Das hat mir fast noch ein bisschen besser gefallen als „Kaffee und Zigaretten“.
Profile Image for Elisabeth.
33 reviews
January 2, 2024
Ich wusste erst nicht ganz was ich mit dem Buch angefangen habe und so ganz in seiner Tiefe verstanden habe ich es vermutlich immer noch nicht, aber es ist wunderschön erzählt und und hat mir am Ende um einiges besser gefallen, als erwartet!
570 reviews43 followers
October 25, 2023
oh, i love it. Such a pleasure to read these little stories. It really feels like an interesting conversation on a cozy afternoon.
Well, or more like having the privilege of listening to a very good storyteller. Please don’t stop. Please go on.
Profile Image for Pieternelle.
39 reviews
March 15, 2025
Een aantal aangename kortverhalen. Vrij voorspelbaar wel. Soms iets te filosofisch voor mij.
34 reviews
October 17, 2023
Eine weitere Sammlung von Kurzgeschichten. Mir fehlt der rote Faden, der die Geschichten thematisch aneinander bindet. Ist es eine gewisse Einsamkeit der beschriebenen Personen? Ist es Einsamkeit, Melancholie, Alleinsein? Das reicht für mich nicht aus, um einen abgerundeten Erzählband zu schaffen.
Grundsätzlich ist Herr von Schirach ein guter Erzähler. Oft ist es der letzte Satz, der den Geschichten eine ganz andere Bedeutung gibt.
Die zitierten Sätze berühmter Autor:innen wirken jedoch manchmal eingestreut, um Schirachs Belesenheit zur Schau zu stellen...

Viele der Geschichten ähneln sich meiner Meinung nach. In den Geschichten, in denen es nicht um ihn geht, wird oft von einzelnen Frauen erzählt, denen etwas Negatives widerfahren ist; die einsam sind, aber fast ausschließlich erfolgreich und elegant sind. Ist es dieser Typ Frau, der in den Augen des Autors einsam ist, vielleicht sogar bemitleidenswert?

Seine anderen Erzählbände haben mir besser gefallen. Sie waren oft pointierter.
Profile Image for ttttooo”””’mmmmmm.
113 reviews3 followers
January 6, 2024
3,35 ⭐️ der inhalt der geschichten ist fast ausschließlich das positive an diesem buch, teils schockierend, teils sanft und nachdenklich, beeindrucken öfters mit einem minimalismus, der nichts der geschichte entnimmt; wiederholende motive sind langweilig und undurchdacht (zb: von schirach versteht etwas grundlegendes nicht), sie stehen im gegensatz zu gefühlen die der author vermittelt (zb: überzeugung seines eigenen intellekts); die aperçus und notizen sind hauptsächlich unnötig, trotzdem manchmal schön; der endsatz ist so pseudo-intellektuell es tut fast weh, der kontext ist extremst minimal; es wird trotzdem nicht langweilig, auch wenn der stil unbeeindruckend ist und die teile manchmal nicht besonders nötig sind
Profile Image for Peter.
87 reviews
October 26, 2023
Wie der Titel: nette Nachmittagslektüre, aber nichts, was man lesen muss. Bei den 3 oder 4 längeren Geschichten in typischer Schirach-Manier mit überraschenden Wendungen oder "Erklärungen" in gewohnt lapidarer Schreibweise. Dazwischen ( für mich) belanglose Schnipsel, oft ohne jeden Bezug.
Profile Image for ➸ Gwen de Sade.
1,226 reviews112 followers
March 27, 2023
Ferdinand von Schirach ist ein richtig guter Erzähler, no doubt.
Stellenweise wünsche ich mir jedoch, er würde mit dem Einfluss den er hat andere Dinge schreiben (im Stil von "Verbrechen", "Schuld" oder "Gott") aber im Endeffekt darf der Herr natürlich schreiben was er möchte.

Ähnlich wie bei "Kaffee und Zigaretten" eine Ansammlung an autobiografischen Anekdoten. Einige fand ich großartig, mit anderen konnte ich wenig anfangen.
Displaying 1 - 30 of 477 reviews

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