Seit sie denken kann, ist Lucinda Moreira auf der Flucht vor Joaquín de Alvaro, denn sie ist eine „Blutbraut", und nur sie kann den mächtigen Magier davor bewahren, zum grausamen Nosferatu zu werden. Dazu müsste sie ihm jedoch ihr Blut geben und sich auf ewig an den Mann binden, der für sie die Verkörperung alles Bösen zu sein scheint.
Und dann tritt genau das ein, wovor sie sich fürchtet: Gerade als Lucinda sich erstmals verliebt hat, und zwar in den charmanten Cris, wird sie entführt und auf das Anwesen Joaquíns gebracht. Lucinda ist in eine Falle gelaufen, denn Cris ist kein anderer als Joaquín de Alvaros Bruder, und auch er sucht eine Blutbraut …
Doch die beiden Brüder sind nicht die einzigen. Auch andere Mitglieder ihres Konsortiums begehren Lucindas Blut. Als Lucinda in die Gewalt eines von ihnen gerät und Joaquín sie unter Einsatz seines Lebens befreit, beginnt Lucinda sich zu fragen, welches die wahren Motive seines Handelns sind …
Lynn Raven lebte in Neuengland, USA, ehe es sie für einige Jahre nach Deutschland verschlug. Zurzeit wechselt sie zwischen beiden Ländern hin und her. Als Autorin ist sie in der Urban und High Fantasy gleichermaßen zu Hause und ebenfalls unter dem Namen Alex Morrin erfolgreich. Besonders bekannt sind aber ihre sowohl bei Jugendlichen wie Erwachsenen beliebten All-Age-Romane "Der Kuss des Dämons", "Das Herz des Dämons" und "Das Blut des Dämons".
Lucinda Moreira stammt aus einer alten Familie, die bereits seit Generationen Blutbräute hervorbringt. So ist es nicht verwunderlich, dass sie schon als Kind Joaquín de Alvaro versprochen wird, einem mächtigen Magier, der ihr Blut braucht, um nicht zu einem Untoten zu werden - zum Nosferatu. Doch Lucinda hat andere Pläne. Statt sich auf ihre Aufgabe vorzubereiten befindet sie sich sein Jahren auf der Flucht, denn sie hat nicht vor, de Alvaro zu dienen. Als sie sich in den gut aussehenden Cris verliebt bleibt sie länger als üblich an einem Ort, was sich als Fehler herausstellt. Ihr Blut ist begehrt, nicht nur für Joaquín ' auch andere Mitglieder ihres Konsortiums sind hinter ihr her. So gerät sie in eine Falle, und erfährt auf diesem Weg, dass Cris niemand anderes als Joaquíns Bruder ist, der ebenfalls eine Blutbraut sucht.
Ich muss sagen, dass ich mich sehr auf dieses Buch gefreut habe, denn die Idee der Blutbraut fand ich richtig klasse. Wer das Genre ein bisschen kennt wird früher oder später nicht umhinkommen festzustellen, dass sich irgendwann alles mehr oder weniger wiederholt, was ich schade finde. Bei der "Blutbraut" hat mich der Klappentext sofort neugierig gemacht, entsprechend motiviert bin ich an den Roman herangegangen. Spätestens nach der Hälfte musste ich jedoch feststellen, dass diese Geschichte vor Klischees nur so tropft. Lucinda ist das klassische Opfer, dem Schlimmes widerfahren ist und Schlimmeres bevorsteht. Statt sich zu wehren flieht sie immer wieder, ohne sich mit ihrem Gegner auseinanderzusetzen um auf diese Weise etwas über seine Schwächen herauszufinden. Sie geht ganz in ihrer Opferrolle auf - entsprechend übermächtig wird der Feind, vor dem es scheinbar kein Entkommen gibt. Im Verlauf der Geschichte entpuppt sich Lucinda zudem als ziemlich nutzlos, denn außer ihrem Blut hat sie irgendwie nichts zu bieten. Passenderweise ist sie schön und begehrenswert, aber wir leben im 21. Jahrhundert, und da haben Frauen mittlerweile andere Sachen zu bieten als ein schönes Gesicht, also wo ist da der Witz?
Joaquín de Alvaro dagegen ist ein mustergültiger Tortured Hero. Eine gequälte Seele, die niemals Frieden finden wird, solange er seine Lucinda nicht haben kann. Und da sie ihn nicht will tritt er, ganz Gentlemen, zurück und leidet still vor sich hin. Und leiden kann er wirklich gut - über hunderte von Seiten - mal allein, mal zusammen mit Lucinda. Das Ganze fand ich derart übertrieben, dass es auf mich irgendwann unfreiwillig komisch wirkte. Dazu kamen die für meinen Geschmack überzeichneten Feinde, die bösen Mitglieder des Konsortiums. Hier wird nicht differenziert: Schwarz oder weiß - Grauzonen sucht man vergeblich. Der Feind ist böse und grob, die Guten schön und nett. Finde eigentlich nur ich solche Konstellationen langweilig?
Durch das letzte Drittel habe ich mich furchtbar gequält. Das lag vor allem an der Endlosschleife in Sachen Liebe & Leid. Die Geschichte zog sich mehr und mehr in die Länge, immer wieder schwebt Lucinda in Lebensgefahr. Die ersten beiden Male konnte ich ja noch mitfiebern, aber irgendwann war die Luft raus. Das gleiche gilt für Joaquín de Alvaro. Wie oft kann ein Mensch (fast) sterben? Mich hat es irgendwann nur noch genervt.
Fazit: 300 Seiten weniger hätte die Geschichte schneller auf den Punkt gebracht und wäre meiner Ansicht nach deutlich pointierter gewesen. So wurde die Story für mich im letzten Drittel zu einer Quälerei. 2,5 Sterne für eine Story, deren Grundidee mir super gefallen hat - die Umsetzung leider weniger.
Eine düstere Vampirgeschichte in denen die Vampire nicht wie tausend Diamanten glitzern, wenn sie in der Sonne stehen. Nach Twilight konnte mich keine der ganzen darauffolgenden Vampirgeschichten wirklich begeistern. Bis ich dieses Buch gelesen habe. Es geht um Lucinda, die schon ihr ganzes Leben davor wegläuft was sie wirklich ist: eine Blutbraut. Die Blutbraut von Joaquín de Alvaro. Mehr möchte ich zum Inhalt nicht schreiben ohne zu spoilern. Der Schreibstil von Lynn Raven lässt einen vergessen dass das Buch über 700 Seiten hat. Auch wenn es hier und da ein paar Längen gibt, fliegt man nur so von Kapitel zu Kapitel. Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Vor allem für diejenigen die eine Vampirgeschichte lesen wollen die düster ist und in denen die Vampire keine "Vegetarier" sind :D
Lucinda Moreira ist eine Blutbraut. Mit diesem Wissen hält es sie nie lang an einem Ort: Seit ihrer Flucht aus einer Klinik für psychisch Kranke Menschen hat sie Angst davor, von Joaquín de Alvero gefunden und zu seiner Blutbraut gemacht zu werden. Ausgerechnet Cris, ihr einziger, richtiger Freund, verrät sie allerdings an den de-Alvero-Clan und lässt sie nach Santa Reyada entführen…
Schreib-/Erzählstil:
Lynn Raven hat im Grunde gar keinen Stil. Eher im Gegenteil: Schreckliche Beschreibungen und grausige Umschreibungen jagen sich Seite um Seite. Da fasst sich doch die kleine Lucinda (auch gerne Luz genannt) gerne mal um die Mitte, schlingt ihre Arme um sich, weil sie nicht anders kann. Sie hat immerzu Angst (gut, verständlich, wenn ein blickloser und gieriger Vampir nach ihrem Blut trachtet, der zum anderen aber ein seichter Herzensbrecher ist) und flüchtet stets, nur, um im nächsten Moment nachzugeben. Raven setzt auf kurze, wie sie meint ausdrucksstarke Sätze, die ihre Wirkung aber jedes Mal verfehlen. Liebe Lektoren: Verpasst der Frau mal einen kurzen Craskurs, dann traut sie sich vielleicht, einen Satz durch Kommata etwas länger zu flechten und sich nicht in Punkte zu flüchten.
Meine Meinung:
So. Wir haben hier einen typischen Vampirroman, der sich durch eine ängstliche Sterbliche, einen verzweifelten Vampir, seinen verräterischen Bruder und einem treuen Freund auszeichnet. Natürlich gibt es noch eine schöne Auswahl an Nebencharakteren, die einem wahlweise Gänsehaut oder Geborgenheit vermitteln sollen.
Die Sterbliche ist wunderschön, die letzte ihres Clans und genießt dadurch den Vorteil, nicht gleich getötet zu werden, da ihr Blut durch diesen Umstand noch kostbarer ist.
Der Vampir – Joaquín – ist heimatverbunden, sehr selbstlos, was sein Leben beziehungsweise Überleben angeht und lässt Lucinda die freie Wahl, seine Blutbraut zu werden. Das zieht Raven dann schön über 700 Seiten hinaus in die Länge.
Was passiert denn da überhaupt?, fragt sich der Leser. Es wird viel geredet. Woher kennen wir das denn? Die Masche, die Sterbliche mit Worten einzulullen und sie schön langsam auf die Vampirseite zu ziehen? TWILIGHT. Da wird auch schön geredet, Bella ist wie Lucina Jungfrau – rein, sterblich und schön. Helle Haut. Natürlich. Aber das muss es ja geben, damit es richtig rein wirkt. Es werden so viele Sachverhalte seziert, beinahe schon tot geredet. Ich würde beinahe schon sagen, sie seien untot, da sie doch immer wieder auftauchen.
Richtige Informationen bleiben aber auf der Strecke und müssen wohl mittels Recherchieren nach dem Lesen vom Leser herausgefunden werden: Nosferatu? Was soll das denn nun sein? Muss man das alles wissen, um Raven als aufbauendes Werk auf Grundlagen lesen zu können? Ist es denn zuviel verlangt, bei einer Bibelstelle kurz das Zitat zu nennen? Nein, ich musste den Vers bei Google eingeben, damit ich die Antwort bekam. Vielleicht weiß aber auch jeder, was diese Stelle sagt.
Fazit:
Gähn! Ich brauchte für das Buch eine gefühlte Ewigkeit. Außerdem wirkt die Masche, wie Raven Jouaquíns Charakter darstellt, überholt, langweilig und sehr vorhersehbar. Ich habe den Begeisterung schreienden Rezensionen geglaubt. Jetzt bin ich ein Stück schlauer.
Wahnsinnsbuch. Vor zehn Jahren hätte es wahrscheinlich zum Lieblingsbuch-Status gereicht, jetzt gab es einfach zu viele Dinge, die mir aufgefallen sind, bei denen ich mich weiterentwickelt habe und die ich deswegen nicht ignorieren kann.
Aber das Buch ist - trotz der stattlichen Länge - keine Sekunde langatmig. Alles fügt sich ineinander, die Figuren sind spannend und authentisch erzählt, lediglich zu Lucinda hat mir bis zum Schluss immer noch ein richtiger Draht gefehlt.
Nichtsdestotrotz eine spannende Geschichte, mit interessanten Charakteren und einem ebenso interessanten Setting. Und ein in sich stimmiger Einzelband, fand ich perfekt so. (:
Ha, Wette gewonnen! Zu meinem eigenen Ziel, das Buch heute noch zu beenden, kam gestern noch eine Wette mit meiner Schwester, die gewettet hat, dass ich es nicht schaffe. Und hier bin ich nun... Ich mochte das Buch. Lucinda ist eine starke Charakterin, die sich nicht einfach in ihr Schicksal gefügt hat und das mochte ich. Die Geschichte ist super, mit einer ziemlich frischen Idee, die nicht schon von Dutzenden von anderen Büchern platt getreten wurde, aber teilweise mit Längen. Im Ernst, das Buch IST dick und ich finde, da hätte man locker noch etwas rauskürzen können.
Verlasst euch da bitte nicht allzu stark auf meine Meinung. Das Buch ist ziemlich gut geschrieben, dagegen kann ich nichts sagen, aber ich bin wohl nicht die richtige Zielgruppe. :)
„Blutbraut“ von Lynn Raven ist eine düstere Vampirgeschichte. Die Darstellung der Vampire in diesem Buch hat mir gut gefallen. Sie gleichen sehr viel mehr Dracula als Edward und entsprechend Düster ist das gesamte Setting. Lucinda ist eine Blutbraut. Nur ihr Blut kann verhindern, das Joaquin sich in einen Vampir verwandelt. Eine Spannende Prämisse, die ebenso spannend umgesetzt wurde. Das Buch ist dick, aber hat kaum Längen. Anstatt einer kitschigen Liebesgeschichte stehen hier Geheimnisse und Intrigen im Vordergrund. Die Handlung ist fesselnd und ich war sehr froh, dass die Liebesgeschichte nicht allzu viel Raum einnimmt. Dennoch spürt man die Anziehung zwischen Joaquin und Lucinda auf jeder Seite. Lynn Raven lässt sich hier Zeit und so entwickelt sich ihre Beziehung natürlich und für mich absolut nachvollziehbar. Die übernatürlichen Elemente fügen sich ganz natürlich in Lynn Ravens Welt ein und bleiben auch immer ein wichtiger Teil der Geschichte. Auch Lynn Ravens Schreibstil war überraschend modern und es fehlen die blumigen Beschreibungen, die ich aus ähnlichen Büchern gewohnt bin. Mir hat das sehr gut gefallen, da es ein sehr stimmiges Bild ergeben hat. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist spannend und trotz der übernatürlichen Elemente auf eine gute Art und Weise realistisch.
Obwohl das Buch so dick ist, hat es sich, meiner Meinung nach, fast gar nicht gezogen. Am besten waren eigentlich immer die Szenen, in denen Lucinda und Joaquín alleine waren, um ihre Gespräche zu verfolgen 🤗. Die Auflösungen waren auch immer wieder interessant gestaltet und der Schreibstil ist sehr flüssig!
Oh man, warum habe ich mit diesem Buch nur so lange gewartet?! Die vielen Seiten haben mich immer wieder zögern lassen, doch inzwischen kann ich allen sagen: lasst euch davon nicht abschrecken! Ich liebe vor allem den Schreibstil, der angenehm flüssig zu lesen ist. Eine Stunde Lesezeit fühlt sich an wie 10 Minuten und plötzlich fragt man sich, wie man auf einmal 100 Seiten weiter ist. Das Tempo der Story fand ich genau richtig; es wird sich Zeit genommen sowohl Charaktere und Welt sowie Umfeld aufzubauen, ohne dass es sich hinzieht und auch die Story wird beständig weitergeführt. Dazu muss ich sagen, dass ich Lucinda als Erzählerin super angenehm und sympathisch fand. Sie hat das Herz am rechten Fleck und weiß genau was sie will. Als Leser kann man sich gut in sie hineinversetzen und mit ihr mitfühlen. Spoiler: Am Anfang fand ich es etwas störend, wie die anderen Charaktere versuchen Entscheidungen über sie hinweg und gegen ihren Willen zu treffen, das Ganze rückt jedoch in ein ganz anderes Licht je mehr man über Joaquin und Lucindas Vergangenheit erfährt. Apropos Lucinda und Joaquin: Wow, so eine großartige slow-burn enemies-to-lovers habe ich fast noch nie gelesen! Ich liebe generell Geschichten in denen die Liebesgeschichte sich langsam entwickelt und die Charaktere sich nicht einfach Hals über Kopf in das Äußere des anderen verlieben. Die beiden lernen sich erst über mehrere hundert Seiten nach und nach kennen und schließlich sogar lieben. Was ich auch gut fand war die Umsetzung von Lucindas Trauma und Joaquin Umgang damit. Entgegen der gängigen Booktropes bleibt Lucindas Trauma nämlich bis zum Ende an ihrer Seite und sie hat auch am Ende noch damit zu kämpfen obwohl sie theoretisch weiß, dass sie keine Angst haben muss. Und Joaquin wuchs mir allein schon dadurch ans Herz, wie penibel er darauf geachtet hat ihre Grenzen nicht zu überschreiten - oder sich sofort entschuldigt hat wenn er ihr ausversehen doch einmal zu nahe gekommem ist. Hell, er wollte sich literally selbst hinrichten damit sie ihr Trauma nicht erneut aufarbeiten muss und ein neues Leben beginnen kann! Mein einziger Wermutstropfen war das Ende, an dem noch einige Fragen unbeantwortet bleiben. Letztendlich hat mich das Buch jedoch trotzdem rundum begeistert. Ich liebe das Setting, den Schreibstil, die Geschichte und die Charaktere. Oh ja, vor allem die Charaktere! .....Außer Cris. Fuck you, Cris.
Das Buch "Blutbraut" hat 736 Seiten. Ich muss gestehen, dass mich das erst einmal ziemlich abgeschreckt hat. Nach wenigen Seiten habe ich das Buch weggelegt. Irgendwie konnte ich mich nicht so recht mit der Geschichte anfreunden. Ich wollte mir nicht vorstellen, noch über 700 Seiten darin zu lesen, rang mich dann aber einige Tage später doch noch dazu durch. Das war auch gut so! 2 Tage später hatte ich es ausgelesen. Ich weiß mittlerweile gar nicht mehr, warum mich dieses Buch nicht von Anfang an begeistert hat. Heute finde ich, dass die Geschichte ruhig noch etwas länger sein könnte.
Leider ist das Buch broschiert. Bei dieser Seitenanzahl ziehe ich ein gebundenes Buch vor. Buchrücken von broschierten Büchern knicken nämlich ziemlich leicht. Die Kapiteleinteilung des Buches gefällt mir sehr gut. Die Autorin erzählt die Geschichte aus mehreren Perspektiven. Über allen Kapiteln, die aus Lucindas Sicht in der Ich-Perspektive erzählt werden, steht eine Fleur-de-lis. Kapitel aus der Sicht von anderen Personen werden von einem Pentagramm repräsentiert. Das sieht nicht nur schön aus, man findet sich dadurch auch sehr gut im Buch zurecht.
Zum Inhalt muss ich eigentlich nichts mehr sagen. Der Klappentext verrät schon fast zu viel. Die Charaktere sind sehr gelungen. Selbst die Bösewichter werden glaubhaft geschildert. Ich habe an den Protagonisten im Prinzip nichts auszusetzen. Sie werden alle sehr authentisch beschrieben. Lucinda nervt teilweise aber etwas, weil sie manchmal übertrieben ängstlich reagiert.
"Blutbraut" wird nicht langweilig, obwohl die Entwicklung der Geschichte teilweise vorhersehbar ist. Die Autorin verwendet öfter spanische Ausdrücke. Man kann aufgrund der Handlung aber eigentlich leicht ableiten, was diese bedeuten. Auf der Webseite der Autorin findet man außerdem eine Erklärung dazu. Es gibt auch einige Wiederholungen im Buch. Zum Beispiel nennt Lucinda Joaquin immer "Er". Das stört meiner Meinung nach aber kaum. Irgendwie finde ich dieses Vampirbuch erfrischend anders. Sicher gibt es Romane mit ähnlichen Inhalten, man findet hier aber viel Neues. Mir gefällt vor allem, dass die Vampire magische Kräfte haben.
Leider endet das Buch irgendwie überstürzt. Ein paar Fragen bleiben unbeantwortet. Trotzdem finde ich nicht, dass es unbedingt eine Fortsetzung geben muss. Eigentlich ist das Buch abgeschlossen. Sicher würde ich den Folgeband lesen, bin mir aber nicht sicher, ob mich dieser genauso überzeugen könnte. Deswegen bin ich momentan froh, dass es sich um einen Einzelband handelt. Ich habe gelesen, dass die Autorin keinen weiteren Teil geplant hat, sie schließt das wohl aber auch nicht völlig aus.
Die Geschichte hat mich wirklich überzeugt. Ich kann das Buch Jugendlichen und Erwachsenen empfehlen. Meiner Meinung nach ist "Blutbraut" seit langem endlich wieder einmal ein gelungener Vampirroman.
Nein. Es geht einfach nicht. Ich habe versucht, durchzuhalten, denn die Story und die Vampir-Mythology ist eigentlich ganz cool, aber sowohl Stil als auch Protagonistin sind so schmerzhaft dämlich das ich befürchte, zur Verkehrsgefährdung zu werden weil ich das Hörbuch irgendwann einfach aus dem Autofenster werfen werde.
Magie macht ihn stark, Liebe verletzlich Seit sie denken kann, ist Lucinda Moreira auf der Flucht vor Joaquín de Alvaro, denn sie ist eine »Blutbraut«, und nur ihr Blut kann den mächtigen Magier davor bewahren, zum Nosferatu zu werden. Doch gerade als Lucinda sich zum ersten Mal verliebt hat, wird sie entführt und auf Joaquíns Anwesen gebracht. Sie ist in eine Falle gelaufen: Chris, für den sie schwärmt, ist kein anderer als Joaquín de Alvaros Bruder, und auch er sucht eine Blutbraut. Und noch andere Magier begehren Lucindas Blut. Je näher sie Joaquín aber kennenlernt, desto mehr gerät ihr Bild von ihm ins Wanken und stürzt sie in ein Wechselbad der Gefühle …
Bewertung:
Puh, diesen Bestseller des Jahres 2011 hatte ich schon eine ganze Weile im Regal stehen und aufgrund fehlender Zeit und den fast 7540 Seiten erstmal nicht angerührt. Dass ich es jetzt endlich auch mal gepackt habe, es zu lesen, war also mehr als überfällig. Und ich muss mich ausnahmsweise dem Hype mal bedingungslos anschließen und mich dafür verfluchen, diese Autorin nicht schon früher entdeckt zu haben!
Zum Cover stehe ich ein wenig gespalten da. Auf der einen Seite finde ich das Motiv durchaus passend: eine schwarzhaarige Frau in einem ebenso dunklen Spitzenkleid mit hohem Kragen, welche durch die blasse Haut und den aus dem Auge rinnenden Blutstropfen wie der Inbegriff eines Vampirs, oder eben einer Sanguaíera wirkt. Das Ganze passt natürlich perfekt zu Lucinda und ihrer Rolle, die ihr zugewiesen wurde, da sie durch die geschlossenen Augen und den hohen Kragen auch wirkt, als würde sie sich gegen ihre Bestimmung sperren, dennoch gefällt es mir wieder nicht, dass ein Model mit einem vollständigen Gesicht zusehen ist, da ich mir Luz etwas anders vorgestellt hatte. Das blasse Grau, das den Hintergrund darstellt, gespickt mit einigen dunklen Flecken, die wohl verschwommene Vögel sind, passt ebenfalls gut, meines Erachtens kommt aber keineswegs die tolle gefährlich-behagliche Atmosphäre rüber, die die Handlung umrahmt. Da wäre meiner Meinung nach viel mehr drin gewesen! Der Titel ist jedoch unangefochten perfekt, wobei ich mir auch den spanischen Titel "Sanguaíera" sehr gut vorstellen könnte.
Nachdem wir unsere Protagonistin Lucinda Moreira in Boston, Massachusetts in einer Bar kennenlernen, erleben wir mit, wie ihr schlimmster Albtraum in Erfüllung geht. Eigentlich ihr ganzes Leben lang auf der Flucht gewesen wird sie nun entführt und an den Ort gebracht, an dem sie nicht in ihren Albträumen jemals war: zu IHM, Joaquín de Alvaro, Hexer von Hermandad, welcher auf seine Blutbraut wartet, die ihn davor bewahren soll, Nosferatu zu werden. Ein seelenloses, grausames, blutrünstiges Monster. Als sie wieder zu Bewusstsein kommt ist sie auf dem Anwesen Santa Reyada im Süden Amerikas, inmitten von Vampiren, die nach ihrem Blut dürsten. Von Angst und Grauen gepackt versucht sie zu fliehen, doch als Joaquín sie immer wieder aufs Neue rettet, muss sie sich die Frage stellen, ob ihr ganzes Leben nicht eine Lüge war... "Ich verstehe." Ich war eine Gefangene in einem goldenen Käfig. Sofern es mir nicht doch noch irgendwie gelang zu entkommen, würden daran nur zwei Dinge etwas ändern: sein Tod. Oder meiner."
Nach sehr verwirrenden ersten Seiten in denen wir mit etlichen neuen Namen, Zusammenhänge und seltsamen Gruppierungen konfrontiert werden und uns in der präsentierten Welt erst einmal zurecht finden müssen, wird die Handlung ein weniger beständiger als Lucinda in Santa Reyada ankommt und beginnt sich mit ihrer Situation abzufinden. Das wunderschöne Anwesen mitten in einer mörderischen Sierra, die Hitze, die Kakteen, der spanische Touch in der Sprache, das alles erzeugt einen wunderbar mexikanischen Flair, welcher in eine ganz andere Welt entführt. Auch die Atmosphäre die vorherrscht ist einfach unglaublich: die starke Diskrepanz zwischen blutigen, grausamen, gruseligen Szenen voller Verlangen, Gier nach Blut und zarten, tragischen Szenen voller Vorsicht und Zurückhaltung spitzt sich im Laufe der Geschichte immer weiter zu. Es entsteht ein Bild, das dunkel, geheimnisvoll, tragisch ist und dessen Leidenschaft anzieht.
"Ich begegnete seinen Augen; farblos, glitzernd. Kühl. Gelassen. Und ... da war noch etwas anderes. In ihren Tiefen. Beinah verborgen. (...) Und dann war da noch etwas Anderes. Dunkel. Mächtig. Alt. Moreira. Sanguaíera. Mein!"
Trotz dass das Buch ein wahrhaftiger Schmöker ist, hatte ich es runtergelesen wie 200 Seiten. Die ständig brodelnde Grundspannung, die vielen mystischen Zwischenfälle, Actionszenen, das abwechslungsreiches Setting und nicht zuletzt die Vielfalt an verschiedenen Gefühlen, die hier präsentiert werden, machen das Buch zu einem einzigen Abenteuer, von dem ich gar nicht mehr wollte, dass es zu Ende ging. Eigentlich kommt die Story gerade in den ersten zwei Drittel nicht wirklich vom Fleck. Die schleichende, sich aufbauende Beziehung zwischen Lucinda und Joaquín, das Vertrauen das geknüpft und die Angst die überwunden werden muss, dieser langsame Prozess ist jedoch das Grundgerüst, auf dem alles andere aufbaut. Strenggenommen sind all die Actionsszenen, Verfolgungsjagden und Ausflüge nur schönes Geplänkel um den Leser auf Trab zu halten, die vorrangige Funktion der Handlung ist es die beiden Protagonisten einander langsam näher zu bringen. Ob da nun Mafiafamilien, das Wetter, ein Geist, ein Bruder oder die Vergangenheit zwischen den beiden stehen, ist eigentlich egal. Und genau deshalb wird das Buch auch nie langweilig. Lynn Raven hat etwas geschafft, woran viele Autoren - gerade die von umfangreichen Geschichten - oft scheitern: sie hat der Geschichte einen roten Faden gegeben, der gleichzeitig voranbringt und ausbremst und die ganze Handlung stabil vor sich her trägt.
"Er wollte mein Blut und mein leben. Meinetwegen. Aber ich würde mich nicht freiwillig in mein Schicksal fügen, wenn ich auch nur den Hauch einer Chance hatte, ihm zu entgehen. Egal wie."
Während die Geschichte ihren Lauf nimmt, wird es zunehmend schwierig, den Überblick über alle Namen, Motive und Zusammenhänge zwischen Hermandad, den Ordre de Sorciers, dem Konsortium zu behalten. Dennoch ist der Plot trotz einiger Wendungen überraschend gradlinig und hat mich entfernt ein wenig an "Die Schöne und das Biest" erinnert. Aufgrund der fast vollkommen fehlenden Romantik läuft die sich anbahnende Liebe (oder sagen wir mal neutraler "Besessenheit") zwischen Lucinda und Joaquín an keiner Stelle Gefahr, kitschig oder nervig zu werden. Wir bekommen zwar als Leser gegen Ende die erotische Anziehungskraft zwischen den Beiden mit, es geht aber in erster Linie um das wachsende Vertrauen zwischen dem monströsen Hexer und seiner ängstlichen Blutbraut. Wer also auf glühende Liebesszenen und Liebe, Drama, Wahnsinn wartet, wird wahrscheinlich enttäuscht.
Auch die Grundidee des Romans gefällt mir sehr gut. Als ich mit dem Lesen begann dachte ich erst so: "Oh nö, nicht schon wieder ein Vampir-Roman." Lynn Raven schafft es hier jedoch alle möglichen Elemente aus Mythen, Sagen, Legenden und Realität zu vermischen, sodass eine Geschichte entsteht, die man noch nie in dieser Form gelesen hat. Vampire werden eigentlich komplett unwichtig, bis auf die Tatsache, dass Joaquín Blut trinken muss. Statt dem Mainstream-Blutsauger bekommen wir es hier mit grausamen Nosferatu, alten Flüchen, gewieften Hexern, farbigen Siegeln, mafiösen Machtstrukturen der Hermandad, Blutbräuten und schlauen Ärzten zu tun. Natürlich ist irgendwie von Anfang an klar, dass Lucinda sich in das "Monster" Joaquín verlieben muss, der Grundverlauf der Handlung ist also relativ vorhersehbar, durch den großen Facettenreichtum und den tollen Schreibstil der Autorin, bildet sich jedoch bald eine unerbittliche Sogwirkung aus.
"Ich war es leid davonzulaufen. Nie irgendwo länger bleiben zu können als ein paar Wochen oder höchstens Monate, wenn ich Glück hatte; kein wirkliches Zuhause, keine richtigen Freund zu haben ... Aber letztendlich hatte ich keine andere Wahl. Weil ich war, was ich war: eine Blutbraut."
Lynn Raven schreibt sehr flüssig und leicht verständlich, worunter aber nicht der Detailreichtum der Geschichte leidet. Gefühle bannt sie greifbar in die Seiten und schafft es immer wieder aufs Neue, den Seelenzustand der Protagonistin auch sprachlich zu verkörpern: mal dominieren malerisch schöne Beschreibungen das Bild, in anderen Szenen bekommen wir abgehackte, gehetzte Szenenbeschreibungen in Form von Ein-Wort-Sätzen und Wiederholungen vorgesetzt. Als Jugendbuch das das Buch das eindeutig und ich kann die strenge Kritik nicht nachvollziehen, die diese dynamisch wechselnde Erzählweise auf sich gezogen hat. Manche formulierungstechnischen Wiederholungen lassen sich auf 740 Seiten wohl kaum vermeiden, ich sehe hier aber eindeutig noch Ausbaufähigkeit. Trotzdem schafft es die Autorin in all der dunklen, von Angst und Leidenschaft geprägten Stimmung wunderbar modern und unheimlich erfrischend zu erzählen und Szenen durch humorvolle, sogar ironische Bemerkungen aufzulockern . "Wie geht es ihr heute morgen?" "Gut genug, um mich zum Teufel zu wünschen." "Oha, was genau hat sie gesagt?" "Ich glaube, der entscheidende Satz war: "Verpiss dich endlich, du Scheißkerl!"
Auch die immer wiederkehrenden spanischen Wörter/Sätze, die Joaquín oft von sich gibt, haben mich keineswegs gestört. Sie passten sehr gut ins Setting, zu seinem Charakter und gaben noch einmal ein Tick mehr Geheimnis und Emotion dazu. Obwohl ich kein Wort Spanisch spreche, sind alle Bemerkungen aus dem Kontext verständlich geworden und falls jemand ganz extrem verwirrt sein sollte, gibt es auf der Verlagshomepage von cbt auch ein Special mit den entsprechenden Übersetzungen.
Erzählt wird die Story in erster Linie aus Lucindas Ich-Perspektive, wobei das Familienwappen der Moreira Frauen ihre Kapitel ziert. Ein fünfzackiger Stern in einem Kreis - ein Hexen-Pentagram - weist jedoch auf die Perspektive einer der Hexer hin. Hierbei erzählt zum einen Joaquín als Er-Erzähler, wie auch in kurzen Abschnitten der Antagonist, dessen Identität und Pläne für einige Zeit ungeklärt bleiben, wodurch es immer spannend bleibt. Lucinda Moreira ist unter den Lesern ein sehr umstrittener Charakter. Auf der einen Seite wird versucht, sie kämpferisch und stark zu charakterisieren, als "tigresa", wie Rafael sie liebevoll nennt. Da sind aber auch ihre unüberwindbaren Ängste, die sie im Zusammenhang mit Vampiren plagen, nachdem ihre "Tante Maria" von einem von ihnen grausam vor ihren Augen ermordet wurde. Es ist ihr also nicht zu verübeln, dass sie sich vor Joaquín fürchtet. Natürlich verhält sie sich manchmal ein wenig irrational, aber genau das macht eine Angst ja auch aus: man begreift sie nicht, sie ist nicht immer logisch, sie ist einfach da. So konnte ich mit ihr fühlen und mit etwas Abstand zu ihr mit den Geschehnissen mit fiebern. Umso authentischer ist es, wie sich ihre Angst Schritt für Schritt legt und sie beginnt unter ihrer Panik noch ganz andere Dinge zu fühlen... "Als sie da lag ... Ich dachte tatsächlich für eine Sekunde, sie wäre vor Angst gestorben." Er konnte Rafael geradezu den Kopf schütteln hören. Joaquin rieb sich übers Gesicht. Ja, gestorben. Aus Angst vor ihm. Viel hatte möglicherweise nicht gefehlt."
Die wirkliche Perle des Buches ist aber ER: Joaquín de Alvaro. Schon mit seinem ersten Satz im Roman hatte er mich: "Sie hätten dich niemals finden sollen, mi corazón." Mit diesem Satz, der es einem kalt den Rücken hinunter laufen lässt, hat er mein Herz gestohlen und es bis zum Ende nicht mehr hergegeben. Auch wenn es eigentlich klar ist, dass er in gewissem Maße "gut" sein muss, ist er in erster Linie über ein Großteil der Geschichte eines: ein Monster. Zuerst wird er eiskalt als der geheimnisvolle, erschreckend gutaussehende Hexer charakterisiert, dem Lucinda versprochen wurde, da er ihr Blut braucht um nicht Nosferatu zu werden, eine zügellose, mächtige, geflügelte Kreatur der Hölle. Der immerwährende Flucht der Hermandad betrifft wie alle Männer der Familie auch ihn: trinkt er nicht regelmäßig das Blut seiner Sanguaíera, seiner Blutbraut, stirbt mit jeder Nacht ein kleiner Teil von ihm, der ihn menschlich macht. Das Problem ist bloß, dass Lucinda es nicht ertragen würde, Joaquíns Blutbraut zu sein, zu sehr plagen sie ihre irrationalen Ängste, sodass dieser hier die Rolle des leidenden Helden übernimmt. Mit seinen diamantfahlen Augen, der blassen Haut, den langen Reißzähnen und den schwarzen, klauenartigen Fingernägeln ähnelt er in der Tat einem schrecklich schönen Monster, welches Qualen leidet, vor Blutdurst und Verlangen kaum Lucindas Blut widerstehen kann und es doch immer wieder schafft, sie zu beschützen, sie zu nichts zu zwingen und seine Ehre zu bewahren. Der Zwiespalt, in dem er sich befindet ist denkbar groß, sein täglicher Kampf, den er gegen die dunkle Seite in sich ausfechten muss, ebenso, was ihm meinen größten Respekt einbringt. Falls Lucinda sich weiterhin geziert hätte: ich hätte ihn sofort genommen ;-)
Auch die liebevoll gestalteten Nebenfiguren wie der fürsorgliche Arzt Fernán, Joaquíns treuer Freund Rafael, oder auch Cris, den ich von Anfang an nicht leiden konnte - zu Recht -, machen die Geschichte um einige Details reicher. Ebenfalls ein Stein in meinem Leser-Brett, hat sich Rosa, ein nach Lavendel duftendes Gespenst und ehemalige Sanguaíera, bei mir ergattert, wenn sie durch die Hallen von Santa Reyada weht und alle zur Weißglut bringt.
Als die Geschichte gegen Ende nochmal auf einen absoluten Showdown zuging, begann ich die Vorhersehbarkeit des Buches noch einmal zu hinterfragen und war mir plötzlich absolut nicht mehr sicher, wie das alles wirklich ausgehen würde. Irgendwie hatte ich so das Gefühl, dass Lynn Raven da tatsächlich alles zuzutrauen wäre. Ich hielt alle virtuellen Daumen für meine Protagonisten gedrückt, dass sie doch bitte - bitte - ein halbwegs schönes Ende finden würden. Anscheinend haben meine Stoßgebete zum Lesegott auch etwas gebracht, denn auch wenn das Ende viel zu kurz war und eine Menge Potential verschenkte, bekamen eigentlich alle alles was sie wollten. Auch wenn mir nicht ganz klar ist, ob denn mit einer Fortsetzung auch nach 7 Jahren noch zu rechnen ist, würde ich es mir sehr wünschen und sofort wieder kaufen, denn schließlich geht ganz am Ende die Liebesgeschichte ja erst richtig los und die ein oder anderen Frage ist ja schließlich auch offen geblieben. Zum Schluss noch mein Lieblingszitat:
"Seine Lippen legten sich auf meine Kehle. Federleicht. Kaum mehr als ein Hauch. Kein Biss, ein...Kuss. Quälend sanft. "Jamás, mi luz!", rau, knurrend. Ein Flüstern, kaum zu verstehen. "Jamás! Niemals!" Sein Mund streifte meine Schulter, entsetzlich zärtlich. Dann war er fort.
Fazit:
Eine unglaublich intensive Geschichte über Magie, Vampire, Intrigen, Freundschaft, Liebe und Vertrauen.
Dieses Buch zu bewerten fällt mir sehr, sehr schwer. Wie auch bei allen anderen Romanen von Lynn Raven (ausgenommen die "Dämonen"-Reihe, denn die hat mir ausnahmslos gut gefallen) bin ich zwiegespalten. Denn ich mag ihre Bücher. Wirklich. Sonst würde ich mich nicht gierig auf sie stürzen, sobald sie erscheinen und sie mehrmals lesen. Mich faszinieren ihre Ideen. Denn auch wenn sie manchmal nicht ganz neu scheinen, so ist immer etwas anderes an ihnen dran, etwas, das man so vorher noch nicht gelesen hat. Ich mag auch die Charaktere, die sie zeichnet. Auch wenn sie oft ähnlich sind, manche etwas vorhersehbar. Dennoch interessieren sie und ihr Schicksal mich immer. Der Schreibstil ist, zugegeben, selten etwas ganz besonderes. Aber da ist dieses Etwas in ihren Büchern, dass es mir unmöglich macht, das Buch zur Seite zu legen. Tja, und so war es auch wieder bei "Blutbraut". Irgendwie ist dieses Buch ein ganz typisches Lynn-Raven-Buch, denn das, was sie immer wieder verwendet, und was mich immer noch fasziniert taucht hier ebenfalls auf. Da ist Lucinda, die weibliche Protagonistin, die irgendwie etwas naiv, trotzdem aber stark ist. Die immer wieder Panikattacken bekommt, stur ist, verwirrt und sich... im Endeffekt in den meisten Situationen so aufführt, wie man selbst es wahrscheinlich auch tun würde. So sehr es einen auch aufregt, wenn man dabei mitließt. Ich denke, in den meisten Fällen hätte ich nicht anders als sie gehandelt. Auf der anderen Seite steht Joaquín de Alvaro. Und ja, ich bin ihm verfallen. Wie so ziemlich jedem anderen von Lynn Ravens männlichen Hauptcharakteren. Und er ähnelt und unterscheidet sich auch gleichermaßen von ihnen. Ich will nicht zu viel verraten, aber die Mischung, die seinen Charakter ausmacht, hat mir unglaublich gut gefallen. Die anderen Charaktere... nun gut, das ist mein erster Kritikpunkt an diesem Buch, der mich aber im Endeffekt kaum gestört hat. Die meisten anderen Charaktere sind nicht gerade sehr vielseitig. Allerdings auch nicht wahnsinnig flach. Nur eben etwas blass neben Joaquín und Lucinda. Dennoch haben auch sie die Geschichte bereichert. Die Handlung war über die starken 700 Seiten dieses Buchs ebenfalls sehr gut aufgebaut. Mir wurde beim Lesen kein Mal langweilig. Auf der anderen Seite war es schon recht dramatisch, aber ich wusste ja, das mich sowas bei einem Buch von Lynn Raven erwarten würde. Trotzdem war es nicht so, dass es die ganze Zeit über spannungsgeladen war. Es gab ruhige Stellen, in denen man sich mit den Charakteren mal etwas ausruhen konnte, was ich sehr angenehm fand. Aber es war eben auch dramatisch. Und kitschig teilweise auch. Nur: Komischerweise stört mich das bei Lynn Raven nie. Ich weiß nicht, was sie macht, dass mir ihre Bücher immer gut gefallen. Ich weiß, dass es an diesem Buch einige Kritikpunkte gibt, aber seltsamerweise stören sie mich nicht. Die Idee mit den Blutbräuten und Hexervereinigungen fand ich jedoch wirklich toll. Diese seltsame Welt neben unserer war irgendwie urig, düster und doch sehr schön. Auch wenn man nicht übermäßig von Traditionen und Ritualen zugetextet wurde. Die geschichtlichen Informationen waren ausreichend, aber standen nicht im Vordergrund. Auch die Magie war eindeutig vorhanden, es wurde einiges erklärt und doch wurde nicht die gesamte Welt vor einem ausgebreitet, was mir sehr gut gefallen hat. Auch im Schreibstil unterschied sich das Buch nicht sonderlich von den anderen. Den Großteil der Geschichte erlebt man aus Lucindas Sicht, einige Teile aber auch aus anderen Perspektiven. Die Sprache selbst war nicht kompliziert, teilweise umgangssprachlich, aber nie unangenehm. Der Situation und den Charakteren angemessen, sodass man das Buch in Ruhe durchschmökern und sich auf die Handlung konzentrieren konnte.
Fazit: All diejenigen, die schlechte Erfahrungen mit Lynn Ravens Büchern gemacht haben, sollten die Finger von diesem Buch machen, denn es trägt ganz, ganz eindeutig ihre Signatur. Auch Leute, die mit ein wenig Fantasy, Romantik oder Drama nichts anfangen können, sollten sich gegen dieses Buch entscheiden. Doch denjenigen, die dem Lynn Raven Bann ebenso verfallen sind wie ich, kann ich das Buch nur ans Herz legen.
Lynn Ravens Bücher und ich sind immer in dieser komischen Hassliebe-Phase, wo ich hin- und herschweife zwischen großen Liebeserklärungen und Kruzifixe in den Himmel heben, damit das Buch mir nicht näher kommt.
Ich mochte Der Kuss des Kjers, hasste die Dawn & Julien-Reihe und war mir nicht sicher, was ich von Der Spiegel von Feuer und Eis halten sollte. Also musste Blutbraut her.
Blutbraut. Der Titel hat mich gepackt, weil sich das so Horror/Fantasy angehört hat. Ich dachte, dass - nein- hatte gehofft, dass sich das Buch wie eine Art dark gothic romance liest mit einem richtig scharfen Typen, einer starken Frau, einer großen Menge Chemie zwischen beiden und ganz viel Action - was super dämlich von mir war, weil es ja immer noch ein Buch von Lynn Raven ist.
Stattdessen habe ich zwei dämliche Pseudo-Erwachsene bekommen, die nie Klartext gesprochen haben, Fehler gemacht haben, die ich nie verstehen werde und für die 'Wahrheit' ein Fremdwort ist.
Lucinda ist naiv (besonders, wenn es zu Cris kommt), dumm (generell, aber besonders, wenn sie Angst vor (oder für) Joaquín hat) und egoistisch. Ihr ängstliches 'ER' immer wenn Joaquín aufgetaucht ist, hat mich nach einem Viertel des Buches nur noch angekotzt. Dass sie nicht gemerkt hat, dass Cris eine (falsche) schlechte Meinung von seinem eigenen Bruder hat und ihn dafür verachtet, weil Joaquín (ausversehen) dazu beigetragen hat, dass Cris ein schwacher Zauberer/Vampir ist, hat mich auf die Palme gebracht. Außerdem hat sie sich ständig unnötig in Gefahr gebracht!
Ja, du hast Angst, Lucinda. Ja, du möchtest da weg. Ja, du willst auf gar keinen Fall, dass jemand dein Blut trinkt.
Verständlich, Süße.Stehe da total hinter dir, wirklich, aber du bist in der Wüste, bist schwach, hast gerade erst einen gescheiterten Fluchtversuch hinter dir und deine Nahrung und Wasser reicht niemals aus, bis du auch nur annähernd die nächste Stadt erreicht hast.
Joaquín ist auch nicht besser. Er versteckt sich hinter dieser 'Ich erzähle Luz nichts, um sie zu schützen'-Fassade, aber die ist ein schlechter Scherz. Er lässt sich von seiner Angst leiten, versucht noch nicht mal wirklich Lucinda zu überzeugen, ihm zu helfen/seine Blutbraut zu werden.
Ihr erzählen, dass er böse wird oder stirbt, wenn sie nicht seine Blutbraut wird? Nein, danke. Ihr erzählen, dass sie früher dort gewohnt hat und die beiden Kindheitsfreunde waren? Nein, danke.
Und lasst mich gar nicht erst mit Cris anfangen! Der Typ ist doch zum Kotzen. Er kennt Lucinda, weiß, dass sie die Blutbraut seines Bruders ist, macht sich an sie ran, bringt sie unter Vortäuschung falscher Tatsachen dazu, sich in ihn zu verlieben und besitzt auch noch die Frechheit eingeschnappt zu sein, wenn Lucinda ihm nicht eine Sekunde nachdem sie das alles erfahren hat, verzeiht. Er bringt sie in Gefahr, macht seinen Bruder andauernd schlecht, hilft seinem Großvater dabei, dafür zu sorgen, dass sein Bruder seine Macht verliert(!) und fragt Lucinda allen Ernstes, ob sie nicht seine Blutbraut werden könnte. Sie will keine Blutbraut sein, Arschgeige, hast du das noch nicht mitbekommen?
Auch die Entwicklung der Geschichte hat mich wütend gemacht. Lucinda wird entführt, rennt weg, wird wieder eingefangen, rennt weg, gerät dabei in Gefahr, wird wieder eingefangen. Joaquín macht einen Deal mit ihr, Lucinda sagt widerwillig zu, Cris ist eifersüchtig, Joaquín ist eifersüchtig, -uhhhh- Joaquín wird immer mehr Nosferatu, Cris ist eifersüchtig, Lucinda schon wieder in Gefahr, kleine Annäherung an Joaquín, Cris ist eifersüchtig, kleine Annäherung an Joaquín, Lucinda und Joaquín in Gefahr und das immer wieder.
Am Ende macht Lucinda wieder etwas Dummes - große Überraschung -,gerät deswegen in Gefahr - große Überraschung -, Cris tut ausnahmsweise einmal etwas Selbstloses und Lucinda und Joaquín lieben sich - große Überraschung -.
Ich hatte einfach viel zu hohe Erwartungen. Ich bin ein großer von Hass-zu-Liebe-Fan und auch Seelenverwandte/dazu bestimmt-Geschichten sind mein Kryptonit, aber dieses Buch war nicht meins. Leider.
Vor etwa 7 Jahren habe ich "Blutbraut" das erste Mal gelesen. Damals hat es mich begeistert und das war auch jetzt wieder der Fall.
Die Geschichte gefällt mir unglaublich gut. Sie ist düster, sehr spannend und hält die ein oder andere witzige Stelle parat. Ich wurde wieder von ihr gefangen genommen und wollte kaum aufhören zu lesen.
Lucinda ist eine starke junge Frau die kein leichtes Leben hat und sich alleine durchschlägt. Es ist schön zu lesen, wie sie ihre Ängste im Buch immer mehr überwindet und Joaquín immer mehr vertraut. Ihre "Rückfälle" und Panikatacken fand ich allerdings manchmal etwas anstrengend.
Joaquín selbst ist einfach atemberaubend! Er ist so düster, wild und unberechenbar und auf der anderen Seite so liebevoll und fürsorglich. Ich habe mich, während des Lesens, Hals über Kopf in ihn verliebt!
"Blutbraut" ist und bleibt eins meiner Lieblingsbücher und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ich irgendwann nochmal in die Geschichte eintauchen werde. Von mir gibt es 5/5 Sterne.
Ich geb's zu: Von allen Büchern von Lynn Raven, die ich bisher gelesen habe, mag ich "Blutbraut" am wenigsten. Nichtsdestotrotz ist auch dieses Buch wieder der absolute Hammer! Klar hatte ich wie immer kleinere Schwierigkeiten, allerdings fällt es hier super leicht, darüber hinwegzusehen und einfach die Geschichte zu genießen. "Blutbraut" ist natürlich auch wieder ein absoluter Page-Turner und lässt sich sehr flüssig lesen. Was soll ich noch groß sagen? Lynn Raven hat es einfach drauf! Also ab geht's in die nächste Buchhandlung und schnappt euch eines ihrer Bücher! :D
Tut mir leid, ich kann das einfach nicht. Vielleicht ein anderes Mal. Vielleicht stimmt mein Timing nicht, allerdings habe ich jetzt schon so eine krasse Abneigung gegenüber der Protagonistin, dass ich auf dieses Buch jetzt verzichte. Ich sehe es nämlich nicht ein, mich durch mehr als 700 Seiten zu quälen, wenn ich auch etwas lesen kann, was mir Spaß macht.
kitschig bis(s) zum umfallen und die Protagonistin hat eindeutig ein Problem mit ihrer Atmung, so oft wie diese aussetzt ;) Evtl. erklärt der Sauerstoffmangel auch einige ihrer Handlungen die anders absolut nicht zu rechtfertigen sind.
Es war ein unglaublich gutes Buch❤️❤️❤️ Man hat beim Lesen kaum gespürt, dass das Buch mehr als 700 Seiten hat. Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen.☺️
Auf jahrelange Empfehlung habe ich Blutbraut nun auch endlich gelesen, aber es hat mich leider nicht so überzeugt wie ich erhofft hatte. Die ersten 300 Seiten waren toll, spannend geschrieben und ein sehr guter Einstieg und die letzten 100 Seiten waren auch extrem spannend, aber die 300 Seiten in der Mitte haben bei mir fast zu einer Leseflaute geführt, was ich Schade finde. Realistisch ist, dass Lucinda Platz für die Aufarbeitung ihres Traumas gegeben wurde, aber es hat sich einfach so extrem gezogen...
Lucinda an sich ist ein toller Charakter und endlich Mal eine realistische Protagonistin, die sich nicht als der typische Main Charakter (Ach ich bin ja so special) hinstellt. Mit Joaquin als Gegenpart bildet sich eine recht realistische Dynamik und Slow Burn Romance, jedoch bin ich der Meinung, dass sich ihr Kommunikationsproblem und die ganze Situation schon viel eher hätte lösen lassen, sodass es sich nicht so sehr gezogen hätte.
In das Setting Santa Reyada habe ich mich sofort verliebt, auch die spanischen Gespräche zwischendurch stellten keine Barriere, sondern eine Bereicherung für das Buch dar (und das sage ich als Person, die kein Spanisch versteht). Die Nebencharaktere sind ebenfalls echt gut ausgearbeitet und ich mag es, dass sowohl Rafael als auch Cris und Fernan, die jeweils eine wichtigere Rolle spielten, so eine ausgearbeitete Hintergrundgeschichte bekommen haben, die dann so nebenbei eingeflossen ist und sie somit nicht als platte Nebencharaktere existieren.
Ich kann empfehlen das Buch im Sommer zu lesen, wenn man irgendwo in südeuropäischen Ländern unterwegs ist und Vampirromane mag, obwohl Blutbraut KEIN typischer Vampirroman ist (und das im positiven Sinn). Er ist echt erfrischend, aber da er bei mir leider fast zu einer Leseflaute geführt hat und ich ganze 5 Wochen gebraucht habe, um ihn zu beenden, bekommt Blutbraut von mir nur 3,5/5 ⭐.
4.5 Sterne ⭐️ Die Geschichte hat mich wirklich sehr berührt und ich kann mich nur anschließen: es ist mal eine ganz andere Art von Vampirgeschichte. Lynn Raven hat hier eine spannende Romantasy-Geschichte erschaffen, die ohne viele explizite Szenen auskommt. Das Setting, insbesondere Santa Reyada und San Isandro ist einfach magisch. Joaquín und Lucinda haben mir als Protagonisten seeeehr gefallen.
Einen halben Stern ziehe ich ab, da ich mir manche Hintergrundinformationen einfach früher gewünscht hatte.
Lest es Leute!! Die 736 Seiten fliegen nur vor sich hin. Ich könnte mir hier auch einen Reread gut vorstellen. Ich bin mir sicher, das man das Buch immer wieder neu für sich entdecken kann und „neue“ Details entdeckt.
Erster Satz: Die Kondome knisterten in meiner Gesäßtasche.
Lynn Raven gehört seit ihrer Dämonenreihe zu meinen Lieblingsautoren. Als ich dann gesehen habe das sie ein Buch mit fast 800 Seiten geschrieben hat, noch dazu mit diesem tollen Cover und der interessanten Kurzbeschreibung, stand fest das ich mir auch dieses Buch der Autorin kaufen würde. Leider stand es dann eine ganze Weile ungelesen in meinem Regal weil ich mich, dank der hohen Seitenzahl, nicht rangetraut habe. Schließlich brauche selbst ich für ein 800 Seiten Buch eine Weile. Da merkt man mal wieder wie sehr man sich täuschen kann. Blutbraut hat mich von Anfang an gefesselt und nicht mehr losgelassen, so das ich den 800 Seiten Schinken in Rekordzeit verschlungen habe. Der einfach zu lesende Schreibstil hat es mir auch nicht gerade schwer gemacht, ebenso wenig wie die ganzen spanischen Sätze und Wörter die immer wieder vor kommen.
Ich hätte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet das Lynn Raven noch so gute Ideen aufzubieten hat was das Vampir Thema angeht, aber hier hat sie sich mal wieder selbst übertroffen. Die Hexer des Hermandad werden jede Nacht zu Vampiren, die mächtigsten können sogar zu Nosferatu werden und damit zum schrecklichsten aller Monster. Lediglich eine Blutbraut kann dies mit ihrem Blut verhindern, doch nicht jede passt für den Hexer. Auf zehn Hexer kommt eine Blutbraut und ob diese dann auch für denjenigen passt ist reine Glückssache. Lucinda Moreira ist eine von ihnen, eine Blutbraut. Um genauer zu sein die Blutbraut von Joaquín de Alvaro, dem mächtigsten Hexer der die Hermandad jemals hervorgebracht hat. Doch sie ist alles andere als glücklich damit, seit vielen Jahren führt sie das Leben eines Flüchtlings, immer in der Angst das er sie irgendwann finden könnte.
Womit wir auch schon zu einem Punkt kommen der mich das ganze Buch über gestört hat: Lucindas Angs. Ja, ihre panische Angst die regelrecht an Hysterie grenzt. Ich kann durchaus verstehen das sie verängstigt ist nachdem was María ihr über die Hexer erzählt hat und nachdem was in dieser einer verhängnissvollen Nacht passiert ist. Dennoch ist es ein bisschen zu viel des guten. Fasst einer der anderen sie an oder kommt Joaquín ihr auch nur ein wenig zu nahe, fängt sie gleich an zu zittern, kriegt keine Luft mehr oder fängt an wie wild zu kreischen und schreien. Nach einiger Zeit ging mir dieses Verhalten dann doch ein wenig auf die Nerven, auch wenn man merkt das sie im Laufe des Buches eine deutliche Wandlung durchmacht und ihre Angst langsam aber sicher in den Griff kriegt. Dennoch bringt allein der Gedanke daran das Joaquín seine Fänge in ihren Hals bohren könnte, sie dazu fliehen zu wollen.
Dabei ist dieser von Anfang an wohl das was man eine gute Seele nennt. Er gibt ihr Zeit und Freiraum, beschützt sie, macht ihr liebend gerne Frühstück und kennt sie im Allgemeinen auswendig. Das wäre recht langweilig nach einiger Zeit, wenn da nicht noch seine dunkle Seite wäre die mehr und mehr von ihm in Besitz nimmt. Joaquín ist im Begriff eine Nosferatu zu werden und nur Lucindas Blut kann ihn davor bewahren. Diese jedoch weigert sich hartnäckig ihn auch nur ansatzweise in ihre Nähe kommen zu lassen und zudem muss das Blut einer Blutbraut freiwillig gegeben werden um zu wirken. Noch so eine Sache die ich nicht verstehe. Am Anfang war es noch nachvollziehbar, doch als die beiden sich langsam näher kamen und man als Leser deutlich spürte das Lucinda sich in Joaquín verliebte ohne es zu merken, da war ihr Verhalten ganz und gar nicht mehr nachvollziehbar. Der Mann vor dem sie zwar Angst hat, der ihr aber versprochen hat das ihr niemals etwas geschieht und der sich auch daran hält, ist dank ihrer Weigerung zum Tode verurteilt. Panische Angst hin oder her, es hier schließlich um ein Leben. Immer und immer wieder habe ich mich gefragt wie sie zulassen kann das Joaquín ihretwegen stirbt, nur weil sie die Vergangenheit, die voller Lügen war, nicht loslassen kann.
Ich hatte also manchmal so meine Differenzen mit Lucinda, das hat meinem Lesespaß aber keinen Dämpfer verpasst. Allerdings gab es noch ein paar Dinge die meines Erachtens nach nicht genug Aufmerksamkeit bekommen habe. Bis zum Schluss wurde z.B nicht erklärt was genau das Blut der Blutbräute so besonders für die Hexer macht. Zudem wurde zwar immer wieder erklärt wie mächtig Joaquín ist, was genau sie damit meinen ist mir nie klar geworden. Weil er so mächtige Kreise machen kann? Die Kräfte gut lenkt? Ich habe wirklich keine Ahnung. Die Autorin bringt ihn zwar sehr gut mächtig rüber, das wars dann aber schon. Da das Buch aus Lucindas Sicht geschrieben ist, und Joaquín sehr darauf bedacht ist sie zu schützen, kriegt man seine Kämpfe nie mit.
Außer diesen beiden Punkten habe ich allerdings nicht zu bemängeln. Blutbraut ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite und viele der Charaktere sind mir ans Herz gewachsen. Die Beziehung zwischen Lucinda und Joaquín kommt nicht von heute und morgen, sondern sie wird langsam und mühsam aufgebaut und war mehr als einmal im Begriff wieder zusammenzustürzen.
Mit der Punkteverteilung ist es diesmal ein wenig schwierig, weswegen ich sie auch teilen werde. Für mich persönlich zählt der Lesespaß übrigens mehr als die Umsetzung, nur so am Rande.
Für den Lesespaß gibt es 5/5 Sternen
Da zwei der wichtigsten Dinge jedoch nicht genug erläutert und erklärt wurden, gibt es für die Umsetzung nur 3,5/5 Sternen
Miss Raven hat es wieder geschafft mich nicht zu enttäuschen und mich erneut zu begeistern indem sie ein unglaublich gutes Buch geschrieben hat! (auch wenn es natürlich nicht an Kuss des Kjer ran reicht 😁🙈)