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Clay #1
Less Than Zero
Set in Los Angeles in the early 1980s, this coolly mesmerizing novel is a raw, powerful portrait of a lost generation that experienced sex, drugs, and disaffection at too early an age, growing up in a world shaped by casual nihilism, passivity, and too much money.
Clay comes home for Christmas vacation from his Eastern college and re-enters a landscape of limitless privilege and absolute moral entropy, where everyone drives Porches, dines at Spago, and snorts mountains of cocaine. He tries to renew feelings for his girlfriend, Blair, and for his best friend from high school, Julian, who is careering into hustling and heroin. Clay's holiday turns into a dizzying spiral of desperation that takes him through the relentless parties in glitzy mansions, seedy bars, and underground rock clubs, and into the seamy world of L.A. after dark.
Clay comes home for Christmas vacation from his Eastern college and re-enters a landscape of limitless privilege and absolute moral entropy, where everyone drives Porches, dines at Spago, and snorts mountains of cocaine. He tries to renew feelings for his girlfriend, Blair, and for his best friend from high school, Julian, who is careering into hustling and heroin. Clay's holiday turns into a dizzying spiral of desperation that takes him through the relentless parties in glitzy mansions, seedy bars, and underground rock clubs, and into the seamy world of L.A. after dark.
208 pages, Paperback
First published May 1, 1985
About the author
Bret Easton Ellis
35 books13.1k followersBRET EASTON ELLIS is the author of Less Than Zero, The Rules of Attraction, American Psycho, The Informers, Glamorama, Lunar Park, and Imperial Bedrooms. His works have been translated into twenty-seven languages. Less Than Zero, The Rules of Attraction, American Psycho, and The Informers have all been made into films. He lives in Los Angeles.
source: Amazon
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Community Reviews
Displaying 1 - 30 of 57 reviews
September 27, 2025
Ich möchte vorausschicken, dass ich fast alles von BEE gelesen habe (auch wenn ich auf GR noch nicht alles bewertet hab) und bis dato noch nie enttäuscht war, sondern teilweise begeistert (American Psycho, Lunar Park). Unter Null ist mir bis heute durchgerutscht und ich muss sagen, es wäre kein Verlust gewesen, wenn ich es dabei belassen hätte.
Es war eine einzige ärgerliche Quälerei. Ich will nicht behaupten, dass dieser Roman nicht das Potenzial gehabt hätte, mich Ende der 80er Jahre in irgendeiner Art und Weise aufzurütteln oder durchzuschütteln, aber das ist nun mal nicht der Zeitpunkt, wo ich es gelesen habe. Leider? Ich weiß nicht. Eher nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es mich geistig irgendwie bereichert hätte, eher abgeschreckt, aber wovon? Eine Welt, wie sie hier beschrieben wird, habe ich selbst niemals, nicht mal ansatzweise erlebt.
Und so bin ich ganz froh, dass meine Beziehung zu BEE erst mit American Psycho, in den 90ern, angefangen hat. Das ist ein, auch literarisch, völlig anderes Kaliber. Hier arbeitet er ganz klar künstlerisch, während Unter Null die literarische Power erst in Ansätzen zeigt, die man mit viel Wohlwollen finden kann.
Less than Zero habe ich nun erstmals gelesen, auf Englisch, was nicht so schwer ist, weil man keinen üppigen Wortschatz benötigt, zumal der Text aus der Ich-Perspektive von Clay, eines sprachlich eher simpel gestrickten, verstockten Charakters, geschrieben ist, der sich meist hinter seinen Wayfarer Sonnenbrillen verschanzt und wenig Sinnvolles von sich gibt. Er lebt eine „I don’t care“ Mentalität in abgestumpftester Ausprägung. BEE macht einem das wiederholt begreiflich.
Beispiele (mit Spoiler!!!):
Was macht Clay als er mit Kumpels („ich muss euch was zeigen“) zu einer Wohnung mitfährt, wo eine 12jährige Schülerin, nackt ans Bett gebunden, unter Drogen gesetzt, gerade für eine Gruppenvergewaltigung vorbereitet wird? Er sagt zu seinem Kumpel: Mann, muss das sein? Sie ist doch erst 11. Als der Kumpel antwortet: Sie ist 12. Außerdem warum nicht? Wenn ich etwas haben will, habe ich das Recht es mir zu nehmen. Darauf fällt Clay nichts mehr ein und er verlässt die Veranstaltung. Auf zum nächsten Szenario, irgendeine Drogenparty. Zuvor hatte er bereits einen Ausflug irgendwo in Beverly Hills gemacht, wo ein Jugendlicher tot hinter einem Laden gefunden wurde und in dieser Nacht über Mundpropaganda zu einer Art Besichtigungs-Hotspot für Teenager wurde. Niemand ruft die Polizei, es ist doch viel spannender, die eigene Clique hinzulotsen, um endlich mal einen echten Toten zu sehen. Clay sieht ihn sich auch an, reaktionslos, und geht dann mit seinen Leuten zu dem besagten Setting mit der 12jährigen.
Und das ist es dann. Weder das 12jährige Mädchen noch der tote Junge spielen im weiteren Roman irgendeine Rolle.
Warum? Weil es egal ist. Es ist einfach alles egal hier. Abgestumpft, emotionslos, dekadent, pervers, egoistisch … so lässt BEE Clay und seine Spießgesellen in Erscheinung treten. Die einzigen Emotionen zu denen Clay fähig zu sein scheint: Langeweile, gegen die man am besten Drogen nimmt oder auf Partys geht und hin und wieder zeigt er Ängstlichkeit, wenn es irgendwo brenzlig wird.
Der Rest des Textes besteht aus Nonsens-Dialogen, distanzierten Gedankensplittern, Namedropping (Musiker und Marken), Unmengen Drogen, ein paar (Sex)Szenen mit seiner Blair und vor allem aus der Beschreibung von Partys und nächtlichen Spritztouren durch L.A., meist natürlich mit Porsche oder ähnlichen Karossen, und alles natürlich extrem gelangweilt.
Und so irgendwie in dieser Stimmung endet der Roman dann auch. Clay kehrt nach den Weihnachtsferien wieder zurück an seinen Studienort. Ende.
Ich will nicht verschweigen, dass es auch noch eine Kontrastierung oder Brechung der ganzen Nullbock-Orgie gibt, oder zumindest den Versuch des Autors. Da werden nämlich immer wieder mal so in Kursivschrift auf jeweils halber Seite bis zweiseitig Szenen von Clay mit seiner sterbenden Großmutter eingeflochten. Aber das ist dermaßen unbeholfen, dass mich jedes Mal ein gänsehäutiger Fremdschämanfall gebeutelt hat, denn als Parodie lässt sich das nicht lesen, dazu ist es zu schlaff, zu harmlos, aber als ernstgemeinte Andeutung (oooch, ganz tief im Inneren schlummert ja doch noch der liebenswürdige kleine Clay) ist es einfach zu schmerzhaft blöd pathetisch geschrieben.
Das beste an dem Roman ist glaube ich der Erfolg, den der Roman damals wohl hatte und der es BEE ermöglicht hat, weiter an seinen Fähigkeiten zu arbeiten. Als nächstes wäre jetzt eigentlich ein Reread von Imperial Bedrooms angezeigt (die Fortsetzung von 2010), aber ehrlich gesagt hab ich im Moment keine Lust mehr auf mehr von Clay und Konsorten. Allerdings hab ich reingeschaut und konnte doch nicht widerstehen.
Es war eine einzige ärgerliche Quälerei. Ich will nicht behaupten, dass dieser Roman nicht das Potenzial gehabt hätte, mich Ende der 80er Jahre in irgendeiner Art und Weise aufzurütteln oder durchzuschütteln, aber das ist nun mal nicht der Zeitpunkt, wo ich es gelesen habe. Leider? Ich weiß nicht. Eher nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es mich geistig irgendwie bereichert hätte, eher abgeschreckt, aber wovon? Eine Welt, wie sie hier beschrieben wird, habe ich selbst niemals, nicht mal ansatzweise erlebt.
Und so bin ich ganz froh, dass meine Beziehung zu BEE erst mit American Psycho, in den 90ern, angefangen hat. Das ist ein, auch literarisch, völlig anderes Kaliber. Hier arbeitet er ganz klar künstlerisch, während Unter Null die literarische Power erst in Ansätzen zeigt, die man mit viel Wohlwollen finden kann.
Less than Zero habe ich nun erstmals gelesen, auf Englisch, was nicht so schwer ist, weil man keinen üppigen Wortschatz benötigt, zumal der Text aus der Ich-Perspektive von Clay, eines sprachlich eher simpel gestrickten, verstockten Charakters, geschrieben ist, der sich meist hinter seinen Wayfarer Sonnenbrillen verschanzt und wenig Sinnvolles von sich gibt. Er lebt eine „I don’t care“ Mentalität in abgestumpftester Ausprägung. BEE macht einem das wiederholt begreiflich.
Beispiele (mit Spoiler!!!):
Was macht Clay als er mit Kumpels („ich muss euch was zeigen“) zu einer Wohnung mitfährt, wo eine 12jährige Schülerin, nackt ans Bett gebunden, unter Drogen gesetzt, gerade für eine Gruppenvergewaltigung vorbereitet wird? Er sagt zu seinem Kumpel: Mann, muss das sein? Sie ist doch erst 11. Als der Kumpel antwortet: Sie ist 12. Außerdem warum nicht? Wenn ich etwas haben will, habe ich das Recht es mir zu nehmen. Darauf fällt Clay nichts mehr ein und er verlässt die Veranstaltung. Auf zum nächsten Szenario, irgendeine Drogenparty. Zuvor hatte er bereits einen Ausflug irgendwo in Beverly Hills gemacht, wo ein Jugendlicher tot hinter einem Laden gefunden wurde und in dieser Nacht über Mundpropaganda zu einer Art Besichtigungs-Hotspot für Teenager wurde. Niemand ruft die Polizei, es ist doch viel spannender, die eigene Clique hinzulotsen, um endlich mal einen echten Toten zu sehen. Clay sieht ihn sich auch an, reaktionslos, und geht dann mit seinen Leuten zu dem besagten Setting mit der 12jährigen.
Und das ist es dann. Weder das 12jährige Mädchen noch der tote Junge spielen im weiteren Roman irgendeine Rolle.
Warum? Weil es egal ist. Es ist einfach alles egal hier. Abgestumpft, emotionslos, dekadent, pervers, egoistisch … so lässt BEE Clay und seine Spießgesellen in Erscheinung treten. Die einzigen Emotionen zu denen Clay fähig zu sein scheint: Langeweile, gegen die man am besten Drogen nimmt oder auf Partys geht und hin und wieder zeigt er Ängstlichkeit, wenn es irgendwo brenzlig wird.
Der Rest des Textes besteht aus Nonsens-Dialogen, distanzierten Gedankensplittern, Namedropping (Musiker und Marken), Unmengen Drogen, ein paar (Sex)Szenen mit seiner Blair und vor allem aus der Beschreibung von Partys und nächtlichen Spritztouren durch L.A., meist natürlich mit Porsche oder ähnlichen Karossen, und alles natürlich extrem gelangweilt.
Und so irgendwie in dieser Stimmung endet der Roman dann auch. Clay kehrt nach den Weihnachtsferien wieder zurück an seinen Studienort. Ende.
Ich will nicht verschweigen, dass es auch noch eine Kontrastierung oder Brechung der ganzen Nullbock-Orgie gibt, oder zumindest den Versuch des Autors. Da werden nämlich immer wieder mal so in Kursivschrift auf jeweils halber Seite bis zweiseitig Szenen von Clay mit seiner sterbenden Großmutter eingeflochten. Aber das ist dermaßen unbeholfen, dass mich jedes Mal ein gänsehäutiger Fremdschämanfall gebeutelt hat, denn als Parodie lässt sich das nicht lesen, dazu ist es zu schlaff, zu harmlos, aber als ernstgemeinte Andeutung (oooch, ganz tief im Inneren schlummert ja doch noch der liebenswürdige kleine Clay) ist es einfach zu schmerzhaft blöd pathetisch geschrieben.
Das beste an dem Roman ist glaube ich der Erfolg, den der Roman damals wohl hatte und der es BEE ermöglicht hat, weiter an seinen Fähigkeiten zu arbeiten. Als nächstes wäre jetzt eigentlich ein Reread von Imperial Bedrooms angezeigt (die Fortsetzung von 2010), aber ehrlich gesagt hab ich im Moment keine Lust mehr auf mehr von Clay und Konsorten. Allerdings hab ich reingeschaut und konnte doch nicht widerstehen.
December 7, 2023
Ein gerade mal einundzwanzigjähriger Student, ein Seminar "creative writing" und ein dazugehöriger Tutor, der den jungen Schreiberling dazu ermutigt, das jüngst verfasste Werk zu veröffentlichen. Der Autor: Bret Easton Ellis. Der Roman "Less than zero" (bzw. "Unter Null") ist im Deutschen bei Kiepenheuer & Witsch erschienen. Eine triviale, beinahe schon naive Entstehungsgeschichte, eines der meistbeachteten und wichtigsten Debüts der 80er Jahre.
In "Unter Null" nach einer Handlung im klassischen Sinn zu suchen, ist meines Erachtens nach müßig.
Die Aneinanderreihung von Partybeschreibungen, Familientragödien, Exzessen und Reminiszenen (zusammengefaßt im Rahmen heißer Winterferien in L.A.) hat nur eine Aufgabe: die Beschreibung der totalen Einsamkeit Clays unter vielen, gelebt in aktiver Passivität, in selbstverständlicher Dekadenz und unbegrenztem Konsumhedonisums. Die Entfremdung des Protagonisten vom Freundeskreis, von der Familie, ja von sich selbst - ist Begleiterscheinung dieses abgehobenen Lebensstils.
Was Clay aber von den anderen Mitcharakteren unterscheidet, ist das Wissen um das Unglück, das zu einem nicht unbeträchtlichen Teil seiner Passivität und Oberflächlichkeit zuzuschreiben ist. Und genau dieses Wissen verbunden mit der Ohnmacht, kein Mittel gegen die Depression zu haben, macht ihn noch verstörter.
Was das Buch meiner Meinung nach so gut macht, ist die Nachvollziehbarkeit der emotionalen Strukturen und Verhaltensmuster, die Clay prägen. Diese lassen sich ohne weiteres auch auf andere Gruppen in anderen sozialen Schichten umlegen. Unverständnis in der Familie und im Freundeskreis, Shoppingwut, Drogenkonsum, Selbstzweifel etc. beschränken sich nicht nur auf die High Society, die in diesem Buch als abstrahiertes Abziehbild der Gesellschaft gesehen werden kann.
"Unter Null" ist die Momentaufnahme eines Winters, die keine Handlung benötigt, um die Verlorenheit des Einzelnen in der Gruppe, die Oberflächlichkeiten einer Gesellschaft zu zeigen. Die hemmungslos übertriebene, fast surreale Dekadenz dieser Luxusgesellschaft kann uns das nur noch besser vor Augen führen.
In "Unter Null" nach einer Handlung im klassischen Sinn zu suchen, ist meines Erachtens nach müßig.
Die Aneinanderreihung von Partybeschreibungen, Familientragödien, Exzessen und Reminiszenen (zusammengefaßt im Rahmen heißer Winterferien in L.A.) hat nur eine Aufgabe: die Beschreibung der totalen Einsamkeit Clays unter vielen, gelebt in aktiver Passivität, in selbstverständlicher Dekadenz und unbegrenztem Konsumhedonisums. Die Entfremdung des Protagonisten vom Freundeskreis, von der Familie, ja von sich selbst - ist Begleiterscheinung dieses abgehobenen Lebensstils.
Was Clay aber von den anderen Mitcharakteren unterscheidet, ist das Wissen um das Unglück, das zu einem nicht unbeträchtlichen Teil seiner Passivität und Oberflächlichkeit zuzuschreiben ist. Und genau dieses Wissen verbunden mit der Ohnmacht, kein Mittel gegen die Depression zu haben, macht ihn noch verstörter.
Was das Buch meiner Meinung nach so gut macht, ist die Nachvollziehbarkeit der emotionalen Strukturen und Verhaltensmuster, die Clay prägen. Diese lassen sich ohne weiteres auch auf andere Gruppen in anderen sozialen Schichten umlegen. Unverständnis in der Familie und im Freundeskreis, Shoppingwut, Drogenkonsum, Selbstzweifel etc. beschränken sich nicht nur auf die High Society, die in diesem Buch als abstrahiertes Abziehbild der Gesellschaft gesehen werden kann.
"Unter Null" ist die Momentaufnahme eines Winters, die keine Handlung benötigt, um die Verlorenheit des Einzelnen in der Gruppe, die Oberflächlichkeiten einer Gesellschaft zu zeigen. Die hemmungslos übertriebene, fast surreale Dekadenz dieser Luxusgesellschaft kann uns das nur noch besser vor Augen führen.
January 28, 2024
Ein wahnsinnig verstörendes, nihilistisches und gewalttätiges Buch, das mich aber, vielleicht auch gerade deswegen sehr fesseln konnte.
Der Schreibstil ist sehr kalt und emotionslos, was ich noch nie so vorher in einem Roman hatte, aber in der Story macht es auch Sinn, wie das Buch geschrieben ist und deswegen passt es so gut.
Definitiv aber kein Buch für Zartbeseitete.
Der Schreibstil ist sehr kalt und emotionslos, was ich noch nie so vorher in einem Roman hatte, aber in der Story macht es auch Sinn, wie das Buch geschrieben ist und deswegen passt es so gut.
Definitiv aber kein Buch für Zartbeseitete.
February 18, 2026
Auf den freeways in Los Angeles werden die Leute auch immer rücksichtsloser. (S.9)
Man liest weiter, obwohl eigentlich nichts geschieht. Oder genauer: Es geschieht sehr viel, aber nichts hinterlässt Spuren.
Clay kehrt aus dem College nach Los Angeles zurück und merkt schnell, dass es keinen Ort gibt, zu dem er wirklich zurückkehren könnte. Partys, Kokain, Alkohol, Sex, Fahrten durch nächtliche Boulevards, Gespräche ohne Inhalt. Reichtum ist hier kein Luxus, sondern ein Zustand der Betäubung. Die Figuren wirken nicht verloren, sondern entleert. Clay weiß nicht einmal mehr, was er wollen soll.
Du kannst verschwinden, ohne es zu merken. (S.167)
Szenen wiederholen sich, Orte ähneln einander, Tage lassen sich kaum unterscheiden. Man liest weiter in der Erwartung einer Einsicht oder eines Bruchs, aber der Text verweigert genau diesen Moment.
Ich will überhaupt nichts mögen. (S.193)
Das ist konsequent, aber auch schwer auszuhalten. Einige Passagen gehen bewusst über die Grenze des Erträglichen, ohne dass der Text sie einordnet. Man liest weiter, nicht aus Spannung, sondern aus einem unangenehmen Interesse. Ob noch irgendetwas eine Reaktion auslösen wird. Meistens nicht.
Man liest weiter, obwohl eigentlich nichts geschieht. Oder genauer: Es geschieht sehr viel, aber nichts hinterlässt Spuren.
Clay kehrt aus dem College nach Los Angeles zurück und merkt schnell, dass es keinen Ort gibt, zu dem er wirklich zurückkehren könnte. Partys, Kokain, Alkohol, Sex, Fahrten durch nächtliche Boulevards, Gespräche ohne Inhalt. Reichtum ist hier kein Luxus, sondern ein Zustand der Betäubung. Die Figuren wirken nicht verloren, sondern entleert. Clay weiß nicht einmal mehr, was er wollen soll.
Du kannst verschwinden, ohne es zu merken. (S.167)
Szenen wiederholen sich, Orte ähneln einander, Tage lassen sich kaum unterscheiden. Man liest weiter in der Erwartung einer Einsicht oder eines Bruchs, aber der Text verweigert genau diesen Moment.
Ich will überhaupt nichts mögen. (S.193)
Das ist konsequent, aber auch schwer auszuhalten. Einige Passagen gehen bewusst über die Grenze des Erträglichen, ohne dass der Text sie einordnet. Man liest weiter, nicht aus Spannung, sondern aus einem unangenehmen Interesse. Ob noch irgendetwas eine Reaktion auslösen wird. Meistens nicht.
December 22, 2023
Das Buch ist so unglaublich deprimierend, ohne dass es explizit um traurige Dinge geht. Diese Traurigkeit liegt allem, was beschrieben wird, zu Grunde und wenn man bedenkt, dass der Autor etwa 20 war, als er das Buch geschrieben hatte, wird das alles nur noch schlimmer. Ich habe das Buch vor knapp 2 Jahren das erste Mal gelesen und jetzt noch einmal, und es wurde deutlich besser. Ich habe seit dem ersten Durchgang fast alle Bücher von Bret Easton Ellis gelesen und wenn man sein gesamtes Werk kennt, macht Less Than Zero noch viel mehr Sinn: Es ist die Essenz von allen folgenden Büchern von Ellis, nämlich dass im Kern von allem, von der menschlichen Existenz eigentlich gar nichts ist, und dass Menschen erbärmliche Dinge tun, um diese Leere zu füllen. The Shards ist deshalb so gut, weil es diese Leere wirklich füllt, oder es zumindest versucht. The Shards und Less Than Zero sind wie zwei Seiten einer Medaille, und eine dieser Seiten mag ich mehr als die andere.
August 26, 2023
Dieses Buch ist ein echter Albtraum. Vermutlich habe ich noch nie so durchgängig Kälte und Ekel empfunden wie beim Lesen dieser endlos ineinander übergehenden Koks- und Champagner-Eskapaden. Alles ziemlich desillusionierend. Im Zentrum stehen sehr jung sehr abgestumpfte L.A. rich kids, die keine Liebe kennen, nur Geld und Drogen und Partys, auf die sie überhaupt nur gehen, damit sie irgendetwas tun außer MTV zu schauen. Eigentlich passiert die ganze Zeit über gar nichts, bis dann auf einmal Schlimmes passiert, was aber auch niemanden interessiert, sie machen einfach alle weiter. In der Geschichte von Clay und den anderen existieren keine Scham, keine Empathie und erst recht keine Grenzen. Ultra unangenehm und irgendwie beeindruckend.
January 23, 2024
Danke Milena & Fabi für dieses zutiefst verstörende Werk
June 20, 2023
wieso habe ich das gelesen
August 9, 2025
3,25
wenig Plot, viele Drogen
hat sich angefühlt wie eine immer weiter eskalierende Abwärtsspirale
hatte bei mir einen ähnlichen Effekt wie Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, sehr intensiv (vor allem am Ende) und hier glaube ich noch dadurch unterstützt dass so viel "nichts" im Buch passiert ist
wenig Plot, viele Drogen
hat sich angefühlt wie eine immer weiter eskalierende Abwärtsspirale
hatte bei mir einen ähnlichen Effekt wie Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, sehr intensiv (vor allem am Ende) und hier glaube ich noch dadurch unterstützt dass so viel "nichts" im Buch passiert ist
October 17, 2021
Mir fehlen die Worte, absolut verstörendes Buch.
February 26, 2023
Nach der Lektüre des brandaktuellen und äusserst lesenswerten Romans „The Shards“ bietet sich an, den Erstling von Bret Easton Ellis „Unter Null“ (im Original „Less Than Zero“) wieder einmal hervorzukramen und nochmals zu lesen…
„Unter Null“ erschien erstmals auf Deutsch bereits 1986 und liest sich immer noch prima. Es ist interessant, ihn aus heutiger Sicht zu lesen, denn er ist auch ein Zeitdokument der Achtziger Jahre und enthält natürlich viele Dinge, die in den späteren Romanen des Autors wieder auftauchen bzw. sich fortsetzen, wie immer geht es um den oberflächlichen Konsum, um Drogen, um Musik und das absolut belanglose Leben reicher Kids in Kalifornien: Ein Leben zwischen Partys, teuren Autos, Gewalt und einer Vielzahl an Drogen- und Alkoholexzessen, denn das ist der einzige Kick. Die Eltern sind permanent abwesend, die Jugendlichen leben alleine in den grossen Villen, nur versorgt durch diverse Hausangestellte und ihre Dealer. Sinnbildlich ist ein Spruch auf dem Spiegel in der Herrentoillette des von ihnen besuchten Clubs Edge – „Das Reich des Stumpfsinns“.
Auf der Suche nach dem richtigen Kick zieht Clay mit seinen Freunden von einer Party zur nächsten, knallt sich voll mit Kokain und Champagner und lässt keine Gelegenheit aus, bei der er abheben und sich im Rausch verlieren kann. (Rowohlt Verlag, 1986)
Bret Easton Ellis ist gerade einmal 20 Jahre alt, als er 1984 als Student für seine Abschlussarbeit im Creativ-Writing-Workshop „Unter Null“ schreibt. Sein Lehrer, der Schriftsteller Joe McGinnis, ist so begeistert, dass er das Manuskript einem New Yorker Verlag schickt, der diesen auch prompt veröffentlicht – zur damaligen Zeit ein Kultbuch. Aus heutiger Sicht ist der Roman natürlich nicht mehr wirklich schockierend, sein Bestseller „American Psycho“ von 1991 wahrscheinlich ebensowenig (auch wenn dieser von 1995 – 2001 in Deutschland indiziert war…), aber in Kombination mit dem neuen Roman „The Shards“ finde ich es interessant, ihn nochmals zu lesen. Viele Details und Stimmungen im neuen Roman nimmt er hier bereits vorweg, wie etwa die vielen bestialischen Morde der Region, das unheimliche Geheul der Kojoten in den Nächten im Valley, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Und auch bereits bei „Unter Null“ ist es erstaunlich, wie fesselnd doch 200 Seiten oberflächliches Leben sein können und den Leser permanent bei Stange halten – fast ein eigenes Genre. Damals erschien der Roman bei Rowohlt, heute ist dieser Roman im Verlag Kiepenheuer & Witsch erhältlich, ebenso alle anderen Werke von Bret Easton Ellis.
„Unter Null“ erschien erstmals auf Deutsch bereits 1986 und liest sich immer noch prima. Es ist interessant, ihn aus heutiger Sicht zu lesen, denn er ist auch ein Zeitdokument der Achtziger Jahre und enthält natürlich viele Dinge, die in den späteren Romanen des Autors wieder auftauchen bzw. sich fortsetzen, wie immer geht es um den oberflächlichen Konsum, um Drogen, um Musik und das absolut belanglose Leben reicher Kids in Kalifornien: Ein Leben zwischen Partys, teuren Autos, Gewalt und einer Vielzahl an Drogen- und Alkoholexzessen, denn das ist der einzige Kick. Die Eltern sind permanent abwesend, die Jugendlichen leben alleine in den grossen Villen, nur versorgt durch diverse Hausangestellte und ihre Dealer. Sinnbildlich ist ein Spruch auf dem Spiegel in der Herrentoillette des von ihnen besuchten Clubs Edge – „Das Reich des Stumpfsinns“.
Auf der Suche nach dem richtigen Kick zieht Clay mit seinen Freunden von einer Party zur nächsten, knallt sich voll mit Kokain und Champagner und lässt keine Gelegenheit aus, bei der er abheben und sich im Rausch verlieren kann. (Rowohlt Verlag, 1986)
Bret Easton Ellis ist gerade einmal 20 Jahre alt, als er 1984 als Student für seine Abschlussarbeit im Creativ-Writing-Workshop „Unter Null“ schreibt. Sein Lehrer, der Schriftsteller Joe McGinnis, ist so begeistert, dass er das Manuskript einem New Yorker Verlag schickt, der diesen auch prompt veröffentlicht – zur damaligen Zeit ein Kultbuch. Aus heutiger Sicht ist der Roman natürlich nicht mehr wirklich schockierend, sein Bestseller „American Psycho“ von 1991 wahrscheinlich ebensowenig (auch wenn dieser von 1995 – 2001 in Deutschland indiziert war…), aber in Kombination mit dem neuen Roman „The Shards“ finde ich es interessant, ihn nochmals zu lesen. Viele Details und Stimmungen im neuen Roman nimmt er hier bereits vorweg, wie etwa die vielen bestialischen Morde der Region, das unheimliche Geheul der Kojoten in den Nächten im Valley, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Und auch bereits bei „Unter Null“ ist es erstaunlich, wie fesselnd doch 200 Seiten oberflächliches Leben sein können und den Leser permanent bei Stange halten – fast ein eigenes Genre. Damals erschien der Roman bei Rowohlt, heute ist dieser Roman im Verlag Kiepenheuer & Witsch erhältlich, ebenso alle anderen Werke von Bret Easton Ellis.
March 18, 2019
Verstörend.
July 21, 2021
Stellen, die ich mochte:
An diesem Tag fuhr ich nicht nach Palm Springs, um rumzuschnüffeln oder das Haus zu sehen, und ich fuhr auch nicht raus, um die Schule zu schwänzen oder sowas. Ich glaube, ich fuhr raus, weil ich mich daran erinnern wollte, wie alles früher war. Ich weiß auch nicht.
- S. 43
Ich habe mal versucht, einen Terminkalender zu führen, einen Sommer lang, aber es funktionierte nicht. Ich geriet durcheinander und schrieb Sachen rein, nur damit etwas drin stand, und ich kam zu der Erkenntnis, dass ich einfach nicht genug zu tun hatte, um einen Terminkalender zu führen.
- S. 69
Wir stehen im Waschraum, und Griffin betrachtet sich im Spiegel und sagt: „Irgendwas stimmt nicht mit dir.“
„Ich bin nur ein bisschen verspannt“, antworte ich und klatsche mir Wasser aufs Gesicht.
„Na, das wird schon wieder“, sagt Griffin.
Und als ich an den Strand zurückgehe, in die Sonne, und auf den Pazifik hinausschaue, da erscheint es mir überhaupt nicht mehr unmöglich, Griffins Worten zu glauben.
- S. 71
Ich sehe die meiste Zeit gar nicht hin, nur bei den blutrünstigen Stellen.
- S. 93
Der Regisseur begann, über den Tod eines seiner Stuntmen bei Filmaufnahmen zu reden. Er redet darüber, wie dieser Stuntmen gestolpert und dann kopfüber auf das Pflaster gestürzt war.
„So ein netter Junge und er war erst achtzehn.“
Mein Vater macht sich noch ein Bier auf.
Mein Großvater schaute bekümmert auf dem Boden. „Wie hieß er denn?“, fragte er.
„Wie bitte?“, der Regisseur warf ihm einen flüchtigen Blick zu.
„Wie hieß er denn? Wie hieß der Junge denn?“
Daraufhin entstand ein langes Schweigen, und ich nahm nichts mehr wahr außer dem heißen Wüstenwind und dem Summen des Whirlpools, der sich gerade aufheizte, und dem leisen Gluckern im großen Becken und Frank Sinatras Song „Summer Wind“, und ich betete darum, der Regisseur möge sich an den Namen erinnern. Aus irgendeinem Grund schien mir das entsetzlich wichtig zu sein. Ich wünschte mir mit aller Kraft, dass der Regisseur diesen Namen sagte.
Der Regisseur öffnete den Mund und sagte: „Den habe ich vergessen.“
- S.137
„Ich glaube, wir haben alle eine bestimmte Art von Gefühl verloren.“
- S. 149
„Ich glaube, dass heute mein letzter … mein letzter Tag ist. Verstehst du, Finn? Ich glaube nicht, dass ich damit weitermachen kann. Ich halt einfach das Gefühl nicht mehr aus, dieses … diese dauernde Traurigkeit … und ich kann nicht … kann ich nicht was anderes für dich machen? Nur bis ich genug hab, um dir das Geld zurückzuzahlen?“
Julian Stimme wird ganz zittrig und kippt auf einmal um.
- S. 161
Außerdem wird mir klar, dass ich tatsächlich mit Julian ins Saint Marquis gehen werde. Dass ich rausfinden will, ob so etwas wirklich passieren kann. Und wir fahren weiter abwärts, vorbei am ersten Stock, vorbei am Erdgeschoss, noch tiefer, und da wird mir klar, dass es nicht um das Geld geht. Dass es in Wirklichkeit nur um eines geht: Ich will auch noch das Schlimmste erleben.
- S. 162
Seine Hand fällt hinunter auf Julians Unterhose, und Julian schließt die Augen.
„Du bist ein sehr netter junger Mann.“
Ein Bild von Julian als Fünftklässler, beim Fußballspielen, auf einem grünen Feld.
- S. 165
„Tainted Love“ läuft gerade, irrsinnig laut, und auf der knallvollen Tanzfläche bewegen sich Leute, die fast alle jung sind und sich langweilen und versuchen, so auszusehen, als wären sie echt gut drauf.
- S. 168
In dieser Nacht fuhr ich raus zum Topanga-Canyon und stellte mein Auto bei einem alten verlassenen Rummelplatz ab, dessen Überreste immer noch in diesem Tal rumstanden: leer und still und wie verloren. Von da aus konnte ich hören, wie der Wind durch die Canyons pfiff. Das Riesenrad stand ein bisschen schräg. Ein Koyote heulte. Die Zelte flatterten im warmen Wind. Es war Zeit zurück zu gehen. Ich war lange daheim gewesen.
- S. 195
An diesem Tag fuhr ich nicht nach Palm Springs, um rumzuschnüffeln oder das Haus zu sehen, und ich fuhr auch nicht raus, um die Schule zu schwänzen oder sowas. Ich glaube, ich fuhr raus, weil ich mich daran erinnern wollte, wie alles früher war. Ich weiß auch nicht.
- S. 43
Ich habe mal versucht, einen Terminkalender zu führen, einen Sommer lang, aber es funktionierte nicht. Ich geriet durcheinander und schrieb Sachen rein, nur damit etwas drin stand, und ich kam zu der Erkenntnis, dass ich einfach nicht genug zu tun hatte, um einen Terminkalender zu führen.
- S. 69
Wir stehen im Waschraum, und Griffin betrachtet sich im Spiegel und sagt: „Irgendwas stimmt nicht mit dir.“
„Ich bin nur ein bisschen verspannt“, antworte ich und klatsche mir Wasser aufs Gesicht.
„Na, das wird schon wieder“, sagt Griffin.
Und als ich an den Strand zurückgehe, in die Sonne, und auf den Pazifik hinausschaue, da erscheint es mir überhaupt nicht mehr unmöglich, Griffins Worten zu glauben.
- S. 71
Ich sehe die meiste Zeit gar nicht hin, nur bei den blutrünstigen Stellen.
- S. 93
Der Regisseur begann, über den Tod eines seiner Stuntmen bei Filmaufnahmen zu reden. Er redet darüber, wie dieser Stuntmen gestolpert und dann kopfüber auf das Pflaster gestürzt war.
„So ein netter Junge und er war erst achtzehn.“
Mein Vater macht sich noch ein Bier auf.
Mein Großvater schaute bekümmert auf dem Boden. „Wie hieß er denn?“, fragte er.
„Wie bitte?“, der Regisseur warf ihm einen flüchtigen Blick zu.
„Wie hieß er denn? Wie hieß der Junge denn?“
Daraufhin entstand ein langes Schweigen, und ich nahm nichts mehr wahr außer dem heißen Wüstenwind und dem Summen des Whirlpools, der sich gerade aufheizte, und dem leisen Gluckern im großen Becken und Frank Sinatras Song „Summer Wind“, und ich betete darum, der Regisseur möge sich an den Namen erinnern. Aus irgendeinem Grund schien mir das entsetzlich wichtig zu sein. Ich wünschte mir mit aller Kraft, dass der Regisseur diesen Namen sagte.
Der Regisseur öffnete den Mund und sagte: „Den habe ich vergessen.“
- S.137
„Ich glaube, wir haben alle eine bestimmte Art von Gefühl verloren.“
- S. 149
„Ich glaube, dass heute mein letzter … mein letzter Tag ist. Verstehst du, Finn? Ich glaube nicht, dass ich damit weitermachen kann. Ich halt einfach das Gefühl nicht mehr aus, dieses … diese dauernde Traurigkeit … und ich kann nicht … kann ich nicht was anderes für dich machen? Nur bis ich genug hab, um dir das Geld zurückzuzahlen?“
Julian Stimme wird ganz zittrig und kippt auf einmal um.
- S. 161
Außerdem wird mir klar, dass ich tatsächlich mit Julian ins Saint Marquis gehen werde. Dass ich rausfinden will, ob so etwas wirklich passieren kann. Und wir fahren weiter abwärts, vorbei am ersten Stock, vorbei am Erdgeschoss, noch tiefer, und da wird mir klar, dass es nicht um das Geld geht. Dass es in Wirklichkeit nur um eines geht: Ich will auch noch das Schlimmste erleben.
- S. 162
Seine Hand fällt hinunter auf Julians Unterhose, und Julian schließt die Augen.
„Du bist ein sehr netter junger Mann.“
Ein Bild von Julian als Fünftklässler, beim Fußballspielen, auf einem grünen Feld.
- S. 165
„Tainted Love“ läuft gerade, irrsinnig laut, und auf der knallvollen Tanzfläche bewegen sich Leute, die fast alle jung sind und sich langweilen und versuchen, so auszusehen, als wären sie echt gut drauf.
- S. 168
In dieser Nacht fuhr ich raus zum Topanga-Canyon und stellte mein Auto bei einem alten verlassenen Rummelplatz ab, dessen Überreste immer noch in diesem Tal rumstanden: leer und still und wie verloren. Von da aus konnte ich hören, wie der Wind durch die Canyons pfiff. Das Riesenrad stand ein bisschen schräg. Ein Koyote heulte. Die Zelte flatterten im warmen Wind. Es war Zeit zurück zu gehen. Ich war lange daheim gewesen.
- S. 195
September 8, 2025
„Es ist anstrengend, Mitgefühl für jemand aufzubringen, dem alles ist egal ist.“
„So?“, frage ich.
„Was interessiert dich denn überhaupt? Was macht dir Freude?“
„Nichts! Nichts macht mir Freude. Ich mag gar nichts“, erkläre ich ihr.
Dieser kurzer Dialog zwischen der 18-jährigen Hauptfigur Clay und seiner Freundin Blair ist sehr bezeichnend für den Adoleszenzroman „Unter Null“.
Wir befinden uns im L.A. der 80er Jahre. Die Figuren sind, aus meiner Sicht völlig wohlstandvserwahrloste, Rich Kids um die 18 Jahre. Clay, der Ich-Erzähler des Romans, kommt für Semesterferien von der Highschool nach Hause. Diese Semesterferien und ein paar Erinnerungen teilt er mit den Leser*innen und sie bestehen aus: Nichts! Oder noch weniger? Unter Null? Clay und seine Mitmenschen leben die völlige Belanglosigkeit! Sie treiben völlig passiv umher. Die Beziehungen sind mehr als oberflächlich. Es geht nur um Betäubung, um den gemeinsamen Konsum und um Sex. Dabei spielt auch keine Rolle, ob dieser Sex heterosexuell, homosexuell oder im Bereich der Vergewaltigung liegt. Es ist einfach alles einerlei! Die Dialoge verbleiben auf einer Oberflächlichkeit, die mir so noch nie eindrücklich begegnet ist. Der eingangs zitierte Dialog war der mit Abstand tiefgründigste im ganzen Roman. Die Emotionen der Figuren verbleiben unter Null. Sie suchen nichts und sie finden nichts, nicht mal in der Betäubung finden sie irgendeine Form von Freude oder Gefühl. Clay macht ab und zu explizit, dass er die Katastrophe sucht, um zumindest etwas zu fühlen, doch nicht mal das gelingt ihm.
„Unter Null“ ist ein schrecklich tristes schwer zu ertragendes Buch, welches ich nicht gerne gelesen habe. Begegnet ist es mir in meinem Literaturstudium in einem Seminar über Adoleszenzromane. Hier wurde es als amerikanischer Klassiker eben dieses Genres angepriesen. Ich kann schon verstehen, warum. Das Bild das Ellis zeichnet, dass (junge) Menschen gleichgültig werden, sich nur noch betäuben und die Beziehungen immer oberflächlicher werden, ist leider ein zeitloses. Besonders weh tut, dass den adoleszenten Figuren jegliche erwachsene Vorbilder fehlen, denn auch die Eltern, Lehrer und sogar Clays Psychiater leben ihnen Oberflächlichkeit und den Hang zur Betäubung vor. „Unter Null“ ist vielleicht so aktuell wie nie zuvor.
Trotzdem würde ich es niemandem empfehlen. Es ist zu destruktiv in seiner extremen, übersteigerten Belanglosigkeit. Gegen Ende wird es dann auch wirklich ekelhaft und unmoralisch.
Ein Schwanken zwischen einem und vier Sternen…
„So?“, frage ich.
„Was interessiert dich denn überhaupt? Was macht dir Freude?“
„Nichts! Nichts macht mir Freude. Ich mag gar nichts“, erkläre ich ihr.
Dieser kurzer Dialog zwischen der 18-jährigen Hauptfigur Clay und seiner Freundin Blair ist sehr bezeichnend für den Adoleszenzroman „Unter Null“.
Wir befinden uns im L.A. der 80er Jahre. Die Figuren sind, aus meiner Sicht völlig wohlstandvserwahrloste, Rich Kids um die 18 Jahre. Clay, der Ich-Erzähler des Romans, kommt für Semesterferien von der Highschool nach Hause. Diese Semesterferien und ein paar Erinnerungen teilt er mit den Leser*innen und sie bestehen aus: Nichts! Oder noch weniger? Unter Null? Clay und seine Mitmenschen leben die völlige Belanglosigkeit! Sie treiben völlig passiv umher. Die Beziehungen sind mehr als oberflächlich. Es geht nur um Betäubung, um den gemeinsamen Konsum und um Sex. Dabei spielt auch keine Rolle, ob dieser Sex heterosexuell, homosexuell oder im Bereich der Vergewaltigung liegt. Es ist einfach alles einerlei! Die Dialoge verbleiben auf einer Oberflächlichkeit, die mir so noch nie eindrücklich begegnet ist. Der eingangs zitierte Dialog war der mit Abstand tiefgründigste im ganzen Roman. Die Emotionen der Figuren verbleiben unter Null. Sie suchen nichts und sie finden nichts, nicht mal in der Betäubung finden sie irgendeine Form von Freude oder Gefühl. Clay macht ab und zu explizit, dass er die Katastrophe sucht, um zumindest etwas zu fühlen, doch nicht mal das gelingt ihm.
„Unter Null“ ist ein schrecklich tristes schwer zu ertragendes Buch, welches ich nicht gerne gelesen habe. Begegnet ist es mir in meinem Literaturstudium in einem Seminar über Adoleszenzromane. Hier wurde es als amerikanischer Klassiker eben dieses Genres angepriesen. Ich kann schon verstehen, warum. Das Bild das Ellis zeichnet, dass (junge) Menschen gleichgültig werden, sich nur noch betäuben und die Beziehungen immer oberflächlicher werden, ist leider ein zeitloses. Besonders weh tut, dass den adoleszenten Figuren jegliche erwachsene Vorbilder fehlen, denn auch die Eltern, Lehrer und sogar Clays Psychiater leben ihnen Oberflächlichkeit und den Hang zur Betäubung vor. „Unter Null“ ist vielleicht so aktuell wie nie zuvor.
Trotzdem würde ich es niemandem empfehlen. Es ist zu destruktiv in seiner extremen, übersteigerten Belanglosigkeit. Gegen Ende wird es dann auch wirklich ekelhaft und unmoralisch.
Ein Schwanken zwischen einem und vier Sternen…
December 16, 2023
„Unter Null“ erzeugt in mir ein leeres, indifferentes und ekliges Gefühl. Es kommt mir so vor, als würde Clay (der 18-jährige Ich-Erzähler) die Welt von nirgendwoher anschauen und als hätte er dabei weder eine eigene Position noch eine Sicht auf die Dinge. Vielleicht liegt es auch daran, dass man sich aus dem Buch wirklich keinen einzigen Satz herausschreiben will.
Trotzdem finde ich, dass sich das Werk nicht als nihilistisch beschreiben lässt. Erstmal ist „Bedeutung“ nichts grundsätzlich Abwesendes in Unter Null. Clay versucht Bedeutung aus hedonistischen, eskapistischen und zuletzt auch aus sadistischen Handlungen zu gewinnen. Dabei gipfelt der Versuch, in seinem Leben etwas Bedeutungsvolles wiederzugewinnen zwar im Konsum von Gewalt (oder wie Clay sagt: „Ich will auch noch das Schlimmste erleben“), jedoch ist immer eine Distanz zum Gewaltgeschehen gewahrt. Clay ist nicht gewalttätig, er ist passiv. Er konsumiert, rezipiert. Und gerade, als die Geschehnisse gipfeln, trifft er Blair, um sich für sein Verhalten ihr gegenüber zu entschuldigen. Clay kommt hierbei nicht aus seiner Rolle heraus. Auch hier wirkt er passiv, rezipierend, abwesend. Aber die Tatsache des Treffens deutet etwas an. Das sind nicht die einzigen stillen Andeutungen, die im Buch zu finden sind. So besucht Alana Clay eines Nachts und sagt: „Ich glaube, wir haben alle eine bestimmte Art von Gefühl verloren.“ Wenn ich das Buch so lese, wenn ich an die Reklametafel („Verschwinde von hier“) oder an Elvis Costello denke, der aus dem Fenster schaut, dann sehe ich ein fernes, angedeutetes Dort, einen Ort der Menschlichkeit, der im Buch selbst nicht zu finden ist, ohne den das Buch aber auch nicht existieren kann.
Mir hat die Lektüre geholfen, um über Dinge nachzudenken, die im Buch nicht zur Sprache kommen und ich finde, dass das eine großartige Leistung ist. Natürlich finden sich auch handwerkliche Schwächen in dem Buch, aber wenn man bedenkt, dass der 20-jährige BEE es als Abschlussarbeit in einem Creative-Writing-Kurs geschrieben hat, ist es umso beeindruckender.
Trotzdem finde ich, dass sich das Werk nicht als nihilistisch beschreiben lässt. Erstmal ist „Bedeutung“ nichts grundsätzlich Abwesendes in Unter Null. Clay versucht Bedeutung aus hedonistischen, eskapistischen und zuletzt auch aus sadistischen Handlungen zu gewinnen. Dabei gipfelt der Versuch, in seinem Leben etwas Bedeutungsvolles wiederzugewinnen zwar im Konsum von Gewalt (oder wie Clay sagt: „Ich will auch noch das Schlimmste erleben“), jedoch ist immer eine Distanz zum Gewaltgeschehen gewahrt. Clay ist nicht gewalttätig, er ist passiv. Er konsumiert, rezipiert. Und gerade, als die Geschehnisse gipfeln, trifft er Blair, um sich für sein Verhalten ihr gegenüber zu entschuldigen. Clay kommt hierbei nicht aus seiner Rolle heraus. Auch hier wirkt er passiv, rezipierend, abwesend. Aber die Tatsache des Treffens deutet etwas an. Das sind nicht die einzigen stillen Andeutungen, die im Buch zu finden sind. So besucht Alana Clay eines Nachts und sagt: „Ich glaube, wir haben alle eine bestimmte Art von Gefühl verloren.“ Wenn ich das Buch so lese, wenn ich an die Reklametafel („Verschwinde von hier“) oder an Elvis Costello denke, der aus dem Fenster schaut, dann sehe ich ein fernes, angedeutetes Dort, einen Ort der Menschlichkeit, der im Buch selbst nicht zu finden ist, ohne den das Buch aber auch nicht existieren kann.
Mir hat die Lektüre geholfen, um über Dinge nachzudenken, die im Buch nicht zur Sprache kommen und ich finde, dass das eine großartige Leistung ist. Natürlich finden sich auch handwerkliche Schwächen in dem Buch, aber wenn man bedenkt, dass der 20-jährige BEE es als Abschlussarbeit in einem Creative-Writing-Kurs geschrieben hat, ist es umso beeindruckender.
February 7, 2023
Nach den ersten Seiten hätte ich dem Buch 4/5 gegeben, in der Mitte der Lektüre dann 2/5 und am Ende nochmal 4/5. Faszinierend wie dieses Leben, was aus reiner Oberfläche besteht, doch lesenswert sein kann und faszinierend ist es, wie es mich angewidert hat. Sehr konsequent und ich habe das starke Gefühl, dass dieses Buch eine treffende Porträtierung von reichen jungen Kindern in L.A. ist.
Funktioniert auf eine ähnliche Weise wie American Psycho, bloß ist das Milieu ausgetauscht (oder vielleicht ja auch nicht, vielleicht sind diese 18-Jährigen die späteren Bullshit-Banker aus American Psycho), ist aber weniger unterhaltsam.
Funktioniert auf eine ähnliche Weise wie American Psycho, bloß ist das Milieu ausgetauscht (oder vielleicht ja auch nicht, vielleicht sind diese 18-Jährigen die späteren Bullshit-Banker aus American Psycho), ist aber weniger unterhaltsam.
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December 30, 2025Less than zero Punkte. Hätte mir die Zeit gern gespart. Guter Beweis dafür, dass popkulturelle Klassiker oft wahllos als solche erklärt werden. (Sicherlich in den 80ern rein stilistisch interessant(er)).
Inhalt: Einzig ein Beweis dafür, dass Menschen an sich wirklich niedere Wesen sind, die sich - auch dreißig Jahre später - kaum weiterentwickelt haben.
TW (!) sexualisierte Gewalt, sexueller Missbrauch, Drogenmissbrauch.
Inhalt: Einzig ein Beweis dafür, dass Menschen an sich wirklich niedere Wesen sind, die sich - auch dreißig Jahre später - kaum weiterentwickelt haben.
TW (!) sexualisierte Gewalt, sexueller Missbrauch, Drogenmissbrauch.
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April 1, 2022Literarisch irgendwie echt gut, inhaltlich irgendwie echt abstoßend
Die Figuren sind alle ultra narzisstisch und emotional abgestumpft und sexistisch, deswegen weiß ich nicht genau wie ich das ganze finde.
Die Figuren sind alle ultra narzisstisch und emotional abgestumpft und sexistisch, deswegen weiß ich nicht genau wie ich das ganze finde.
March 6, 2024
amerikanisches faserland - unterschied zum deutschen ist, dass die jugendlichen mehr geld, noch mehr langeweile und keine nazi-großeltern haben.
September 4, 2026
Glaube ich checke einfach reich und auf Drogen sein nicht
March 28, 2024
So ein Buch schreiben...
November 15, 2023
Der Roman ist wie Skins, wenn alle reiche Eltern hätten und noch weniger Gewissen.
Die letzten 30 Seiten hat Bret sich dann schonmal auf American Psycho vorbereitet.
Die letzten 30 Seiten hat Bret sich dann schonmal auf American Psycho vorbereitet.
August 4, 2026
Wohlstandsverwahrlosung. Kenne ich nicht.
January 11, 2016
Das also ist das Debüt des Mannes, der mit American Psycho so bekannt geworden ist. Die Legende besagt, Ellis hat Unter Null auf Speed und als Hausarbeit für seinen Creative Writing-Kurs geschrieben, so im Rausch, dass er sich nicht mehr wirklich daran erinnern kann, es geschrieben zu haben. In etwa so liest sich der Roman auch.
Clay fliegt über Weihnachten nach Hause nach L.A. und verbringt dort einige Tage mit alten Freunden. Tage voller Alkohol, Drogen und exzessiven Parties. Und irgendwann geht er wieder. Das ist die Story. Aber es geht auch nicht um die Story, sondern um das Gefühl, die Atmosphäre, die Szene. Ein distanziertes, fast taubes Gefühl, nihilistisch, zerstörend und verstörend. Und definitiv nicht meine Szene.
Eine Zeitlang war ich fasziniert von dem, was Ellis beschreibt. Aber irgendwann kommt der Punkt, dass die Szenen austauschbar sind und weder Story, noch Atmosphäre weiterbringen. Erst gegen Ende beginnt Ellis, die Szene nochmal krasser zu beschreiben, das Gefühl zu verstärken, sodass ich nach der letzten Seite erstmal dasaß und dieses Gefühl wieder abschütteln musste. Vielleicht ist das die Idee des Romans. Mir eine Lebenswirklichkeit zu zeigen, mit der ich absolut nichts zu tun habe und mich unglaublich froh zu machen, dass dem so ist. Tatsächlich hätte das Unter Null dafür aber auch nur halb so dick sein müssen.
Clay fliegt über Weihnachten nach Hause nach L.A. und verbringt dort einige Tage mit alten Freunden. Tage voller Alkohol, Drogen und exzessiven Parties. Und irgendwann geht er wieder. Das ist die Story. Aber es geht auch nicht um die Story, sondern um das Gefühl, die Atmosphäre, die Szene. Ein distanziertes, fast taubes Gefühl, nihilistisch, zerstörend und verstörend. Und definitiv nicht meine Szene.
Eine Zeitlang war ich fasziniert von dem, was Ellis beschreibt. Aber irgendwann kommt der Punkt, dass die Szenen austauschbar sind und weder Story, noch Atmosphäre weiterbringen. Erst gegen Ende beginnt Ellis, die Szene nochmal krasser zu beschreiben, das Gefühl zu verstärken, sodass ich nach der letzten Seite erstmal dasaß und dieses Gefühl wieder abschütteln musste. Vielleicht ist das die Idee des Romans. Mir eine Lebenswirklichkeit zu zeigen, mit der ich absolut nichts zu tun habe und mich unglaublich froh zu machen, dass dem so ist. Tatsächlich hätte das Unter Null dafür aber auch nur halb so dick sein müssen.
January 10, 2020
Unter Null ist ein schwieriges Werk, das soll und muss es bei seiner Thematik sein, sonst wäre es auch kein wahres Easton Ellis. Diesen Grundstein hat der Autor schon 1984 mit seinem Erstling, eigentlich als Abschlussarbeit gedacht, gelegt und ist sich dem treu geblieben. In kompakten Episoden aus der Sicht des jungen Erwachsenen Clay schildert er das klischeehafte Leben Jugendlicher von reichen Eltern in der Stadt der Engel und nie eingetretener Träume, Los Angeles. Der Leser begleitet die Figuren dabei auf diverse Partys, ins Kino, in Restaurants, Drogen und abgehackte Dialoge dürfen niemals fehlen. Unter Null hat kein Ziel, keine Spannungskurve, es skizziert schlicht den vor sich hin vegetierenden Alltag einer Generation, für die wenig bis nichts eine Rolle spielt und nur die Extreme Emotionen hervorrufen. Garniert ist das ganze durch banale Rückblicke in die früheren Jahre des Hauptcharakters, die eine Pseudo-Tiefgründigkeit hervorrufen und mit denen sich Ellis sich selbst auf die Schippe zu nehmen scheint. Was übrig bleibt, ist eine Polarisierung, die den Kult um das Debut verständlich macht und eine faszinierende Sucht auslöst, bedingt durch die dynamische Erzählweise mitsamt seiner Zeitsprünge - gewiss ist es aber auch starke Geschmacksache, ob man hier drin gewieften Witz und Anspruch, oder nur inhaltslose Seiten findet. ***3/4
March 30, 2023
Als ich "Unter Null" von Bret Easton Ellis, übersetzt von Sabine Hedinger, begann, war ich unschlüssig, ob es mir gefallen würde - vor allem wegen der Sprache, die das genaue Gegenteil von dem ist, was ich normalerweise schätze. Ellis' Sprache ist kalt, schmucklos, direkt und fast von jeglicher Poesie befreit. Und trotzdem, jetzt, nach diesem Höllensturz von Leseerfahrung, bin ich begeistert. Die Geschichten, die der Ich-Erzähler Clay uns aus seinem Leben schildert, können gar nicht anders geschrieben sein, als sie es hier sind - vor allem auch, weil die Sprache den Protagonisten und seine Freund*innen ganz genau spiegelt - völlig ambitionslos, distanziert, zwingend cool - beinahe unterkühlt, eben unter 0°. Alles wird in diesem Ton erzählt: das weihnachtliche Abendessen mit der Familie genauso wie der Sex und das Schauen eines Snuffvideos oder gar der Horror, der auf den letzten 20 Seiten des Buches wartet. Ich bin hingerissen, freue mich wahnsinnig auf The Shards und bin glücklich, nicht im LA der 80er Jahre 18 gewesen zu sein.
February 4, 2015
Mit seinem Debüt schrieb Bret Easton Ellis eine gnadenlose Nahaufnahme der verwöhnten und sinnsuchenden Jugend im Hollywood der 80er Jahre. Clay und seine "Freunde" verbringen die Festtagsferien mit viel Nichts. Drogen, sinnloses rumkurven in teuren Autos, ficken und Leere. Unter Null ist nicht nur die zwischenmenschliche Wärme (so sind Familienmitglieder egal, Mitmenschen leere Hüllen) sondern auch der Inhalt des Lebens.
Hyperrealistisch und direkt aus dem Leben gegriffen, verarbeitet Ellis eigene Erfahrungen und Eindrücke seiner Jugend. Sein direkter und lakonischer Schreibstil fand hier den Anfang, und trifft die Botschaft genau auf den Kopf. Ein Buch, dass gnadenlos die Mängel der verwöhnten Gesellschaft offenbart und grausam die Augen der Leser auf alles richtet. Wegschauen geht nicht, soll nicht.
Hyperrealistisch und direkt aus dem Leben gegriffen, verarbeitet Ellis eigene Erfahrungen und Eindrücke seiner Jugend. Sein direkter und lakonischer Schreibstil fand hier den Anfang, und trifft die Botschaft genau auf den Kopf. Ein Buch, dass gnadenlos die Mängel der verwöhnten Gesellschaft offenbart und grausam die Augen der Leser auf alles richtet. Wegschauen geht nicht, soll nicht.
June 7, 2023
Der großartige Bret Easton Ellis nimmt uns in seinem Debütroman mit in das Leben der jungen reichen Oberschicht des Los Angeles der 80er Jahre, deren Alltag durch einen stumpfsinnigen, ins scheinbar Unermessliche zu steigernden Rausch aus Drogen, Partys, Sex und Gewalt bestimmt wird. Ich-Erzähler Clay ist "dabei", aber doch "nicht wirklich da" und will letztlich "auch noch das Schlimmste erleben".
Mit "Unter Null" hat Ellis nicht nur die Grundlage geschaffen für seine eigenen späteren Erfolge, insbesondere "American Psycho" und "The Shards", sondern auch die deutschsprachige Popliteratur beeinflusst wie wohl kein anderer Autor.
Dank seines auf faszinierende Weise fesselnden Schreibstils überzeugt dieses kleine (Kult-)Buch - im Original wie mit Abschlägen in der deutschen Übersetzung - von der ersten bis zur letzten Seite.
Mit "Unter Null" hat Ellis nicht nur die Grundlage geschaffen für seine eigenen späteren Erfolge, insbesondere "American Psycho" und "The Shards", sondern auch die deutschsprachige Popliteratur beeinflusst wie wohl kein anderer Autor.
Dank seines auf faszinierende Weise fesselnden Schreibstils überzeugt dieses kleine (Kult-)Buch - im Original wie mit Abschlägen in der deutschen Übersetzung - von der ersten bis zur letzten Seite.
November 16, 2015
Los Angeles, 1980er. Die Kinder reicher, aber desinteressierter Eltern finden inmitten von Partys, Ficken und Drogen keinen Sinn mehr. Alles ist egal, das Leben wird aus der Distanz betrachtet, Mitgefühl gibt es nicht. Das Reich des Stumpfsinns.
Bret Easton Ellis ist mit seinem Erstling ein Zeitdokument gelungen, das das geistlose Treibenlassen und die grenzenlose Leere einer degenerierten Gesellschaft aufzeigt, in der Emotionen ein Fremdwort sind. Mit dem lakonischen Schreibstil und den ziellosen Charakteren erinnert der Roman an einen modernen "Catcher in the Rye" - wobei "Less Than Zero" um einiges verstörender ist.
Bret Easton Ellis ist mit seinem Erstling ein Zeitdokument gelungen, das das geistlose Treibenlassen und die grenzenlose Leere einer degenerierten Gesellschaft aufzeigt, in der Emotionen ein Fremdwort sind. Mit dem lakonischen Schreibstil und den ziellosen Charakteren erinnert der Roman an einen modernen "Catcher in the Rye" - wobei "Less Than Zero" um einiges verstörender ist.
October 18, 2016
Habe das Buch gelesen, weil Stuckrad-Barre es in "Panikherz" über den grünen Klee lobt.
Sehr gutes Buch. Kurzweilig. Hat mir gut gefallen.
Das Buch kann man auch ganz prima auf englisch lesen.
Ich werde es später erneut lesen.
Sehr gutes Buch. Kurzweilig. Hat mir gut gefallen.
Das Buch kann man auch ganz prima auf englisch lesen.
Ich werde es später erneut lesen.
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