A close examination of the industrial life and institutions of the Middle Ages and of that inventiveness that laid the foundations for our present technologically oriented society
Jean Gimpel was a man of great physical and intellectual energy, with a big heart and strong sense of justice. A profound and very practical interest in technology, and especially that of the Middle Ages, was the thread that ran through his working life. It yielded two classic studies, The Cathedral Builders (1958) and The Medieval Machine: the Industrial Revolution of the Middle Ages (1976), underpinned two further books, The Cult of Art: against art and artists (1968) and The End of the Future (1995), and helped make him an effective saboteur in the French Resistance. For his services during the Second World War he was awarded the Croix de Guerre, the Medaille de Resistance and the Legion d'Honneur.
Den wichtigsten Beitrag, den dieses Werk leistet, ist ein Verständnis davon, dass die Menschen in Europa schon lange vor der Aufklärung und der Dampfmaschine technische und intellektuelle Innovationen, die den Lebensstandard erheblich erhöht haben, hervorbrachten und nutzten. Diese Innovationen wurden vielfach vorangetrieben von einigen Adeligen und Klerikern. Damit widerlegt Gimpel das auch heute noch weit verbreitete (und in Schulen teilweise immer noch gelehrte) Bild eines dunklen Mittelalters, in dem sich Klerus und Adel zusammen gegen die Bürger Europas verschworen haben. Besonders der hydraulische Blasebalg, der den Eisenguss ermöglichte, die Windmühle, der Kompass und die Uhr waren revolutionäre Erfindungen, die die Möglichkeiten der Europäer verbesserten, den Wohlstand massiv anheben, die industrielle Revolution vorbereiten (und schlussendlich die Vormachtstellung Europas in der Welt sicherten) wie Gimpel aufzeigt. Dabei betrachtet Gimpel nicht nur die technische Perspektive, sondern auch die soziale Perspektive. Gimpel zeigt auf, wie in verschiedenen Gegenden Europas die technischen Entwicklungen auch soziale Umwälzungen nach sich zogen, die oft auch von Bauern und Arbeitern genutzt wurden, um sich gegen ihre Dienstherren und Arbeitgeber entgegenzustellen und um so ihre eigene Situation zu verbessern- lange vor Marx und co. Einige Berufsstände wurden sogar direkt von der Krone geschützt und mit kaum vergleichbaren Rechten ausgestattet (so z. B. die Bergarbeiter in England und Teilen Deutschlands), weil sich ihre Tätigkeit als so immens wichtig für den Wohlstand der Gesellschaft herausstellte. Damit ist der Titel 'industrielle Revolution des Mittelalters' auch aus dieser Perspektive treffend gewählt. Allerdings scheinen einige Informationen, die das Buch bereitstellt, auch veraltet zu sein. So deutet Gimpel zumindest an, dass er glaube, dass die Hexenverfolgung und Inquisition vor allem ein Phänomen des Mittelalters waren, wobei sie in Wahrheit im Mittelalter kaum eine Rolle gespielt haben und auch nur wenige Männer und Frauen am Ende wirklich auf dem Scheiterhaufen oder anderweitig endeten. Aber gut, das Buch ist auch schon ein paar Jahre älter. Was generell interessant gewesen wäre, wäre eine Übersicht darüber, wie die Institutionen den Fortschritt vorangetrieben haben. Gimpel beschreibt zwar immer wieder einige Männer, oft Geistliche und Adlige, die geforscht und/oder investiert haben, aber die grundsätzliche (Mehrheits-)Haltung von Kirche und Adel beleuchtet er leider nicht. Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Buch.