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Notes from Underground
In 1864, just prior to the years in which he wrote his greatest novels — Crime and Punishment, The Idiot, The Possessed and The Brothers Karamazov — Fyodor Dostoyevsky (1821–1881) penned the darkly fascinating Notes from the Underground. Its nameless hero is a profoundly alienated individual in whose brooding self-analysis there is a search for the true and the good in a world of relative values and few absolutes. Moreover, the novel introduces themes — moral, religious, political and social — that dominated Dostoyevsky's later works. Notes from the Underground, then, aside from its own compelling qualities, offers readers an ideal introduction to the creative imagination, profundity and uncanny psychological penetration of one of the most influential novelists of the nineteenth century. Constance Garnett's authoritative translation is reprinted here, with a new introduction.
136 pages, Paperback
First published January 1, 1864
About the author
Fyodor Dostoevsky
3,510 books79.5k followers
Фёдор Михайлович Достоевский
(Russian)
Works, such as the novels Crime and Punishment (1866), The Idiot (1869), and The Brothers Karamazov (1880), of Russian writer Feodor Mikhailovich Dostoyevsky or Dostoevski combine religious mysticism with profound psychological insight.
Very influential writings of Mikhail Mikhailovich Bakhtin included Problems of Dostoyevsky's Works (1929),
Fyodor Mikhailovich Dostoevsky composed short stories, essays, and journals. His literature explores humans in the troubled political, social, and spiritual atmospheres of 19th-century and engages with a variety of philosophies and themes. People most acclaimed his Demons(1872) .
Many literary critics rate him among the greatest authors of world literature and consider multiple books written by him to be highly influential masterpieces. They consider his Notes from Underground of the first existentialist literature. He is also well regarded as a philosopher and theologian.
See also:
Russian → Фёдор Михайлович Достоевский
French → Fédor Dostoïevski
French → Fiodor Dostoïevski
Spanish → Fiódor Dostoyevski
Portuguese → Fiódor Dostoiévski
Works, such as the novels Crime and Punishment (1866), The Idiot (1869), and The Brothers Karamazov (1880), of Russian writer Feodor Mikhailovich Dostoyevsky or Dostoevski combine religious mysticism with profound psychological insight.
Very influential writings of Mikhail Mikhailovich Bakhtin included Problems of Dostoyevsky's Works (1929),
Fyodor Mikhailovich Dostoevsky composed short stories, essays, and journals. His literature explores humans in the troubled political, social, and spiritual atmospheres of 19th-century and engages with a variety of philosophies and themes. People most acclaimed his Demons(1872) .
Many literary critics rate him among the greatest authors of world literature and consider multiple books written by him to be highly influential masterpieces. They consider his Notes from Underground of the first existentialist literature. He is also well regarded as a philosopher and theologian.
See also:
Russian → Фёдор Михайлович Достоевский
French → Fédor Dostoïevski
French → Fiodor Dostoïevski
Spanish → Fiódor Dostoyevski
Portuguese → Fiódor Dostoiévski
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Displaying 1 - 30 of 164 reviews
September 2, 2023
“Entweder ein Held sein oder im Schmutze liegen; ein Mittelding gab es für mich nicht.“
Oder
Preferring Not to, Part II
Aufzeichnungen aus dem Kellerloch ist ein verhältnismäßig kurzer Text, vor allem nach den Maßstäben Dostojewskijs, doch es ließe sich ohne Probleme seitenweise über ihn schreiben. Dies könnte auch ich vor allem deshalb, weil ich auch mehrere Tage, nachdem ich das Buch beendet habe, immer noch nicht recht weiß, was ich über den namenlosen Erzähler denken soll, der im ersten Teil des Romans seine von hilflos sich auflehnendem Haß geprägten Ansichten über die moderne Gesellschaft vorträgt, und im zweiten Teil biographische Splitter zum besten gibt. Ist er einfach ein von Minderwertigkeitsgefühlen und Selbstzweifeln geplagter Mensch, der diese Gefühle nicht nur genießt – weshalb er sich denn eigens unter großen Mühen in Situationen begibt, in denen er sich selbst vor Menschen erniedrigen kann, die ohnedies schon auf ihn herabblicken – und der im Anschluß einer sadistischen Neigung nachgibt, indem er Menschen wie die Prostituierte Lisa geschickt manipuliert und sein zweckloses Spiel mit ihnen treibt, bevor er sich dann wieder in seine eigene Muschelschale zurückzieht? Oder ist er wirklich jemand, der eine große Tragik im modernen Leben sieht, ein existentialistischer Freiheitskämpfer, der aber deswegen in der Realität verachtenswert erscheint, weil er in sich nicht die Konsequenz und den Mut hat, entsprechend seinen Überzeugungen zu handeln?
Gerade der erste Teil spricht viele Gedanken an, die vielleicht auch dem einen oder anderen Menschen in der modernen Zeit kommen mögen – etwa, wenn er sich mit der Frage der menschlichen Freiheit auseinandersetzt und Dinge wie die folgenden sagt:
„Dann, sagen Sie, wird die Wissenschaft selbst den Menschen darüber belehren (wiewohl das nach meiner Ansicht sogar ein Luxus ist), daß er tatsächlich weder einen Willen noch eine Laune besitzt und auch niemals besessen hat, sondern daß er selbst nichts weiter ist als eine Art von Klaviertaste oder von Stift in einem Leierkasten, und daß es außerdem auf der Welt noch die Naturgesetze gibt, so daß alles, was er nur tun mag, überhaupt nicht nach seinem Willen, sondern von selbst, nach den Naturgesetzen geschieht. Folglich braucht man diese Naturgesetze nur zu entdecken, und der Mensch wird für seine Handlungen nicht mehr verantwortlich sein und ein überaus leichtes Leben haben.“
„Es gibt nur einen Fall, nur einen einzigen, wo der Mensch absichtlich und wissentlich sich sogar etwas Schädliches, Dummes, ja etwas riesig Dummes wünschen kann, nämlich um das Recht zu haben, sich sogar etwas riesig Dummes zu wünschen und nicht durch die Pflicht dazu gezwungen zu sein, sich nur Kluges zu wünschen.“
Gerade wir heutigen Menschen leben in Zeiten, in denen die Hirnforschung nicht nur erhebliche Zweifel an der Freiheit des menschlichen Willens aufgeworfen hat, sondern in denen es verschiedene Expertenkasten gibt, die uns von der Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Transformation zu überzeugen versuchen – eigentlich ist es weniger Überzeugungsarbeit als Manipulation oder Über-die-Köpfe-Hinwegreden im Verein mit Einschüchterungsmaßnahmen gegenüber abweichenden Meinungen –, um vorhergesagten Gefahren wie der „Klimakatastrophe“ oder globalen Verwerfungen durch den Kapitalismus zu entgehen und stattdessen woken sozialen Utopien entgegenzusteuern. [1] Der Mensch wird immer mehr als etwas Formbares und als Gegenstand der Umerziehung gesehen – und diejenigen, die diesen Blick haben, beanspruchen, dabei selbstsicher moralisierend, im Besitze einer höheren und von Menschenfreundlichkeit getragenen Wahrheit zu sein. Ist es in diesem Zusammenhang nicht legitim, sich diesen höheren Wahrheiten zu verweigern und darauf zu bestehen, daß das Recht auf Selbstbestimmung auch die Möglichkeit umfaßt, etwas scheinbar oder wirklich Dummes oder Absurdes zu tun? Vielleicht birgt das Bartleby’sche I would prefer not to am Ende die Möglichkeit, seine eigene Würde zu wahren, und das scheinbar Dumme ist gar nicht so dumm, wenn sich die „höheren Wahrheiten“ als Schall und Rauch erweisen. Und selbst wenn Letzteres nicht der Fall sein sollte, wer, wenn nicht ich selbst, hat das Recht, mein Leben „höheren Wahrheiten“ unterzuordnen?
Der namenlose Erzähler geht aber noch einen Schritt weiter, denn für ihn scheint es den pursuit of happiness nicht wirklich zu geben, der die oben gestellten Fragen legitimieren könnte. Er sieht in der menschlichen Existenz etwas an sich Sinnloses und Entwürdigendes, wenn er beispielsweise die pervertierte Lust des an Zahnschmerzen leidenden und leidend stöhenden Menschen anspricht und analysiert:
“In diesem Stöhnen kommt der Genuß des Leidenden zum Ausdruck; wenn er darin keinen Genuß fände, so würde er nicht stöhnen. Das ist ein gutes Beispiel, meine Herren, und ich werde es noch weiter benutzen. In diesem Stöhnen kommt erstens die ganze für Ihre Erkenntnis demütigende Zwecklosigkeit Ihres Schmerzes zum Ausdruck, die ganze Gesetzmäßigkeit der Natur, auf die Sie selbstverständlich spucken können, durch die Sie aber trotzdem leiden, während sie selbst nicht leidet. Es kommt darin die Erkenntnis zum Ausdruck, daß niemand vorhanden ist, der Ihr Feind wäre, der Schmerz aber vorhanden ist, die Erkenntnis, daß Sie samt allen möglichen Zahnärzten […] sich vollständig in der Sklaverei Ihrer Zähne befinden […]“
Sind die Bedeutungslosigkeit und Machtlosigkeit des Individuums im Kontext natürlicher Gegebenheiten nun Gründe, die gegen das Bedürfnis des Menschen nach Autonomie sprechen – wenn doch sowieso alles sinnlos ist –, oder stärken sie vielmehr den Anspruch des einzelnen, seine Würde im Anspruch darauf, sein Leben so zu führen, wie er es für richtig hält? Im Text löst der namenlose Erzähler diesen Widerspruch nicht recht auf, doch denke ich, daß gerade die objektive Sinnlosigkeit für einen Anspruch auf Eigenständigkeit und Freiheit spricht, denn gäbe es einen klar zu bestimmenden Sinn und eine von allen erkennbare Bedeutung, dann könnte man es wirklich den Neunmalklugen überlassen, diese aus dem Leben herauszulesen und daraus bis ins kleinste gehende Handlungsanweisungen für alle abzuleiten.
Der zweite, erzählerische Teil des Buches läßt uns dann aber am Leben des Erzählers teilhaben, und wir sehen mit Entsetzen, daß das Leben dieses Mannes, der mit gutem Recht an den fatalen Entwicklungen seiner Zeit leidet, ausgesprochen elend und verachtenswert ist. Da ist zum einen die krankhaft diebische Freude an der Selbsterniedrigung, zum anderen aber auch der Drang, die Erniedrigung anderen anzutun. Erklären läßt sich dies wohl nur durch die Verachtung, die der Erzähler, der sich selbst im Besitz einer höheren Wahrheit und größerer intellektueller wie sittlicher Gaben als andere wähnt, seinen Mitmenschen entgegenbringt. Im Hinblick auf die Beziehungen zwischen Liebenden etwa meint er:
“Auch in den Träumereien, denen ich mich in meiner Abgeschiedenheit hingab, habe ich mir die Liebe immer nur als einen Kampf vorgestellt, sie stets mit Haß begonnen und mit moralischer Unterjochung des geliebten Wesens beendet […]“
… und hier läßt sich zweifellos seine Unfähigkeit, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen und zu pflegen, erkennen, wobei man sich fragen kann, ob seine anfangs geäußerten Gedanken die Folge oder der Nährboden dieser Unfähigkeit sind. Insgesamt entfaltet sich hier der Blick auf eine trostlose, in selbstgewählter Isolation verharrende und zwischen gnadenlosem Selbsthaß und lächerlicher Arroganz oszillierenden Existenz, die den Leser nach der Lektüre des Textes ratlos und erschüttert zurückläßt. Sieht es so aus, wenn das um seine Autonomie ringende Individuum es versäumt, seine Fühler nach den Mitmenschen auszustrecken, und in ihnen, wie letztlich auch in sich selbst, nur Unrat zu entdecken vermag, den es mit zynischen Kommentaren zu verhöhnen gilt? Wenn dem so ist, dann ist der Text sicher auch ein Plädoyer dafür, die eigene Selbstentfaltung in den Kontext der einen selbst umgebenden Menschen zu stellen und sich seine Empathie zu bewahren und die letztliche Machtlosigkeit des Menschen gegenüber seiner Umwelt nicht etwa als seine Wertlosigkeit zu verstehen.
Der namenlose Erzähler indes tut genau dies, und somit kommt er auch zu dem erschreckenden Verdikt:
“ Wir sind Totgeburten und werden schon seit langer Zeit nicht von lebendigen Vätern erzeugt, und das sagt uns je länger je mehr zu. Wir kommen allmählich in Geschmack.“
[1] Aufzeichnungen aus dem Kellerloch kann – beispielsweise in den immer wieder auftauchenden kritischen Referenzen auf ein Bauen an einem Kristallpalast der Menschheit – auch als eine Kritik an Nikolaj Gawrilowitsch Tschernyscheskijs utopischem Roman Was tun? verstanden werden, der unter anderem die Aufgabe der Intelligenzija darin sieht, die sogenannten einfachen Menschen zum Sozialismus hin zu erziehen. Überhaupt kann ja im Sozialismus eine der ersten der modernen Utopien gesehen werden, die sich alle darin gleichen, daß einige wenige Auserwählte „wissenschaftliche Beweise“ dafür zu haben glauben, wie eine bessere Zukunft auszusehen habe, und sich anmaßen, diejenigen, die „noch nicht so weit sind“, in ihrem Sinne zu erziehen und zu leiten – und, wenn es nicht anders geht, auch unschädlich zu machen. Laut Tschernyschewskij war der Mensch zu seinem Glück verdammt, wobei nicht klar ist, ob sich das Possessivpronomen auf den Menschen oder auf die Vorstellungen Tschwernyschewskijs bezog. Kommt einem ja irgendwie bekannt vor.
July 16, 2022
Einfach grandios!!!
Sehr philosophisch und nach dieser langen Zeit so aktuell.
Sehr philosophisch und nach dieser langen Zeit so aktuell.
April 4, 2026
der protagonist denkt sehr viel, nimmt sich viel vor, macht davon aber nichts und glaubt an nichts. er ist sich selber sein grösstes hindernis und manövriert sich so schritt für schritt in den abgrund.
selten konnte ich mich abwechslungsweise mit jemandem so identifizieren und hab ihn zugleich so verabscheut. dostojewski schafft es, mit dem kleinen finger ganze weltbilder zu zerrütten und sympathiegefühle zu kontrollieren wie marionetten.
und auch philosophisch ist es ein genuss:
"na, machen sie doch einmal einen versuch, geben sie uns zum beispiel grössere selbständigkeit, binden sie irgendeinem von uns die hände los, erweitern sie den kreis seiner tätigkeit, lockern sie die bevormundung, und wir... ich versichere ihnen: wir werden sogleich wieder um die bevormundung bitten"
das buch ist nicht nur existentialistisch, psychologisch und poetisch. es ist irgendwie... ich kanns nicht mal in worte fassen... es ist eine wucht
ps: mein persönliches highlight war die stelle "der mensch liebt nur das streben nach dem ziele, nicht das ziel selbst" -> denn dieser gedanke wird heute von nietzsche über lacan bis zu žižek zugerechnet. dabei hats der gute alte fjodor einfach schon jahrzehnte früher einfach mal so in der tirade eines schizophrenen misanthropen hingeklatscht
selten konnte ich mich abwechslungsweise mit jemandem so identifizieren und hab ihn zugleich so verabscheut. dostojewski schafft es, mit dem kleinen finger ganze weltbilder zu zerrütten und sympathiegefühle zu kontrollieren wie marionetten.
und auch philosophisch ist es ein genuss:
"na, machen sie doch einmal einen versuch, geben sie uns zum beispiel grössere selbständigkeit, binden sie irgendeinem von uns die hände los, erweitern sie den kreis seiner tätigkeit, lockern sie die bevormundung, und wir... ich versichere ihnen: wir werden sogleich wieder um die bevormundung bitten"
das buch ist nicht nur existentialistisch, psychologisch und poetisch. es ist irgendwie... ich kanns nicht mal in worte fassen... es ist eine wucht
ps: mein persönliches highlight war die stelle "der mensch liebt nur das streben nach dem ziele, nicht das ziel selbst" -> denn dieser gedanke wird heute von nietzsche über lacan bis zu žižek zugerechnet. dabei hats der gute alte fjodor einfach schon jahrzehnte früher einfach mal so in der tirade eines schizophrenen misanthropen hingeklatscht
November 26, 2021
Aufzeichnungen eines Wutbürgers
Wut, die – heftiger, unbeherrschter, durch Ärger o. Ä. hervorgerufener Gefühlsausbruch, der sich in Miene, Wort und Tat zeigt (Quelle: Duden)
Warum liest man in Zeiten, in denen es vor Wutbürgern nur so wimmelt, ein Buch, was genau aus der Sicht eines solchen Grantlers geschrieben ist? Nun, erstens heißt der Autor Fjodor Dostojewski (er wäre in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden) und zweitens konnte der Manesse-Verlag, der die „Aufzeichnungen aus dem Untergrund“ in einer wahrhaftigen Prachtausgabe seiner berühmten und bei Freunden des gepflegten Buchs überaus beliebten Bibliothek hinzugefügt hat, wohl bei der Planung nicht ahnen, dass die unsägliche Pandemie eine Masse an eben diesen Wutbürgern hervorspülen würde. Wenn jeder seine Wut verschriftlichen würde statt auf die Straße zu gehen, würde uns allen wohl viel erspart bleiben *g*.
So lässt der namenlose Protagonist kein gutes Haar an allem und jedem und nimmt sich davon nicht aus. Schon der erste Satz offenbart den Leserinnen und Lesern, mit wem wir hier zu tun haben:
„Ich bin ein kranker Mensch…Ich bin ein zorniger Mensch.“ (S. 9)
Oha, das kann ja heiter werden…Nein, wird es nicht. Im Gegenteil: manchmal weiß man vor lauter Selbstmitleid, Selbstzweifel etc. des Protagonisten gar nicht, ob man weiterlesen will oder nicht. Zumal die langen inneren Monologe, die dem tiefsten Untergrund der menschlichen Seele entspringen, der geneigten Leserschaft einiges an Geduld abverlangen. Ich will nicht sagen, dass man für manche Passage ein Psychologiestudium braucht, aber es kommt dem schon verdammt nahe. Nicht umsonst hat Friedrich Nietzsche das Werk für einen wahren „Geniestreich der Psychologie“ (S. 303) gehalten. Na denn – er muss es wissen ha ha ha.
Der zweite Teil der Aufzeichnungen mit der Überschrift „Angelegentlich nassen Schnees“ kommt dann (sprachlich) geringfügig lockerer daher. Doch Vorsicht: wir sind weit von der Leichtigkeit eines – ähm – banalen Textes entfernt. Hier erzählt uns der Protagonist Erlebnisse, die ihm widerfahren sind und an deren Groteske wohl selbst Kafka gescheitert wäre – und das will schon was heißen *g*.
Das plötzliche Ende der Aufzeichnungen lässt die geneigte Leserschaft dann „aufatmen“ á la „Hey, geschafft. Und jetzt? Welche Erkenntnis nehme ich mit aus dem Untergrund an die Oberfläche?“ Nun, das muss und kann jede*r nur für sich beantworten; mich haben sie in dem Sinne beschäftigt, dass ich mir sicher bin, das schmale Büchlein gelegentlich noch einmal in die Hand zu nehmen.
Die zahlreichen Anmerkungen (insgesamt 48) sind mal interessant, mal vernachlässigbar, helfen aber, dass ein oder andere besser einzuordnen. Auch das anschließende Nachwort der Übersetzerin Ursula Keller, die – so scheint mir – überragende Übersetzungsarbeit geleistet hat, hilft bei der Einordnung der „Aufzeichnungen…“ in das Gesamtwerk Dostojewski´s und zeigt, dass er wohl nicht umsonst zu den wichtigsten Autoren Russlands gehört (hat) und seine Werke eine erstaunliche Aktualität aufweisen, was mir gerade beim Schreiben dieser Zeilen eine dicke Gänsehaut beschert.
Insgesamt liest sich diese Rezension wahrscheinlich eher nach 5* denn nach 4* (und die Gestaltung als solches hat mindestens 6* verdient). Aber da es keine „Wohlfühllektüre“ war, kann ich mich nicht dazu durchringen, die Bestnote zu zücken. Aber tendenziell ist die Bewertung eher mehr an der 5 als an der 4.
Eine Leseempfehlung spreche ich somit natürlich aus, allerdings sollten die „Aufzeichnungen…“ nur gelesen werden, wenn man sich in einem stabilen Zustand befindet – sonst besteht aus meiner Sicht die Gefahr einer depressiven Verstimmung.
©kingofmusic
Wut, die – heftiger, unbeherrschter, durch Ärger o. Ä. hervorgerufener Gefühlsausbruch, der sich in Miene, Wort und Tat zeigt (Quelle: Duden)
Warum liest man in Zeiten, in denen es vor Wutbürgern nur so wimmelt, ein Buch, was genau aus der Sicht eines solchen Grantlers geschrieben ist? Nun, erstens heißt der Autor Fjodor Dostojewski (er wäre in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden) und zweitens konnte der Manesse-Verlag, der die „Aufzeichnungen aus dem Untergrund“ in einer wahrhaftigen Prachtausgabe seiner berühmten und bei Freunden des gepflegten Buchs überaus beliebten Bibliothek hinzugefügt hat, wohl bei der Planung nicht ahnen, dass die unsägliche Pandemie eine Masse an eben diesen Wutbürgern hervorspülen würde. Wenn jeder seine Wut verschriftlichen würde statt auf die Straße zu gehen, würde uns allen wohl viel erspart bleiben *g*.
So lässt der namenlose Protagonist kein gutes Haar an allem und jedem und nimmt sich davon nicht aus. Schon der erste Satz offenbart den Leserinnen und Lesern, mit wem wir hier zu tun haben:
„Ich bin ein kranker Mensch…Ich bin ein zorniger Mensch.“ (S. 9)
Oha, das kann ja heiter werden…Nein, wird es nicht. Im Gegenteil: manchmal weiß man vor lauter Selbstmitleid, Selbstzweifel etc. des Protagonisten gar nicht, ob man weiterlesen will oder nicht. Zumal die langen inneren Monologe, die dem tiefsten Untergrund der menschlichen Seele entspringen, der geneigten Leserschaft einiges an Geduld abverlangen. Ich will nicht sagen, dass man für manche Passage ein Psychologiestudium braucht, aber es kommt dem schon verdammt nahe. Nicht umsonst hat Friedrich Nietzsche das Werk für einen wahren „Geniestreich der Psychologie“ (S. 303) gehalten. Na denn – er muss es wissen ha ha ha.
Der zweite Teil der Aufzeichnungen mit der Überschrift „Angelegentlich nassen Schnees“ kommt dann (sprachlich) geringfügig lockerer daher. Doch Vorsicht: wir sind weit von der Leichtigkeit eines – ähm – banalen Textes entfernt. Hier erzählt uns der Protagonist Erlebnisse, die ihm widerfahren sind und an deren Groteske wohl selbst Kafka gescheitert wäre – und das will schon was heißen *g*.
Das plötzliche Ende der Aufzeichnungen lässt die geneigte Leserschaft dann „aufatmen“ á la „Hey, geschafft. Und jetzt? Welche Erkenntnis nehme ich mit aus dem Untergrund an die Oberfläche?“ Nun, das muss und kann jede*r nur für sich beantworten; mich haben sie in dem Sinne beschäftigt, dass ich mir sicher bin, das schmale Büchlein gelegentlich noch einmal in die Hand zu nehmen.
Die zahlreichen Anmerkungen (insgesamt 48) sind mal interessant, mal vernachlässigbar, helfen aber, dass ein oder andere besser einzuordnen. Auch das anschließende Nachwort der Übersetzerin Ursula Keller, die – so scheint mir – überragende Übersetzungsarbeit geleistet hat, hilft bei der Einordnung der „Aufzeichnungen…“ in das Gesamtwerk Dostojewski´s und zeigt, dass er wohl nicht umsonst zu den wichtigsten Autoren Russlands gehört (hat) und seine Werke eine erstaunliche Aktualität aufweisen, was mir gerade beim Schreiben dieser Zeilen eine dicke Gänsehaut beschert.
Insgesamt liest sich diese Rezension wahrscheinlich eher nach 5* denn nach 4* (und die Gestaltung als solches hat mindestens 6* verdient). Aber da es keine „Wohlfühllektüre“ war, kann ich mich nicht dazu durchringen, die Bestnote zu zücken. Aber tendenziell ist die Bewertung eher mehr an der 5 als an der 4.
Eine Leseempfehlung spreche ich somit natürlich aus, allerdings sollten die „Aufzeichnungen…“ nur gelesen werden, wenn man sich in einem stabilen Zustand befindet – sonst besteht aus meiner Sicht die Gefahr einer depressiven Verstimmung.
©kingofmusic
September 1, 2022
"Denn die direkte, regelmäßige, unmittelbare Frucht der Erkenntnis ist die Untätigkeit, das heißt das bewußte Dasitzen mit den Händen im Schoße. Ich habe davon bereits oben gesprochen. Ich wiederhole es mit allem Nachdruck: Alle Männer des unmittelbaren praktischen Handelns sind eben deshalb tätig, weil sie stumpfsinnig und beschränkt sind. Wie ist das zu erklären? Nun, folgendermaßen: Infolge ihrer Beschränktheit nehmen sie die nächstliegenden Ursachen, die Ursachen zweiten Grades, für uranfangliche und gelangen auf diese Weise schneller und leichter als andere Menschen zu der Überzeugung, daß sie eine unwandelbare Grundlage für ihr Handeln gefunden haben; na, und da beruhigen sie sich denn; und das ist ja die Hauptsache.
Denn wenn man anfangen soll zu handeln, so muß man vorher vollständig beruhigt sein, und es dürfen keine Zweifel mehr bei einem zurückbleiben. Na, aber wie könnte zum Beispiel ich mich beruhigen? Wo habe ich uranfangliche Ursachen, auf die ich mich stützen könnte; wo habe ich die erforderlichen Grundlagen? Woher soll ich die nehmen? Ich übe mich im Denken, und folglich zieht bei mir jede uranfangliche Ursache sofort eine andere noch tiefer liegende Ursache hinter sich her, und so weiter bis ins Unendliche. Darin besteht eben das Wesen aller Erkenntnis und allen Denkens. Da hätten wir also schon wieder die Naturgesetze."
Wer bei diesen Sätzen, deren unglaubliche Schärfe jeden verständigen und erfahrenen Menschen in Erstaunen versetzen müsste, kein gedankliches Jauchzen empfindet, gehört womöglich schon zu den Stumpfsinnigen, von denen Dostojewski hier schreibt.
Dass Dostojewski einer der größten Psychologen der Weltliteratur war/ist, dürfte allgemein bekannt sein, wofür er jedoch wenig gerühmt wird, ist seine Fähigkeit, unsere Wahrnehmungen und Gemütsregungen dermaßen tiefgründig zu erforschen, dass es nicht nur psychologisch, sondern gespenstisch wirkt. Ein wahrer Vermesser der Seele. Nietzsche nannte dieses Werk zu Recht "ein psychologisches Meisterwerk", aber es ist noch mehr als das. Man kann es nicht in Worte fassen.
Wir bekommen Einblicke in die Seele eines verbitterten Eremiten und hören seine Gründe für die zwingende Notwendigkeit, mit welcher er sich sein selbst gewähltes Gefängnis schuf. Der Protagonist hier hat buchstäblich keine Wahl, als sich aus der Gesellschaft zurückzuziehen, nicht nur weil er durch den Umgang in ihr zu viele Erkenntnisse ergattert hat, sondern weil ihm dabei seine Krankheit bewusst wurde, welche aus einer natürlichen Notwendigkeit heraus entstand.
Sein Geist, sein ganzes Wesen, seine Neigungen und Genüsse, waren wie sie waren, doch so wie sie waren, so durften sie eben nicht sein, so erlaubte es die Natur der meisten Menschen nicht, doch so hatte die Natur eben ihn geschaffen, und so muss er in ein Kellerloch gehen und dabei Genuß empfinden. Denn alle handeln aus einer gewissen Notwendigkeit ihrer Beschaffenheit heraus, und keiner ist daran Schuld.
Diese wenigen Worte vermögen nicht mal ansatzweise anzudeuten, was man aus einem solch großartigen, psychologischen Portrait alles zu verstehen lernt und vorallem, in meinem sonderbaren Fall, wie vieles ganz plötzlich einen anderen Sinn ergibt.
Denn wenn man anfangen soll zu handeln, so muß man vorher vollständig beruhigt sein, und es dürfen keine Zweifel mehr bei einem zurückbleiben. Na, aber wie könnte zum Beispiel ich mich beruhigen? Wo habe ich uranfangliche Ursachen, auf die ich mich stützen könnte; wo habe ich die erforderlichen Grundlagen? Woher soll ich die nehmen? Ich übe mich im Denken, und folglich zieht bei mir jede uranfangliche Ursache sofort eine andere noch tiefer liegende Ursache hinter sich her, und so weiter bis ins Unendliche. Darin besteht eben das Wesen aller Erkenntnis und allen Denkens. Da hätten wir also schon wieder die Naturgesetze."
Wer bei diesen Sätzen, deren unglaubliche Schärfe jeden verständigen und erfahrenen Menschen in Erstaunen versetzen müsste, kein gedankliches Jauchzen empfindet, gehört womöglich schon zu den Stumpfsinnigen, von denen Dostojewski hier schreibt.
Dass Dostojewski einer der größten Psychologen der Weltliteratur war/ist, dürfte allgemein bekannt sein, wofür er jedoch wenig gerühmt wird, ist seine Fähigkeit, unsere Wahrnehmungen und Gemütsregungen dermaßen tiefgründig zu erforschen, dass es nicht nur psychologisch, sondern gespenstisch wirkt. Ein wahrer Vermesser der Seele. Nietzsche nannte dieses Werk zu Recht "ein psychologisches Meisterwerk", aber es ist noch mehr als das. Man kann es nicht in Worte fassen.
Wir bekommen Einblicke in die Seele eines verbitterten Eremiten und hören seine Gründe für die zwingende Notwendigkeit, mit welcher er sich sein selbst gewähltes Gefängnis schuf. Der Protagonist hier hat buchstäblich keine Wahl, als sich aus der Gesellschaft zurückzuziehen, nicht nur weil er durch den Umgang in ihr zu viele Erkenntnisse ergattert hat, sondern weil ihm dabei seine Krankheit bewusst wurde, welche aus einer natürlichen Notwendigkeit heraus entstand.
Sein Geist, sein ganzes Wesen, seine Neigungen und Genüsse, waren wie sie waren, doch so wie sie waren, so durften sie eben nicht sein, so erlaubte es die Natur der meisten Menschen nicht, doch so hatte die Natur eben ihn geschaffen, und so muss er in ein Kellerloch gehen und dabei Genuß empfinden. Denn alle handeln aus einer gewissen Notwendigkeit ihrer Beschaffenheit heraus, und keiner ist daran Schuld.
Diese wenigen Worte vermögen nicht mal ansatzweise anzudeuten, was man aus einem solch großartigen, psychologischen Portrait alles zu verstehen lernt und vorallem, in meinem sonderbaren Fall, wie vieles ganz plötzlich einen anderen Sinn ergibt.
September 10, 2024
Der erste Teil dieser Erzählung ist ein wunderbar komponierter philosophisch-essayistischer Monolog des Protagonisten, in welchem er sich gegen die Synthese von Vernunft, Willen und persönlichem Vorteil wendet, indem er argumentiert, dass mitunter der größte Vorteil darin liegen kann, alle anderen positiven Effekte sowie den Verstand zu negieren, weil der oberste Zweck des Menschen das Beharren auf seiner Idiosynkrasie, das Versichern seiner Existenz als Selbst ist. Das ganze in wunderbarer Sprache, Gedankenfrische und rhetorischer Raffinesse.
Im zweiten Teil schildert der Erzähler einige Situationen, die er sechzehn Jahre zuvor erlebt hat, und in denen er als tragisch paradoxe Figur erscheint, die aufgrund ihrer Überempfindsamkeit an ihren sich gegeneinander ausspielenden Emotionen, Neigungen, Ansprüchen und Wünschen scheitert. Auf der Suche nach Nähe und Anerkennung kann er doch nicht anders, als alle von sich zu stoßen und sich lustvoll selbst bemitleiden. Psychologisch mit äußerster Präzision beobachtet, mit fantastischen Dialogen, nicht ohne den Witz und die Ironie, die Dostojewskij auszeichnen, symbolisch gerahmt durch verschiedene Motive wie die als Kellerloch bezeichnete Wohnung des Protagonisten oder der nasse Schnee, der auf St. Petersburgs unwirtliche Straßen fällt - ein Meisterwerk
Im zweiten Teil schildert der Erzähler einige Situationen, die er sechzehn Jahre zuvor erlebt hat, und in denen er als tragisch paradoxe Figur erscheint, die aufgrund ihrer Überempfindsamkeit an ihren sich gegeneinander ausspielenden Emotionen, Neigungen, Ansprüchen und Wünschen scheitert. Auf der Suche nach Nähe und Anerkennung kann er doch nicht anders, als alle von sich zu stoßen und sich lustvoll selbst bemitleiden. Psychologisch mit äußerster Präzision beobachtet, mit fantastischen Dialogen, nicht ohne den Witz und die Ironie, die Dostojewskij auszeichnen, symbolisch gerahmt durch verschiedene Motive wie die als Kellerloch bezeichnete Wohnung des Protagonisten oder der nasse Schnee, der auf St. Petersburgs unwirtliche Straßen fällt - ein Meisterwerk
November 15, 2021
>>Ich vermochte nicht nur nicht bösartig, sondern auch sonst nichts zu sein: nicht böse noch gut, nicht Mistkerl noch Ehrenmann, nicht Held noch Insekt. Und nun friste ich mein Leben in meinem einsamen Winkel und verhöhne mich selbst,...<<
„Aufzeichnungen aus dem Untergrund“ von Fjodor M. Dostojewski ist anlässlich des 200. Geburtstags am 11.11.2021 eine Neuübersetzung durch Ursula Keller, erschienen im Manesse Verlag. Zuerst einmal muss man sagen, dass dieses neue Gewand wirklich gelungen ist und für mich einen Teil der Stimmung dieser besonderen 'Aufzeichnung' gut einfängt! Insgesamt finde ich, beweist der Manesse Verlag bei der Gestaltung der neu aufgelegten Klassiker ein sehr gutes und geschmackvolles Händchen, wie ich finde. Auch die Übersetzungen empfand ich bisher als wirklich gut und vor allem immer mit den nötigen Erklärungen und Nachweisen etc. zum Verständnis.
Nun kommen wir aber zu Dostojewski's Werk... und hier maße ich mir nicht an eine Kritik, geschweige denn eine fachlich fundierte Analyse oder Dergleichen zu schreiben, da ich dafür gar nicht den nötigen fachlichen Backround habe. Viel mehr möchte ich auch hier auf mein Lesegefühl eingehen.
Innerhalb eines Monologs lässt der Ich-Erzähler uns hier sehr an seinen Gedanken teilhaben, diese zeugen nach meinem Empfinden von größtem Groll gegen Menschen und nicht zuletzt auch gegen sich selbst. Gleich zu Beginn setzte sich für mich eine melancholische aber auch sehr aggressive, mitunter von Ironie behaftete freche und negative Grundstimmung ein, die sich beim lesen durch das ganze Werk zog und mich dieses Buch hat wirklich nur in Häppchen lesen lassen können. Denn diese Negativität schlug auf mich als Leser über und es viel mir mitunter auch ein bisschen schwer mich von den Gedanken, die damit einher gingen loszureißen.
Letztlich übt der Ich-Erzähler hier nicht nur Kritik an sich selbst und anderen Menschen gegenüber, er benennt letztlich eben auch die Fehler im System und was daraus resultiert. Er greift alte Muster auf und zeigt, dass der Mensch aus seinen Fehlern letztlich nicht lernt, sondern diese wieder und wieder macht. Man schaut in den Spiegel und sitzt gleichzeitig in einem dunklen Loch, so hat es sich für mich beim Lesen mitunter angefühlt.
Letztlich war „Aufzeichnungen aus dem Untergrund“ eine echte Herausforderung, die ich ganz sicher nicht in Gänze aufnehmen konnte, dafür braucht es nach meinem Empfinden noch ganz ganz viele Blickwinkel mehr auf die Erzählung und auch vom Verständnis wesentlich mehr Hintergrundwissen. Aber mich hat dieses Buch sehr neugierig gemacht, wer Dostojewski ist, wie er gelebt hat, was sein Leben geprägt hat, mit welchen Menschen er sich umgeben hat und vor allem was vielleicht Auslöser, Ereignisse waren, die ihn haben solch eine innere Dunkelheit schreiben lassen. Und nach ein bisschen mehr Hintergrund zum Autor selber, gelingt mir dann vielleicht auch ein weiterer etwas veränderter oder erweiterter Blick auf sein Werk.
„Aufzeichnungen aus dem Untergrund“ von Fjodor M. Dostojewski ist anlässlich des 200. Geburtstags am 11.11.2021 eine Neuübersetzung durch Ursula Keller, erschienen im Manesse Verlag. Zuerst einmal muss man sagen, dass dieses neue Gewand wirklich gelungen ist und für mich einen Teil der Stimmung dieser besonderen 'Aufzeichnung' gut einfängt! Insgesamt finde ich, beweist der Manesse Verlag bei der Gestaltung der neu aufgelegten Klassiker ein sehr gutes und geschmackvolles Händchen, wie ich finde. Auch die Übersetzungen empfand ich bisher als wirklich gut und vor allem immer mit den nötigen Erklärungen und Nachweisen etc. zum Verständnis.
Nun kommen wir aber zu Dostojewski's Werk... und hier maße ich mir nicht an eine Kritik, geschweige denn eine fachlich fundierte Analyse oder Dergleichen zu schreiben, da ich dafür gar nicht den nötigen fachlichen Backround habe. Viel mehr möchte ich auch hier auf mein Lesegefühl eingehen.
Innerhalb eines Monologs lässt der Ich-Erzähler uns hier sehr an seinen Gedanken teilhaben, diese zeugen nach meinem Empfinden von größtem Groll gegen Menschen und nicht zuletzt auch gegen sich selbst. Gleich zu Beginn setzte sich für mich eine melancholische aber auch sehr aggressive, mitunter von Ironie behaftete freche und negative Grundstimmung ein, die sich beim lesen durch das ganze Werk zog und mich dieses Buch hat wirklich nur in Häppchen lesen lassen können. Denn diese Negativität schlug auf mich als Leser über und es viel mir mitunter auch ein bisschen schwer mich von den Gedanken, die damit einher gingen loszureißen.
Letztlich übt der Ich-Erzähler hier nicht nur Kritik an sich selbst und anderen Menschen gegenüber, er benennt letztlich eben auch die Fehler im System und was daraus resultiert. Er greift alte Muster auf und zeigt, dass der Mensch aus seinen Fehlern letztlich nicht lernt, sondern diese wieder und wieder macht. Man schaut in den Spiegel und sitzt gleichzeitig in einem dunklen Loch, so hat es sich für mich beim Lesen mitunter angefühlt.
Letztlich war „Aufzeichnungen aus dem Untergrund“ eine echte Herausforderung, die ich ganz sicher nicht in Gänze aufnehmen konnte, dafür braucht es nach meinem Empfinden noch ganz ganz viele Blickwinkel mehr auf die Erzählung und auch vom Verständnis wesentlich mehr Hintergrundwissen. Aber mich hat dieses Buch sehr neugierig gemacht, wer Dostojewski ist, wie er gelebt hat, was sein Leben geprägt hat, mit welchen Menschen er sich umgeben hat und vor allem was vielleicht Auslöser, Ereignisse waren, die ihn haben solch eine innere Dunkelheit schreiben lassen. Und nach ein bisschen mehr Hintergrund zum Autor selber, gelingt mir dann vielleicht auch ein weiterer etwas veränderter oder erweiterter Blick auf sein Werk.
October 30, 2025
Es git z'viel, wo ich zu dem buech sege chönt, aber z'wenig, wo am inhalt entspreche wür. ich wür sege, dass es en guete iistieg i sini literatur isch, da s'buech nöd ganz so wiir isch, wie verbrechen und strafe (was au en guete iistieg isch), aber trotzdem sehr "dostojewski" mässig isch.
5/5 stern:)
5/5 stern:)
January 29, 2026
Der Erste Teil war amazing. Beim zweiten war ich froh als er fertig war.
Aaaber ich kann sagen: Im Innern bin ich auch ein armer, verzweifelter Philosoph im Keller, der seine Meinung zu viel ändert so I guess relatable haha
Aaaber ich kann sagen: Im Innern bin ich auch ein armer, verzweifelter Philosoph im Keller, der seine Meinung zu viel ändert so I guess relatable haha
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October 9, 2025Ich glaube man braucht viel zeit und gedult um dieses buch richtig zu verstehen und gegebenenfalls zu bewerten. genau das hat mir gefehlt weswegen ich jetzt mal nicht bewerte, außerdem war die übersetzung irgendwie richtig arsch (würde das nächstes mal eher in englisch lesen)
March 3, 2023
Das Buch ist durchzogen von Hass, Trauer & Wut. Der Erzähler hat keinen Namen, er bleibt anonym, was für mich gezeigt hat wie sehr er sich für sich selbst, seine Gedanken & seine Taten schämt.
Er ist das perfekte Beispiel dafür, wie aus hass nur noch mehr hass entsteht. In der Schule wurde er wahrscheinlich immer gehänselt und hatte auch keine Familie. Aus diesen Hänseleien ist Selbsthass entstanden & dieser Selbsthass bzw. auch der Neid auf andere Mitschüler oder generell auf andere Mitmenschen, hat nur noch mehr hass gezürnt, als er sowieso schon in sich trug. Diese projiziert er dann auch noch auf andere, besonders auf seine alten Schulkameraden, auf Lisa & seinen Diener.
Im Endeffekt ist Notes from Underground einfach eine sehr traurige Geschichte von einem sehr traurigen und hasserfüllten Menschen, der in gewisser Art auch noch in Selbstmitleid versinkt.
Am Anfang startet die Geschichte zu dem noch sehr langweilig. Der erste Satz ist catchy, aber ansonsten gibt es einem nicht viel, was verleitet das Buch weiter zu lesen, außer vielleicht die länge, weil im Endeffekt ist es eh nicht so lang.
Ah und was war dieses Englisch, teilweise hab ich echt an meinem Wortschatz gezweifelt.
Naja, ich habs zu ende gelesen, yey.
Er ist das perfekte Beispiel dafür, wie aus hass nur noch mehr hass entsteht. In der Schule wurde er wahrscheinlich immer gehänselt und hatte auch keine Familie. Aus diesen Hänseleien ist Selbsthass entstanden & dieser Selbsthass bzw. auch der Neid auf andere Mitschüler oder generell auf andere Mitmenschen, hat nur noch mehr hass gezürnt, als er sowieso schon in sich trug. Diese projiziert er dann auch noch auf andere, besonders auf seine alten Schulkameraden, auf Lisa & seinen Diener.
Im Endeffekt ist Notes from Underground einfach eine sehr traurige Geschichte von einem sehr traurigen und hasserfüllten Menschen, der in gewisser Art auch noch in Selbstmitleid versinkt.
Am Anfang startet die Geschichte zu dem noch sehr langweilig. Der erste Satz ist catchy, aber ansonsten gibt es einem nicht viel, was verleitet das Buch weiter zu lesen, außer vielleicht die länge, weil im Endeffekt ist es eh nicht so lang.
Ah und was war dieses Englisch, teilweise hab ich echt an meinem Wortschatz gezweifelt.
Naja, ich habs zu ende gelesen, yey.
March 19, 2023
lieber nicht lesen :( das ende haut einem nochmal anders ins gesicht
January 14, 2022
Echt krass wie man den Charakter verachtet und sich davor fürchtet sich doch in ihm wiederzuerkennen.
November 14, 2024
Wolltet ihr schonmal dem Protagonisten eines Buches permanent eine reinhauen beim Lesen?
Das ist so ein Fall. Wenn ich das mit 16-18 gelesen hätte, hätte ich seine gesamt Persönlichkeit kopiert, zum glück hab ichs nicht.
Also wenn jemand 2 Jahre seine Rache plant weil ihn irgend ein dude mal angerempelt hat, dann sagt das was über völlig unterschiedliche Vorstellungen von Ehre damals in Russland und heute bei uns aus. aber es ist natürlich trotztdem komplett behämmert.
Jedenfalls: der protagonist geht einem wirklich unheimlich auf den senkel und das ist ja wohl gute Literatur. Props auch an Dostoyevsky dass er wußte, dass man sowas nicht auf 800 Seiten strecken sollte. Kurz genug um das elend zuende zu lesen.
Das ist so ein Fall. Wenn ich das mit 16-18 gelesen hätte, hätte ich seine gesamt Persönlichkeit kopiert, zum glück hab ichs nicht.
Also wenn jemand 2 Jahre seine Rache plant weil ihn irgend ein dude mal angerempelt hat, dann sagt das was über völlig unterschiedliche Vorstellungen von Ehre damals in Russland und heute bei uns aus. aber es ist natürlich trotztdem komplett behämmert.
Jedenfalls: der protagonist geht einem wirklich unheimlich auf den senkel und das ist ja wohl gute Literatur. Props auch an Dostoyevsky dass er wußte, dass man sowas nicht auf 800 Seiten strecken sollte. Kurz genug um das elend zuende zu lesen.
June 30, 2024
Ich habe mich so sehr in diesen verbitterten Mann hineinversetzt gefühlt, dass es mich gegruselt hat. Sabotiert der Mensch sich selbst aus Angst davor ans Ziel zu gelangen? Lieben wir das Leiden mehr als die Glückseligkeit?
February 4, 2025
Die letzten 20 Seiten sind einfach soooooooooo gut ❤️ Ich will mir gar keine Analysen oder Interpretationen durchlesen, sondern einfach das Gefühl verstanden zu werden voll auskosten :)
July 12, 2022
Auf Dostojewskij ist Verlass, wenn es darum geht, mich zum Nachdenken zu bringen.
January 2, 2026
4,5 Sterne
April 28, 2024
Ganz seltsam. Hat mir aber gut gefallen :)
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June 11, 2024"Ich bin ein kranker Mensch... Ich bin ein schlechter Mensch. Ich besitze nichts Anziehendes."
So beginnt Dostojewski seine brillanten "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch". Dieses Werk seziert in zwei Teilen die Psyche eines zutiefst verbitterten, zynischen Menschen und äußert dabei schwere Kritik an Utopismus und Rationalismus. Es erklärt die Unfehlbarkeit des Schlechtseins und das zwanghafte Bedürfnis der Welt zu trotzen.
Ich denke es lässt sich Vieles aus diesem Buch ziehen, welches ich beim erstmaligen Lesen noch nicht durchschaut habe, doch was ich sagen kann ist, dass es ein Bravourstück der Psychologie darstellt und verdient die 160 Jahre seit der Veröffentlichung überstanden hat.
So beginnt Dostojewski seine brillanten "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch". Dieses Werk seziert in zwei Teilen die Psyche eines zutiefst verbitterten, zynischen Menschen und äußert dabei schwere Kritik an Utopismus und Rationalismus. Es erklärt die Unfehlbarkeit des Schlechtseins und das zwanghafte Bedürfnis der Welt zu trotzen.
Ich denke es lässt sich Vieles aus diesem Buch ziehen, welches ich beim erstmaligen Lesen noch nicht durchschaut habe, doch was ich sagen kann ist, dass es ein Bravourstück der Psychologie darstellt und verdient die 160 Jahre seit der Veröffentlichung überstanden hat.
December 27, 2023
Hat mich jetzt nicht so bewegt
November 16, 2025
„Wenigstens habe ich mich während des Schreibens dieser Novelle die ganze Zeit geschämt: also ist es nicht mehr Literatur, sondern Korrektionsstrafe.“
November 11, 2021
Jedes Mal, wenn ich Dostojewski lese, bin ich erstaunt über sein Talent und verneige mich vor ihm als tiefgründigen Philosophen und Psychologen. Ob junges Mädchen, verletzlicher junger Mann oder vom Leben gezeichneter älterer Herr - jede Figur hat ihre eigenen Feinheiten, ihren eigenen Charakter, eigene Motive und Überzeugungen.
Zum 200. Geburtstag des russischen Schriftstellers ist nun eins seiner Werke neu übersetzt im Menasse-Verlag erschienen. "Aufzeichnungen aus dem Untergrund" (einst "Kellerloch") ist die Beichte eines ehemaligen St. Petersburger Beamten und gleichzeitig eine philosophische Analyse der menschlichen Natur.
Im ersten Teil der Geschichte erkundet der Protagonist das Wesen seiner zeitgenössischen Gesellschaft. Es wird deutlich, dass er seine Mitmenschen und die Realität verachtet. Um sich von der realen Welt zu lösen, flüchtet er sich in die Welt der Literatur. Als Denker und denkender Mensch steht er der Gesellschaft gegenüber und ist dennoch mit sich selbst unzufrieden. Er verachtet sich selbst für seine Schwäche, seine Feigheit und seine Unfähigkeit, sich seiner Umgebung zu stellen. Deshalb hat er sich entschieden, im Untergrund zu leben.
Der zweite Teil des Werks zeigt die Versuche des Protagonisten, von einem Extrem zum anderen zu eilen, um sich selbst seine Wirksamkeit und Macht zu beweisen. Der Leser wird mit mehreren Ereignissen konfrontiert, die der Autor als die anschaulichsten und aufschlussreichsten in seiner Biografie betrachtet.
Im Mittelpunkt von Dostojewskis Erzählung steht das Verhältnis zwischen dem Einzelnen und der ihn umgebenden Gesellschaft. Ohne dem Protagonisten auch nur einen Namen zu geben, unterstreicht der Autor die Kollektivität seiner Figur, denn die meisten denkenden Menschen sind mit der Gesellschaft und ihren "primitiven" Bedürfnissen und Werten unzufrieden.
Einerseits teilt der Autor die Beziehung des Helden zur Welt um ihn herum. Auf der anderen Seite zeigt Dostojewski seinen denkenden Anti-Helden verbittert, schwach und moralisch gefallen. Aufgrund seiner Unfähigkeit, seinen Gedanken Taten folgen zu lassen, wird der Protagonist der Gesellschaft nicht überlegen, sondern sinkt ganz nach unten. Der Autor verurteilt die banale Existenz der Gesellschaft und die passive Betrachtung dieser durch wirklich kreative und denkende Menschen.
Ursula Keller ist hier eine meiner Meinung nach sehr treffende Übersetzung gelungen, die vor allem den "Untergrund" als ein räumliches Bild der Isolation, der Abgeschnittenheit des Protagonisten von der Welt des Menschen, passend ins Deutsche überträgt.
Zum 200. Geburtstag des russischen Schriftstellers ist nun eins seiner Werke neu übersetzt im Menasse-Verlag erschienen. "Aufzeichnungen aus dem Untergrund" (einst "Kellerloch") ist die Beichte eines ehemaligen St. Petersburger Beamten und gleichzeitig eine philosophische Analyse der menschlichen Natur.
Im ersten Teil der Geschichte erkundet der Protagonist das Wesen seiner zeitgenössischen Gesellschaft. Es wird deutlich, dass er seine Mitmenschen und die Realität verachtet. Um sich von der realen Welt zu lösen, flüchtet er sich in die Welt der Literatur. Als Denker und denkender Mensch steht er der Gesellschaft gegenüber und ist dennoch mit sich selbst unzufrieden. Er verachtet sich selbst für seine Schwäche, seine Feigheit und seine Unfähigkeit, sich seiner Umgebung zu stellen. Deshalb hat er sich entschieden, im Untergrund zu leben.
Der zweite Teil des Werks zeigt die Versuche des Protagonisten, von einem Extrem zum anderen zu eilen, um sich selbst seine Wirksamkeit und Macht zu beweisen. Der Leser wird mit mehreren Ereignissen konfrontiert, die der Autor als die anschaulichsten und aufschlussreichsten in seiner Biografie betrachtet.
Im Mittelpunkt von Dostojewskis Erzählung steht das Verhältnis zwischen dem Einzelnen und der ihn umgebenden Gesellschaft. Ohne dem Protagonisten auch nur einen Namen zu geben, unterstreicht der Autor die Kollektivität seiner Figur, denn die meisten denkenden Menschen sind mit der Gesellschaft und ihren "primitiven" Bedürfnissen und Werten unzufrieden.
Einerseits teilt der Autor die Beziehung des Helden zur Welt um ihn herum. Auf der anderen Seite zeigt Dostojewski seinen denkenden Anti-Helden verbittert, schwach und moralisch gefallen. Aufgrund seiner Unfähigkeit, seinen Gedanken Taten folgen zu lassen, wird der Protagonist der Gesellschaft nicht überlegen, sondern sinkt ganz nach unten. Der Autor verurteilt die banale Existenz der Gesellschaft und die passive Betrachtung dieser durch wirklich kreative und denkende Menschen.
Ursula Keller ist hier eine meiner Meinung nach sehr treffende Übersetzung gelungen, die vor allem den "Untergrund" als ein räumliches Bild der Isolation, der Abgeschnittenheit des Protagonisten von der Welt des Menschen, passend ins Deutsche überträgt.
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May 23, 2024Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich von dem Roman halten soll. Der erste Part gefiel mir im Ganzen besser als der Anfang des zweiten Parts; das kann ich aus Überzeugung sagen. Schlussfolgernd quälte ich mich durch den zweiten Part vollständig. Hätte Dostojewksi nicht so geschrieben wie Fontane in seiner Blütezeit, hätte ich den Roman um einiges mehr genossen. Part 1 behandelt viele philosophische Themen, welches unter schlussendlich einem Essay ähnelte. Part 2 waren Erzählungen aus dem Leben des Erzählers; auch wenn dieser genau so awkward ist wie ich, konnte ich keine Motivation und Interesse in mir sammeln um konzentriert zu lesen.
Am Ende gilt: "Man lässt mich nicht ... Ich kann nicht ... ich kann kein guter Mensch sein!".
Am Ende gilt: "Man lässt mich nicht ... Ich kann nicht ... ich kann kein guter Mensch sein!".
February 21, 2025
Also de die Erzählig isch mir eis zhöch gsi und leider ghör ich nöd zu denne wo alles interpretiere chönnt aber ich ha freud a so sache, ich denke ich wird au immer besser drin.
Es gaht eigentlich um en egoistische, fiese, anonyme Autor wo eigentlich sini Gedanke, Glaubenssätz und Geschehnisse ungfiltert niderschriebt. Ich glaub de Herr wird als manisch-depressiv dargstellt. Es isch sicher au crazy gsi so eppis vor über 200 Jahr zschriebe.
Soooooo i liked iiittt, finde Dostojewski isch en sehr spannende Schriftsteller und freu mich anderi büecher vo ihm zläseeee
xoxo
Es gaht eigentlich um en egoistische, fiese, anonyme Autor wo eigentlich sini Gedanke, Glaubenssätz und Geschehnisse ungfiltert niderschriebt. Ich glaub de Herr wird als manisch-depressiv dargstellt. Es isch sicher au crazy gsi so eppis vor über 200 Jahr zschriebe.
Soooooo i liked iiittt, finde Dostojewski isch en sehr spannende Schriftsteller und freu mich anderi büecher vo ihm zläseeee
xoxo
June 28, 2026
"Meine Augen blitzten vor Leidenschaft, und ich drückte ihr kräftig die Hände. Wie hasste ich sie in diesemAugenblick und wie zog es michg leichzeitig zu ihr hin! Das eine Gefüihl überwältigte das andere. Das hatte beinahe mit Rache Ähnlichkeit! Auf ihrem Gesichte malte sich anfangs eine Art von verständnisloser Verwunderung, ja von Furcht, aber nur einen Augenblick lang."
Das wür sicher hard gah wenni das vorem erste weltchrieg glese het oder während eme mental health breakdown aber s hed mich jetzt nöd mega abgholt. De zweiti Teil gfallt mer vill meh als de ersti. Wems gfalle hed söll "Hunger" vom Hamsun lese.
Das wür sicher hard gah wenni das vorem erste weltchrieg glese het oder während eme mental health breakdown aber s hed mich jetzt nöd mega abgholt. De zweiti Teil gfallt mer vill meh als de ersti. Wems gfalle hed söll "Hunger" vom Hamsun lese.
February 17, 2023
*3,5 Sterne
Der erste Teil war eher in Form eines Monologs des Protagonisten. Dieser war sehr anstrengend zu lesen, da er sehr philosophisch ist. Aber trotzdem ganz interessant.
Der zweite Teil erzählt eine Geschichte aus dem Leben des Protagonisten. Hierbei merkt mensch schnell, dass der Protagonist eher ein psychotischer aber intelligenter Anti-Held ist.
Sehr lesenswert, da das Buch wieder nur 150 Seiten hat. Jedoch ist der erste Teil (50 Seiten) schon ein bisschen anstrengender zu lesen.
Der erste Teil war eher in Form eines Monologs des Protagonisten. Dieser war sehr anstrengend zu lesen, da er sehr philosophisch ist. Aber trotzdem ganz interessant.
Der zweite Teil erzählt eine Geschichte aus dem Leben des Protagonisten. Hierbei merkt mensch schnell, dass der Protagonist eher ein psychotischer aber intelligenter Anti-Held ist.
Sehr lesenswert, da das Buch wieder nur 150 Seiten hat. Jedoch ist der erste Teil (50 Seiten) schon ein bisschen anstrengender zu lesen.
August 20, 2026
Ich hoffe kein Mann liest dieses Buch und kann sich mit dem Hauptcharakter identifizieren oder mit ihm sympathisieren 😭🙏🏻
Dass der Mann aus dem Kellerloch sich von seinen "Freunden" erniedrigen lässt aber bei der ersten Gelegenheit wo er einer Frau begegnet, die ihm btw Menschlichkeit und Empathie entgegenbringt, diese direkt verspottet und verbal auf so eine ekelhafte und groteske Weise erniedrigt ist meiner Meinung nach ein Aspekt der in vielen Reviews vernachlässigt wird
Dass der Mann aus dem Kellerloch sich von seinen "Freunden" erniedrigen lässt aber bei der ersten Gelegenheit wo er einer Frau begegnet, die ihm btw Menschlichkeit und Empathie entgegenbringt, diese direkt verspottet und verbal auf so eine ekelhafte und groteske Weise erniedrigt ist meiner Meinung nach ein Aspekt der in vielen Reviews vernachlässigt wird
June 23, 2024
Die kritische Selbstanalyse über das Individuum und die Gesellschaft, aber vor allem über die Moral und den Ursprung von Gut und Böse.
Die widersprüchliche Ausdrucksweise macht den Einstieg etwas schwer, besonders der zweite Teil macht sich dafür aber allemal bezahlt.
Als psychologischer Klassiker einfach zeitlos und immer noch aktuell
Die widersprüchliche Ausdrucksweise macht den Einstieg etwas schwer, besonders der zweite Teil macht sich dafür aber allemal bezahlt.
Als psychologischer Klassiker einfach zeitlos und immer noch aktuell
May 7, 2025
Finde den Aufbau vom Buch und das Thema unnormal interessant. Durch die Schreibweise Dostojewskijs fühlt man sich dem Protagonisten komischerweise verbunden. Obwohl er logisch betrachtet einfach nur abstoßend und bemitleidenswert ist.
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