Ganz zu Anfang: ich finde es ziemlich schwer, dieses Buch zu bewerten.
Während sich die erste Hälfte von 'Der Inquisitor' eher auf die Charaktere, deren Beziehung zueinander und die Stadt an sich konzentrierte, war die Zweite rasant(er) und von mehr Aktion und Schicksal geprägt.
Auf den Inhalt möchte ich nicht weiter eingehen, weil alles, was wichtig ist, gut auf dem Klappentext zusammengefasst wird und mehr einfach gespoilert wäre. Was ich allerdings (ohne zu spoilern) noch kurz anmerken kann, ist die Tatsache, dass es nicht nur um die Beziehung der beiden Protagonisten, sondern auch um die Stadt Buchenfeld und deren düsteres Geheimnis geht. Dies verpasst der Geschichte an sich noch einmal einen spannenderen Fortlauf und die Auflösung war schon etwas, was eindeutig für Hohlbein spricht. :)
Der Schreibstil ist im Gegensatz zu seinen neueren Werken meiner Meinung nach noch nicht so ausgeprägt, jedoch muss man auch beachten, dass sich Hohlbein oftmals eher in der Fantasy bewegt und dieses Buch mehr Historie als Fantastik darstellt.
Wer ein eher hektisches und schnelles Buch sucht, wird hier nicht fündig werden, denn es kommen viele Beschreibungen und Vergleiche zum Einsatz, welche aber die Realistik - gerade von Tobias und Buchenfeld - perfekt untermalen und somit nicht als überflüssig angesehen werden können.
Die Atmosphäre ist auch typisch Hohlbein - eher düster und dunkel, mit einem Hauch von Mystik. Dies könnte man aber auch auf die Handlungszeit (das Mittelalter) zurückführen. (;
Alles in allem ein Buch, für welches man meiner Meinung nach Zeit und vor allem Lust haben muss. 'Der Inquisitor' nur als Zwischenlektüre zu betrachten, die man mal schnell wegliest, wird wahrscheinlich eher nicht aufgehen, zumal es sich bei dem Buch auch um kein Jugendbuch handelt.
Ob ich es noch einmal zur Hand nehmen werde ist fraglich, denn ich glaube auch, dass die Geschichte ganz gut in Erinnerung bleiben wird.