Wer von uns „Das Tagebuch der Anne Frank“ gelesen hat, wird sich erinnern. An Kitty. Kitty, die imaginäre Freundin in Anne’s Tagebuch, mit der sie ihre Gedanken, Ängste und Sehnsüchte teilte. Ihre Vertraute in der schwierigen Zeit.
In der neuen Graphic Novel lernen wir Kitty tatsächlich kennen, denn sie spielt in der Gegenwart. Kitty erwacht zum Leben, steigt buchstäblich aus dem Tagebuch und ist verwundert, wo denn alle Menschen sind, die ihr bekannt sind. Wo ist Anne? Wo sind ihre Eltern? Warum ist das Haus so leer?
Kitty macht sich auf die Suche nach Anne. Denn das Tagebuch hatte geendet und sie möchte wissen, wie es Anne ergangen ist. Täglich laufen hunderte von Menschen durch das Haus in dem sie wohnt und fassen die Dinge der Familie Frank an. Wie kurios ihr das erscheint. Doch Anne taucht nie auf. Und so macht sie sich auf den Weg, als stetiger Begleiter: das Tagebuch. Auf ihrer Spurensuche läuft es nicht immer einfach. Sie wird von der Polizei verfolgt, denn recht bald wurde herausgefunden, dass das Tagebuch im Haus fehlt. Auf ihrer Flucht trifft sie auf Peter und andere junge Menschen, die ihr helfen. Und so beginnt sie, Anne’s Leben aus ihrer Sicht als beste Freundin zu erzählen.
Ich finde die Idee, die mit diesem Buch geboren wurde großartig! Auf eindrückliche und aktuelle Art wird mit diesem Buch, der Graphic Novel, diese furchtbare Zeit aus einer anderen Perspektive erzählt. Aus einer Perspektive, die aufzeigt wie stark, verängstigt und doch auch furchtlos die Personen im Hinterhaus waren. Wie es Kitty damit ergangen ist, als sie herausfand, was ihrer Freundin Anne und der Familie Frank mit den Hinterhausbewohner*innen widerfahren ist. Und, wie aus ihrer Sicht die Welt besser werden kann.
Uneingeschränkte #Leseempfehlung!