Book2Movie Review
Buch: 5 Sterne
Film: 3 Sterne
Buch gelesen Aug 2016
Da ich mich während meiner ersten Schwangerschaft auch in einem Elternforum anmeldete, und mich dort auch einer Mütter-Gruppe anschloss, kam mir einiges durchaus bekannt vor. Auch wenn hier die Forumsnachrichten natürlich sehr überzogen dargestellt wurden. Und alles mit einer passiven Aggressivität, so dass selbst in eigentlich positiven Meldungen Kritik oder Gehässigkeit mitschwang. Nicht zum Aushalten! Und kein Wunder, dass die Protagonistin da einen Gegenpool schaffen musste, wenn auch nicht ganz so geplant. Aber Mutter-sein, das kann sie! Nur im Umgang mit ihrem Ex-Mann musste ihr erstmal auf die Sprünge geholfen werden, anfangs ist sie doch sehr stark das Hausmütterchen, das sich in der Welt außerhalb ihrer 4 Wände kaum auskennt. Ändert sich ja zum Glück.
Das Buch macht jedenfalls Lust auf mehr (und zum Glück gibt es bereits 2 Fortsetzungen)! Ich kann verstehen, wieso sich viele andere Mütter so angesprochen fühlen (jaaa, in oben angesprochenem Forum gibt es quasi Fan-Clubs, ausgerechnet! :-) ).
Film gesehen Sept 2019
Der Film beginnt genau wie das Buch mit der Rückkehr von einem Besuch bei den Eltern/Großeltern, wo Conny den ersten Schock verarbeitet hat auf die Nachricht, dass sich ihr Mann nach mehr als 10 Jahren Ehe plötzlich scheiden lassen will. Gnädigerweise überlässt er ihr das in die Jahre gekommene aber immerhin große Haus seiner verstorbenen Mutter. Das muss sie jetzt erstmal entrümpeln und wohnlich machen, aber hey, sie hat ja schließlich Zeit. Sie ist ja 'nur' Hausfrau und Mutter.
Da hören die Parallelen zum Buch von Kerstin Gier aber auch schon auf. Obwohl charakterlich sehr ähnlich angelegt zur Protagonistin im Buch, erlebt die Conny im Film ganz andere Dinge. Vor allem gründet sie keine Mütter-Mafia! Da dass ja sowohl Titel als auch Dreh- und Angelpunkt des Buches war, ist das schon etwas irritierend. Den Film trotzdem genau so wie das Buch zu benennen wurde wohl deshalb gemacht, um die vielen Leserinnen der Vorlage anzuziehen - die dann reihenweise enttäuscht sind, dass der Film dann so anders ist.
Ich habe das Buch schon vor einiger Zeit gelesen (und mich jetzt ein bisschen gewundert, dass ich 5 Sterne vergeben habe - so stark hatte ich das Buch, vor allem im Vergleich zu anderen 5 Sterne Reviews, gar nicht in Erinnerung - aber ich will jetzt nachträglich die Bewertung von damals auch nicht ändern), und habe den Film nun mit einigem Abstand eher als für sich stehendes Werk geschaut. Dabei wurde ich mit einem gemütlichen Abend auf dem Sofa belohnt. Annette Frier kann nicht nur Impro-Comedy, sie kann auch Schauspielern und stellt die verlassene Ehefrau, die einerseits zwar neue Freundinnen und ein gutes Umfeld für ihre Kinder finden möchte - sich dafür aber keinesfalls verbiegen will, sehr gut dar. Wieso sie allerdings als 'gemütlichen Look' für's zu Hause abhängen und am Haus werkeln Jeans, schicke Bluse und hochhackige!! Schuhe wählt, und damit in ihrer Küche herumstolziert, weiß wohl nur die für die Kostüme zuständige Person dieser Filmproduktion. Realistisch wirkt das keinesfalls. Wahrscheinlich meinten sie, der kecke Seiten-Flechtzopf (der ebenfalls aussieht als ob er einiges an Arbeit erfordert hat) symbolisiert ausreichend genug, dass Conny sich hier 'gehen lässt'.
Etwas, dass Gegenspielerin Frauke übrigens nie kann. Die steht immer unter Strom, will immer die beste, tollste und schönste sein. Chiara Schoras, die ich noch aus der Serie "Girlfriends" von vor 20 Jahren kenne, spielt diese 'außen hui, innen pfui' Frau ebenfalls super! Die anderen Figuren haben keine große Bedeutung, noch nicht einmal die neue beste Freundin von Conny. Die wirkte reichlich komisch auf mich, und obwohl sie zwar im Film glaube ich auch Mutter ist (ich weiß es nicht mal mehr), tritt sie nie in ihrer Mutterrolle in Erscheinung sondern ausschließlich als trinkfeste Nachbarin, die hin und wieder eine Lebensweisheit raushaut.
Da es schlussendlich also doch einige Dinge gab, die besser gelöst hätten werden können, vergebe ich für den Film nur 3 Sterne. Wobei ich für die große Abweichung von der Buchvorlage gerade mal einen halben Stern abgezogen habe, das hat mich wie schon gesagt gar nicht mal soo sehr gestört.
Vom Buch gibt es noch 2 Fortsetzungen, vom Film immerhin noch eine. Und da ich die eh auch schon mal aufgenommen habe, werde ich mir sie irgendwann sicher auch noch anschauen.