Das Buch “Um ein Haar: Überleben im Dritten Reich”, geschrieben von Marietta Moskin und erschienen im Jahr 1972, spielt 1940 in Amsterdam, gerade als die Deutschen in den Niederlanden einmarschiert sind. Das Buch ist aus der Perspektive von Rosemarie Brenner, einer 12 Jährigen Jüdin geschrieben, und erzählt, wie sie es im Dritten Reich überlebt.
Rosemarie Brenner ist ein normales Mädchen in den Niederlanden. Doch nachdem die Nazis die Macht übernehmen, werden sie und ihre Familie plötzlich wegen ihrer jüdischen Abstammung von vielen ausgegrenzt und müssen sich täglich vor den SS-Soldaten fürchten. Sie verlieren ihren Besitz und verstecken sich bei einer alten Bekannten. Schließlich werden Rosemarie und ihre Eltern in ein deutsches Arbeitslager deportiert. Dort arbeiten und leiden sie unter schwierigen Bedingungen. Sie werden gezwungen zu sehen, wie ihre alten und neuen Bekannten an noch schlimmere Arbeitslager geschickt werden und müssen trotz ihrer Trauer jeden Tag aufstehen und weiterkämpfen. Vier Jahre später, während ihr Leben und der Krieg hoffnungslos wirken, bekommen Rosemarie und ihre Eltern eine Chance auf die Freiheit. Sie werden mit anderen ausgewählten Juden an die Grenze der Schweiz gebracht, um gegen Deutsche ausgetauscht zu werden.Weil es aber unerwartet zu viele Juden für den Austausch gibt, müssen Rosemarie und ihre Eltern kurz vor der Ankunft, in Deutschland zurückbleiben und werden zurück in ihren Arbeitslager gebracht. Am Ende der Geschichte wird Rosemarie jedoch von den Engländern befreit und überlebt so als Jüden im Dritten Reich, obwohl es in manchen Zeiten für sie sehr knapp war.
Mir persönlich gefiel das Buch ziemlich gut und es hat meine Perspektive auf das Leiden der Juden im 2. Weltkrieg erweitert. Besonders dadurch, dass die Protagonisten am Anfang der Geschichte ein "normales" Leben in den Niederlanden führt und im Laufe der Geschichte ungefähr in meinem Alter ist, konnte ich mich gut in ihre Situation versetzen und ihr Leid und Schmerz fühlen. Ihre Emotionen wirkten für mich immer sehr passend und menschlich. Es gab Stellen, an denen Rosemarie sich einfach am Ende fühlte und nur an sich und ihr Überleben dachte- sie war nicht immer Perfekt. Über diesen vielen Jahren wurde das kleine, glückliche Mädchen zerstört und genau dies machte sie menschlich. So konnte ich einen Einblick gewinnen, wie es den Juden während des Zweiten Weltkriegs in Wirklichkeit ging. Außerdem wurden weitere wichtige Themen angesprochen. Familie, Erwachsen werden und ‘sich selbst finden’ spielen in diesem Roman so wie bei vielen Jugendromane eine große Rolle. Aber besonders der Aspekt des Dankbar seins (am Anfang der Geschichte hatte Rosemarie vieles, was sie im Nachhinein hätte dankbar sein sollen) und einen Grund für das Weiterkämpfen (Hoffnung) finden, gefiel mir. Ich persönlich als 14 Jähriges Mädchen mit Stimmungsschwankungen befinde mich oft in…depressiven Lagen, ohne sehr viel Freude und Hoffnung. Dieses Buch, “Um ein Haar", erinnerte mich jedoch, dass ich sehr viel habe, worüber ich jeden Tag dankbar und froh sein kann. Dass ich mit meiner lebenden Familie in einem schönen, sicheren Haus leben kann, und statt bis zu meinen Knochen körperliche Arbeit erfüllen muss, zur Schule gehen kann, sind alles Privilegien, welche die Juden vor weniger als 100 Jahren nicht hatten. Ich konnte also im Nachhinein vieles von diesem Buch lernen.
Zudem war das Buch auch einfach interessant und schnell lesbar. Ich konnte das Buch in 2-3 Tagen fertig lesen, da der Sprachstil dank der Ich-Perspektive des jungen Mädchen sehr verständlich ist und das Buch nur aus 280 Seiten besteht. Die Spannung war für mich immer da, und die plötzlichen Wendungen in der Geschichte gaben mir einen Grund, immer weiter zu lesen. Ich würde das Buch “Um ein Haar” für Jugendliche ab 13, besonders Mädchen, empfehlen. Wie schon gesagt ist das Buch verständlich und gut lesbar. Trotzdem würde ich es aufgrund des starken und heftigen Thema des 2. Weltkrieges und dazu auch die Themen des Erwachsen werden, nicht Kindern unter 13 empfehlen.