1975: Nach einem schweren Autounfall sind Carlas Erinnerungen wie ausgelöscht, und sie setzt alles daran, die verlorene Zeit zu rekonstruieren. Der Journalist David Grant behauptet, sie sei auf der Suche nach ihrer Schwester gewesen, die vor sechzehn Jahren spurlos an der Küste von Cornwall verschwand. Doch kann sie ihm vertrauen? Lügen ihre Eltern sie an? Die Wahrheit führt Carla weit zurück in die Vergangenheit, in das Berlin der Dreißigerjahre, zu einer ungewöhnlichen Freundschaft und einer verbotenen Liebe, aber auch einer schrecklichen Schuld ...
Berlin, 1922: Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft verbindet Edith und Dora von Kindheit an eine so enge und treue Freundschaft, als wären sie Schwestern. Dora ist die Tochter eines einfachen Hausmädchens, Edith die eines reichen Papierfabrikanten. Die beiden wachsen im schillernden Treiben der Großstadt heran, und ihre Verbundenheit bleibt ihnen auch als Erwachsene erhalten. Dora findet ihr Glück mit dem ehemaligen Sportler Paul Behringer, und Edith heiratet den Adeligen Maximilian von Stettenheim. Doch wahre Liebe begegnet Edith erst mit dem charismatischen Violinisten Jules Cohn. In den gefährlichen politischen Zeiten der Dreißigerjahre lässt Edith sich auf ein gewagtes Spiel ein, denn Jules ist Jude und im Widerstand aktiv. Dora bleibt der einzige Mensch, dem sie vertrauen kann. Und Edith wird schließlich gezwungen, die Freundin um etwas zu bitten, das ihrer aller Leben auf dramatische Weise für immer verändern wird ...
Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen, historische Fakten genau zu recherchieren, um sie mit ihren Geschichten zu verweben, und ihrer Fantasie dann freien Lauf zu lassen. Claire Winters Romane finden sich regelmäßig auf der SPIEGEL-Bestseller-Liste, zuletzt vertreten mit »Kinder ihrer Zeit«, die spannende Geschichte um die Schwestern Alice und Emma im Berlin der 60er-Jahre wird nun fortgesetzt. Die Autorin lebt in Berlin.
England 1975: Carla hatte einen schweren Autounfall und kann sich nun an die sieben Monate vor dem Unfall nicht mehr erinnern. Das belastet sie sehr, zumal sie immer mehr das Gefühl hat, dass ihr Ehemann Tom etwas vor ihr verheimlicht. So macht Carla sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit und stößt dabei auch auf die Geschichte ihrer Mutter. 💜💜💜 Mein Leseeindruck: Mir hat das Buch unglaublich gut gefallen! Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen. Einmal lesen wir von Carla und ihrer Suche nach ihren Erinnerungen und der Wahrheit 1975, und dann führt uns die Geschichte zurück in die 1920er, 1930er und 1940er Jahre. Hier lesen wir von Carlas Mutter Dora und ihrer guten Freundin Edith. Die beiden ungleichen Mädchen freunden sich miteinander an und erleben die Wirren und Gräueltaten der Kriegszeit. Auch wenn es vielleicht seltsam klingt, aber ich lese sehr gerne Geschichten, die im Zweiten Weltkrieg spielen. Die Geschichte von Dora und Edith hat mich sehr mitgenommen, betroffen gemacht, aber auch erfreut. Ich konnte sowohl mit ihnen als auch mit Carla gut mitfühlen, mitleiden und mitfiebern. Das Buch hat mich sehr gepackt und mitgerissen, so dass ich es kaum weglegen mochte. Claire Winter hat einen unglaublich schönen Schreibstil, der mich ans Buch gefesselt hat. Die Seiten flogen nur so dahin. Ich denke, ich kann jetzt schon sagen, dass das Buch zu meinen Lese-Highlights im Lesejahr gehören wird. Es hat mich sehr gut unterhalten, es hat mich berührt und bewegt, und ich werde sicherlich auch jetzt nach dem Lesen noch oft an diese schöne Geschichte denken müssen!
Sehr gut recherchierter Roman über Deutschland in den 20er bis 40er Jahren mit einer spannenden und dramatischen Handlung.
Carla lebt in England, ihre Eltern und ihre ältere Schwester Anastasia sind 1946 aus Deutschland eingewandert und halten sich seitdem bedeckt über ihr damaliges Leben in Hitler-Deutschland. 1959 verschwindet Anastasia nach einem Streit. Ein paar Tage später wird ihr Rucksack am Strand angespült und Anastasia für Tod erklärt.
1975: Carla stellt zunehmend Fragen über den verbleib ihrer Schwester und warum ihre Eltern 1946 geflüchtet sind. Mit dem Journalisten David beginnt sie Nachforschungen anzustellen und kommt einem fürchterlichen Geheimnis auf die Spur.
Das Buch spielt abwechselnd auf verschiedenen Zeitebenen und aus mehreren Perspektiven. Dies ist hier aber keines Falls verwirrend sondern sehr bereichernd für die Handlung. Der politische Siegeszug der NSAP, die Judenverfolgung, die Machtspiele, das Klima der Angst und Verfolgung, den Krieg in Europa und das Leben im KZ fängt Winter wunderbar ein.
Die Charaktere sind durch die Bank weg nahbar und realistisch geschrieben. Ihre Gefühle und Handlungen sind stehts nachvollziehbar. Natürlich ist hier stark vorgegeben wer gut und wer böse ist. Da hätte ich mir aber schon einige Graustufen gewünscht.
Mit fortschreiten des Buches wird zunehmend das Geheimnis von Carlas Eltern enthüllt. Einen Teil davon habe ich kommen sehen, trotzdem sind die Details des Ganzen sehr schockierend. Hier wird auch ein Generationstrauma aufgearbeitet.
Auf den ersten Blick wirkt „Die verbotene Zeit“ von Claire Winter fast ein wenig einschüchternd. Knapp 600 eng und klein beschriebene Seiten. Doch das Buch ist unglaublich fesselnd und sehr bildhaft geschrieben. Ich war schon auf der ersten Seite mitten im Geschehen. Eigentlich ist die Erzählweise relativ ruhig. Es passiert jetzt nicht am laufenden Band etwas Neues, aber man ist einfach sehr interessiert an den Charakteren und kann es kaum abwarten, hinter das Familiengeheimnis zu kommen. In den 30er Jahren sind Edith und Dora beste Freundinnen. Seit ihrer Kindheit hängen sie fest aneinander und auch als verheiratete Frauen ändert sich an ihrer Bindung nichts. 40 Jahre später steht Carla im Mittelpunkt der Handlung. Nach einem Unfall kann sie sich an die letzten 6 Monate nicht mehr erinnern. Bei ihren Nachforschungen stellt sie fest, dass sowohl ihre Eltern, als auch ihr Mann Geheimnisse vor ihr haben. Warum ist ihre Schwester Anastasia vor vielen Jahren verschwunden und gibt es vielleicht einen Zusammenhang mit Edith, die ebenfalls verschwunden ist? Claire Winter erzählt in vielen kurzen Kapiteln. Ich fand sowohl die Vergangenheitshandlung mit all seinen Charakteren, Intrigen und Verstrickungen sehr interessant als auch den Handlungsstrang in den 70er Jahren. Ab ca. der Hälfte des Buches hatte ich eine Ahnung, was passiert sein könnte und lag damit auch richtig. Trotz der Vorhersehbarkeit verliert die Auflösung nichts an ihrer Tragik. Insbesonder mit Clara und Edith habe ich sehr mitgelitten. „Die verbotene Zeit“ war ein tolles Buch, über das ich nur positives berichten kann.
Kurzmeinung / Leseerlebnis Ein Buch von meinem 2017er SuB, das sicher noch länger gesubt hätte, hätte ich es mir nicht zum Ziel gemacht, alle 2017 erstandenen Bücher in diesem Jahr zu lesen. Rein der Umfang hat mich in der Vergangenheit davon abgehalten zu dem Buch zu greifen. Völlig zu Unrecht, denn man fliegt beim Lesen durch die Seiten. Carla, Dora, Edith.... durch wechselnde Perspektiven und über Jahrzehnte hinweg erfahren wir diese Geschichte. Empfehlung für jene, die historische Romane und Familiengeheimnisse mögen.
Dieser Roman war unglaublich ergreifend und packend. Der Prolog hat mich hier sofort neugierig gemacht und ganz viele Fragen aufgeworfen.
Clara hat nach einem schweren Unfall einen Gedächtnisverlust, der sie die letzten Monate vor dem Unfall hat vergessen lassen. Schnell spürt sie, das vieles um sie herum nicht so ist wie es scheint und sie hat das Gefühl von ihrem Mann und ihrem Vater nur belogen zu werden. Doch lügen die anderen und verheimlichen ihr etwas? Und wenn ja, warum? Schnell stößt Claire auf David, den sie bereits vor dem Unfall zu kennen schien und beide wollen die Geheimnisse um ihre Familie, ihre verschwundene Schwester und noch vielen weiteren Fragen, ergründen.
Clara war mir sofort sympathisch und die Autorin hat sie und auch die anderen Protagonisten sehr echt und tiefgründig beschrieben. Jeder hat seine eigene Persönlichkeit und ist unglaublich interessant, stabil und auch geheimnisvoll. Ich habe über jeden Charakter sehr gern gelesen und mich nie gelangweilt.
Die Geschichte ist unterteilt in Gegenwart und Vergangenheit. Man liest hier einmal über Clara im "jetzt" und abwechseln über Edith, Dora, Paul, Jules und den anderen Charakteren von "früher" in Berlin. Das Hauptaugenmerk dieser Geschichte liegt aber in der Vergangenheit, in den 1930-40er Jahren. Die Vergangenheit der Protagonisten war unheimlich ergreifend und realitätsnah, ich hatte hier öfter das Gefühl mitten unter ihnen zu sein und die Geschehnisse hautnah zu spüren. Die Autorin hatte hier ein ganz feines Händchen für Feinheiten, ganz viel Liebe und auch Dramatik. Es wurden sehr viele unterschiedliche Aspekte mit aufgenommen, so das die Geschichte unheimlich vielschichtig war. Alles was in der Vergangenheit passiert ist geht so tief unter die Haut und zieht ihren Faden komplett bis in die Zukunft.
Schnell war klar, das Paul seiner Tochter nicht die Wahrheit über die Vergangenheit und vor allem Edith sagt und gleichzeitig entstehen immer mehr Fragen in Claras Kopf. Was verbirgt Dora? War sie schon immer so depressiv? Sie beschließt, in die Vergangenheit einzutauchen und Berlin zu erkunden. Hier möchte ich jetzt nicht mehr zuviel verraten.
Es passieren so viele Dinge auf einmal und es finden sich immer mehr Erklärungen und Antworten auf die ganzen Fragen und das auf eine so emotionale Art und Weise, das man eigentlich nur heulen kann. Zum Schluss bleiben keine Fragen mehr offen und das Ende ist hier genau wie das ganze Buch...einfach wundervoll und sehr tief bewegend.
975: Nach einem schweren Autounfall sind Carlas Erinnerungen wie ausgelöscht, und sie setzt alles daran, die verlorene Zeit zu rekonstruieren. Der Journalist David Grant behauptet, sie sei auf der Suche nach ihrer Schwester gewesen, die vor sechzehn Jahren spurlos an der Küste von Cornwall verschwand. Doch kann sie ihm vertrauen? Lügen ihre Eltern sie an? Die Wahrheit führt Carla weit zurück in die Vergangenheit, in das Berlin der Dreißigerjahre, zu einer ungewöhnlichen Freundschaft und einer verbotenen Liebe, aber auch einer schrecklichen Schuld ... Berlin, 1922: Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft verbindet Edith und Dora von Kindheit an eine so enge und treue Freundschaft, als wären sie Schwestern. Dora ist die Tochter eines einfachen Hausmädchens, Edith die eines reichen Papierfabrikanten. Die beiden wachsen im schillernden Treiben der Großstadt heran, und ihre Verbundenheit bleibt ihnen auch als Erwachsene erhalten. Dora findet ihr Glück mit dem ehemaligen Sportler Paul Behringer, und Edith heiratet den Adeligen Maximilian von Stettenheim. Doch wahre Liebe begegnet Edith erst mit dem charismatischen Violinisten Jules Cohn. In den gefährlichen politischen Zeiten der Dreißigerjahre lässt Edith sich auf ein gewagtes Spiel ein, denn Jules ist Jude und im Widerstand aktiv. Dora bleibt der einzige Mensch, dem sie vertrauen kann. Und Edith wird schließlich gezwungen, die Freundin um etwas zu bitten, das ihrer aller Leben auf dramatische Weise für immer verändern wird ...
Sobald ein geschichtlicher Roman in der 2. Weltkriegzeit stattfindet muss ich es lesen. Mich faszinieren die verschiedenen Geschichten, auch wenn diese teilweise erfunden wurden, aber wieviele Menschen zu dieser Zeit überlebt haben, zeigt mir wie wichtig es ist unsere heute Zeit zu schätzen...
Mich haben schon viele solche Romane gepackt!... so wie diese Geschichte von Carla und ihrer Schwester Anastasia.
1975 in Cornwall, Carla hatte einen tragischen Unfall und leidet nun an einer retrograden Amnesie.. teilweise kommen kleine Erinnerungsstücke aus der Zeit vor dem Unfall.. Sie spürt, dass alle in ihrem Umkreis irgendwas verheimlichen und ihr nicht die Wahrheit sagen, was vor dem Unfall geschehen ist...
Als sie jedoch an ihre Notizen kommt, findet sie dort eine Telefonnummer.. und hier nimmt die Geschichte eine spannende Wendung, Carla findet heraus, dass sie vor ihrem Unfall auf dem Weg nach Berlin war um was über ihre verstorbene Schwester Anastasia rauszufinden.
Claire Winter hat in jeder hinsicht meine Erwartungen übertroffen, packende Geschichte, viele emotionen und tragische Schicksale in einer Zeit die immer und immer wieder mich berühren.
Ich habe nun schon einige Romane gelesen, in denen Biografien aus verschiedenen Jahrzehnten miteinander verknüpft werden und irgendwann hatte ich das Gefühl, dass ich all diese Geschichten schon kenne. Claire Winter konnte mich jedoch in eine Handlung verwickeln, die sich eher neu anfühlte, obwohl sie ein altbekanntes Schema benutzt.
Das liegt vor allem auch daran, dass Claire Winter eine sehr bewegende Atmosphäre geschaffen hat, die von der drückenden Dunkelheit des zweiten Weltkriegs begleitet wurde, und starke weibliche Figuren entwickelt hat, die ich gerne begleitet habe.
Durch eine Handlung, die von der ersten bis zur letzten Seite mit Spannung und Feingefühl glänzt. Trotz all der Gegenströme durch die sie schwimmen müssen, bleiben sie sich treu. Bis es zu einem Problem kommt, das mehr an ihnen zehrt, als der Krieg es getan hat. Am Ende deckt Carla ein Geheimnis auf, mit dem ich so auf gar keinen Fall gerechnet hätte.
Nach dem ich diese Geschichte gelesen habe, fiel mir auf dass ich das Buch schon vor 8 Jahren in den Händen hatte und mir die Geschichte auch schon damals gefiel - aber scheinbar war sie nicht so erinnerungswürdig dass mir erst beim Lesen auffiel dass ich das Buch schon kenne. Die Handlung ist sehr schön beschrieben und auch die Atmosphäre der damaligen Zeit gut eingefangen. Was ich etwas schade fand ist, dass schon relativ zu Anfang das Ende herausahnen konnte. Trotzdem gab es diesen kleinen Plotttwist mit dem ich nicht gerechnet habe. Alles in allem ein sehr schönes Buch zum runterlesen aber etwas vorhersehbar
This entire review has been hidden because of spoilers.
Wunderbar geschrieben man kann komplett in die Geschichte eintauchen- die Geschichte ist so real - so traurig - wie viele Menschen sich gegen das Regime gestellt haben und gekämpft haben - nicht einfach nur hinnehmen. Eine schreckliche Zeit die hier in diesem Buch doch so lebhaft erzählt wurde, das sie Mut macht .
London, 1975. Clara, Tochter deutscher Eltern, die in Cornwall aufgewachsen ist, leidet sehr darunter, dass sie nach einem Autounfall einen Teil ihres Gedächtnisses eingebüsst hat. Doch nicht nur die wie ausgelöschten Erinnerungen belasten die junge Frau immens, nein, sie kann sich zudem des Eindrucks nicht erwehren, dass sich ihr Mann Tom seltsam verhält und sie von irgendetwas abzuhalten versucht... Nicht gerade hilfreich, dass sie von einem Journalisten erfahren muss, dass sie vor ihrem Unfall Fragen zu Anastasia stellte, der großen Schwester, die vor 12 Jahren plötzlich an der Steilklippe nahe des des Behringer'schen Zuhauses verschwand... Als dann auch ihr eigener Vater mauert, steht für Clara fest, dass sie ein zweites Mal Nachforschungen anstellen wird. Ob ihre Fragen dieses Mal die richtigen Empfänger finden? Menschen, die ihr helfen können und wollen?
Gute 50 Jahre früher in Berlin. Dora wächst im Haus der Theußenbergs auf, denn ihre Mutter ist als Hausmädchen im Haushalt der wohlhabenden Fabrikantenfamilie angestellt. Als Dora die Tochter des Hauses, Edith, an einem Wintertag vor dem Ertrinken im nicht ganz zugefrorenen See bewahrt, bahnt sich eine sehr enge Freundschaft an: die Mädchen sind unzertrennlich und während Doras Mutter anfangs große Bedenken hat, nehmen Ediths Eltern Dora wie eine zweite Tochter auf, zahlen ihr Schulgeld und lassen ihr immer wieder Kleidung und kleine Geschenke zukommen. Es sind unbeschwerte Jahre, die die beiden Mädchen in Berlin verbringen - Edith hilft der aus einfachsten Verhältnissen kommenden Dora vor den Gehässigkeiten der Mitschülerinnen, Dora hingegen erdet die schillernde, sämtlich Männer betörende Edith hin und wieder. Die Vertrautheit der beiden ist bemerkenswert und so haben sie mit Ediths Bruder Carl und anderen jungen Menschen einen festen Freundeskreis und genießen die Jahre der Weimarer Republik. Doch schon bald lassen sich die ersten dunklen Wolken am Himmel erkennen: Wilhelm, Doras Bruder, ist ein gutes Beispiel für die anfänglich unterschätzten neuen Machthaber... Doch noch finden die jungen Frauen ihr Glück: während Dora den inzwischen verhinderten Leistungssportler und Olympioniken Paul kennen und lieben lernt, begegnet Edith dem extravaganten Maximilian von Stettenheim und heiratet ihn sehr spontan.
Was Dora und Edith ebenfalls eint, ist die Ablehnung der Nazis: Dora rettet einen jüdischen Assistenzarzt vor den SS-Schergen, die das Krankenhaus, in dem sie als Schwester arbeitet, von "unerwünschten Elementen säubern" wollen, doch mit zunehmender Macht der Nazis zieht sie sich zurück und distanziert sich innerlich. Als plötzlich auch jüdische Freunde und Bekannte von Dora und Edith von heftigen Restriktionen betroffen sind, begreift auch Edith, wie ernst es ist. Da sie - im Gegensatz zu Dora - Schwierigkeiten hat, mit ihrer Meinung hinter'm Berg zu halten, ist sie geradezu prädestiniert, sich rasch selbst in die Bredouille zu bringen... Und dann ist da auch noch Heinrich Raven, ein Mann der neuen Zeit, der die schöne Edith schon lange bewundert und verehrt - und nun zu einer echten Bedrohung werden könnte.
Was für ein tolles, fesselndes Buch! Der Autorin Claire Winter ist in meinen Augen wirklich ein Glanzstück gelungen, an dem es nichts, wirklich gar nichts auszusetzen gibt. Bewundernswert, wie gekonnt sie die Fäden ihrer Geschichte in den Händen behält, wie passgenau sie die Geschichten auf beiden Zeitebenen und aus unterschiedlichen Erzählperspektiven ineinander verwoben hat... Kleinste Puzzleteilchen fügen sich allmählich zusammen und selbst wenn man an der ein oder anderen Stelle die richtige Vermutung im Kopf hat: es bleibt bis fast zu letzten Seite äußerst spannend! Der zweite riesige Pluspunkt der Geschichte sind die Figuren, die glaubhaft handeln und damit vor allem vor einem historisch so prekären Hintergrund überzeugen! Ich freue mich jedes Mal, wenn ein Autor es schafft, seine Figuren nicht nur schwarz oder weiß zu zeichnen und sie trotz ihrer Stärken und Schwächen liebenswert erscheinen zu lassen. Das ist der Autorin wirklich perfekt gelungen, denn alle Charakter haben ihre Nuancen - die einen mehr, die anderen weniger; klar. Und damit bin ich beim dritten fetten Pluspunkt, der Atmosphäre. Egal in welchen Situationen und zu welcher Zeit - Claire Winter beherrscht die Tonlage. Das zeigt sich vor allem in sehr emotionalen, bedrückenden Szenen, in denen sie die in meinen Augen die richtigen Worte findet, die das Grauen beschrieben...
Es ist eine Geschichte, die ihren Ausgang im finstersten Kapitel der Menschheitsgeschichte nimmt und dennoch immer wieder Hoffnung aufzeigt. Eine Geschichte von tiefer Freundschaft und echter Liebe. Eine Geschichte von Schuld und Sühne. Und eine Geschichte über Menschen, die mit dem Erlebten und den eigenen Handlungen leben müssen - wie können sie damit überhaupt umgehen?
Fazit: Ein sehr bewegender Roman, der mich auf 576 Seiten nicht losgelassen hat und auch nach der Lektüre noch nachwirkt. Definitiv ein Buch, das einen Scheinwerfer verdient hat, damit es möglichst viele LeserInnen findet!
Klappentext Berlin, 1922: Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft verbindet Edith und Dora von Kindheit an eine so enge und treue Freundschaft, als wären sie Schwestern. Dora ist die Tochter eines einfachen Hausmädchens, Edith die eines reichen Papierfabrikanten. Die beiden wachsen im schillernden Treiben der Großstadt heran, und ihre Verbundenheit bleibt ihnen auch als Erwachsene erhalten. Dora findet ihr Glück mit dem ehemaligen Sportler Paul Behringer, und Edith heiratet den Adeligen Maximilian von Stettenheim. Doch wahre Liebe begegnet Edith erst mit dem charismatischen Violinisten Jules Cohn. In den gefährlichen politischen Zeiten der Dreißigerjahre lässt Edith sich auf ein gewagtes Spiel ein, denn Jules ist Jude und im Widerstand aktiv. Dora bleibt der einzige Mensch, dem sie vertrauen kann. Und Edith wird schließlich gezwungen, die Freundin um etwas zu bitten, das ihrer aller Leben auf dramatische Weise für immer verändern wird ...
Über die Autorin Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete einige Jahre als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen, und hat schon immer eine Schwäche für die mystischen Landschaften Englands und Schottlands gehabt. Nach »Die Schwestern von Sherwood« ist »Die verbotene Zeit« ihr zweiter Roman im Diana Verlag. Die Autorin lebt heute in Berlin.
Meine Meinung
Story Dies ist bereits der zweite Roman, den ich von der Autorin, Claire Winter, lese. Genau wie der erste, die Schwestern von Sherwood, konnte sie mich auch diesmal wieder begeistern. Die Handlung ist wieder ziemlich Umfangreich und doch recht anspruchsvoll. Das Buch hat zwei Handlungsstränge, die im Laufe der Geschichte zusammenfließen. Der erste Handlungsstrang beginnt 1922 in Berlin und schildert das Leben von den zwei Freundinnen Edith und Dora, die aus völlig anderen Gesellschaftsschichten kommen, dennoch verbindet die beiden ihr Leben lang eine innige und aufrichtige Freundschaft. Man erlebt als Leser den Beginn des Naziregimes und wie sich die Lage im Land zuspitzt, bis hin zum zweiten Weltkrieg. Die Autorin vermittelt einem das Schicksal der Juden zu der damaligen Zeit, und gewährt einem den Einblick in die Geschichte Deutschland. Der zweite Handlungsstrang spielt Mitte der siebziger Jahre in England und schildert das Leben von Clara, Doras Tochter, die nach einem Unfall an Amnesie leidet. Sie kann sich an die Dinge, die vor kurzem passiert sind nicht mehr erinnern, weiß aber das sie irgendetwas schwerwiegendes vergessen hat. Denn ihr Vater und ihr Mann Tom, scheinen etwas vor ihr zu verbergen. Bei ihren Recherchen kommt sie einem Familiengeheimnis auf die Spur, das ihr Leben verändert.
Schreibstil Der Schreibstil ist sehr bildhaft und Kopfkino pur. Ich würde dennoch sagen, dass das Buch anspruchsvoll geschrieben ist und man schon genau lesen muss um alles mitzubekommen. Es lässt sich zwar leicht lesen, aber man muss schon eine gewisse Konzentration aufbringen. Das Buch wird immer aus den unterschiedlichen Perspektiven der verschiedenen Protagonisten erzählt, so das man sich von allen ein sehr gutes Bild machen kann und alles von mehreren Blickwinkeln sieht. Zudem muss ich noch erwähnen, dass von der Autorin wieder sehr gut recherchiert wurde.
Charaktere Die Charaktere sind alle sehr detailliert und authentisch dargestellt. Man ist schnell mit ihnen vertraut und findet sofort Zugang zu ihnen. Ich mochte die drei Protagonistinnen sehr, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Doch jede war auf ihre Art sympatisch und sind mir nach kurzer Zeit schon ans Herz gewachsen. Claire Winter schafft es immer tolle Charaktere zu erschaffen, die den Leser packen, fesseln und in eine andere Zeit katapultieren.
Mein Fazit
Wieder ein tolles Buch aus der Feder von Claire Winter, das mich sofort begeistern konnte. Das Buch ist sehr kompakt und die Handlung hat mich sofort mitgerissen. Ich vergebe hier volle fünf von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.
Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, und beide haben mich fesseln und begeistern können, vor allem, weil sie geschickt ineinandergreifen und nach und nach ein großes Ganzes ergeben. Im Jahr 1975 hat Carla nach einem Autounfall ihre Erinnerungen an die letzten Monate verloren, und versucht nun, diese wiederzufinden. Dabei stößt sie auf mehrere Geheimnisse, doch die Wahrheit will ihr keiner sagen. Sowohl ihr Ehemann Tom als auch ihr Vater Paul meinen, sie schützen zu müssen. Doch vor was? Ihre Nachforschungen führen sie in eine längst vergangene Zeit, nach Berlin in die 30er Jahre und die Zeit des Zweiten Weltkrieges, auf eine tiefe Freundschaft und ein bislang gut gehütetes Geheimnis. Immer abwechselnd gibt es Kapitel, die in den 70er Jahren und in der Kriegszeit spielen. Den Kapiteln vorangestellt sind immer der Name der Person, um die es gerade geht und auch die Jahreszahl, so dass man wirklich nicht durcheinander kommen kann. Davon abgesehen wurden die verschiedenen Figuren aber auch so gut eingeführt und sind unverwechselbar, dass der Wechsel der Erzählstränge überhaupt kein Problem ist. Die Charaktere sind alle gut gezeichnet, wobei mir die Figuren aus der Kriegszeit nochmal besser gefallen haben. Das liegt aber sicherlich auch an der schicksalshaften Geschichte, und daran, dass mich immer wieder fasziniert, zu was Menschen fähig sind, wenn sie in schweren Zeiten stecken und in die Enge getrieben werden und was sie zu erleiden vermögen. Gerade bei Geschichten, die zur Zeit der Judenverfolgung spielen, finde ich dieses Phänomen immer wieder sehr prägnant. Und auch diese Geschichte rund um Edith und Dora, den Juden Jules, Max und Paul, um ihre Freundschaft und Liebe, ihren Widerstand und die Gefahr, in der sie lebten, hat mich wirklich berührt und beschäftigt. Demgegenüber bleiben die Charaktere der 70er Jahre fast ein bisschen blass, auch wenn mir Carla nicht unsympathisch ist – ganz im Gegenteil. Ihre Beharrlichkeit und Ausdauer hat mich wirklich beeindruckt und auch sie steckt ja durch ihre Amnesie in einer außergewöhnlichen Situation, die sie antreibt und nicht aufgeben lässt. Der Schreibstil ist zwar einfach, dafür aber angenehm zu lesen und hat mich durch die Seiten fliegen lassen. Schon direkt zu Anfang war ich drin in der Geschichte und durch die geschickte Verquickung der beiden Erzählstränge konnte ich das Buch auch kaum aus der Hand legen. Nach und nach erschließen sich die Geheimnisse und die Fäden laufen zusammen. Es gibt nur eine Sache, die ich bei diesem Buch schade fand: Für mich gab es kaum Überraschungen und Wendungen, vieles habe ich schon früh geahnt und war daher nicht überrascht von der Auflösung der Geheimnisse. Ob es daran liegt, dass ich schon viele Romane dieser Art gelesen habe oder daran, dass der Plot vielleicht doch zu vorhersehbar gestaltet ist, kann ich nicht sagen. Dennoch aber war die Geschichte spannend, denn natürlich wollte ich wissen, ob meine Vermutungen denn auch richtig sind. Und gepackt hat mich das Buch wirklich von der ersten Seite an – und die Spannung steigert sich stetig, bis sich am Ende alles auflöst. Auch wenn ich persönlich einiges vorhersehbar fand und dafür auch einen halben Stern abziehe, empfehle ich dieses Buch dennoch allen, die Geschichten mit mehreren Erzählsträngen mögen und die gerne Familiengeheimnissen auf den Grund gehen möchten.
Mein Fazit Eine berührende Geschichte zum Eintauchen und Mitraten – wenn man Bücher mit mehreren Handlungssträngen und Familiengeheimnissen mag. Ich fand einiges zwar vorhersehbar, dennoch aber war ich gefesselt und habe das Buch geradezu verschlungen. Der angenehme Schreibstil und die gut gestalteten Charaktere lassen dieses Buch zu einem wahren Leseerlebnis werden – einen halben Stern ziehe ich nur wegen der Vorhersehbar ab. Dennoch aber gibt es von mir eine unbedingte Leseempfehlung!
Das Cover und der Titel machten mich neugierig auf diesen neuen Roman von Claire Winter.
Angesiedelt ist die Familiengeschichte in mehreren abwechselnden zeitlichen Abschnitten. Geographisch bewegt sich die Geschichte zwischen England und Berlin.
Clara Whiteman lebt im England der 70er Jahre. Durch einen schweren Verkehrsunfall leidet sie an einer Amnesie. Ihr fehlen einige Monate an Erinnerung für die Zeit vor dem Unfall. Ihr Ehemann und ihre Familie sind ihr bei dem Versuch ihre Erinnerungen wieder zu finden keine Hilfe. Erst als sie mit dem Journalisten David Grant in Kontakt kommt verdichten sich ihre Gedächtnislücken. Am Tag des Unfalls wollte sie nach Berlin fliegen um sich auf Spurensuche nach ihrer verschollenen Schwester zu begeben. Diese ist vor sechzehn Jahren spurlos verschwunden. In Berlin gräbt Carla immer tiefer in der Vergangenheit ihrer Eltern und kommt einem Familiengeheimnis auf die Spur, welches Vater und Mutter für immer begraben sehen wollten…..
Neben Carlas Wahrheitssuche erfährt man viel über das Leben ihrer Eltern und deren Freunde im Berlin der 30er Jahre. Man erlebt die hautnah die Zeit als die Nationalsozialisten die Macht übernahmen und die Auswirkungen dieser Schreckensherrschaft auf die Menschen. Die Autorin versteht es sehr gut mich als Leser in diese Zeit mitzunehmen. Die Menschen, ihr Leben und ihre Einstellung zum Nationalsozialismus wird sehr gut dargestellt. Die Ängste und Nöte, das “Nicht-wahr-haben-wollen” der Menschen auf der einen Seite; das Machtgehabe, die Überlegenheitseinstellung und der Hass auf der anderen Seite. Für mich waren besonders diese Kapitel während der NS-Zeit besonders spannend und ließen mich das Buch nicht zur Seite legen. Die Charaktere während dieser schrecklichen Zeit wurden sehr gut und Abwechslungsreich dargestellt. Als Leser erlebt man den Mut gleichermaßen wie die Angst, aber auch den Hochmut und die Machtbesessenheit der Menschen. Bildgewaltig sind die Landschaftsbeschreibungen von Cornwall, aber auch das Berlin der 30er und 70er Jahre kann man sich als Leser sehr gut vorstellen.
Von den beteiligten Personen haben mich die Protagonisten der 30er Jahre mehr berührt. Ich habe mit ihnen gelacht und geweint, mit ihnen gebangt und gezittert und mich mit ihnen gefreut. Claire und David sind auch zwei nette Charaktere. Claires Mann war mir von Beginn an unsympathisch. Alle Protagonisten ergeben aber zusammen ein schönes Ganzes.
Fazit:
Für mich das beste Buch das ich in diesem Jahr aus diesem Genre lesen durfte! Gut recherchiert, bildgewaltig dargestellt und emotional geschildert. Ein großartige Geschichte über eine bedingungslose Freundschaft, eine verbotene Liebe und eine große Verzweiflung. Claire Winter konnte mich mit ihrem neuen Roman absolut überzeugen!
Hey ihr süßen, ich bin wieder zurück mit einer Rezension. Diesmal ist es ein historischer Roman vom Diana Verlag. Danke an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar. Der Roman trägt den Titel "Die verbotene Zeit" und wurde von Claire Winter verfasst.
Klappentext: Tiefe Freundschaft und leidenschaftliche Liebe in einer gnadenlosen Zeit London 1975: Nach einem schweren Autounfall sind Carlas Erinnerungen wie ausgelöscht, und sie setzt alles daran, die verlorene Zeit zu rekonstruieren. Der Journalist David Grant behauptet, sie sei auf der Suche nach ihrer Schwester gewesen, die vor sechzehn Jahren spurlos an der Küste von Cornwall verschwand. Doch kann sie ihm vertrauen? Und was verbergen ihre Eltern vor ihr? Die Wahrheit führt Carla weit zurück in die Vergangenheit, in das Berlin der Dreißigerjahre, zu einer ungewöhnlichen Freundschaft und einer verbotenen Liebe, aber auch zu einer schrecklichen Schuld...