1,5🌟 schwungvoller, vielversprechender Anfang mit dem Bankencrash 2008 und der anschließenden Kündigungswelle, die auch an Elite-Unis ausgebildete junge Juristen trifft, so auch die Protagonistin Samantha. Sie geht von New York in ein Kaff in Virginia, um pro bono für ein kleines Rechtshilfe Büro zu arbeiten. Und dann gibt es die bei Grisham häufig verwendeten Plotelemente, Kampf Gut gegen Böse, David gegen Goliath, hier die kranken Kohlearbeiter gegen die rücksichtslosen, menschenverachtenden Konzerne. Es ist ein trauriges, ernstes Thema, das hier ziemlich uninspiriert heruntergenudelt wird, zwischendurch bisschen Sozial-Porno, ein vermeintlicher Mord, eine Affäre und bis zum Ende ist eigentlich alles vorhersehbar.
Mein Interesse hat nach dem rasanten Einstieg rapide nachgelassen und im letzten Viertel war mir bereits egal, wie es weitergeht, wollte es nur noch schnell zu Ende hören und dann noch schneller vergessen.
Sprachlich ist es sehr banal, es wuselt nur so vor einfallslosen Formulierungen wie „es schnürte ihr die Kehle zu und trieb ihr die Tränen in die Augen“.
Der Vorleser Charles Brauer versucht das beste draus zu machen (aber warum ein Mann bei überwiegend weiblichen Hauptfiguren???), einmal patzt er, bei ihm wird Cincinnati zu „Tschintschinatti“.