Alex Mullins weiß, wie viel Glück sie hatte. Sie ist eine der wenigen, die den schrecklichen Unfall bei ihrem Klassentreffen überlebt haben. Auch wenn sie sich nicht mehr an den genauen Ablauf erinnern kann, weiß sie doch, was sie kurz vor dem Unfall gesehen hat: eine Gestalt, die von den Menschen in ihrem Heimatdorf als Bonehead bezeichnet wird. Sie glaubt dass das der Grund war, warum der Bus ins Schleudern und von der Fahrbahn abkam. Aber sie hat es geschafft, das Erlebte hinter sich zu lassen und versucht als Polizistin der Gemeinde etwas zurück zu geben. Aber dann passiert etwas, was das Erlebte in ihr wieder wachrüttelt.
Mo Hayder spielt in diesem Krimi mit verschiedenen Elementen. Auf der einen Seite ist es die Legende von Bonehead, der abgemagerten Frau, die die Wälder durchstreift. Dann sind da Maryam und ihre Familie: ihr erwachsener Sohn Arran hat damals bei dem Unfall Menschen gerettet hat und ihre kleine Tochter, die für sie ein ganz besonderes Geschenk war. Jetzt wird ihre Idylle bedroht, sie wird bedroht, genau wie Alex. Dann gibt es noch einige Elemente, die ich fast schon gruselig fang.
Diese Mischung hat mich am Anfang gefesselt, aber ab ungefähr der Hälfte des Buchs ließ die Spannung für mich nach. Die Handlung drehte sich ein bisschen im Kreis, gefühlt hat die Autorin bereits Erzähltes in anderem Gewand erzählt. Dazu kam, dass Alex der Lösung des Rätsels trotz aller Ermittlungen keinen Schritt weiter kam. Damit meine ich aber nicht, dass die Geschichte langweilig wurde. Die unterschwellige Bedrohung, die ich auf den Seiten spüren konnte, was immer noch da. Aber die Handlung hat sich nicht weiterentwickelt und im Vergleich zur spannenden ersten Hälfte war die zweite schwächer.
Mo Hayder hat mich lange im Dunkeln über die Ereignisse in der Nacht, als der Unfall passierte, aber auch über die Drohung gegenüber Alex und Maryam gelassen. Ich hatte zwar eine leise Ahnung, wer hinter manchem stecken könnte, aber am Ende war ich doch überrascht, wie sich die einzelnen Teile ineinander gefügt haben.