Ein Serienmörder geht um in LA! (mal wieder). Diesmal ist es ein Täter, der scheinbar wahllos Männer tötet, ihnen dann professionell die Gliedmaßen abtrennt und aus diesen wirre Skulpturen formt, die auf den ersten Blick wenig Sinn ergeben. Die Szenen sind so brutal und abstoßen (mal wieder), dass selbst erfahrene Polizisten kaum hinsehen können. Die einzigen, die diesem Mörder auf die Schliche kommen können, sind (mal wieder) Profiler Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia.
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Obwohl ich den fast schon obsessiven inneren Zwang habe, Buchreihen zu beenden, glaube ich, dass ich hier einfach den Schlussstrich ziehen muss. Zumindest mal für ein Jahr. Diesmal habe ich mir das gekürzte Hörbuch angehört, in der Hoffnung, dass die Lektüre dann mehr Spaß macht, aber das hat nur bewirkt, dass ich halt ein paar Stunden weniger Lebenszeit verloren habe. Die Geschichte selbst war immer noch nichts. Ich glaube mittlerweile tbh, dass Chris Carter einfach kein guter Autor ist. Er muss auf diese unfassbare Brutalität und allgegenwärtige Extremität von Eigenschaften seiner Charaktere zurückgreifen, weil er es sonst nicht schafft, Spannung aufzubauen.
Man, selbst in dieser Riesenmetropole LA laufen nicht so viele superkreative Serienmörder rum. Je länger ich diese Reihe lese, desto mehr habe ich das Gefühl, der Autor hat gar keine Ahnung davon, wie die meisten Serienmörder so agieren? Ich halte es zumindest für sehr unrealistisch, dass alle paar Monate eine verrückte Person mehrere Morde begeht und der Polizei dabei jedesmal ein zu interpretierendes Zeichen oder Arrangement hinterlässt.
So im Allgemeinen wollen Straftäter eher unerkannt bleiben als der Polizei irgendwelche Hinweise zu geben, die auf sie schließen lassen.
Ansonsten haben mich wieder die üblichen Dinge genervt: Schwache Frauenfiguren (kann nicht irgendein Lektor Carter mal erklären, dass es keinen Sinn macht, dass die Vorgesetzte so dumm und hysterisch ist? So wird man nicht Chef. Die wirkt absolut inkompetent und versteht nichts. Nie im Leben erreicht man so eine Führungsposition. Ich bin nicht mal sauer auf die Figur, ich bin sauer auf den Autor, dass er diese Figur so schreibt), unprofessionelle Dialoge (welcher Polizist sagt denn Dinge wie: „Finden Sie dieses Schwein!“ – so spricht man doch nicht?!), Unlogik in den Betriebsstrukturen (ich bezweifel, dass einem der Fall entzogen wird, wenn man nach ein paar Tagen keinen Verdächtigen vorzuweisen hat. Wichtiger ist doch, dass die Ermittler ihre Arbeit sorgfältig machen und dann fundierte Beweise liefern), schwache Storyline, die man versucht, mit Brutalität und Perversion aufzubauschen und am Ende erklärt der Täter natürlich auch noch lang und breit sein Motiv, um die Lücken der Leserschaft zu füllen, wie echte Kriminelle das ja immer so gerne tun.
Keine Reihe, die sich lohnt zu lesen.