Ralf Isau hat all seine für ihn wichtigen Werte von seinen Eltern vermittelt bekommen. Seine Mutter, eine Pelznäherin, brachte ihm den Glauben an Gott nahe. Von seinem Vater hat er die Erzählkunst. Sein Vater war ein sehr blumiger Erzähler und spielte Ralf oft auf seiner Mundharmonika vor, vor allem wenn dieser wieder einen Wutanfall hatte und das ganze Mietshaus in Westberlin zusamenbrüllte. Isau wollte nicht immer Schriftsteller werden, zum Beginn seiner Schulzeit hatte er sogar Probleme mit dem Schreiben, zeigte jedoch schon immer seine blühende Fantasie. Später begann er Gedichte zu schreiben und band seine Schulreferate wie Bücher ein. Ralf Isau wollte entgegen dem Wunsch seiner Eltern nach dem Abitur nicht studieren, sondern machte eine Ausbildung zum EDV-Kaufmann wobei er den Umgang mit Programiersprachen erlernte. Er merkte jedoch schnell, dass auch Programmieren nicht sein Traumberuf ist, so fing er 1988 an sein erstes Buch zu schreiben. Mit dem Roman wollte er seiner damals neunjährigen Tochter eine Freude machen. Das Buch sollte nur für sie sein, richtig dick sein und so spannend, dass man es zur Schlafenszeit noch mit der Taschenlampe unter der Bettdecke weiterliest. Allerdings ist dieser Schmöker nicht sein erstes Buch, denn nach drei Jahren des Arbeitens daran stellt er fest, dass es immer noch nicht fertig ist. Um das Versprechen an seine Tochter dennoch einzulösen und ein eigenes Buch für sie zu schreiben, verfasst er eines an nur einem einzigen Tag und bindet den 'Drachen Gertrud' eigenhändig für seine Tochter in das Leder eines alten Stiefels ein. Als Michael Ende eine Lesung gab, schenkte Isau ihm eines seiner selbstgebundenen Werke. Dieser war gefesselt vom Drachen Gertrud und schickte das Buch seinem Verlag, der sich daraufhin bei Isau meldete und auch die Neschan Triologie herausbrachte. So begann die Karriere des Schriftstellers.
Das Mädchen Pala lebt im kleinen Städtchen Silencia und hat ein Faible für Wörter, so wie die meisten Bewohner Silencias eine Neigung zu starkem Redefluss haben. Eines Tages wird ein alter Mann, der bei Pala die Großvaterstelle einnimmt, von einer merkwürdigen Krankheit befallen. Er weist einen Ausschlag im Gesicht auf und hat offenbar allen Zugang zu Worten verloren. Er kann weder sprechen noch lesen noch schreiben. Unglücklicherweise greift diese Erkrankung in der Stadt um sich und Pala macht sich auf das Rätsel zu lösen.
Zu Beginn des ersten Kapitels findet sich ein rätselhaftes, um nicht zu sagen unverständliches Gedicht, das mit jedem neuen Kapitel mit einer weiteren Strophe fortgesetzt wird. Dieses Gedicht scheint der Schlüssel zur Lösung des Rätsels zu sein.
Der Roman wird als Lektüre für junge Teenager vermarktet. Der Schreibstil ist jedoch ziemlich anspruchsvoll, so dass ich mich frage, ob die Zielgruppe hier wirklich Interesse entwickelt. Für mich war dieses Buch leider nichts.
Der Fantasy-Plot war ganz nett, aber ziemlich dröge ausgeführt. Und das Rätselgedicht ist bestimmt toll für Leute, die Worträtsel mögen, zu denen ich aber leider nicht zähle.
Daher habe ich nach einem Viertel das Handtuch geworfen und das Buch geht dorthin zurück wo es herkam: in den öffentlichen Bücherschrank.
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The girl Pala lives in the small town of Silencia and has a soft spot for words, just as most Silencians have a tendency for extensive talking. One day, an old man who acts as Pala's grandfather is stricken with a strange disease. He has a rash on his face and appears to have lost all access to words. He can neither speak nor read nor write. Unfortunately, this disease is rampant in town and Pala sets out to solve the mystery.
At the beginning of the first chapter there is an enigmatic, not to say incomprehensible poem, which is continued with a new stanza with each new chapter. This poem seems to be the key to solving the riddle.
The novel is marketed as reading for young teenagers. However, the writing style is quite sophisticated, which makes me wonder if the target audience is really interested here. Unfortunately, this book wasn't for me.
The fantasy plot was quite nice, but executed rather dull. And the riddle poem is definitely great for people who like word puzzles, which I unfortunately don’t.
So after a quarter I threw in the towel and the book goes back to where it came from: to the public bookshelf.
Ein ganz tolles Buch über die Macht von Worten, wortspiele und mit vielen Werten die, die Menschen sich zu Herzen nehmen sollten. Für alle die Wörter, lesen und fantastische Geschichten lieben!
The story reads a lot like a fairy-tale that is basically meant as love letter to language. The plot itself is not very elaborate or difficult, but the words and sentences are well thought out. Isau really plays with the German language, using some I have never heard of or that or not commonly used anymore, but without seeming too old-school.
The book was a bit long for the actual plot, but overall, it was a nice, cutesy story that will be especially enjoyed by people who can appreciate a good language and word-plays.