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Kershaws grandioses Meisterwerk stellt eine beträchtlich erweiterte Synthese seiner auch fürderhin unbedingt lesenswerten Bücher Der NS-Staat, Hitlers Macht und Der Hitler-Mythos dar. Der international anerkannte NS-Experte, Jahrgang 1943, besticht dabei einmal mehr durch seine erfrischend unbefangene Sicht der Dinge bei einem Thema, das gerade für deutsche Kollegen mit einer Vielzahl tückischer Fußangeln behaftet ist.
Welcher Biograf könnte es sich hierzulande etwa erlauben, den Initiator des größten Völkermordes nicht als Monstrum, sondern als Mitleid heischende, tragische Figur darzustellen, die gefangen in der selbstinszenierten Rolle des sagenumwobenen Führers in wohlkalkulierter Weltentrücktheit das deprimierende Leben eines einsamen Wolfes fristete? Wer aus dem Volk der Täter könnte wie Kershaw daran zweifeln, dass Hitler ein perverser Psychopath war und ihn nur als wirrköpfigen Sonderling abtun? Wer könnte gar ungestraft den persönlichen Anteil des Chefideologen des Rassenwahns an den ungeheuren Verbrechen gegen die Menschlichkeit relativieren und diese als dynamische Exzesse, der um die Gunst des Führers buhlenden Lehensträger deuten? Ganz zu schweigen vom Aufschrei der Empörung, wenn ein Deutscher behaupten würde, Hitler habe sich bei seinen Herrenrasse-Fantasien vom Auftreten der britischen Kolonialherren in Indien inspirieren lassen.
Ian Kershaw ist mit seinem monumentalen Werk über Adolf Hitler der ganz große Wurf gelungen. Er kann nun mit Fug und Recht beanspruchen, die ultimative Monografie über die unheilvollste Gestalt der Neuzeit verfasst zu haben. --Roland Detsch
1343 pages, Paperback
First published January 1, 2000
"Whether right or wrong, we must win. That is the only way. And it is morally right and necessary. And when we have won, who will ask us about the method? In any case we have chalked up so much that we have to win, otherwise our entire people - and in the first place we ourselves with all that is dear to us - will be wiped out"
Adolf Hitler to Josef Goebbels, pre-Barbarossa, 16th June, 1941.
If there was lunacy Germany found itself in by the autumn of 1944, it was not the purported insanity of one man but that of the high stakes ‘winner-take-all’ gamble for Continental dominance and world power which the country’s leaders – not just Hitler – backed by much of a gullible population had earlier been prepared to take, and which was now costing the country dearly and revealed as a high stakes policy with no exit clause.