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Nutshell

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Nutshell is a classic story of murder and deceit, told by a narrator with a perspective and voice unlike any in recent literature. A bravura performance, it is the finest recent work from a true master.

To be bound in a nutshell, see the world in two inches of ivory, in a grain of sand. Why not, when all of literature, all of art, of human endeavour, is just a speck in the universe of possible things.

208 pages, Hardcover

First published September 1, 2016

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About the author

Ian McEwan

148 books19.8k followers
Ian McEwan studied at the University of Sussex, where he received a BA degree in English Literature in 1970 and later received his MA degree in English Literature at the University of East Anglia.

McEwan's works have earned him worldwide critical acclaim. He won the Somerset Maugham Award in 1976 for his first collection of short stories First Love, Last Rites; the Whitbread Novel Award (1987) and the Prix Fémina Etranger (1993) for The Child in Time; and Germany's Shakespeare Prize in 1999. He has been shortlisted for the Man Booker Prize for Fiction numerous times, winning the award for Amsterdam in 1998. His novel Atonement received the WH Smith Literary Award (2002), National Book Critics' Circle Fiction Award (2003), Los Angeles Times Prize for Fiction (2003), and the Santiago Prize for the European Novel (2004). He was awarded a CBE in 2000. In 2006, he won the James Tait Black Memorial Prize for his novel Saturday and his novel On Chesil Beach was named Galaxy Book of the Year at the 2008 British Book Awards where McEwan was also named Reader's Digest Author of the Year.

McEwan lives in London.

Ratings & Reviews

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Community Reviews

5 stars
13,140 (21%)
4 stars
23,288 (38%)
3 stars
16,830 (28%)
2 stars
5,036 (8%)
1 star
1,739 (2%)
Displaying 1 - 30 of 62 reviews
Profile Image for Semjon.
792 reviews524 followers
February 28, 2023
Ich finde die Idee brillant, einen altklugen Fötus im Stil eines Oskar Mazerath in die Rolle des Hamlet schlüpfen zu lassen, der eloquent die Geschehnisse beschreibt und kommentiert, die sich da zwischen ihm und der Bauchdecke seiner Mutter abspielen. Gertrude, seine Mutter (Trudy) und Claudius, sein Onkel (Claude) wollen seinen Vater vergiften, den Dichter und König über das Wohnhaus. McEwan reitet aber diese Anspielungen nicht tot, sondern entwickelt daraus ein kleines Familiendrama und Kriminalgeschichte, die aber nie im Vordergrund für mich stand. Ich habe mich mehr an den vielen spitzen, satirischen Formulierungen des Ungeborenen erfreut, wenn er als Sommelier die Weinqualität beurteilt, die ihn über die Blutbahn erreicht. Für mich ein großer Spaß.
Profile Image for Annina.
501 reviews88 followers
January 16, 2019
Sehr speziell. Mal eine andere Perspektive. Ich hatte aber für keinen Charakter irgendwelche Sympathien. Okay aber nicht mehr...
Profile Image for Sternenstaubsucherin.
835 reviews1 follower
January 3, 2022
Hätte nicht gedacht, dass mich dieses Buch so fesseln kann. Spannend wie ein Krimi. In einem Rutsch durchgelesen. Die Geschichte erzählt aus der Sicht des ungeborenen Babys fand ich wahnsinnig toll und wenn ich ehrlich bin, würde ich mir hier gerne einen zweiten Teil wünschen. (aus der Sicht des ungeborenen Enkels des ermodeten Großvaters;))
Profile Image for Prusseliese.
539 reviews33 followers
September 30, 2025
Ok. Das war besonders.
Das Ganze ist aus der Perspektive eines Fötus erzählt. So skurril, dass ich auch über manche Unlogik hinweg sehen konnte.
Profile Image for Carina.
285 reviews117 followers
March 23, 2020
Gesellschaftskritik at ist best, eingebettet in eine solide Rahmenhandlung mit viel Subtext. McEwan kann das. Und ich mags.
Profile Image for Elena.
1,045 reviews458 followers
April 25, 2020
"Wie herrlich ein durch die Plazenta dekantierter Burgunder schmeckt." - Ian McEwan in "Nussschale"

In "Nussschale" erzählt Ian McEwan die Geschichte eines Verbrechens aus ganz besonderer Perspektive: die des Kindes im Mutterleib. Und wer könnte ein besserer Erzähler sein, einen besseren Monolog führen, als ein vollentwickeltes, noch ungebohrenes Kind im Mutterleib, das zwar alles mithört, aber nichts sieht und nichts unternehmen kann? Das namenlose Baby erlebt mit, wie die Mutter dem Vater fremd geht und mit ihrem Liebhaber einen Mordkomplott gegen den Vater schmiedet. Dabei bleibt der Autor aber durchweg humorvoll und besticht durch einen sehr philosophischen und tollen Schreibstil. Ich glaube ich habe noch nie von einem so eloquenten Fötus gelesen.

Für mich war das Buch mal etwas ganz anderes und ich habe trotz der schlimmen Dinge, die passieren, oft schmunzeln müssen, da der Autor einfach einen einzigartigen sprachlichen Witz besitzt. Der Fötus muss sehr viel aushalten: eine Mutter, die den Vater umbringen möchte und ständig Alkohol trotz der Schwangerschaft trinkt (und das nicht gerade wenig), einen Vater, der sich nicht sonderlich um ihn schert und den Liebhaber der Mutter, der ihn nur als unnötigen Ballast ansieht. Hinzu kommen Gedanken zum aktuellen Zeitgeschehen und viele für mich sehr unterhaltsame Beschreibungen von Weinen.

McEwan kombiniert hier einen Kriminalfall mit Zeitkritik und einer priese Tragödie. Mir hats wirklich außergewöhnlich gut gefallen und ich kann das Buch jetzt schon zu einem Jahreshighlight erklären 📖 Ich vergebe 5 / 5 ⭐, weiß aber nicht, ob das Buch für jeden was ist. Übrigens kann ich nichts zum Kontext zwischen "Nussschale" und Shakespeares "Hamlet" sagen, da ich letzteres nicht gelesen habe, der Roman soll aber wohl etwas daran angelehnt sein.

Ich kann hier auch sehr das Hörbuch empfehlen - das gibt es bei Spotify und der Sprecher passt einfach perfekt zur Geschichte und ist sehr angenehm.
Profile Image for Marion.
292 reviews19 followers
Read
March 25, 2026
Ein wunderbares Buch, ich konnte es kaum aus der Hand legen.
Profile Image for Lese lust.
603 reviews36 followers
July 7, 2017
Ich schwanke massiv zwischen 2 und 3 Sternen und nur meiner allgemeinen Begeisterung für McEwan ist der 3. zu verdanken...

Intelligent, bösr, eigentlich azch unterhaltsam, aber insgesamt für mich doch zu wenig. Zu wenig Tiefe, Lebendigleit, echter Auseinandersetzung . Nach dem Gsesetz der Serie müsste McEwan als Nächstes wieder etwas schreiben, das mir mehr liegt...
Profile Image for Christina .
377 reviews42 followers
January 30, 2020
Ideen muss man haben! Die Geschichte an sich wäre nicht halb so spannend, würde Ian McEwan sie nicht aus dieser kreativen Perspektive erzählen.
Profile Image for Anna.
293 reviews38 followers
December 4, 2018
4,5 Sterne

Oh himmel hat mir dieses Buch gut gefallen.

Die ganze Handlung wird aus der Sicht des ungeborenen Kindes der Prota erzählt und ich frage mich, wie noch niemand davor auf diese geniale Idee gekommen ist und ich bin absolut begeistert davon, wie McEwan es umgesetzt hat. Der Humor, die Sprache und alles mit dem Hintergrund, dass das die Gedanken eines Fetus (?) sind- genial.
Die Handlung selber war auch recht spannend und unterhaltsam. Ich habe es einfach sehr genossen das Buch zu lesen.
Warum es keine 5 Sterne geworden sind liegt nur daran, dass mir iwie noch so die Kirsche auf der Torte gefehlt hat, aber eine absolute Leseempfehlung!
Profile Image for Jemima.
360 reviews23 followers
August 12, 2018
Die Idee ist ungewöhnlich und interessant: Aus der Perspektive eines ungeborenen Kindes im Mutterleib wird die Geschichte eines Verbrechens hilflos miterlebt und kommentiert. Leider waren die Ausschweifungen und Monologe recht langweilig und auch sonst hätte die Geschichte auf 100 Seiten erzählt werden können. Zwischenzeitlich habe ich immer wieder überlegt das Buch abzubrechen. Das war mein erster McEwan, ich werde es aber noch mit einem anderen Roman versuchen. Schade, dass dieser für mich nicht unterhalten konnte.
Profile Image for Bratlingsbücher.
7 reviews
July 23, 2020
Eines der wenigen Bücher, die ich nicht zu Ende gelesen habe, weil es einfach echt mehr Qual als Freude war.
Profile Image for Patricia.
334 reviews58 followers
November 23, 2016
Wenn ich ehrlich bin, bin ich bis zuletzt nicht über diese eigenwillige und für mich an vielen Stellen verstörende Erzählperspektive hinweggekommen. Dieses äußerst eloquente, ungeborene Kind, das Wein liebt und seinen Stiefvater/Onkel hasst, war mir einfach zu viel.
Profile Image for Rosa Lambrette.
6 reviews
July 22, 2026
Die Idee aus der Perspektive eines ungeborenen Kindes zu schreiben ist so gut, da man zwar nah an der Mutter und ihrer unmittelbaren Umgebung dran ist, aber eine andere subjektive Meinung ganz aus ihrer Nähe zum Geschehen hat ohne ihre Sicht einnehmen zu müssen oder die eines auktorialen Erzählers. Das war auch so ziemlich das einzige was mir gut gefallen hat, ich fand das sich einfach alles wiederholt hat, das ständige Alkohol trinken der Mutter, die Gedanken des Kindes (manchmal unrealistisch und unnötig weitschweifig) und das Ende hat mir auch echt garnichts gegeben, es ist am Ende des Tages einfach fast nichts an Handlung in dem Buch von statten gegangen
Profile Image for Aglaja.
141 reviews15 followers
September 21, 2025
2 bis 3, weil es McEwan ist.

Erst nach dem Lesen habe ich erfahren, dass das eine Auftragsarbeit war, und zwar ein Buch nach einem Shakespeare Thema zu schreiben. Das würde manches rechtfertigen und trotzdem…

Ausser der ungewöhnlichen Perspektive (die nun auch nicht mehr die neueste ist) und manchen Passagen, die nur ein Sprachartist wie McEwan schreiben konnte, konnte ich dem Buch nichts abgewinnen.

Erwähnen muss ich allerdings, dass ich nichts mit Satiren / Grotesken anfangen kann. Als solche gelesen, soll das Buch viel Spaß machen.

Und trotzdem: was bleibt aus dem Buch wenn man die Hamlet-Vorlage wegnimmt? Doch nicht die plump servierten Weltanschauungen McEwans?

Es ist das erste Buch von ihm, das mir nicht besonders gefallen hat.
Profile Image for Lea.
62 reviews
May 9, 2026
In der einen Minute fand ich es total spannend und in der nächsten wieder nicht. Keine Ahnung, war auf jeden Fall eine sehr abgedrehte Geschichte.
Profile Image for Sarah.
12 reviews18 followers
May 11, 2018
Humorvoll. Geistreich. Abwechslungsreich. 

"So, hier bin ich, kopfüber in einer Frau. Ich warte, die Arme geduldig gekreuzt, warte und frage mich, in wem ich bin und worauf ich mich eingelassen habe." So beginnt Nussschale und lässt den Leser bereits nach dem ersten Satz mit einem Schmunzeln und einer nicht zu bändigenden Neugier in den Roman starten. Was für ein genialer Auftakt! Und die Genialität dauerte an, von der ersten Zeile bis zur letzten Seite. 

Wörter, beginne ich zu begreifen, können Dinge wahr werden lassen.
Seite 88

Der Ton im Roman kann nicht anders als humorvoll und trotzend vor Sarkasmus beschrieben werden. Unser Protagonist, der Ungeborene im Mutterleib, erzählt mit einer Begeisterung zur Sprache, Kultur und Wissen über die Menschheit, über sein Leben und alles, was er um sich herum wahrnimmt, kennenlernt und befürchtet. Dabei verstrickt sich der Erzähler oft in Gedankenspielerei, driftet stets von der Gegenwart ab und verrennt sich in Gesellschaftskritik, jedoch mit einer geballten Ladung Humor, einem Charme, dem man kaum widerstehen kann und einer Intelligenz, die den Spaß am Lesen erst in den Vordergrund rückt. 

War es ich? Zu selbstverliebt. War es jetzt? Zu dramatisch. Dann etwas, das beidem vorausgeht und beides enthält, ein einzelnes Wort, Ausdruck eines stillen Seufzers, eines Schwindelgefühls der Hinnahme, des eigenen Seins, etwas wie - dies? Zu gewählt. Meine Idee, ganz nahe dran, hieß sein. Und wenn nicht sein, dann die grammatische Variante ist. Das war mein Urbegriff, der springende Punkt - ist. Nur das. Im Geiste von: Es muss sein. 
Im Zentrum des Geschehen spielt sich die Dramatik um seine Mutter, dem Vater und dem Geliebten ab. Eine Verschwörung steht im Raum, es wird gemunkelt, geflüstert und geplant und mittendrin der ungeborene Fötus, der alles mit anhört, eigene Theorien spindelt und sich fragt, wieso er gerade in diese Misere geraten musste. Immer wieder erfahren wir mehr über die Umstände, in denen sich der Protagonist so ganz ohne eigenes Handeln befindet, aus denen er nicht fürchtet entkommen zu können und wie er plant das ganze noch zu seinem Vorteil oder wenigstens nicht zu seinem Nachteil umzudrehen. 

Der Beginn des bewussten Lebens war das Ende der Illusion - der Illusion des Nichtseins - und zugleich Eruption des Realen. 
Seite 11

Seine Hilflosigkeit durch seine Ungeborenheit stehen dabei im Fokus. Immer wieder driftete der Erzähler dadurch in dramatischen Fragen über das Leben, das eigene Sein und dem Sinn des Lebens ab, jedoch mit einem Humor und einem Wahrheitsgehalt, der einen als Leser wissbegierig und nachdenklich zugleich stimmen lässt. 

Ich weiß, dass Alkohol meiner Intelligenz schadet. Er schadet jedermanns Intelligenz. Aber ach, ein wonniger, die Wangen rötender Pinot Noir, ein stachelbeeriger Sauvignon lassen mich durchs inwendige Meer taumeln und purzeln, bis ich gegen die WÄnde meines Schlosses kugle, dieser Springburg, in der ich hause.
Seite 17

Der Schreibstil ist bemerkenswert akribisch und erstaunlich flüssig. Erstaunlich deshalb, da Bandwurmsätze in diesem Roman ein neues Ausmaß annehmen, allerdings so, dass es tatsächlich ungemein viel Spaß macht, sich in ihnen zu verwickeln. Oft erstrecken sich Gedankengänge über eine halbe Seite, das ist vollkommen normal. Doch es wird so gekonnt erzählt, dass diese Satzkombinationen einen als Leser um den Finger wickeln und nur begeistern können. Die Sprache wird hier vollumfänglich ausgenutzt. Der Wortschatz und die Einbindung in die gegenwärtigen wichtigen Themen, wie Terroranschläge, Welthunger und Konflikte zwischen Russland, den USA und Nordkorea werden gekonnt in die Nebenhandlung mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit eingebunden, ohne, dass es gestelzt oder inszeniert oder zu gewollt wirkt. 

Wir sind pappsatt vor lauter Privilegien und Köstlichkeiten, und doch jammern wir, und wer noch nicht jammert, fängt bald damit an. 
Seite 47

Der Roman wird in einem so alltäglichen Rahmen wiedergegeben, dass mich der Part des Normalen wohl am meisten faszinierte. McEwan berücksichtigte dabei jegliche Geräusche, Formen der Bewegung und Umgebungssituationen, die der Embryo zu spüren bekommen kann. Die Perspektive wirkt wahrhaftig. Tatsächlich wird die Handlung so um den Embryo gewoben, dass wir nur immer mal wieder Gesprächsfetzen und zu deutende Handlungen mitbekommen. Der Spielraum wird durch den Protagonisten ausgeschmückt und mit eigenen Vorstellungen der Realität ausgeführt.

Keine Wahrheit schränkt das Leben so sehr ein wie die folgende: Es ist immer jetzt, immer hier, nie dann und da. 
Seite 56

Die  eigentliche Thematik erfahren wir nur in kleinen Häppchen, nur in Situationen, wenn tatsächliche ganze Gespräche stattfinden, denn in die Gedanken von den anderen Mitmenschen treten wir nicht ein. Wir erfahren lediglich nur das, was auch der Embryo mitbekommen, wodurch im Roman ein unglaublicher Spannungsbogen aufgebaut wird.  Ian McEwan hat die Perspektive des Embyos zu seinem Erzählvorteil genutzt. Durch diese Grenzen, die dem Leser aus diesem Blinkwinkel aufgeboten werden, ergeben sich ganz andere Möglichkeiten eine Geschichte zu Papier zu bringen. Es ist anders und für den Leser ein richtige Erlebnis. Hier wird eine Darstellung geboten, die für den Leser einen ganz neuen Reiz auslöst und die gesamte Aufmerksamkeit fordert, jedoch auf eine unterhaltsame Art. 

Dass die Kannibalen vermieden, Idioten zu essen, hatte schon einen Grund. 
Seite 163

Der schlussendliche Verlauf der Geschichte und vor allem das Ende waren für mich persönlich unvorhersehbar. Es hätte schlichtweg alles passieren können. Dadurch, dass wir nicht wirklich wissen können, was sich in der Welt dort draußen abspielt und die Gefühlswelt und Hoffnungen des Ungebornen in die Erzählweise miteinfließen, ahnte ich nie, welche Richtung die Geschichte schließlich einschlagen würde. Die Unberechenbarkeit des Lebens und der Menschen sei es zu verdanken, dass dieser Roman stets mit Überraschungen auflauerte und mit einem passenden Finale endete. 

Es gibt da ein Buch, das ich lesen möchte, noch unveröffentlicht, noch ungeschrieben, der Anfang aber steht. Ich will das Ende von Meine Geschichte des Einundzwanzigsten Jahrhunderts lesen. Und ich will dabei sein, auf der letzten Seite, paarundachtzig Jahre alt, tatterig, aber durchaus noch rüstig, will am Abend des 31. Dezember 2099 ein Tänzen wagen. 
Seite 180

Fazit:
Mit Nussschale hat Ian McEwan ein Meisterwerk erschaffen, welches mit einer grandiosen Erzählperspektive und einer beeindruckenden Sprachkunst besticht. Nicht nur die eigentliche Thematik, die den Ungeborenen beschäftigen, sondern auch die Nebenhandlungen rund um das Weltgeschehen und die zwischenzeitlichen gedankenverhangenen Grübeleien über den Sinn des Lebens und dem eigenen Sein ließen diesen Roman zu einem wahren Literaturgenuss aufsteigen. Für mich persönlich ein beeindruckendes Highlight, welches mir vor allem durch den geistreichen Humor und der Idee der Perspektive aus Sicht eines Ungeborenen imponierte. 
Profile Image for Leonie-Sophie 🌈.
265 reviews12 followers
February 20, 2025
3,5 ⭐️

Sehr schön geschrieben, mit einer unaufgeregten, recht unemotionalen Erzählstimme.

Die Perspektive finde ich super interessant und innovativ, als ungeborenes Kind aus dem Leibe seiner Mutter, dass das um
sich herum Geschehene wahrnimmt, wie ein Erwachsener. Bis auf eine kurze Szene, spielt das Buch nur in einem
Setting.

Interessant ist auch, dass keiner der Charaktere wirklich sympathisch ist und man für keinen so richtige Empathie aufbringen kann - was dem Buch auch leider etwas zum
Verhängnis wird. Claude hat mich ab dem Tod von John extrem genervt und außer Sex und Alkohol trinken ist dann auch nicht mehr wirklich etwas passiert. Das Ende hätte also gut mal 50 Seiten kürzer sein können.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Stefanie.
105 reviews11 followers
March 5, 2019
Aus der Perspektive eines Ungeborenen entfaltet sich eine Liebes- dann eine Dreiecks- und schließlich eine Mordgeschichte. Zugegeben, es gibt viele überraschende Wendungen, die von Esprit zeugen und dem Ganzen beinahe so etwas wie Drive geben.
Aber ernsthaft: ein intellektueller Fötus, der sich über philosophische, soziologische, politische, psychologische Überlegungen bemüht, sich die vor ihm liegende Welt und den Krimi, inmitten dem er sich befindet, zu erschließen...
Eine konstruierte Kopfübung. Handwerklich bemerkenswert, dramaturgisch originell, sprachlich imponierend, hat sie mich doch an keiner Stelle emotional berührt und über die meisten Streckenabschnitte gelangweilt.
Profile Image for anna.
8 reviews
August 20, 2022
Ein sehr abstruses, originelles und nachdenkliches Buch. Immer wieder erhält man interessante und tiefgründige Eindrücke über die Welt eines Ungeborenen, dessen Weltbild von mitgehörte Podcasts, Nachrichten und Gesprächen geprägt wird. Humorvoll und komisch, absolut lesenswert 😁
Profile Image for Labyrinth.
399 reviews8 followers
April 19, 2018
Geniale Schreibweise und eine unglaubliche Phantasie.
13 reviews
June 26, 2026
2.5
interessante perspektive aus dem mutterbauch aber nicht meine story
Profile Image for LittleMissBookworm.
824 reviews8 followers
April 27, 2018
Mit "Nussschale" hat der britische Schriftsteller Ian McEwan einen Roman geschrieben, der sich mit keinem Buch, das ich bisher gelesen habe, vergleichen lässt.

Die Handlung selbst ist nicht übermäßig originell und wird vor allem Fans von Kriminalgeschichten bekannt sein. Was "Nussschale" von anderen Romanen abhebt, sind die außergewöhnliche Erzählperspektive und schöne Sprache. Geschildert wird die Handlung nämlich von einem ungeborenen Kind, das nicht nur auf extrem eloquente und intelligente Art und Weise Sachverhalte beschreibt, sondern zudem auch einen Hang zum Philosophieren hat.

"Nussschale" ist wahrlich ein außergewöhnlicher Roman, der im Gedächtnis bleibt. Toll!
Profile Image for Nicci Trallafitti.
152 reviews26 followers
December 16, 2017
Schon der Anfang lässt auf eine spannende Geschichte schließen, bei der man sich in etwa das gleiche denkt, wie das namenlose Kind. Mir fällt es sehr schwer, angemessene Worte für dieses Kunstwerk zu finden, denn meiner Meinung nach ist es genau das – ein wahrliches Kunstwerk. Nussschale war mein erstes Werk des Autors und ich kann sagen, dass ich nun sehr neugierig auf seine weiteren Bücher bin, die im Übrigen alle im hinteren Teil der Lektüre aufgelistet sind.

Der Schreibstil ist einzigartig, voller Metaphern und Vergleiche, fesselnd, schonungslos und zugleich philosophisch. Ich empfand es als wahnsinnig spannend die Umgebung ausschließlich durch die Beschreibungen des Kindes zu erleben, kann es doch nicht sehen und ausschließlich anhand von Geräuschen, aber auch durch Gefühle und Tätigkeiten der Mutter, seine Umwelt wahrnehmen und erfassen. Somit wirkten die Schilderungen teils skurril, teils ungewöhnlich, teils unangenehm. Spannend und zugleich verstörend empfand ich den Aspekt des tatenlosen Zusehens, in welches man in der Perspektive gedrängt wurde. Den Titel finde ich übrigens sehr passend zum Inhalt, ebenfalls das Bild auf dem schlichten Buchcover.

Natürlich haben wir es hier nicht mit der gewöhnlichen Darstellung eines Ungeborenen zu tun, es handelt sich um eine fiktive Erschaffung eines Wesens was bereits im Mutterleib über Moralvorstellungen und eine gewisse Weisheit verfügt, die es in seine Wahrnehmung und Beschreibungen dessen einbaut. Gelungen fand ich die Tatsache, dass die Bindung des Kindes zur Mutter unerschöpflich war, die Liebe grenzenlos, egal was passierte. Leider bestand diese Bindung eher einseitig, was schon alleine dadurch deutlich wurde, dass das Kind bis zuletzt namenlos war, auch wurde es scheinbar eher als Störfaktor wahrgenommen, von allen Parteien.

Die Mutter fand ich unsympathisch, auf mich wirkte es, als wäre sie verzweifelt, böswillig und psychisch labil. Lediglich ihr Verhalten am Ende des Buches konnte ich nachvollziehen, endlich zeigte sie einen minimalen Ansatz von Stärke und Empathie. Der Vater war eine interessante Figur, den Liebhaber hingegen empfand ich als wahnsinnig dümmlich, grausam und einfach gestrickt, zugleich besaß er leider einen immensen Einfluss auf die Mutter und die Entwicklung der Geschichte.

Die Thematik drehte sich primär um die Personenkonstellationen und die Auswirkungen einzelner Taten und Äußerungen. Die Interaktionen fanden hauptsächlich im Haus des Vaters in London statt, wodurch das Setting eher eingeschränkt war, dennoch fand ich die Geschichte sehr spannend, auch wenn das Ende relativ offen blieb. Dies und die Kürze des Buches empfand ich aber nicht als negativ, im Gegenteil. Mir fehlte nichts, das Ganze wirkte insgesamt rund.

Mit Nussschale konnte Ian McEwan mich vollends begeistern und mir Lust auf seine anderen Werke machen. Es handelt sich um eine kluge, skurrile und fesselnde Geschichte über Verrat und Leidenschaft aus der Sicht eines ungeborenen Kindes.

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar.
Profile Image for Gulssana  Fahrenheit  *.
4 reviews
August 8, 2022
Ich habe auf Deutsch gelesen. Der Wortschatz des Schriftstellers ist reich. Ich habe so viele neue und für mich unbekannte Begriffe und Konzepte aus Psychologie und Philosophie und anderen Bereichen gelernt. Ich musste googeln und in bestimmte Konzepte eintauchen, um den Inhalt der Übersicht zu verstehen.
Profile Image for Wal.li.
2,703 reviews74 followers
November 18, 2016
Immobilienblase

Trudy und ihr Mann John leben getrennt. Trudy hat es geschafft, John war derjenige, der auszog, obwohl es sich bei dem Haus um sein Elternhaus handelt. Mit ihrer fortgeschrittenen Schwangerschaft sieht sich Trudy im Recht. Ihre Affäre mit Johns Bruder hat damit nichts zu tun. Claude ist der erfolgreichere Unternehmer, John hat nur einen kleinen Verlag für Poesie, der mehr schlecht als recht läuft. Doch ist Claude auch der bessere Partner, zumindest ist ihm der Wert des Hauses sehr bewusst, dass zwar in schlechtem Zustand ist, sich aber in einer bevorzugten Lage Londons befindet.

Dieses Buch wird aus einer sehr ungewöhnlichen Perspektive heraus erzählt, die allerdings schon im Klappentext verraten wird. Quasi von innen heraus wird über den Gang der Ereignisse berichtet. Vor dem Leser entblättert sich dabei ein Blümchen, eine Geschichte, die schier unglaublich scheint. Mit jedem einzelnen Blütenblatt, dass man von der Blüte zupft, entdeckt man eine neue Facette des sehr zweifelhaften Charakters der werdenden Mutter. Eigentlich sollte sie sich doch zurücklehnen und in froher Erwartung auf die Ankunft ihres Kindes harren. Anstatt dessen schmieden sie und ihr dummdreister Geliebter jede Menge kruder Pläne, treiben Spielchen im Bett und malen sich eine finanziell gesicherte Zukunft aus. Doch reden lässt es sich leicht, was geschieht, wenn Pläne Realität werden.

Mit witzigen und wie immer prägnanten Worten schildert Ian McEwan ein paar Tage aus dem Leben von Trudy. Eine Schilderung, bei der man wahrlich mitgeht. Nein, wie blöd, denkt man manchmal, wie unsympathisch diese Personen, doch wieder und wieder hält der Autor einen Cliffhanger parat und zwingt die Gedanken in eine andere Richtung. Bis schließlich der Berichterstatter die Initiative ergreift und die Geschichte zu einem Finale führt, mit dem man als Leser sehr einverstanden sein kann. Spannend, ironisch und mit unerwarteten Wendungen erfreut und unterhält der Autor seine Leser. Ein Werk, das zu lesen sich lohnt.
Profile Image for Babette Ernst.
371 reviews89 followers
October 21, 2019
4,5*
Es ist das zweite Buch, das ich von Ian McEwan las und ich erwartete eine Beschreibung komplizierter zwischenmenschlicher Beziehungen. Tatsächlich ist es ein sprachliches Meisterwerk, bei dem ich einen großen Lesespaß verspürte und mit jeder Seite die Freude des Autors an seiner Idee wahrnahm. Dabei ist der Aufbau eigentlich simpel: Frau betrügt Ehemann mit dessen Bruder, beide schmieden Mordpläne. Schon deshalb ist dem Buch ein Hamletzitat vorangestellt. Das besondere ist aber, dass der Hamlet dieser Geschichte ein Fötus im Mutterleib der im achten Monat schwangeren Ehebrecherin ist. Nur aus seiner "Sicht" (sprich Wahrnehmung) wird nicht allein die Handlung erzählt, sondern in einer erwachsenen Weise über Alltägliches, menschliches Verhalten und große Weltthemen philosophiert. Einfach genial sind z. B. die Überlegungen, warum es sich lohnt, geboren zu werden ("Ich glaube an ein Leben nach der Geburt" ;-)) oder wie man seine Identität findet.
Der noch namenlose Fötus verfügt über ein jahrhundertealtes Wissen, das in unseren Genen gespeichert ist und profitiert davon, dass seine Mutter gerne Podcasts hört. Trotzdem könnte er von der Logik aus betrachtet, vieles nicht wissen, was er äußert. Aber diese logischen Fehlstellen, die mich in vielen anderen Büchern geärgert hätten, haben mich hier überhaupt nicht gestört.

Nach meiner Ulysses-Lektüre dieses Jahr habe ich mich auch gefreut, zwei Zitate zu entdecken, wobei ich eigentlich nur eins bemerkte ("Seine Mutter bringt er um, aber graue Hosen kann er nicht tragen."), das andere wurde mir erst durch das Zitateverzeichnis klar.

Doch auch ohne Ulysses: dieses Buch ist unbedingt eine Empfehlung.
Profile Image for Barbara.
727 reviews27 followers
May 3, 2017
Zwischen einem und zwei Sternen schwankend. Ich kann es selbst kaum glauben, dass ich ein Buch von Ian McEwan, den ich sonst mit meistens großer Begeisterung lese, mit nur einem Stern bewerten will. Andererseits verkraftet es dieses Buch gut, angesichts der vielen 5*-Bewertungen.

Der Hauptgrund meines Nichtgefallens: Ich konnte mich einfach nicht auf das Setting des "lebens"klugen Ungeborenen einlassen. Wenn er wenigstens einfach allwissend wäre (wie ein allwissender Erzähler), nein, McEwan versucht uns noch zu erklären, wieso der zwei Wochen vor der Geburt stehende Fötus so viel weiß: Er hört seine Umwelt und lässt seine Phantasie spielen. Nur: Wenn man sich in ca. 3 Monaten allein durch das Hören von Podcasts, TV-Sendunden und Gesprächen in der Umgebung ein so umfassendes Welt-, Sozial- und Allgemeinwissen aneignen kann - wieso gehen wir Geborenen überhaupt so viele Jahre zur Schule? Mal abgesehen davon, dass jemand, der "die Welt" noch nie direkt erlebt hat, kaum eine solche unverzerrte Vorstellung der Realität entwickeln kann, geschweige denn kompliziertere Konzepte.

Dass der Fötus in einer präzisen und ausgewählten Sprache vor sich hindenkt, das alleine könnte ich noch verzeihen, ist in ihm auch inhaltlich deutlich die Weltsicht des Autors zu erkennen. Aber dazu war die Handlung mehr als dürftig, worüber mich auch die Hamlet-Referenzen (und manche weitere) nicht hinwegtrösten konnten.

Leider, ja leider, mochte ich das Buch tatsächlich nicht. Der eine Stern passt, vor allem in Bezug auf andere Werke dieses oder qualitativ gleichwertiger Autorinnen.
Profile Image for laleliest.
430 reviews74 followers
September 23, 2020
Wir erfahren das Geschehen aus der Perspektive eines ungeborenen Kindes, welches aber kurz vor der Geburt steht. Das Kind bekommt mit, wie seine Mutter Trudy anscheinend eine Affäre hat. Dies gelingt ihm durch zuhören und die physischen Prozesse der Mutter zu analysieren und vergleichen. Trudy und ihr Geliebter beginnen zu planen, wie sie den leiblichen Vater des Kindes und Noch-Ehemann von Trudy loswerden könnten. Wie viel ein Kind davon mitbekommt, ist beiden nicht bewusst. • Was für eine verrückte Story! Beim Lesen habe ich ernsthaft mein Wissen über den Entwicklungsstand von Ungeborenen hinterfragt, weil sich das Kind als Erzähler einfach wahnsinnig eloquent und poetisch ausdrückt. Das sagt auch viel über McEwans Schreibstil allgemein aus: sehr flüssig, sehr bildhaft (manchmal zu bildhaft), poetisch, humorvoll und dennoch spannend. Sympathie mit der Mutter konnte ich nicht aufbauen, sie war dauerhaft am Trinken und das hat mich richtig fertig gemacht zu lesen, zur Geschichte aber dadurch positiv beigetragen. Das Buch hat mir von Anfang an gut gefallen und ich werde bestimmt noch mehr von ihm lesen. Eine Empfehlung an diejenigen, die Lust auf Spannung aus ungewöhnlicher Perspektive und einen gehobeneren Schreibstil haben.
Displaying 1 - 30 of 62 reviews