Seit einem halben Jahrzehnt lebt Wolfgang Koydl als Korrespondent der Süddeutschen Zeitung unter Briten – „reif für die Insel“ fühlt er sich keineswegs. Aber wie soll er das auch in einem Land, das Exzentriker am Fließband produziert und in dem ein bizarres Abenteuer das nächste jagt? Wer in England überleben will, stellt Koydl fest, muss britischen Humor entwickeln! Besonders dann, wenn man eine russische Frau, eine pubertierende Tochter und einen singenden Hund an der Seite hat. Oh dear!
Zum Inhalt: Seit einiger Zeit wohnt Wolfgang Koydl nun als Auslandskorrespondent mit seiner Familie in London. Während er im ersten Teil, "Fish and Fritz", noch relativ kurz dort gelebt und die Engländer und ihr Land neu entdeckt hat, kennt er sich nun schon besser aus und beschreibt weitere Eigenarten und Skurrilitäten des Inselvölkchens.
Meine Meinung: Ich hatte ja bereits befürchtet, dass mich das Buch nicht so begeistern würde. Bereits den ersten Teil fand ich eher so mittelmäßig und habe "Bitte ein Brit" daher auch eher der Vollständigkeit halber gelesen. Koydls Schreibstil sagt mir einfach so gar nicht zu. Er ist zwar stellenweise lustig und, da ich selbst oft und gern in England bin, konnte ich auch oft nicken und grinsen. Aber irgendwie klingt alles auch sehr hölzern. Man merkt, dass er in seinem Beruf doch eher ernste oder trockene Berichte für seine Zeitung schreibt. So ist der fließende Schreibstil eines humoristischen Romans ihm anscheinend fremd und vieles wirkt gekünzelt.
Hatte "Fish and Fritz" wenigstens noch eine Geschichte als Basis, welche die Handlung immer wieder voran trieb, geht diese hier völlig unter. Sie ist zwar vorhanden, denn Koydl muss für seinen Chefredakteur ein Interview mit dem Premierminister organisieren, jedoch führt das lediglich dazu, dass die einzelnen breiten Ausführungen englischer Eigenarten davon unterbrochen werden, dass Koydl von seiner Arbeit als Auslandskorrespondent erzählt, es gibt also eigentlich keine Handlung, die in irgendeiner Weise Spannung aufbaut. Außerdem ist dieser "Handlungsstrang" auch noch quasi eine Wiederholung. Im ersten Teil sollte Koydl es irgendwie schaffen, an die Queen ranzukommen, nun ist es der Premierminister.
Sonst hat sich nicht viel geändert. Auch hier erzählt Koydl wieder von vielen Eigenarten der Briten, welche sich allerdings auch häufig bei Vorurteilen bedienen und welche ich in vielen Fällen so nicht bestätigen kann, obwohl ich selbst recht viele Engländer kenne. Zwischendurch finden sich aber auch wirklich interessante Infos und Fakten, welche mir noch gar nicht bekannt waren. Dafür gibt es dann auch die zwei Sterne. Aber trotzdem ist das Buch (wieder mal) eine Enttäuschung, denn wenn ich ein Buch mit interessanten Fakten über England lesen möchte, greife ich sicherlich nicht zu einem, welches Humor und Unterhaltung verspricht. Schade.
Wolfgang Koydl ist Auslandskorrespondent in London. Zusammen mit Frau Katja und Tochter Julia lebt er nun schon seit einigen Jahren in einem Häuschen direkt am Park, dass von einem morschen Baum der Queen bedroht wird. Wie schon in ‚Fish and Fritz‘ lernt der Leser Land und Leute kennen. Ob der Autor uns mit ins Fußball-Stadion nimmt oder zu einem Kilt-Einkauf nach Edinburgh, immer gibt es etwas zu schmunzeln. Ganz nebenbei erfährt man so Einiges über die Schrullen und Eigenarten der Briten. Wer kennt sich schon aus mit kulinarischen Genüssen wie ‚Marmite‘ oder dem schottischen ‚Irn Bru‘? Herr Koydl hat es tapfer getestet und erspart so dem Leser unangenehme Überraschungen. Seine russische Frau und Teenager Julia sind auch in diesem Buch das Salz in der Suppe.
Wer sich für England interessiert und Wissen gerne locker aufbereitet zu sich nimmt, ist hier richtig. Ich werde demnächst der Familie Koydl via Buch in der Schweiz einen Besuch abstatten mit dem ‚Wer hat’s erfunden?‘ und werde mich hoffentlich auch mit den Schweizer Eidgenossen gut unterhalten.
disclaimer: this is not a high-quality demanding book. but its a great book for everyone who reads to relax.
im torn...4 or 5 stars? can you really give 5 stars to a book just because it made you smile or laugh? what the heck - 4.5 stars rounding up to 5.
the story itself isnt that interesting. it basically covers his life as a journalist for a german newspaper. about half the book is about his boss and how his boss makes his life stressful. the other half is about life in britain, his neighbours and family. BUT it has made me laugh so many times. i only read a couple of chapters at a time - which is something which i only rarely do (mostly if im not into the book). however, here i did enjoy holding off because i knew i didnt miss anything (like when you really want to know how it ends) but mostly because i just enjoyed it so much. i will definitely read other books by him.