Leider wird das Buch heute nicht mehr aufgelegt, schade. Denn es ist eigentlich ein echter Klassiker der "neuen Frauenliteratur", auf jeden Fall ein Vorläufer von Bridget Jones u.ä.
Okay, das Buch ist nun schon ca. 25 Jahre alt, aber es ist doch immer noch witzig. Denn um Constanze wirklich zu verstehen, darf man sie, zumindest zu Anfang, nicht zu ernst nehmen. Das liegt sicher nicht in Sinne der Autorin Eva Heller (R.I.P.), die sich in dem Buch über alle möglichen Klischees lustig macht, von typischen "Frauenmarotten" über spießige Doppelmoral bis hin zu pseudo-Hipstern, die es auch schon damals gab.
So will sich Constanze z.B. nur von ihrem Albert trennen, weil es uncool ist, in einer zu "festen" Beziehung zu leben. Die beiden passen nämlich eigentlich perfekt zusammen, und sie kocht jedes Mal vor Eifersucht, wenn er dann eine Neue hat - was sie sich selbst natürlich nie eingesteht, sondern so tut, als habe er "so eine komische Tante" ja verdient, der alte Spießer.
Selbst redet sich Constanze ein, in den Dozenten Gottfried Schachtschnabel verliebt zu sein, der sich beim näheren Kennenlernen aber als eine wirkliche Luftblase entpuppt, seine wiederkehrenden Phrasen von "nicht-bürgerlicher Existenz" und "unemotionaler Herangehensweise" als bloßes Geschwafel.
Daneben spielen Constanzes drei Freundinnen eine wichtige Rolle, da die Protagonistin nicht nur durch ihr eigenes (Fehl-)Verhalten, sondern auch durch Beobachtung der anderen Frauen allmählich erkennt, dass der wirkliche Weg zur Selbsterfüllung ist, authentisch zu sein, auch wenn andere meinen, man sei langweilig, spießig oder mache so ziemlich alles falsch.
Also, wirklich eine echte Vorgängerin von Bridget, wobei Eva Hellers Romanhandlung aber durchaus komplexer ist, Constanze viel mehr über sich und andere schließlich nüchtern reflektiert.