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Das PARTEI-Buch: Wie man in Deutschland eine Partei gründet und die Macht übernimmt

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„Die PARTEI“ will die Mauer wieder aufbauen. Denn dann könne Deutschland an der Fußball-WM mit zwei Mannschaften teilnehmen. „Und die Partei, die Partei, die hat immer recht“, heißt es in dem von der alten SED übernommenen Parteilied. Kennern schwant bei so viel genialem Unfug, dass die Macher des Satire-Magazins Titanic am Werk sein müssen. Und tatsächlich: PARTEI-Chef Martin Sonneborn ist Mitherausgeber des Magazins, sein PARTEIbuch dokumentiert, wie seine Parteigänger die etablierten Parteien verballhornen und sich dabei historischer Versatzstücke bedienen, etwa wenn Ostdeutschland zur Sonderbewirtschaftungszone SBZ erklärt wird oder bei einer Versammlung der Saalschutz martialisch posiert.

Einmal mehr scheint die Titanic Witz wie Irrwitz für 99 Jahre gepachtet zu haben. Wo der Spaß aufhört, lässt sich wie üblich schwer festlegen. Womöglich dann, wenn das Zentralkomitee der deutschen Satire dem ehemaligen Jugoslawien doch tatsächlich den Krieg erklärt oder, wenn es bei einer Partei-Versammlung heißt: “Wollt Ihr den totalen Sieg?“ Die Führer der Partei sehen das vermutlich anders, und im Rahmen der demokratischen Freiheiten riskieren die Magazin-Macher nur, dass man ihren knallharten Schabernack für ganz und gar nicht lustig hält - oder eben doch darüber lacht.

Indes brachte sich die Partei der radikalen Mitte mittels Kanzlerinnen-Casting unbeirrt gegen „das Merkel“ in Stellung. Auch die Zahl der Parteieintritte nimmt zu. Kein Wunder, denn schließlich waren ja bereits viele Großväter in der Partei, heißt es. Und natürlich kringeln sich darüber alle Freunde der einfallsreichen und hemmungslosen Macher des unglaublichen Satire-Magazins, denn schräger geht’s nimmer. Zu Grunde geht Deutschland durch die unschlagbare Titanic-Crew ohnehin nicht, schließlich gilt die Demokratie als unsinkbar.
- Herwig Slezak

240 pages, Paperback

First published February 27, 2009

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About the author

Martin Sonneborn

16 books44 followers
German satirist and member of the European parliament.

Sonneborn became head editor of the satire magazine "Titanic".

In 2004 he founded the party "Die Partei" which would be denied in competing for elections in 2009.

In 2014 he was voted in the European Parliament due, the abolishment of the electoral threshold by the German high court.

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Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for hcelvis.
100 reviews
March 31, 2011
Zwölf Jahre nach der bevorstehenden Machtübernahme der PARTEI kann keiner mehr sagen "Ich hab doch von nix gewusst", das wäre in der heutigen Zeit mit Internet und Videotext mehr als unglaubwürdig. Folglich kann man sich auch gleich richtig informieren! Ideal dafür ist das PARTEI-Buch:
Auf 240 Seiten dokumentiert Martin Sonneborn, wie Titanic-Mitarbeiter schon früher im Namen von FDP, SPD und CDU Wahlkampf betrieben haben, wie schließlich der Beschluß entstand, dies auch im eigenen Namen zu tun, wie erfolgreiche Wahlkämpfe aussehen müssen, nämlich schmierig und populistisch, und wie so der Weg an die Macht geebnet werden kann. Als Titanic-Leser kennt man vieles schon, aber es gebündelt in einem Buch zu lesen, ist doch sehr aufschlussreich, und manche Aktionen, die man vielleicht nicht mitbekommen hatte, lassen einen noch einmal zusätzlich schmunzeln bis debil grinsen. Sehr gelungen sind die "sachdienlichen Hinweise", die immer an passender Stelle eingefügt sind. Das sind in erster Linie Ausschnitte aus allen möglichen Zeitungen, Kommentare zum Thema PARTEI, aus denen sich lesen läßt, wie fassungslos die deutsche Presse teilweise mit der kleinen, schmierigen, aber immer ehrlichen und höchst engagierten politischen Organisation umgegangen ist.
Leider hat Bundeswahlleiter Egeler der PARTEI den Parteienstatus aufgrund falscher Annahmen aberkannt, so daß die PARTEI dieses Jahr höchstwahrscheinlich nicht zur (von ihr zum PARTEI-Jubiläum veranstalteten) Bundestagswahl 2009 antreten kann. Dann muß der große Wechsel eben noch einmal 4 Jahre warten, aber gut Ding will eben Weile haben.
Profile Image for Michaela May.
99 reviews5 followers
July 18, 2021
Sehr ironisch geschrieben - ich mag die Art von Martin Sonneborn krasse Situationen mit einer durchgängigen Distanz zu beschreiben. Was fehlt, sind ein, zwei offensichtlich tiefergehende Gedanken.
2 reviews
December 19, 2012
Es ist die geilste Partei alle wählen... the wall is back :DD

Displaying 1 - 8 of 8 reviews

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