Christiane Vulpius. Christiane von Goethe. Uber ein Vierteljahrhundert lebte sie mit Goethe, achtzehn Jahre in freier Liebe, zehn Jahre als seine Ehefrau. Dreiundzwanzig Jahre War sie alt, er achtunddreisig, als sie sich im Juli 1788 erstmals trafen und fast von einem auf den andern Tag ein Liebespaar wurden. Goethe, von der Begierde getrieben, die Pyramide seines Daseyns...so hoch als moglich in die Lufft zu spizzen, schuf in seiner Lebenszeit mit Christiane ein grobes Werk.
Eines Tages stand mein Freund mit diesem Buch unterm Arm vor meiner Tür und sagte: "Guck mal! Hab ich auf dem Müll gefunden!" Bereits nach 100 Seiten konnte ich die Motivation des Vorbesitzers durchaus verstehen.
Sigrid Damm betont im Anhang des Buches, dass sie nicht ausschmücken wollte, gleichzeitig aber auch keine wissenschaftliche Monographie schaffen wollte, sondern erzählerisch das Leben von Goethes Ehefrau niederschreiben wollte. Was denn nun? Daraus gemacht hat sie eine mehr oder minder recht dröge und trockene Biografie über Christiane Vulpius, bei der das furchtbarste mit Sicherheit die Sätze ohne Verben waren. Ständig. Jeder Satz. Mit Punkt. Abgetrennt. Davon taten mir irgendwann Augen und Hirn weh. Überhaupt ist es überraschend, wie jemand aus einer so spannenden Episode in Goethes Leben ein so langweiliges Buch schaffen kann. Ich meine: Da hat man schon den (damaligen) Skandal des Nicht-Verheiratetsein, des Standeunterschiedes und Damm gelingt es trotzdem jede Geschichte, jede Anekdote darum, schnarchig zu verpacken.
Das einzig wirklich Neue, dass ich gelernt habe, ist, dass Goethe sein erstes Mal wohl mit ner Prostituierten hatte und er Cervelatwurst mochte.
Die Biografie las ich vor Jahren und mochte sie sehr, da sie sehr interessante Einblicke in das Leben Goethes und Christianes bot, aber auch Einblicke in die Freundschaft Goethes mit Schiller. Krass fand ich, dass Goethe sich wohl Schillers Schädel ausgraben ließ, um diesen mitzunehmen.
Ein hervorragend recherchierter Dokumentarbericht, der dem Leser auf spannende Weise den Lebensalltag des Paares Christiane/Goethe nahebringt. Zeitweilig konnte ich es kaum aus der Hand legen, so fesselnd fand ich den Schreibstil der Autorin.
Bei allen Lobhudeleien über Goethes Genius missfällt mir einer seiner Charakterzüge besonders, und das ist sein allzeit "problematisches" Verhältnis zu Krankheit und Tod. Man denke nur an seinen Dichterkollegen und Freund Friedrich Schiller. Nicht nur, dass er dessen Krankheit lange Zeit ignoriert, nein, er kommt noch nicht einmal zu Schillers Beerdigung. Auch Christiane wird in ihrem Leiden von Goethe mutterseelenalleine zurückgelassen, da er wieder einmal Reißaus genommen hat und von ihrem Ableben erst schriftlich erfahren wird. Natürlich kam er auch nicht zu ihrer Beerdigung...
Die Lebensgeschichte der Vulpius, die noch Frau Geheimrätin wird. Sehr spannend, zumindest in der ersten Hälfte, wo nebenbei viel über die Zeit erzählt wird. Die Episode mit der Kindsmörderin insbesondere. Schließlich frage ich mich aber doch, wie ich das ganz durchgehalten habe, da mich eigentlich auch Goethen nicht so sehr interessiert.
Sehr intensive und zum Teil bewegende Darstellung von Goethes Beziehung zu Christiane Vulpius. Besonders der zeitliche und persönliche Kontext beider Leben im Laufe der gemeinsamen 28 Jahren war sehr erhellend und bereichernd. Wie immer(?) bei Sigrid Damm ist auch dieses Buch keine klassisch-wissenschaftliche Biografie sondern eher eine biografische Erzählung - sie ist trotzdem sehr gut und umfassend recherchiert mit nachvollziehbaren Quellen und Textbelegen, sowie vielen direkten Zitaten gefüllt.
Eine ausgezeichnete Arbeit mit sehr ausgiebigen Recherchen in den zugänglichen Archiven. Die Autorin hat das Bild voon Christiane u n d Goethe sehr viel klarer und fairer (in bezug auf Christiane) gezeichnet. Es gibt auch zahlreiche Hinweise auf Goethes Werke. Das Buch ist sehr empfehlenswert!