Wer denkt, Jurassic Park habe alle abstrusen Dinosauriergeschichten in unserer Zeit erzählt, der sollte dringend dieses Buch lesen – denn es geht noch abgedrehter.
Und es wird wirklich nicht lange um den heißen Brei herumgeredet. Der erste Dino taucht praktisch sofort auf, angemessen blutrünstig und monströs. Dieses Buch ist nichts für Leute mit zartem Magen! Auf 325 Seiten werden so viele Leute abgeschlachtet, dass ich aufgehört habe, zu zählen. Spoiler: nicht alle werden gefressen.
Die Charaktere sind ein bunter Haufen von Wissenschaftlern und Idioten aus den verschiedensten Fachgebieten. Von der karrieregeilen Biologin über den nerdigen Paläontologen bis hin zum übermäßig selbstbewussten Großwildjäger ist alles dabei, was man für so eine Geschichte braucht. Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte, oder eher eine kleine Romanze, und genügend Statisten und Nebencharaktere ohne Namen, um alle Dinos und Monster der Insel sattzukriegen.
Der Schreibstil ist der Geschichte leider nicht ganz angemessen. Show, don’t tell ist ein Prinzip, dass der Autor scheinbar nicht kennt. Alles plätschert so dahin, richtige Spannung kommt einfach nicht auf, weil der Autor immer wieder sachliche Kommentare einstreut wie In der Dunkelheit war es nämlich äußert schwer, sich zu orientieren. (S.65) Charaktere, die im Angesicht eines riesigen T-Rex noch logisch denken, nehmen zusätzlich nochmal Spannung raus.
Aber – und das sage ich nicht oft! – die Geschichte entschädigt hier wirklich für die stilistischen Mängel. Ich meine, es gibt Dinosaurier, Kannibalenzombies, Urzeitmenschen, eine uralte Tempelanlage voller Geheimnisse und Fallen und eine Verschwörung um eine Verschiebung im Raum-Zeit-Kontinuum. Was will man mehr? Wenn sonst nicht viel zu tun ist, ist dieses Buch wirklich ein angenehmer Zeitvertreib.