Ein Roman voller Weltwissen und Tatkraft: Bestseller-Autorin Karin Kalisa erzählt von einer Graswurzelbewegung ganz eigener Art.Dass man so klein wie "füreineallein" eigentlich gar nicht denken und nicht kochen kann, ist von jeher Franziska Heberles Überzeugung. Trotzdem kommt das mittägliche Klingeln an ihrer Haustür unerwartet, ungebeten und ungelegen: Eine Nachbarin. Dann noch eine. Es reicht - und reicht noch nicht. Denn auf einmal fühlt sich das Ungelegene absolut richtig und vor allem steigerungsfähig an: Doch wie kann das überhaupt gehen? Ein Mittagstisch für viele - hier, im ländlichen weiten Voralpenland, wo Einzelhof und Alleinlage seit Generationen tief in die Gemüter sickern? Und es nicht jedem passt, wenn sich etwas ändert. Es braucht Frauen aus drei Generationen: Franzi, Esma und Sabina. Nicht jede 'von hier', aber aus ähnlichem Holz. Es braucht Ben, der wenig sagt, aber wenn, dann in mancherlei Sprachen; es braucht Fidel Endres, einen Vorfahr, der etwas Entscheidendes hinterlassen hat - und einen halbleeren Kübel Alpensalz in einer stillgelegten Wirtshausküche, der zeigt: Dem Leben Würze geben, ist keine Frage der Zeit.Eindringlich, mitreißend und von wilder Schönheit schreibt Karin Kalisa - Bestseller-Autorin von »Sungs Laden«, »Sternstunde« und »Radio Activity« - über Einsamkeit und Mitmenschlichkeit, über Eigensinn und Gemeinsinn.
Eigentlich mag ich Karin Kalisas unaufgeregte und doch ausdrucksstarke Art zu erzählen. Auch in dieser Geschichte, die anfangs zudem eine ansteckende Stimmung von Aufbruch aufkommen ließ. Jetzt kommt das Aber: Mit den Zwischen-Kapiteln aus der Vergangenheit konnte ich leider nichts anfangen. Und dann das plötzliche Ende...das hat mich auch etwas unbefriedigt zurückgelassen. Schade!
Vom Verlag habe ich dieses Buch zusammen mit einer Packung Salz als Überraschung bekommen. Nochmals vielen herzlichen Dank! Im Literatursalon bei Lovelybooks wurde der Roman besprochen, deshalb habe ich ihn gleich zur Hand genommen und gemeinsam mit den Leserinnen diskutiert. Leider konnte mich die Geschichte von Karin Kalisa nicht restlos überzeugen.
Der Roman handelt im Großen und Ganzen um eine Graswurzelbewegung: Aus etwas Kleinem entsteht aus der Basis der Bevölkerung eine Initiative, die nach und nach zu etwas Großem wird. Franzi ist eine der vielen alleinstehenden älteren Frauen in einem kleinen Dorf im Allgäu, die täglich für sich alleine kocht und mehr und mehr vereinsamt. Eines Tages klingelt es kurz vor Mittag an Franzis Haustür. Zuerst ist sie verärgert und will doch eigentlich nur ihre Ruhe haben. Als sie öffnet steht ihre Nachbarin Johanna vor der Tür, die um Mehl bittet. Franzi durchschaut schnell, dass diese nicht wirklich gekommen ist, um sich Mehl zu borgen, denn alle Frauen im Dorf haben mehr als genug Vorräte im Keller. Aus dem ungelegenen Besuch wird ein gemeinsames Mittagessen, das beide genießen. Daraus entsteht der Gedanke sich öfters im Dorf bei einer der alleinstehenden Frauen zum Mittagessen zu treffen. So wird die Idee eines gemeinsamen Mittagtisches für alle Alleinstehenden geboren, der mit großem Interesse angenommen wird. Franzi versucht dieser Eingebung zu folgen und diese kurzentschlossen umzusetzen. Das schon lange stillgelegte Dorfgasthaus "Rössle" kommt als Lokalität perfekt in Frage, jedoch sind dort seit einiger Zeit Flüchtlinge untergebracht. Dort trifft Franzi auf Esme und einen halbvollen Kübel Speisesalz....
Das erste Drittel rund um das Miteinander der Frauen und der Planung des Mittagstisches hat mir gut gefallen. Das dörfliche Leben wird sehr anschaulich beschrieben. Da ich selbst in so einem Dorf im Alpenvorland (allerdings nicht im deutschen, sondern österreichischen) wohne, kamen mir viele Situationen sehr bekannt vor. Da hat sich nicht wirklich viel geändert. Oftmals braucht es eine zupackende Hand und eine zündende Idee um außergewöhnliche Vorhaben umzusetzen. Leider verliert sich das Hauptthema um den Mittagstisch und das Leben der Frauen im Laufe der Handlung immer mehr. Hinzukommend werden jegliche Hindernisse mühelos aus dem Weg geräumt oder scheinen wie von selbst zu verschwinden. Immer mehr neue Figuren und neue Handlungsstränge kommen hinzu. Diese werden nur angerissen und nicht wirklich zu Ende geführt. Oftmals hatte ich das Gefühl die Autorin verliert sich selbst in ihrer Geschichte und hat den Faden verloren. Das letzte Drittel gefiel mir dann leider gar nicht mehr. Die mystische Komponente, die von ihr eingeflochten wurden, passten so überhaupt nicht zur restlichen Geschichte.
Die Charaktere sind sympathisch, bleiben aber großteils an der Oberfläche. Franzi ist eine typische ältere Frau, wie wir sie hier auf dem Land dutzendfach finden. Die Kinder sind aus dem Haus und führen ihr eigenes Leben, genauso wie der Ehemann - wenn er nicht gestorben ist. Die Frauen sitzen alleine da und führen ein eher einsames Leben. Franzi war für mich am meisten greifbar. Über Esme hätte ich sehr gerne viel mehr erfahren und die anderen Frauen blieben eher Randfiguren. Einzig die junge Sabrina nimmt noch etwas mehr Platz ein, wird mir aber zu klischeehaft beschrieben.
Die kleinen Botschaften und Themen, wie die Flüchtlingsproblematik, die Gesellschaft im Allgemeinen, die Vereinsamung und die geschlossene Infrastruktur sind nur einige der vielen Themen auf diesen eher wenigen Seiten. Sie sind mir leider viel zu allgemein und oberflächlich gehalten.
Schreibstil: Der sehr poetische Schreibstil hat mir gut gefallen. Einige Sätze und Zitate habe ich mir markiert. Die Autorin regt auch zum Nachdenken an. Der oftmals in Dialogen eingefügte Dialekt bereitete mir als Österreicheirn natürlich keine Probleme. Der Handlungsstrang in der Gegenwart wird durch kurze Kapitel in kursiver Schrift rund um das Jahr 1550 unterbrochen. Lange weiß man nicht, was diese zu bedeuten haben und ich muss zugeben, dass sie mich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen haben. Am Ende des Buches gibt es ein Glossar zu den mitteralterlichen Begriffen.
Fazit: Von diesem Roman hatte ich mir eindeutig mehr erwartet. Der erste Abschnitt hat mir gut gefallen, jedoch wurden es mit der Seitenzahl immer mehr Handlungen und Themen, die aufgegriffen und nicht wirklich zu Ende geführt wurden. Die Idee dahinter ist sehr gut, aber die Ausführung hat mir immer weniger gefallen, umso länger ich an der Geschichte gelesen habe. Das ist sehr schade!
wichtiges thema - alterseinsamkeit: alte, wortkarge frauen in einem dorf im allgäu, die kinder aus dem haus, die männer auf dem friedhof oder im heim oder in sizilien... sie kochen für sich alleine in ihren nun zu großen küchen. die wortkargheit, die angst zu stören, die seit jahrzehnten eingefahrenen verhaltensmuster, die den kontakt erschweren oder gar unmöglich machen - sie scheinen zur einsamkeit verurteilt zu sein. bis eines tages eine von ihnen, johanna, die ihren mann vor einigen monaten erst verloren hat, mit einer leeren tasse an franzi’s tür klopft, obwohl beide wissen, dass sie genug mehl im haus haben muss. das ist ein starker anfang, der einen gleich in diese kleine und doch universelle welt hineinbringt, und freude und hoffnung empfinden lässt, weil die alten frauen es doch schaffen, zusammen zu essen, zu kochen und zu reden. leider geht im verlauf des buches dieser stake anfang etwas verloren, sie wollen dann eine offene küche in einem flüchtlingsheim eröffnen, alle werden miteinbezogen und es kommt so richtig leben in das dorf... das alles ist mehr erzählt als gezeigt, wirkt recht gewollt und fast cliché-programmatisch und verliert dabei gerade die wahrhaftigkeit und den echten schmerz des beginns. daher nur 2.5 sterne, abgerundet auf 3 weil es ein wichtiges thema anspricht, und weil es gut möglich ist dass irgenwo anklopfen und nach einer tasse mehl fragen einer mal das leben retten kann.
Ich habe das Buch auf einem Spaziergang gefunden. So überraschend, wie es zu mir kam, so war auch der Inhalt der Geschichte für mich. Es ist eine Geschichte über das Altern, über Einsamkeit und wie sie überwunden werden kann, gespickt mit historischen Exkursen und einer Prise Dorfleben. Das Buch hat mich auf vielen Ebenen sehr berührt. Besonders weil der Alltag von älteren, alleinstehenden Frauen auf dem Dorf in den Mittelpunkt gerückt wird, was in meinem gewöhnlichen Genre seltener der Fall ist. Am Anfang war mir das Lesen etwas müßig, vielleicht wegen des bayerischen Dialekts, vielleicht auch weil mir die Lebenswelt der Protagonistin eher unvertraut war. Gegen Ende entwickelt die Geschichte aber eine sehr fesselnde Dynamik und lässt einen am Ende mit schönen Impulsen gehen.
Ein wunderschönes Roman, vielleicht auch eine Art Momentaufnahme aus einem kleinen Bergdorf, ohne große Ausschmückungen aber trotzdem ergreifend. Wunderschön die Idee der alleinstehenden Frauen. Die Zwischenkapitel die recht poetisch geschrieben sind , ergeben am Ende dann auch Sinn. Wenn auch der Bezug nicht weiter fortgesponnen wird, so wird dem Leser doch Möglichkeit die Zufälle und die Läufe des Lebens zu bewundern. Doch etwas schräg und plötzlich das Ende. Aber so ist das Leben halt. Nie wirklich vorhersehbar.
Weit-Sicht und Rück-Sicht und das Abbilden des Zeitgeistes wie auch Hoffnung geben, auch für vom-Glauben (an irgend etwas)- Abgefallene, alles in einem Buch vereint! Es hat viel von Heimatliebe und Weltbürger sein, treffend formulierte Sätze die Nicht-Sagbares einfangen und fühlt sich an, wie eines der beschriebenen Kochrezepte.
Bergsalz sollte eine Geschichte über eine Graswurzelbewegung sein. Das war der Roman zu Beginn auch und startete recht verheißungsvoll. Aber ganz schnell wurde aus der Story ein didaktisch ausgerichteter, "visionärer" Flüchtlingsbericht, darauf folgte der Lebensbericht einer jungen Frau mit Bindungsängsten, danach kam eine Geschichte über einen entwurzelten Mann aus dem Norden Englands, gepaart mit einem gewollt humoristischen Einblick in die Kleinstadtpolitik und schließlich eine obskure religiöse Erweckungsgeschichte. Dazu gab es noch "historische" Einschübe zum Bauernaufstand. Und das alles auf knapp 200 Seiten...
Zumindest der Beginn der Geschichte ist ganz nett und passt eigentlich gut in die Adventszeit mit ihrem aufkeimenden Gefühl der Nächstenliebe. Bei "nett" bleibt es aber leider und, wie man meinem kurzen Inhaltsabriss entnehmen kann, tut sich dieser Roman äußerst schwer mit seiner Handlung, denn irgendwie hängt jeder Handlungsstrang in der Luft, alles bleibt unvollendet. Dazu ist die Herangehensweise des Textes an sein Thema sehr konservativ, vorhersehbar und leider auch recht uninteressant. Die Art und Weise wie hier um Zusammenhalt und Gemeinschaft gerade im Flüchtlingsteil geworben wird, ist mir einfach zu platt - das passt eher in ein Kinderbuch. Eine so offen didaktische Funktion in einen Erwachsenenroman einzubinden, erscheint mir sehr unangebracht. Die in der Renaissance angesiedelten Teile lassen sich nur mit sehr viel gutem Willen an das heutige Geschehen binden und die schließlich etablierte Verbindung kann überhaupt nicht überzeugen, im Gegenteil: man muss sich fragen, ob das überhaupt eine Verbindung ist. Das ist schon sehr weit hergeholt. Am Ende erfolgt dann noch ein ziemlich unsäglicher, leider auch unfreiwillig komischer, religiöser Teil.
Der Schreibstil ist recht umständlich. Unzählige Erläuterungen zum Wind und Wiederholungen in der sowieso spärlichen Innensicht der Figuren verlängern und verlangsamen das Lesen unnötig. Vieles soll poetisch klingen, das funktioniert aber nur selten und in Wahrheit verbergen sich hinter dem zeitweise lyrischen Charakter der Sprache nur leere Füllsätze ohne Bedeutung, wodurch das Problem der Handlungsstringenz auf 200 Seiten verschärft wird. Die teilweise künstlich anspruchsvolle Sprache wird auch nicht durchgängig gehalten, sondern wechselt sich mit einem Stil ab, der Namen nur in Verbindung mit Artikeln verwendet. Darüber hinaus gibt es unzählige Sätze, die über mindestens 14 Zeilen gehen und an die 100 Wörter aufweisen. Meist fragt man sich ratlos am Ende eines Satzes, wie er nochmal begonnenen hat. Zumindest korrespondiert der Stil was dies anbelangt mit der Inhaltsebene - da fragt man sich am Ende auch, wie es nochmal angefangen hat.
Ich hätte mir dringend eine tiefere und komplexere Figurenzeichnung gewünscht, stattdessen ist fast jede Figur austauschbar und es hat den Anschein, als interessiere sich der Text nicht für seine Figuren. Es gibt zahlreiche Figuren, die mal für ein paar Sätze inklusive angerissener Vita auftauchen und dann für immer verschwinden, aber auch wesentlichere Figuren, an die sich der Roman plötzlich ausufernd erinnert.
Insgesamt passt in diesem Buch kaum etwas zusammen - viel verschenktes Potenzial lässt den Eindruck entstehen, dass wir es hier mit einem Roman zu tun haben, der selbst nicht weiß, was er will und deshalb die Lust am Erzählen verliert.
Ein paar Frauen in einem Dorf im Allgäu entfliehen der Einsamkeit, indem sie zusammen kochen. Neben dem positiven Effekt für sich selbst, bringen sie Schwung ins Dorfleben und das dort angesiedelte Flüchtlingsheim. Der Roman hat einen großartigen Anfang, der uns die Gedanken der einzelnen Protagonistinnen näherbringt, die sie daran hindern, mit den Nachbarinnen in Kontakt zu treten. Doch dann kommt ein Stein ins Rollen, und plötzlich versammeln sie sich in den Küchen der anderen. Ich habe mir gewünscht, mehr darüber zu lesen, wie sie interagieren, fremde Gerichte ausprobieren, ihre Bewegung selbst empfinden. Doch leider verliert sich dieser rote Faden schnell in der Schilderung weiterer Einzelschicksale. Das Buch kreist um die Themen Alterseinsamkeit und Frauenpower und ist lesenswert, auch wenn es durch den Fokusverlust von mir eine Abwertung erhält.
Neulich im Hugendubel fiel mir “Bergsalz” das erste Mal in die Hand und rief aufgrund seines in verschiedenen Blau- und Grüntönen schillernden Covers einer Berglandschaft Interesse bei mir hervor - eine Neugierde, die bei mir blieb. Der Titel einfach und doch klingt er beständig und nach einem tieferen, noch unbekannten Sinn, den es herauszufinden gilt. Ein Begriff, in dem die Ewigkeit der uralten Berge widerklingt und das Salz, das aus ihren Tiefen heraufbefördert wird. Nachdem ich die Beschreibung auf dem Buchrücken gelesen hatte, war ich von einer ganz anderen Geschichte ausgegangen, als derer, in die ich bald eintauchen würde.
Die Sprache, in der Karin Kalisa schreibt, empfand ich zunächst etwas sperrig. Doch alsbald erkannte ich, dass es die Sprachweise ist, in derer die Leute auf dem Land denken und sprechen. Sie ist einfach, in Teilen direkt, und das scheinbar offensichtliche in ihrer Aussage verlangend, und folgt ein wenig ihrer eigenen Logik. Sie setzt voraus, dass man eine gewisse Kulturalisierung mit sich bringt, um den ganzen Inhalt zu verstehen, von welchem die Leute auf dem Land reden - denn nie wird wirklich alles direkt gesagt, sondern es wird ein gewisses Wissen, eine gewisse Vorkenntnis bestimmter Sachverhalte und Hintergründe vorausgesetzt. Wenn du die nicht kennst oder dir zusammenreimen kannst, dann verstehst halt nur die Hälft’! Karin Kalisa gelingt es diese Sprechweise ländlicher Bewohner des Allgäus nachzubilden, erlaubt uns aber auch durch Introspektiven in die Gedanken und teils Gefühle der Protagonisten mehr Inhalt und Hintergrund zu erfahren, als jener, der allein durch gesprochene Worte vermittelt werden würde. Damit wird das Narrativ komplett.
Ihr gelingt auch zu vermitteln, dass diese Dorfbewohner weniger Leute des Gefühls sind als Leute der Tat. Es wird gemacht, man ist rührig, man hat seinen Alltag, seine Familie, um die man sich zu kümmern hat. Man redet wenig über Gefühle im Beisein von anderen. Gefühle sind etwas, was man bei sich behält, vielleicht maximal mit dem Ehemann teilt, aber vermutlich auch nicht. Und dennoch empfindet man Mitgefühl mit Nachbarn und anderen Dorfbewohnern und Menschen - man ist nicht gefühlskalt oder so, nur distanziert, als Schutz und weil man es nicht anders gewohnt ist. Man versteht den Schmerz, den eine Nachbarin verspürt, weil der Mann ihr davon ist - aber man redet nicht mit ihr offen darüber. Jeder fühlt für sich allein.
Dabei wird es gerade spannend - und darüber erzählt dieser Roman -, wenn man doch mal aus dem gewohnten Regelwerk und der distanzierten Bekanntschaft und dem selbst auferlegten Alleinsein ausbricht, freundlich neugierig ist, sich doch mal öffnet und sich selbst und dem Gegenüber den Raum gibt zu reden, Schmerz zu teilen und Träume, Gemeinsamkeiten zu entdecken und Verschiedenheiten kennenzulernen, und gemeinsam Ideen und Pläne schmiedet.
Was mich am meisten an diesem zunächst unscheinbaren Buch von Karin Kalisa beeindruckt hat, ist, wie gut sie die Denk-, Sprech- und Gefühlsweise dieser Dorfbewohner getroffen hat und wie allgemein übertragbar diese auf andere Dorfgemeinschaften im Süden Deutschlands, vielleicht in ganz Deutschland und vielleicht auch anderswo auf der Welt sind. Ich habe meine eigenen Bekannten und Verwandten aus einem Dorf in Franken wiedererkannt. Das hat mich immens berührt und tief beeindruckt. Ich habe oft mit dem Kopf genickt bei dem Gedanken, dass es in meiner Heimat fast genauso ablaufen würde.
“Bergsalz” ist ein Roman über Heimat, über Gemeinschaft, über Toleranz, über das Leben, über neue Wege und dem Ausbruch aus eintönigen Gewohnheiten. Er erzählt vom einander Zuhören und der ruhigen, abwartenden Neugier, dem Dasein und darum, mit neuen Umständen zurechtzukommen, vom Schmieden und Umsetzen gemeinschaftlichen Ideen - und davon, sich dabei gegenseitig etwas besser kennenzulernen.
Das Buch liest sich gut und geht ans Herz. Ich war versucht, Kalisa als "neuen deutschen Hauff" zu feiern, weil sie - wie der erwähnte Romantiker - "Märchen für Erwachsene" schreibt. "Bergsalz" ist ein modernes Märchen, weshalb es auch in sich stimmig gut ausgehen darf. Zwar gibt es am Ende einen kleinen Wermutstropfen, aber so, wie die Sache auf- und angefasst wird, ist es ein Happy End. Dergleichen steht im Verdacht, kitschig zu sein, aber Karin Kalisa rutsch gut berechnet haarscharf daran vorbei. Nein, kitschig ist das Buch nicht. Aber zum Hauff reicht es auch nicht. Warum? Hauff analysiert in seinen Figurenkonstellationen die Gründe für aktuelle und künftige (Das kalte Herz!) Prozesse und erweist sich damit als profunder Gesellschaftskritiker. Kalisas Buch hat auch eine gesellschaftskritische Färbung, analysiert aber gar nichts, sondern ist ganz Literatur gewordenes Harmoniebedürfnis. Das richtige Buch zu Weihnachten! Man liest es wirklich an einem Tag, wird es nicht aus der Hand legen und darf sich nicht schämen, wenn einem an manchen Stellen eine kleine Träne aus den Augenwinkeln rinnt. Wäre die Welt doch nur so (schön)! Wie Kalisa das macht, ist interessant und verrät eine ganz spezifische Meisterschaft. Sie kommt bei der Einführung ihrer handelnden Personen und der Schilderung der Ereignisse ganz ohne Motivation aus! Die Dinge passieren nicht, weil die Menschen so oder so sind, sondern wie die Menschen sind, zeigen sie (mit all ihren Verletzlichkeiten!) in der Art, wie sie in den Ereignissen agieren und sie damit weiter treiben. Die Ereignisse an sich sind märchenhaft unwahrscheinlich, eigentlich "wunderbar" (im doppelten Wortsinn), und doch irgendwie realistisch. Auf jeden Fall bewegt sich Kalisa mitten hinein in die offenen Wunden unserer Gesellschaft und zeigt, wie wenig wir daran denken, wie sehr sie uns aber bewusst werden können, wenn wir anfangen, unser Miteinander zu verändern. Wen es interessiert: Hier geht es auch um das Flüchtlingsthema und wie schon in "Sungs Laden" steht am Ende ein Dorf ganz anders da als am Anfang. Weil's so schön war, gibt es vier Punkte; weil ich sonst immer so an der Analyse, an Problembewusstsein etc. interessiert bin und das hier fehlt, ziehe ich mal einen ab. Aber eigentlich... Vielleicht hat Karin Kalisa doch Recht: Dystopien haben wir schon genug; an Utopien mag keiner mehr glauben. Sind es da nicht die Märchen, die die Lücke füllen könnten? Leider kann man ihre Bücher - soweit ich sehe - mit nichts sonst vergleichen. Ihr Stil und die Machart sind einzigartig. Man sieht, ich schiele auf den fünften Stern... ;-) Kurz: Das Buch ist absolut lesenswert und sei jedem, der zu Weihnachten mal nichts "Hohes", aber eben auch nichts Triviales, dafür aber etwas fürs Herz haben möchte, zur Lektüre wärmstens empfohlen. Warum nicht auch jungen Jugendlichen?
Das Bergsalz schmolz mit jeder Seite ein bisschen mehr. Leider.
Das erste Drittel dieses Romans fand ich sehr gut. Die Charaktere waren einzigartig und wunderbar beschrieben. Man spürte die Einsamkeit, die festgefahrenen Strukturen im Dorfleben und die unsichtbaren Dorfregeln. Das Hadern und der innere Kampf der Frauen, ob man sich nun zusammentun sollte oder nicht. Das Aufdecken der doch recht identischen Lebensweisen der verschiedenen Frauen fand ich spannend und interessant. Auch das gemeinsame Projekt im zweiten Drittel der Geschichte war noch so geschrieben, dass man mit Begeisterung dabei war. Doch dann kippte die Geschichte. Auf einmal ging alles ganz schnell und ohne Probleme. Es gab fast nur noch friedliche und begeisterte Dorfmenschen, die den Veränderungen positiv gegenüber standen. Sehr unwahrscheinlich, dass man die Alteingesessenen so schnell begeistern kann. Auch die eingeschobene Geschichte von Sabina fand ich etwas fad, obwohl ich bei ihr sehr viel Potential gesehen habe.
Auch die Geschichte über Esma hätte spannend und gut eingebunden werden können, aber sie blieb oberflächlich und zu klischeehaft. Nur von wenigen Charakteren hat man mehr erfahren. Jedoch waren diese Einblicke am interessantesten. Hier hätte sich die Autorin die Zeit nehmen können, mehr darüber zu schreiben, tiefer zu gehen, um eine größere Bindung zum Lesenden aufzubauen. Das letzte Drittel war für mich leider enttäuschend, da zu schnell die Themen abgearbeitet worden und sie zu wenig realistisch waren.
Schade, denn die Idee zum Buch war sehr gut und auch die kleinen Verweise auf die Flüchtlingspolitik, die Ansätze zur Integration und die Darstellung des Dorfsterbens waren gut, aber eben nicht ausreichend ausgebaut.
Nieoczywista, trochę dziwna opowieść o pewnej podalpejskiej wsi i oddolnej, spontanicznej, zwariowanej inicjatywie "Kuchni otwartej", stworzonej przez stare, samotne kobiety. Żeby nie gotować "dla jednego". Żeby pokonać samotność. Żeby ożywić wieś. Żeby wskrzesić dawną gospodę, w której zakwaterowano uchodźców, a jednocześnie zabroniono im korzystać z kuchni, bo przeciej lepiej, żeby ktoś zarobił na cateringu. Żeby znieść bariery. Kalisa fajnie pisze, czasem rozwala człowieka jednym zdaniem, ale zdarza jej się też mącić stylistycznie, zaciemniać obraz i gubić się w detalach. Ale potem znowu: bam! I kolejne zdanie, w którym jest po prostu wszystko. Trochę przeszła niezauważona ta książka, a szkoda.
Vom Erzählstil war ich sehr angetan. Die Sprache ist dem Setting angemessen einfach gehalten. Manchmal spielte die Autorin geradezu mit Worten und Sprache, was ich sehr schätze.
Die Themen im Roman sind sehr umfangreich: Graswurzelbewegung, Geflüchtete, kleine Ortschaften im Wandel zwischen Gestern und Heute, Nahostkonflikt, Nachhaltigkeit, Zusammenhalt, Natur, Essen, Freundschaften... Leider blieb aufgrund der Vielzahl der Themen und auch der Charaktere vieles oberflächlich. Bestehende Konflikte lösten sich schnell in Wohlgefallen auf. Aufgenommene Erzählfäden wurden rasch, ungewiss oder gar nicht beendet. Für eine Leserin wie mich, die gerne tiefer in wenige Themen eintaucht und die Charaktere gut kennenlernen möchte, war dieses Buch leider nicht das Richtige.
Ein mitreißendes Werk, das über Frauenfreundschaften, Empowerment, Einsamkeit, Urbanisierung, Landflucht, Migration, Klassismus bis hin zum Altern bzw. Altersdiskriminierung und dem Tod so viele Themen abdeckt, dies aber mit einer wunderschönen Leichtigkeit schafft, sodass die sozialen Fragen beim Leseerlebnis teilweise in den Hintergrund treten und sich erst bei der nachfolgenden Reflektion wieder ins Gedächtnis schieben.
Dieses Buch ist ein wenig eigensinnig geschrieben und nicht so gefällig, dass man es locker weglesen kann. Aber wenn man sich drauf einlässt, ist es ein großes Vergnügen. Es geht um Einsamkeit und Gemeinsamkeit, um Heimat und Fremde, ums Müssen und ums Wollen. Mir hat es sehr gefallen. Da die Hauptfiguren Franzi, Johanna usw. alte Frauen sind, passt auch dieser Roman zu meiner #Ü45_Protagonistinnen Challenge.
Die Geschichte um Alleinsein (im Alter), das Leben auf dem Land, dem gemeinsamen Schaffen von etwas Neuem bzw. dem Aufbrechen von alten Strukturen gefiel mir sehr gut. Auch wurde indirekt die Frage nach "Was/Wie ist Heimat? " behandelt. Allerdings ging es mir im letzten Drittel des schmalen Büchleins zu schnell; das Ende kam sehr plötzlich und ließ mich unbefriedigt zurück.
Das Buch hat mir auf Anhieb gefallen, vor allem der Schreibstil ist etwas ganz besonderes. Die Handlung, die einmal mehr Gegenwart und Vergangenheit verbindet, ist überraschend und unerwartet. Rückten die Häuser der Bauern des Ortes in der Vergangenheit - die in parallelen Kapiteln erzählt wird - auseinander, so rücken die Frauen und Nachbarn in der Gegenwart über das Betreiben einer Offenen Küche im alten Gasthaus des Dorfes wieder zusammen. Fazit: ein wundervolles Buch über Alleinsein und Miteinander, Einsamkeit und Gemeinsamkeit.
Eine herzerwärmende Geschichte über starke Frauen, die in einem Bergdorf gegen die Einsamkeit kämpfen. Eine Darstellung davon, wie wir gemeinsam die Veränderungen herbeiführen können, die wir uns vornehmen, und dass in kleinen Dörfern auch Fremde Teil des „Wir“ werden können. Schade, dass die Geschichte am Ende abrupt endet, als hätte die Autorin nicht gewusst, wie sie sie fortsetzen soll.
Bergsalz. So ein schönes Buch! Geschichte einer Frauen-Dorfgemeinschaft, die versuchen die alte Gastwirtschaft mit einer "offenen Küche", in der auch für und mit Flüchtlingen gekocht wird, wieder zum Leben zu bringen.
Es dauerte ein wenig, bis ich mich auf das Buch einlassen konnte. Die Mundart und die Gedankenstränge wirkten auf mich erst etwas amüsierend, aber das Buch baut konstant immer mehr Tiefgang auf, verbindet einzelne Erzählstränge gekonnt und zeigt, was alles möglich sein könnte.
Po przeczytaniu dwóch powieści Kalisy, stałam się fanką jej prozy. Ta powieść utwierdziła mnie w moim przekonaniu, Niemka ponownie przekonała mnie do swojego stylu. Mimo że nie jestem fanką cukierkowych powieści z happy endem, to pokrzepiająca nuta powieści Kalisy mnie przekonuje. Podobnie jak w Sungs Laden, w tej powieści Niemka stawia na porozumienie na najniższym szczeblu, umieszczając jednak akcję w bawarskiej wiosce.
Tutaj mieszkają same wdowy, które żyją jak dotychczas. Sprzątają, gotują, robią zapasy, uprawiają ogródki, suszą zioła, zbierają przepisy. Tyle że są samotne. Gdy pewnego dnia jedna z nich w porze obiadowej odwiedza sąsiadkę, by poprosić ją o mąkę, choć każda szanująca się gospodyni ma zapas każdego rodzaju mąki, najpierw wstrząsa ustalonym od lat rytmem.