Vorne weg: wir halten fest, dass wir 2021 haben. Das erste beendete Buch hat für mich sehr großes Potenzial für ein Jahresflop und das finde ich irgendwie lustig. Ach ja, ich möchte mit dieser Rezension keine*n angreifen. Es ist lediglich meine Meinung und ich werde sehr ehrlich sein. Ich dachte, dass ich es euch wissen lasse, bevor ihr euch in diese Rezension stürzt.
Die Beziehung zwischen New Adult Romanen und mir kann man als kompliziert beschreiben. Es ist eins dieser Genres, welches ich immer wieder lese, um danach zu realisieren, dass es eigentlich nichts für mich ist. So ging es mir auch mit "Don't Love Me", aber hier kam noch hinzu, dass es im Vergleich zu anderen NA Romanen, die ich bisher gelesen habe (es sind nicht allzu viele) wirklich nicht gut war. Also so gar nicht, und wenn ich mir den Klappentext so anschaue, dann hätte ich es besser wissen müssen. Aber wie heißt es so schön, im Nachhinein ist man immer schlauer.
Ich fange mal damit an, wieso ich das Buch so unbedingt lesen wollte. Wer meinen Blog kennt, der weiß, dass ich sehr begeistert von "Ophelia Scale" von Lena Kiefer war und da bin ich davon ausgegangen, dass mir "Don't Love Me" auch gefallen würde. Das war nicht ganz der Fall. Der Schreibstil hat mich so gar nicht abgeholt und wirkte sehr erzwungen. Das locker leichte Ambiente, das man sonst aus dem Genre kennt, war nicht wirklich da beziehungsweise wirkte es fehl am Platz, weil ich das Gefühl bekommen habe, dass sich gezwungen wurde so zu schreiben, obwohl der Stil eigentlich ganz anders ist. Daher war es vor allem eine zähe Lektüre, auf die ich direkt keine Lust mehr hatte.
Tolle Charaktere und ein schöner Plot hätten das ausgleichen können, aber die habe ich nicht gefunden. Klar, das Genre ist bekannt für die Klischee-Plots, aber come on, ein bisschen origineller hätte man auch sein können. Was mir gefehlt hat, war der Erzählungsbogen. Es plätscherte eher vor sich hin und die meiste Zeit passiert nicht viel. Am Ende vielleicht, aber das war jetzt auch eher so meh und wirkte wieder erzwungen. Man merkt schon, dass auf etwas hingearbeitet wird, aber dieses Hinarbeiten war in meinen Augen nicht wirklich gut. Vom Geheimnis möchte ich nicht mal anfangen. Es war schon ein bisschen lächerlich...
Ja, und die Charaktere. Mein häufigster Gedanke war "ja, dann heul doch!", was ziemlich gemein klingt, aber ganz ehrlich, diese Charaktere waren mir sowas von unsympathisch. Ich kam gar nicht mit ihnen klar, und habe vor allem privilegierte Personen gesehen, die sich über ihre Situationen beschweren, weil ihr Leben ja ach so schrecklich ist. Kenzie hält sich für viel zu wichtig und fällt ziemlich oft in Selbstmitleid. Letzteres hat man auch bei Lyall. Grundsätzlich hatte ich das Gefühl, dass beide ein sehr verzerrtes Bild von sich selbst haben - vielleicht passen sie deshalb so gut zusammen? Und sie waren so unreflektiert, aber das hat man bei NA oft, weshalb ich das hier nicht wirklich anfechten werde.
Ich hatte jedenfalls keinen Spaß beim Lesen. Es war mehr dieses "Ich-quäle-mich-durch-ein-Buch-in-der-Hoffnung-dass-es-besser-wird" und jetzt im Nachhinein wünsche ich mir, dass ich es abgebrochen hätte. Denn für mich war es verschwendete Zeit und die zwei Folgebände werden definitiv keine Chance bekommen, egal, wie gut sie sein mögen. Denn von Band eins wurde auch in breiten Bänden geschwärmt.
Das Cover ist okay, aber nicht wirklich meins. Da gibt es bei dem Genre definitiv schönere! Ach ja, bevor ich es vergesse, ich muss einen Aspekt noch ansprechen, und zwar die Tatsache, dass ein New Adult Roman in einem Jugendbuchverlag erschienen ist. Es steht zwar dran ab 14 Jahren, aber ich sehe das kritisch und finde es ehrlich gesagt nicht vertretbar. Schließlich können Charaktere in Büchern auch ein Vorbild für Jugendliche einnehmen und wenn solch verzerrte Bilder von Beziehungen vermittelt werden - die nebenbei gemerkt auch super toxisch sind - dann ist das schon ziemlich unangemessen. Ich möchte jetzt keiner Person ihre Fähigkeit zur Reflexion einer solchen Geschichte absprechen, aber als Jugendliche*r befindet man sich nun mal in der Pubertät und lässt sich schneller von äußeren Faktoren beeinflussen.
Ich vergebe 0,5 von 5 Sternen. Am liebsten würde ich ja null vergeben, aber das geht nicht wirklich. Immerhin hatte ich ja ein wenig Entertainment, indem ich mich darüber ausgelassen habe, dass mir das Buch gar nicht gefällt.