Thea Leitner bringt eine unbekannte Seite der europäischen Geschichte zur Sprache, nämlich die Biographien Habsburger Prinzessinnen, die schon im Kindesalter der Politik verschrieben wurden. Ihre Wünsche und Gefühle hatten keinen Platz. Obwohl von Kindesbeinen an über sie verfügt wurde, waren sie als erwachsene Frauen keineswegs Opfer ihrer Herkunft. Im Gegenteil, unter ihnen gab es eine Reihe brillanter Politikerinnen, teils klüger und geschichter als die Herren des Hauses Habsburg.
“Habsburg Verkaufte Töchter” erzählt die Geschichte von sechs Familienmitgliedern, die für ihren Mut und ihren starken Charakter etwas bekannt waren. Diese sechs Personen waren: Kunigunde van Bavaria (1465-1520), Margarete Van Österreich (1480-1530), Maria Van Ungarn (1505-1558), Anna van Austria (1601-166), Maria Karoline Van Naples-sicily (1752- – 1814) und Leopoldine van Brazil (1797-1826).
Alle diese Frauen zeigten Mut und politische Fähigkeiten. Ja, sie schienen noch besser zu sein als ihre männlichen Kollegen. Der Autor ging nicht über Nacht und recherchierte umfangreiche. Dies zeigt sich unter anderem aus der Tatsache, dass nicht nur die Stärken dieser Frauen hervorgehoben werden, sondern auch die Schwächen. Dies bedeutet, dass der Leser ein klares Bild davon bekommt, was diese Frauen unter anderem die vielen politischen Entscheidungen bewegten.
Das Buch macht deutlich, dass diese Frauen eine große moralische, politische und intellektuelle Unterstützung für ihre Brüder, Ehepartner und Söhne waren. Ja, wo ist der Mann ohne Frau?
Es ist ein Buch, für das Sie sich hinsetzen müssen, weil es aufgrund der vielen Namen, die vorbeikommen, nicht so leicht liest. Viele die gleichen Namen kommen vorbei, zählen die vielen Kinder, die oft die Habsburger haben … ja und sie haben den gleichen Namen, das ist oft schwer im Auge zu behalten. Die im Buch gezeigten Bilder beleuchten es auch nicht wirklich.
Obwohl es sich um ein bereits älteres Buch handelt (meine stammt aus dem Jahr 1987), wird das Buch für den Enthusiasten, der sehr an der Geschichte von Habsburg interessiert ist und es aus einer anderen Ecke betrachten möchte, sicherlich immer noch empfohlen.
Nachdem ich vor einiger Zeit "Habsburgs vergessene Kinder" von Thea Leitner gelesen hatte und mir ihr Schreibstil sehr gut gefallen hat, habe ich nun zu diesem Werk von ihr gegriffen. Ich wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht und wurde wieder auf eine spannende, kurzweilige und doch auch historisch-wissenschaftlich fundierte Reise durch die Geschichte der Habsburger genommen, gezeichnet anhand von sechs Frauenschicksalen in vier Jahrhunderten. Aus der Vergessenheit der Geschichte werden hier von der Autorin Töchter Habsburgs geholt, welche sich den machtpolitischen Heiratsplänen ihrer Väter, Brüder etc. beugen und schließlich an feindseligen oder exotischen Höfen ihre Rolle finden mussten. Zeitgleich lernen wir hier starke Persönlichkeiten kennen, welche in den dunkelsten Stunden über sich und ihre männlich dominierte Lebenswelt hinauswuchsen und im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte machten.
Ich empfehle das Buch, jedem, welcher sich für Geschichte im Allgemeinen, diejenige des Hauses Habsburgs oder für solche, die die Seite der Frauen entdecken wollen.
Thea Leithner hat die Biografien und Verbindungen einiger Habsburgerin sehr gut nachvollziehbar dargestellt. Leider ist sie in ihrer Sprache BPOC gegenüber nicht reflektiert (sie nennt wiederholt sie "Indianer" und "Negersklavinnen", "Neger") und schreibt sehr eurozentristisch.