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Die Töchter von Ilian

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Die junge Walgreta wünscht sich nichts sehnlicher, als von den Weisen Frauen aufgenommen zu werden, die in den tiefen Wäldern die magischen Mysterien wahren. Doch das Schicksal führt sie auf andere Pfade: Bei Feierlichkeiten in der Zwergenstadt Horuns Bauch verliebt sie sich in den elfischen Wandererzähler Fayanú. Fayanú wurde von den Elfen ausgesandt, um die verschollenen Iliaden – vier geheimnisvolle magische Artefakte – aufzuspüren und zurück ins Reich Ilian zu bringen.

Er widersetzt sich jedoch seinen Befehlen und schenkt Walgreta den ›Blickenden Becher‹, jenes magische Artefakt, das die Vergangenheit sichtbar macht. Walgreta erkennt darin eine Chance, die Herrschaft der Weisen Frauen wiederherzustellen, die einst die Völker der Zwerge, Elfen und Menschen ohne Gewalt regierten. Zusammen mit Fayanú bricht sie auf zu einer gefahrvollen Reise. Denn sie sind nicht die Einzigen, die es auf die magischen Artefakte abgesehen haben …

656 pages, Paperback

First published March 13, 2019

9 people are currently reading
244 people want to read

About the author

Jenny-Mai Nuyen

48 books169 followers
Jenny-Mai Nuyen wurde 1988 als Tochter deutsch-vietnamesischer Eltern in München geboren. Geschichten schreibt sie, seit sie fünf ist, und mit dreizehn verfasste sie ihren ersten Roman. Ihr literarisches Debüt "Nijura – Das Erbe der Elfenkrone" gilt sie als eine der aufregendsten Entdeckungen der letzten Jahre. Jenny-Mai Nuyen studiert Filmwissenschaft an der New York University.

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Community Reviews

5 stars
36 (13%)
4 stars
65 (23%)
3 stars
98 (36%)
2 stars
53 (19%)
1 star
19 (7%)
Displaying 1 - 30 of 71 reviews
Profile Image for mylibraryofdreams.
574 reviews133 followers
April 15, 2019
Persönliche Meinung
Ich habe das Buch auf Seiter 140/650 abgebrochen.
Nicht weil es schlecht war, sondern weil ich einfach nicht in die Geschichte reingekommen bin und einfach kein Interesse empfunden habe. Weder für die Charaktere, noch für die Geschichte. Das tut mir sehr leid, denn eigentlich klingt der Klappentext super und ich liebe mittelalterliche Fantasy, nur wie es scheint, nicht unbedingt in Romanform.

Der Schreibstil war gut, mit vielen Beschreibungen und Erklärungen, liebe zum Detail und für ein Fantasybuch genau richtig. Für meinen Geschmack manchmal etwas zu ausschweifend und dann wiederum passierte manchmal etwas so schnell, dass ich es zweimal lesen musste. Die Welt wird erklärt, man wird eingeführt, bekommt Informationen, lernt die verschiedenen Charaktere und „Arten“ kennen. Es zeichnet sich sogar eine Liebesgeschichte der ganz besonderen Art hervor. Eine die ich eigentlich echt interessant fände! Aber keine Spoiler hier!

Das Buch ist unheimlich schön gemacht. Das Cover ein Traum, innen hat es eine farbige Karte... es gibt nichts was ich zu bemängeln hätte. Ausser dass es mich einfach nicht gepackt hat.
Natürlich könnte ich jetzt die restlichen 500 Seiten noch lesen und vielleicht würde es sich noch zu einem Highlight entwickeln, aber das möchte ich einfach nicht mehr. Ich habs versucht, 140Seiten gelesen und einfach nicht als das meine Empfunden. Das ist okay. Ich bin sicher, dass es ganz vielen anderen gefallen wird, was mich freut. Denn das Buch ist, wie gesagt, nicht schlecht!

Fazit: War einfach nicht meins... =/

Profile Image for Ivonne.
Author 1 book111 followers
June 13, 2019
3.5 - 4 Sterne

TW: Vergewaltigung, Transphobie, Pädophilie

Auch in ihrem neuesten Roman bleibt Jenny-Mai Nuyen ihrem Schreibstil treu: sehr bildhaft und detailverliebt. Ihre Liebe zum Detail ist kaum zu verkennen, gibt sie sich unglaublich viel Mühe damit, die Welt so anschaulich wie möglich zu präsentieren. Egal ob es nun um die verschiedenen Völker und deren Kulturen oder die Legenden die magischen Artefakte betreffend geht – die Autorin beweist unglaublichen Ideenreichtum. Sie bricht diesbezüglich auch mit altbekannten Klischees, so hebt sich das Volk der Zwerge in diesem Buch zum Beispiel sehr von dem altbekannten und gängigen Zwergenvölkern in anderen Fantasyromanen ab.

Die Autorin hat eine sehr authentische und stimmige, von A bis Z durchdachte Welt geschaffen, die mit all ihren Mythen und Legenden unglaublich ausgereift ist.

Eine so große Welt, wie die Autorin sie hier geschaffen hat allerdings, erfordert natürlich auch jede Menge Charaktere und Geschichten, wovon ich mich insbesondere am Anfang ein wenig erschlagen gefühlt habe. Ich hatte Schwierigkeiten, die Charaktere auseinander zu halten. Glücklicherweise gibt es im Buch ein Charakterverzeichnis, welches ich mir gerade auch am Anfang immer mal wieder zu Hilfe genommen habe.

Die Handlungsstränge sind mithin nicht weniger komplex als die Welt, und in der die Geschichte spielt, was ich grundsätzlich wirklich toll finde, allerdings wurde es mir hier stellenweise doch ein wenig zu viel. Zum Beispiel erzählt die Autorin Walgretas Geschichte, in der es nicht nur um Selbstfindung, sondern auch um Verführung der Macht geht, aber es geht auch um Fayanús, der ein tragisches Schicksal erlitten hat. Es geht um Liebe und Schmerz, Misshandlung und Trauerbewältigung – alles wunderbare und vor allen Dingen wichtige Themen, die in ihrer Masse allerdings ein wenig erdrückend wirken können. Und natürlich haben wir da auch noch Mauskin und Rainon, in deren Geschichte es um Verlust und Liebe geht, um Kampf und Macht.

Tatsächlich war ich ein wenig erstaunt darüber, wie brutal, düster und hoffnungslos diese Geschichte stellenweise ist. Während man bei dem eher friedlich wirkenden Cover auch von einer solchen Geschichte ausgeht, geht es im Buch wider Erwarten wirklich richtig brutal zu, zu vergleichen zum Beispiel mit Game of Thrones. Der Leser sollte sich gefasst machen auf Vergewaltigungen, Transphobie, Pädophilie und auch einige Sexszenen, die definitiv nicht im Einvernehmen von Statten gehen. Einige dieser Szenen sorgen definitiv für einen Schockmoment. Während mir diese Szenen nicht allzu viel ausmachten, hatte ich allerdings ein winzig kleines Problem mit einer ganz bestimmten Tatsache. Bei einem der Hauptcharaktere handelt es sich um einen Trans-Manns, was ich absolut großartig finde. Allerdings hatte ich das Gefühl, das alle schlimmen Sachen und dazu wirklich die schlimmsten aller schlimmen Sachen immer nur ihm zustoßen.

Das Gute daran allerdings ist, dass am Ende all diese verschiedenen Handlungsstränge; all diese verschiedenen Fäden zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden; wie ein Puzzle, das langsam von Seite zu Seite zusammengesetzt wird.

Die Geschichte um die vier magischen Artefakte hat mir wirklich sehr gut gefallen: ein Becher, um die Vergangenheit zu bewahren, ein Spiegel, um sich selbst zu erkennen, eine Flöte, um mit Tieren zu sprechen und eine Sternenscheibe, um die Zukunft zu sehen. Die Artefakte müssen in Liebe verschenkt werden, sodass sich ihre Macht steigert. Behält man sie jedoch, nimmt die Macht ab. Wie ihr seht, sind der Kreativität und dem Ideenreichtum der Autorin keinerlei Grenzen gesetzt.

Die Geschichte ist voll mit Magie, Zwergen, Elfen und Menschen – eben genau den Dingen, die ein gutes High Fantasy Buch braucht. Es geht um Macht und Krieg, um Liebe und Verlust … in diesem Buch steckt so viel, dass es schwierig ist, wirklich alles dieser Welt zu entdecken. Aus genau diesem Grund musste ich auch ein paar Stellen zwei Mal lesen und muss zu meiner Schande gestehen, dass ich einiges auch schon wieder vergessen habe, obwohl es noch gar nicht so lange her ist, dass ich das Buch beendet habe.

Was mir wirklich ganz besonders gefallen hat, ist die bewegende Liebesgeschichte, die die Autorin mit all diesen unglaublich tollen Fantasy Elementen erzählt. Man leidet praktisch mit den Charakteren, die man über die Seiten hinweg fast allesamt ins Herz geschlossen hat. Die Charaktere sind vielschichtig, haben Ecken und Kanten, was sie zu wirklich interessanten Wegbegleitern macht. Gerade auch die Entwicklung der Charaktere steht hier im Fokus, nimmt die Autorin sich für alle genug Zeit. Insbesondere auch die Tatsache, dass das Buch aus verschiedenen Sichten geschrieben ist, erleichtert es dem Leser, eine engere Verbindung zu den Charakteren aufzubauen, sie zu verstehen und sich in sie hineinzuversetzen.

Auch ein Pluspunkt: Vieles kommt völlig unerwartet. In den meisten Büchern ist es ja so, dass man zumindest eine Ahnung hat, wo die Geschichte hingeht, und oftmals liegt man damit auch richtig, doch, in in diesem Fall hat mich die Autorin mehr als einmal überrascht, was nicht nur zur Spannung beigetragen hat, sondern auch die Neugierde geschürt hat.

Nichtsdestotrotz muss ich auch dazu sagen, dass mir all das zwar wunderbare Lesestunden beschert hat, mir gleichzeitig aber auch den Einstieg in die Geschichte ein wenig erschwert hat und auch wenn ich ein Fan ihres Schreibstils bin, wurde ich einige Male durch die Detailverliebtheit abgelenkt, was dazu führte, das ich mit meinen Gedanken irgendwo anders gelandet bin, nicht aber dort, wo sie hingehörten, nämlich bei der Geschichte.


Abschließend möchte ich noch einmal kurz auf den Schreibstil der Autorin eingehen, der in meinen Augen wirklich unglaublich besonders ist. Bereits bei ihren anderen Büchern war es ihre Art zu Schreiben, die mich nachhaltig beeindruckt hat. Es scheint fast so, als würde sie jedes Wort, dass sie nieder schreibt, innig lieben und mit ein klein bisschen Magie versehen. Ihre Worte sind so mächtig, so gefühlvoll und emotional. Man kann sich einfach so davon träumen, was einfach wundervoll ist.




LOHNT SICH DAS BUCH?

Zu meinem neuen Lieblingsbuch der Autorin wurde Die Töchter von Ilian leider nicht (Nocturna ist nach wie vor auf Platz eins) und auch wenn ich mich nicht zu 100 % in der Geschichte einfinden konnte und immer mal wieder Schwierigkeiten hatte, die Geschichte wirklich zu fühlen und zu leben, so handelt es sich bei ihrem neuesten Werk dennoch um ein Fantasy-Epos, das in das Bücherregal eines jeden Fantasy-Fans gehört. Das Worldbuilding ist grandios, die Charaktere ganz wundervoll und der Schreibstil einzigartig – die Geschichte berührt und fesselt nicht nur, sondern hat auch einige Überraschungen parat. Jeder sollte sich unbedingt selbst ein Bild von dieser Geschichte machen.
Profile Image for Regina.
958 reviews40 followers
March 11, 2023
Ich bin etwas erstaunt, dass andere Rezensionen noch nicht betont haben, wie brutal, hoffnungslos, düster und verstörend dieses Buch ist. Bei dem sanften, friedlichen Cover und dem Klappentext erwartete ich eine schöne Geschichte über eine Quest von einer Zwergin und einem Elf, die sich langsam ineinander verlieben.

Das Gegenteil ist der Fall. Das Buch ist gefüllt von so vielen gewalttätigen "grimdark" Elementen, die so niederschmetternd und traumatisch sind wie z.B. Black Jewels oder Game of Thrones. Ich verstehe ja, dass auch Trauma ihren Platz in der Kunst haben, aber das Ausmaß hier ist einfach unnötig. Standig sieht man Misogynie, Vergewaltigung, Pädophilie, Transphobie und auch einige Szenen mit Sex bei zweifelhaften Einvernehmen, bei denen die Erzählung versagt, es auch Vergewaltigung zu nennen. Die Gewalt trägt nichts zur Geschichte selbst bei; sie dient einfach nur dem Schockeffekt. Mitunter hatte ich den Eindruck, Nuyen schrieb den Trans-Charakter nur, um ihm möglichst viel schreckliches zustoßen zu lassen.



Besonders perfide finde ich, wie der Klappentext das Buch genderneutral mit "für eine neue Generation von Leser*innen" bewirbt, als wäre es besonders empfehlenswert für queere Menschen, obwohl es den einen queeren Charakter wie oben beschrieben fürchterlich behandelt, und den anderen zum Bösewicht macht. (Edit: damals in 2019 wurden Gendersternchen seltener verwendet) Aber dazu muss ich auch sagen, es ist wenigstens konsequent, Fehlverhalten langsam immer mehr zu steigern und auf die negativste Weise zu entwickeln, anstelle die Charakterfehler zu entschuldigen, da von Anfang an selbstgerecht, selbstbezogen, überheblich und unverhältnismaßig ehrgeizig war.

Sehr gelungen ist das World Building, wobei viele Fragen, auch das Ende selbst, offen bleiben. Z.B., wie unterscheiden sich das Kleine Volk und die Menschen? Wie funktioniert die Magie? Allerdings ziehen sich manche der zahlreichen Landschaftsbeschreibungen einfach nur in die Länge, da es nicht sonderlich aufregend ist, zwei Seiten über ein folgenloses Gewitter zu lesen. Zudem ist die Grundstimmung, wie gesagt, extrem deprimierend. Mir scheint es, als sei die Aussage, dass Aktivismus und insbesondere Feminismus sinnlos sei und die ganze Menschheit unabänderlich schlecht ist.
Profile Image for Anna Carina.
688 reviews357 followers
September 27, 2022
2,5 ⭐️
Seichte Fantasy mit einer Moral für Kinderbücher, nur durch die szenische Darstellung ehr etwas für ältere Teenager, wenn nicht Erwachsene. Dieses Dilemma macht den Read für einen Erwachsenen Leser unbefriedigend. Schöne Sprache aber extrem anspruchslos in der Auseinandersetzung mit gesetzten Themen. Eine patriarchale auf Polygamie geprägte Gesellschaft hätte so viel hergeben können. Nix wird draus gemacht. Ebenfalls der Transgender Aspekt wird nicht nennenswert weiter ausgearbeitet. Vieles das als essenziell für die Story dargestellt wird, wie die Lindwürmer, ist einfach nur da. Es folgen keine tieferen Ausführungen oder Einflechtungen.
Während die erste Hälfte ereignisreich ist und die Figuren gut in Szene setzt, schleppt sich die 2. dahin und liefert wenig Entwicklung. Insgesamt bleiben die Figuren weitestgehend blass. Sehr unlogische und naive Verhaltensweisen dienen der Weiterentwicklung des Plots.
Das Ende ist schon irgendwie enttäuschend für den aufgeblasenen Bimbam, den man zuvor durchlebt hat. Einige Handlungsstränge bleiben unbefriedigend in der Luft hängen.
Profile Image for Lena.
232 reviews34 followers
May 9, 2019
3,5 Sterne

Bei der Bewertung dieses Buches habe ich mich echt schwer getan.
Hier wurde eine sehr komplexe Welt mit vielen Völkern und Charakteren geschaffen, die mir grundsätzlich gut gefallen hat.
Allerdings habe ich sehr lange gebraucht um in die Geschichte hinein zu finden. Durch die vielen Charaktere und Handlungsstränge musste man sich etwas anstrengen um alles richtig im Kopf zu behalten.
Zwischenzeitlich war ich richtig begeistert und habe vor allem Rianon in mein Herz geschlossen!
Und dann kam das Ende...Ich weiß bis jetzt noch nicht was ich davon halten soll.
Es ging mir alles zu schnell und erschien mir dann von der Autorin etwas einfach gemacht. Ich hätte mir etwas anderes vorgestellt.

Trotzdem bedanke ich mich bei der lieben @be.nerdy für die schöne Leserunde :)
4 reviews
March 9, 2021
Ganz schrecklich. Nicht falsch verstehen, wunderschöner Schreibstil und ganz wundervolle, bildhaft ausgemalte Szenen. Aber als dann die Vergewaltigung eines kleinen Kindes durch einen alten Mann genauso bildhaft dargestellt wurde (man taucht in den Kopf des alten Mannes ein und bekommt beschrieben, wie sich die 'unwillige Öffnung' des Kindes anfühlt), bin ich ausgestiegen und der Autorin bis heute alles andere als dankbar dafür, welch ein widerliches Gefühl diese Szene in meinem Kopf hinterlassen hat. Für alle, die da vielleicht genauso empfindlich sind wie ich - hier meine nicht-lese-Empfehlung.
Profile Image for Jennifer.
211 reviews42 followers
July 23, 2020
Am Ende handeln alle Geschichten von der Liebe und ihrem langen Schatten, der Angst. Jedenfalls behaupten das die Wandererzähler, wenn sie am Herdfeuer sitzen und unseren schlimmen Erinnerungen, der Nacht in unseren Herzen, einen guten Ausgang weissagen.


Die junge Walgreta wünscht sich nichts sehnlicher, als von den Weisen Frauen aufgenommen zu werden. Doch nach sieben Jahre in der Lehre wird sie von den Wyka verbannt und muss gedemütigt zurück in die Zwergenstadt Horuns Bauch. Bei Feierlichkeiten trifft sie auf Fayanú aus dem Elfenreich und verliebt sich. Fayanú wurde ausgesandt, um die verschollenen Iliaden - vier geheimnisvolle magische Artefakte - aufzuspüren und zurück ins Reich Ilian zu bringen. Walgreta hingegen erkennt in den Iliaden eine Chance, die Herrschaft der Weisen Frauen wiederherzustellen, die der Legende nach einst die Völker der Zwerge, Elfen und Menschen ohne Gewalt regiert haben. Gemeinsam wollen sie sich auf die gefährliche Reise begeben um die Iliaden zu vereinen. Rianon, Fürst der Urier, ist derweil auf den Weg nach Horuns Bauch um seine Macht über die Stämme der Urier zu vergrößern. Mit einer List ist er zum Fürsten aufgestiegen, doch seine Konkurrenz trachtet ihm nach dem Leben. Als er den Weg von Walgreta kreuzt sieht er die Möglichkeit mit ihrer Hilfe zum größten aller Fürsten aufzusteigen.

Jenny-Mai Nuyen hat früher zu meinen Lieblingsautoren gezählt und ich habe jedes ihrer Bücher verschlungen. "Die Töchter von Ilian" musste daher unbedingt bei mir einziehen und ich konnte es nicht abwarten in die Geschichte abzutauchen. Leider hat sich das Buch als eine große Enttäuschung herausgestellt, was mich besonders hart getroffen hat, weil ich so überzeugt war es lieben zu würden. Ich wollte es mögen und habe versucht mich mit den Charakteren und der Story anzufreunden, aber die Geschichte hat sich unendlich gezogen und das lesen wurde zu einer reinen Qual. Ich liebe Fantasy, es war schon immer mein liebstes Genre und normalerweise kann ich auch ein mittelmäßiges Buch noch genießen. In "Die Töchter von Ilian" gab es jedoch einige Punkte, die mich extrem gestört haben. Ich kann vieles verzeihen und bin auch immer gerne bereit über einige kleine Schwachstellen hinweg zu schauen. Doch bei gewissen Themen hört der Spaß auf und wenn es darum geht, dass Vergewaltigung, Gewalt und dergleichen auf das äußerste beschönigt werden, dann kann ich die Geschichte einfach nicht genießen.

"Die Töchter von Ilian" bekommt von mir eine Trigger Warnung für die Themen Gewalt, Transphobie, Misogynie und Vergewaltigung. Und bevor ich auf die Handlung, die Charaktere oder den Weltenbau eingehe, möchte ich auch zunächst über diese Kritikpunkte sprechen, weil sie mich sehr beschäftigt haben und der Grund sind warum ich zwei Sterne noch als äußert großzügige Bewertung ansehe. Einer der Hauptcharaktere ist ein Trans-Mann und auch der Charakter, dem die schlimmsten Dinge zustoßen. Ich kann auf die einzelnen Dinge nicht eingehen ohne zu spoilern, aber ich fand es schrecklich dem Schicksal von Fayanú zu folgen und hätte an einigen Stellen die Kapitel am liebsten übersprungen. Ich kann an dieser Stelle nur jedem transgender Leser empfehlen die Finger von dem Buch zu lassen!

Im ganzen Buch wird Gewalt und besonders Gewalt gegenüber Frauen beschönigt. Das Volk der Urier respektiert Frauen nicht und es war kein Vergnügen immer wieder lesen zu müssen wie die Frauen dort unterdrückt werden. Doch auch einer der Zwerge hat einen krankhaften Hass gegenüber Frauen und ich habe mich mehrmals gefragt, warum die Autorin all dies unbedingt einbauen muss. Und selbst die weibliche Hauptfigur, die zunächst über das Verhalten der Urier noch entrüstet ist und die Situation ändern will, freundet sich mehr und mehr mit den Sitten dort an, da sie als einzige anders behandelt wird - das geht so weit, dass sie ihr Aussehen lieber den unterdrückten Urier Frauen anpasst, anstatt den freien Zwergenfrauen. Als wäre das nicht schon alles schlimm genug, musste auch noch das Thema Vergewaltigung mit eingebracht werden. Mehrfach. Und auch zwei Schwangerschaften durch Vergewaltigung. Und um das ganze noch zu übertreffen wird Walgreta vergewaltigt, aber findet Gefallen daran was zu mehreren intimen Momenten führt, deren Einvernehmen für mich sehr fragwürdig war. Ich fand es schrecklich diese Szenen zu lesen. Keines dieser Themen wird aufgearbeitet. Der Hass, die Vergewaltigungen und die Gewalt sind lediglich dazu da um die Charaktere leiden zu lassen und das Ende selbst kann ich nur als ausgesprochen deprimierend bezeichnen. Ich bin extrem enttäuscht davon wie die Autorin diese Themen umgesetzt hat und weiß nicht, ob ich in Zukunft noch mal etwas von Jenny-Mai Nuyen lesen würde.

Sie rief den Wald ... und der Wald atmete langsam und friedlich über sie hinweg. Die Zeit fiel von ihr ab, und was blieb, war ein endloses, stilles Hier. Es war verlockend, sehr verlockend, zu bleiben ...Ein Flüstern drang zu ihr. Nein, es war weniger ein Geräusch als ein Gefühl: Sie war nicht allein. Walgreta kroch bis zum Rand des Felsens und lugte hin ab. Unten am Weiher kniete ein junger Mann. Mit einer Gans.


Die Idee hinter der Geschichte hat definitiv Potential, doch für mich ist es leider an der Umsetzung gescheitert. Die Handlung hat sich in die Länge gezogen und konnte mein Interesse nicht wecken. Besonders beim Weltenbau fehlt es an Tiefe und wir erfahren kaum etwas über die Völker oder die Vergangenheit. Verwirrend ist auch die Rolle der Wyken, da es erst den Anschein hat, als wären sie wichtig für die Handlung, aber am Ende kaum Erwähnung finden. Ich hätte gerne mehr über das Reich Ilian erfahren und natürlich über die Artefakte, aber es erschein mir die ganze Zeit, als würde die Autorin nur hier und da ein paar Fakten in den Raum werfen ohne die Lust zu haben diese weiter auszubauen oder zu erläutern. Die Lindwürmer scheinen irgendwie wichtig zu sein, aber auch davon wird nichts weiter erwähnt. Und das Ende war schließlich eine einzige Katastrophe. Ich hatte so viele offene Fragen und keine davon wurden beantwortet. Anstatt die einzelnen Handlungsstränge zu einem guten Ende zu bringen, endet alles abrupt und dramatisch und ein kleiner Epilog soll die Fehler vom Finale ausbessern, doch auch das gelingt nicht.

"Die Töchter von Ilian" verfolgt das Schicksal von drei Charakteren: Walgreta, Fayanú und Rianon. Ich fand den Klappentext sehr irreführend, da von Rianon keine Rede ist und seine Story den Großteil der Geschichte einnimmt. Und obwohl es laut Inhalt um die Iliaden gehen soll, spielen auch die nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr dreht es sich um Walgreta und Rianon und den Entwicklungen innerhalb der Urier Stämme und dann folgen wir noch dem Schicksal von Fayanú, welches nur als deprimierend beschrieben werden kann. Es werden auch mehrere Nebencharaktere eingeführt, die teilweise eigene Handlungsstränge haben, doch keinen wird dabei viel Aufmerksamkeit geschenkt und ich hatte oftmals das Gefühl als würde viel Potential verschenkt werden.

Ich hatte das große Problem, dass ich alle Charaktere extrem unsympathisch fand. Und damit meine ich auch wirklich alle. Es gab keinen Charakter, dem ich irgendetwas abgewinnen konnte. Walgreta entwickelt sich zu einer grausamen Person. Es gibt zum Ende hin mehrere Szenen in denen sie willentlich extreme Gewalt gegenüber Tieren anwendet und das hat mich zutiefst schockiert! Rianon wird versucht positiv darzustellen, aber das gelingt einfach nicht, wenn er Frauen als minderwertig ansieht und vergewaltigt. Und Fayanú ist mir bis zum Ende fremd geblieben und ich konnte viele Handlungen nicht nachvollziehen. Ich fand es auch fragwürdig, dass die Liebesgeschichte zwischen Fayanú und Walgreta im Klappentext so in der Vordergrund gerückt wird, denn man kann es kaum als Liebesgeschichte bezeichnen und der Handlungsstrang hat mir sehr viele Nerven gekostet. Walgreta ist im ersten Moment unsterblich verliebt und im nächsten Moment hat sie keinerlei Vertrauen mehr und ist sich sicher, dass Fayanú sie verraten hat und dann ist die ganze Geschichte irgendwie vergessen und wird nur hier und da noch im Hintergrund erwähnt.

Während ich den Schreibstil von Jenny-Mai Nuyen damals mochte, konnte er mich in "Die Töchter von Ilian" nicht mehr überzeugen. Zwar hat die Autorin definitiv ein Talent und man merkt in vielen Szenen wie gut sie mit Worten umgehen kann. Aber ich fand ihren Erzählstil störend und bin mehrfach darüber gestolpert. Zu Anfang wusste ich nicht ganz woran es liegt, aber nach mehreren Kapiteln ist mir aufgefallen, wie ein Großteil der Kapitel lediglich dazu da ist um Ereignisse grob zusammen zu fassen, anstatt auszuschreiben und das hat mir nicht gefallen. Im Vergleich dazu gibt es dann aber wiederum Szenen wo unnötiges zu ausführlich beschrieben wird. In einem Kapitel wird fast über eine ganze Seite nur aufgezählt was die Händler während Feierlichkeiten in Horuns Bauch bringen. Wie bereits gesagt hat die Autorin definitiv Talent, das merkt man wenn mein ein Blick auf ihre Debütromane wirft, aber irgendwie hat es in "Die Töchter von Ilian" an vielen Dingen gemangelt und wenngleich die Idee gut war und die Autorin das Talent dazu hat so eine Geschichte zu erzählen, ist es an der Umsetzung gescheitert.

Erinnerungen sind etwas Merkwürdiges, nicht wahr? Sie sind wie Träume, in denen man ein anderer ist und merkwürdige Dinge tut. Manche sagen, unsere Erinnerungen machen uns zu denen, die wir sind. Aber Erinnerungen stellen nichts her, sie lösen nur auf.


Fazit
Es gibt bestimmt viele Fantasy Fans, die versucht sind "Die Töchter von Ilian" eine Chance zu geben, aber ich kann davon wirklich nur abraten. Ich liebe die älteren Bücher von Jenny-Mai Nuyen, aber diese Geschichte war für mich eine einzige Qual. Die Idee hat durchaus Potential, aber ist an der Umsetzung gescheitert. Davon abgesehen fand ich es extrem bedenklich, dass Themen wie Gewalt, Transphobie, Misogynie und Vergewaltigung im höchsten Maße beschönigt werden! Von mir gibt es eine große Trigger Warnung und die Empfehlung einen Bogen um das Buch zu machen.

2 von 5 Sternen
Profile Image for Aleshanee.
1,726 reviews124 followers
April 5, 2025
Der Prolog war als Einstimmung nicht schlecht, auch wenn ich noch nicht wirklich wusste, was ich damit anfangen soll. Dass es um die vier magischen Artefakte geht, bzw. Iliaden, wurde dann recht schnell klar, aber ansonsten gab es erstmal keine klare Linie. Aus unterschiedlichen Perspektiven haben wir Einblicke auf die Hauptfiguren bekommen und auch welche Rolle sie in dieser Welt spielen. Das fand ich sehr geschickt gemacht, auch wenn es anfangs etwas "überschwemmt" wirkt. Einen Einzelband im High Fantasy Bereich zu schreiben, ist aber auch nicht einfach - die fremde Welt, die Charaktere, die Zusammenhänge der Gesellschaft, verschiedene Völker, Sitten, Tiere, Magie etc., das alles muss auf wenigen Seiten erzählt werden, so dass es anschaulich wird und man darin eintauchen kann. Das ist der Autorin definitiv bei mir gelungen!
Außerdem stört es mich nicht, wenn ich anfangs viele Eindrücke gewinne, die sich dann nach und nach erst zu einem Gesamtbild entwickeln.

„… und die Dunkelheit weicht dem Licht, nicht umgekehrt.“
Zitat Seite 14

Da haben wir die hübsche Zwergin Walgreta, die vom Königshaus abstammt. Ihre Lehre bei den Weisen Frauen hat nicht zum Ziel geführt und so kehrt sie gedemütigt nach "Horuns Bauch" zurück, der Zwergenstadt, in dem ihre königliche Familie lebt.
Dort trifft sie am Erntefest auf den Elfen Fayanú. Seine Prophezeiung macht sie neugierig - und auch sonst ist erein sehr undurchschaubarer Charakter.

Interessant ist, dass die Zwergenfrauen das Sagen und die Machtpositionen haben. Didanwen spielt auch eine wichtige Rolle. Als noch junge Priesterin soll sie die königliche Nachfolge antreten, was in Walgreta erstmal Neid und Eifersucht auslöst.

Die Reiterstämme der Urier sind Menschen, die den Zwergen untergeordnet sind: was ihnen natürlich nicht gefällt. Sie wirken wie wilde Horden, stehen aber im Dienst der Zwerge, um die Seenlande vor Räuberbanden zu beschützen. Unter den Stämmen gibt es aber viele Konflikte, in dessen Mittelpunkt Rianon steht. Seine Vergangenheit ist ihm eine große Last und um an sein Ziel zu kommen, lässt er sich von nichts und niemandem aufhalten.
Außerdem Mauskin, den Rebellen, der eine List plant, um sich an einer Blutschuld zu rächen.

Sie alle haben Ziele. Sie alle glauben, im Recht zu sein - für eine gerechte Sache zu kämpfen und danach zu handeln. Und sie alle erleben eine Wandlung im Laufe der Ereignisse, die mich überrascht hat und dennoch schlüssig war.

Ich fand die Idee hinter der Magie der Wyken (also der Weisen Frauen) auch sehr gut: die Spiegelung. Das heißt soviel, dass sich die Kraft für einen Zauber spiegelt, also irgendwie ... entladen werden muss. Als Beispiel: ein Wasserzauber kann dich zum Schwitzen bringen, auf deine Blase drücken, oder deinen Mund austrocknen. Wenn du ihn gut kannst, sollte es dir gelingen, ihn auf deine Umgebung umzulenken.
Dass Magie ihren Tribut fordert liest man ja in vielen Geschichten, aber hier ist sie mit den Artefakten und dem Gleichgewicht sehr schön verwoben.

Der Schreibstil ist sehr ungewöhnlich. Einerseits wirkt er oft recht nüchtern und schnörkellos, andererseits hat er auch so was tragendes, tiefgehendes und ist definitiv immer anschaulich, so dass ich ihn echt schwer beschreiben kann. Er führt einen aber wirklich gut durch die Geschichte - in der es manchmal auch brutal zugeht (wie in manchen Rezensionen erschrocken festgestellt wird) und da muss ich einfach sagen: wir sind hier in der High Fantasy und da geht es meist rau zu -> Mittelalter Setting
Wer Romantasy gewohnt ist, stolpert hier dann vielleicht durchaus über kleine Grausamkeiten, die abstoßen könnten, aber für High Fantasy Leser ist das Maß eher gering. Meiner Meinung nach.
Die Autorin versteht es nämlich sehr gut, vieles nur anzudeuten oder eben auch kleine Schlachten kurz und bündig abzuhandeln und nicht ewig auszuarbeiten; wie so viele anderen Schriftsteller in dem Genre ^^

Jedenfalls hat es mir überraschend gut gefallen, denn es war überraschend, wie sich alles entwickelt hat und welche verschlungenen Wege schließlich zu einem Ende führen, mit dem man sicherlich so nicht gerechnet hat!

Wie das erste Zitat oben schon deutlich macht dreht sich vieles darum: die Liebe und ihr Schatten der Angst - das sind die Gefühle, die die Protagonisten hier antreiben und die Hoffnung, etwas in der Welt zum Guten zu verändern. Die Vorgehensweise ist dabei sehr unterschiedlich und jeder glaubt sich im Recht, wie es ja meist so ist. Aber die sklavenähnliche Wirtschaft, das Ungleichgewicht der Völker und die vage Hoffnung auf Frieden sind sehr fragil.
Die vier magischen Artefakte könnten das Licht am Ende des Tunnels bedeuten, doch ihre Macht erhalten sie durch die Weitergabe als Geschenk - Diebstahl oder ähnliches verringert ihre Auswirkungen, und wer verschenkt schon gerne ein Relikt, mit dem man andere zum eigenen Nutzen beeinflussen kann?

Eine außergewöhnliche Geschichte die aus den üblichen definitiv heraussticht und für mich etwas ganz besonderes war. Stil, Charaktere, der Verlauf der Handlung, Magie und Ideen, das alles zusammen war ein beeindruckendes Leseerlebnis!

Weltenwanderer
Profile Image for Andy.
1,328 reviews91 followers
August 10, 2021
Dieses Buch war ein Fehlgriff. In Zukunft werde ich mich von der Autorin fernhalen.
Profile Image for Lizzy Curse.
298 reviews10 followers
June 2, 2019
Jenny-Mai Nuyen – Die Töchter von Illian

Ein Becher, eine Flöte, ein Spiegel und eine Sternenscheibe. Die Vier magischen Artefakte bestimmen das Schicksal einer ganzen Welt. Werden sie verschenkt, steigert das ihre Macht. Werden sie behalten, schwächt die Macht ab. Doch die Artefakte sind verschollen. Die junge Zwergin Walgreta, die von den weisen Frauen abgelehnt wurde, und der Elf Fayanu wollen diese Artefakte nun wieder entdecken und begeben sich aus dem Grund gemeinsam auf die Suche.

Das vorliegende Buch ist ein Einzelband aus der Feder von Jenny-Mai Nuyen. Ich kenne ihre Bücher nun schon seit vielen Jahren und habe jedes mit Genuss gelesen. Aus diesem Grund war mein Anspruch an diesen Roman – ihr erster bei Fischer-Tor – besonders hoch.
Die ersten Seiten versprachen ein grandioses Leseerlebnis – voller Magie und tiefen Charakteren, die zu begeistern wissen. Ich liebe Jennys feingliedrige Sprache, mit der sie Welten um den Leser webt, wie ein Spinnennetz. Ich war von den ersten Kapiteln vollkommen gefangen, erzählt sie doch wundervoll farbenprächtig von Walgreta und ihrer Rückreise zu den Zwergen.
Dass sich hinter Walgreta eine vielschichtige Persönlichkeit verbirgt, erfährt der Leser erst ein wenig später. Sie muss sich erst entblättern, was ich persönlich ziemlich gut finde. Walgreta ist ein Charakter, den man nicht unbedingt lieben muss. Sie hat recht egoistische Motive, die dennoch verständlich sind – jedenfalls zu Beginn bin ich ihrem Weg gern gefolgt.
Durch den Elf Fayanu kommt der Love-Interesst von Walgreta ins Spiel. Fayanu hat schon eine durchaus Romanfüllende Vergangenheit hinter sich und ist dadurch gezeichnet – und hat dadurch auch nicht unbedingt die berste Meinung von seiner Rasse. Durch die heftige Liebesgeschichte, die sich zwischen Fayanu und Walgreta entspinnt, haben beide auch einen „Grund“ nach den Artefakten zu suchen. Jedoch sind beide bei ihrem Aufbruch noch recht naiv und unwissend. Der mir liebste Charakter war übrigens die Gans „Fledermaus“ – ich fand ihre sarkastischen gackernden Einwürfe so herrlich – ich wünschte, sie hätte in der Geschichte eine tragendere Rolle gespielt.
Wie es sich für ein High-Fantasy-Buch gehört, wurde eine große Welt entworfen. Einige Orte davon bereist und viele Schlachten geschlagen. Moment mal – gehört? Nun ja, da kann man geteilter Meinung sein. Ich zumindest hätte mich durchaus damit begnügt, tiefer in die unterschiedlichen Rassen einzutauchen und Walgreta und Fayanu auf ihrer Reise zu begleiten und den Gefahren zu trotzen. Denn ich hatte das Gefühl, da hatte Jenny beim Schreiben wirklich Spaß, das Spiel mit den Wörtern liegt ihr und ich habe vor allem ihre Beschreibungen sehr genossen. Die Schlachten hingegen (und ich mag gut angelegte Schlachten!) erschienen mir irgendwie zu leblos. Ich ertappte mich dabei, wie ich recht anteilnahmslos darüber hinweglas, besonders als sie irgendwann überhandnahmen. Schade! So mochte ich auch das Menschenvolk nicht besonders.

Jennys Ideen, die hinter diesem Roman stehen, sind wirklich grandios. Schenken, statt behalten oder stehlen oder erobern. Die Gender-Frage eines bestimmten Protagonisten. Das in einem Fantasy-Buch verarbeitet zu sehen, hat mein Herz erfreut.
Was mich wiederum gestört hat, waren die philosophischen Anklänge, die Jenny mit hat einfließen lasse. Philosophie finde ich in so weit gut, wenn sie auch richtig ausgearbeitet wird. Hier hatte ich aber das Gefühl, sie wird nur kurz berührt, um sie dann wieder fallen zu lassen.

Alles in allem ein Buch, das spaltet und mich hilflos mit der Bewertung zurücklässt. Die Grundstruktur des Buches war wunderbar, die Sprache so schön und melodisch wie ich sie von Jenny kenne, die Charakter widerborstig und eigen. Auch das mag ich sehr. Andererseits kam mir das Buch unausgereift an manchen Stellen vor und der Abschluss war mir einfach zu plötzlich. Auch einige Entwicklungen und Mittel fand ich persönlich nicht wirklich gut.
Ich vergebe 3,5 Sterne für „Die Töchter von Ilian“.
Profile Image for tete.
127 reviews12 followers
September 4, 2019
Zu allererst muss ich erstmal das Design des Buches loben!! Sowohl das Cover als auch die Innengestaltung finde ich so wunderschön, weil man einfach sieht mit wie viel Liebe zum Detail alles gestaltet wurde vor allem natürlich die Karte hinten und vorne im Buch.

Diese Liebe zum Detail überträgt sich dann auch auf den gesamten Rest: World building ist absolut klasse! Es werden zwar typische Fantasieelemente wie Zwerge und Elfen aufgegriffen, die Jenny-Mai Nuyen aber auf eine ganz eigene und kreative Weise neu umsetzt. Die Welt erwacht durch ihren einzigartigen und bildgewaltigen Schreibstil vor den Augen des Lesers zum Leben, sodass es dem Leser das ein oder andere Mal den Atem verschlägt.

Die Charaktere in diesem Buch sind super ausgearbeitet, komplex und einfach nur einzigartig. Man hat keinen typisch guten Helden und typisch bösen Gegner, sondern alle bewegen sich irgendwo in der moralen Grauzone, haben mit ihren ganz eigenen Dämonen zu kämpfen und müssen ihren Platz in der Welt erst noch finden. Das hat sie alle aber vor allem die zwei Hauptcharaktere Fayanu und Walgreta sehr nahbar gemacht und man hat schnell mit ihnen mitgefiebert.
Relativ früh hat das Buch schon einen erwachseneren Ton angeschlagen, welcher auch bis ans Ende anhielt. Statt schöne, heile Welt herrscht eine eher deprimierte Atmosphäre und es werden viele ernste Themen behandelt, bei denen ich das ein oder andere Mal auch schlucken musste.

Einen halben Stern muss ich aber abziehen, weil mir der Einstieg durch die vielen fremden Namen und verschiedenen Storylines etwas schwer fiel. Ausserdem kann ich mich nicht recht mit dem Ende anfreunden, allerdings kann ich nachvollziehen warum es so geschrieben wurde und letztendlich passt es auch zum Rest der Geschichte.


Das Buch bekommt also 4.5 Sterne von mir und ich kann es allen (High-)Fantasy Fans wärmstens empfehlen.. euch erwartet eine komplexe Handlung über Liebe, Trauma, Krieg und Frieden mit einzigartigen Charakteren.
Profile Image for Julia Modde.
464 reviews23 followers
December 15, 2019
Das Buch auf Seite 324 abgebrochen, weil mich weder die Geschichte, noch die Figuren berühren. Das world Building ist ok, aber lieblos. Beim Podcast feminist frequency wird immer wieder mal diskutiert, wie Feminsimus und Queerness in Fantasybüchern auftauchen und dieser Roman hätte jede Menge Möglichkeiten gehabt, Grundsätzliches zu leisten. Doch wie mit feministischen und queeren Charakteren umgegangen wird, ist abstoßend. Auch diese Autorin kann sich keine Welt vorstellen, in der Transpersonen nicht vergewaltigt und misshandelt werden. Keine Welt, in der Frauen Königinnen sind, ohne dass Männer Ihnen Gewalt antun und ihren Untergang planen. Ich finde es schade, dass auch hier die Imagination scheitert.
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Profile Image for Katharina.
9 reviews
January 8, 2021
Pro:
Der Schreibstil und das Setting haben mir ganz gut gefallen. Das Buch mit seinen 650 Seiten kam mir beim Lesen doch recht kurzweilig vor, was vor allem an den vielen kleinen Kapiteln aus unterschiedlichen Blickwinkeln der einzelnen Figuren lag.

Die Idee von verschiedenen Völkern mit ihren einen Ritualen und die Tatsache, dass das kleine Volk anfangs das Sagen zu haben schien waren an sich eine schöne Idee. Die Beziehungen zwischen Fürsten, Streitern, Gemahlinen, Sklavinnen und Königinnen haben viele gesellschaftliche Unterschiede zwischen den Völkern gezeigt und nicht nur ein klassisches Machtgefälle.

Positiv fand ich auch, dass es nebenbei um die Sexualität und dem Aufbrechen von typischen Geschlechterrollen ging. Hierzu hätte der Leser aber auch etwas besser abgeholt werden können.

Kontra:
Leider brauchte die Story eine ganze Weile um in Fahrt zu kommen. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass der Hauptteil der Geschichte sich erst im letzten Drittel des Buches abgespielt hat.
Auch das Ende war für mich nicht sehr zufriedenstellend, da es nicht mal ein völlig offenes oder vorhersehbares, sondern einfach ein schlechtes Ende war. Ich hatte den Eindruck, dass die Geschichte zum Ende hin einfach noch schnell zu Ende gebracht wurde statt überlegt ein grandioses Ende zu präsentieren. Da helfen die zwei Seiten Epilog, die versuchen noch den Bogen zum Anfang des Buches zu schlagen, auch nicht wirklich.

Im Verlauf der Geschichte fand ich einige Szenen allerdings schon grenzwertig. Hier wäre eine Triggerwarnung zu Beginn des Buches definitiv angebracht gewesen.

Die Figuren sind zwischen den verschiedenen Gebieten sehr viel hin und her gereist und haben sich umentschlossen wohin ihre Reise gehen soll, was auf Dauer ermüdend wurde. Auch mit den vielen verschiedenen Stämmen kam ich irgendwann einfach nicht mehr mit wer mit wem verbündet bzw. verfeindeten ist. Die immer brutaler werdenden Kämpfe und vor allem das Einbinden von Tieren die gegen die Menschen kämpfen wurden mir irgendwann zu viel. Die weisen alten Frauen (Wyken) waren auch eher ein Randthema.

Die Charakterentwicklung der Protagonistin ist mir erst zum Ende des Buches so richtig aufgefallen und hat sich mir nicht so richtig erschlossen. Haben die magischen Artefakte einen negativen Einfluss auf sie, oder hat sie sich von sich aus verändert?


Insgesamt nimmt die Story einige unerwartete Wendungen und ist einfach etwas ganz anderes als ich erwartet habe. Für alle die unvorherbestimmte Geschichten mögen auch die ein oder andere brutale Szene vertragen können, ist das Buch lesenswert.
Profile Image for Bine.
809 reviews113 followers
December 1, 2019
Ich habe mich seeeehr auf das neue Fantasybuch von Jenny-Mai Nuyen gefreut, weil ich ein absoluter Fan von ihrem Buch "Nijura" bin, das zu meinen liebsten Büchern überhaupt zählt und ich bin tatsächlich nicht enttäuscht worden. Vor allem der Schreibstil der Autorin ist einfach atemberaubend. Obwohl das Buch recht lang ist und auch in guter alter Fantasy-Manier recht ausladend und komplex erzählt ist, konnte man das Buch sehr flüssig lesen und man hatte nie das Gefühl der Überforderung, das mich oft bei Büchern des Genres überkommt. Die Charaktere sind außerdem sehr interessant gezeichnet. Alle in sich sind überaus einzigartig und meine Beziehung zu ihnen änderte sich im Laufe der Handlung ständig. Mal stand man ihnen skeptisch gegenüber, dann war man auf einmal in sie verliebt. Diesen Prozess fand ich überaus spannend. Gerade am Ende wurde ich von den Figuren doch sehr überrascht. Die Handlung ist in ihren Grundzügen (Anfang und Ende) sehr fantasytypisch und folgt den gängigen Handlungsmustern. Der Weg ist in diesem Buch auf jeden Fall das Ziel, denn es gibt so einige unerwartete Wendungen, die mich erschüttert haben. Gleichzeitig liegt in diesem Weg mein größter Kritikpunkt. Denn die Charaktere begeben sich auf unterschiedlichste Reisen, die oft einfach sehr langgezogen gewirkt haben. Die Beschreibungen des Reisens und der Landschaften haben meinen Lesespaß an einigen Stellen sehr getrübt und mir manchmal die Lust auf das Buch verdorben. So sehr ich auch dicke Bücher mag, dieses hätte einige Seiten weniger vertragen können. Das Ende war gewaltig, episch und herzzerreißend und hat mich trotzdem nicht ganz befriedigen können... Der Epilog konnte dieses Gefühl der Unabgeschlossenheit ein wenig mildern und dennoch habe ich mir für das Ende anderes erhofft.
Dennoch eines der besten Fantasybücher der letzten Zeit für mich. Ich bin froh, dass Deutschland eine Fantasyautorin wie Jenny-Mai Nuyen zu bieten hat und freue mich auf mehr!
Profile Image for ♡ Marie.
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Read
April 19, 2020
Ein guter Fantasyroman mit einem sehr speziellen Schreibstil. Es hat etwa bis zur Hälfte gedauert bis mich die Geschichte emotional packen konnte, was unter anderem auch durch den sehr speziellen und ausschweifenden Schreibstil Zustande kam. Als ich in der Geschichte drin war, hat es mir aber gut gefallen. Das Ende konnte mich wiederum nicht ganz begeistern. Alles in allem ein guter Fantasyroman, den man sich als eingefleischter Fantasyfan auf jeden Fall Mal anschauen sollte.
Profile Image for Svenja Doubek.
322 reviews2 followers
September 29, 2023
Leider nur ein durchschnittlicher Fantasyroman. Viele Aspekte der Geschichte, des worldbuildings und der Charaktere haben mir gut gefallen, aber es hat sich nichts davon wirklich rund angefühlt. Musste mich immer ein bisschen zum weiterhören zwingen und das Ende kam mir viel zu aprubt.
Profile Image for Gloria Fiona Medea.
7 reviews
January 1, 2020
Zuerst haben mich die Charaktere gelockt, aber irgendwie ging dann die Handlung für mich nicht auf.


Die Liebesgeschichte zwischen Walgreta und Fayanú war in meinen Augen aus der Luft gegriffen und Fayanús Storyline ab dem Moment, als er schwanger wurde nur noch unverständlich und nicht mehr nachvollziehbar.
Ich kenne niemanden, noch habe ich von jemandem in so einer Lage je gehört, dass die plötzliche Selbstlosigkeit einen derartigen Einfluss auf die Kernprobleme eines Jungen hat, dass er gerade als Transgender die eigene Dysphorie und Kränkung in den Wind schlägt und ein Kind aus einer brutalen Vergewaltigung als Segen betrachtet, welcher den ewig währenden Krieg zwischen Elfen und Zwergen beenden kann.
Ganz zu schweigen von der fast schon penetrant obligatorischen Vergewaltigungsgeschichte von Fayanú, um dem Leser auch wirklich klar zu machen, dass transgender zu sein tatsächlich fürchterlich ist.

Mein Rat und Wunsch an alle Autoren und Autorinnen, die sich gerne mit queeren Charakteren beschäftigen wollen: lasst diese Charaktere doch einfach Menschen/Elfen/Zwerge/Wesen sein, ohne ihre Andersartigkeit mit so einem Maß an Demütigung zu strafen.
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Profile Image for Elwen.
685 reviews63 followers
did-not-finish
April 24, 2019
Abgebrochen bei Seite 200.

Weder Cover, Klappentext noch die früheren Fantasybücher der Autorin haben mich darauf vorbereitet, wie düster und grausam dieses Buch ist. In wunderschönem Schreibstil wird hier ganz nebenbei jedwede Form sexueller Nötigung, auch mit Minderjährigen, beschrieben. Und gerade der blumige Schreibstil, der so gut in ein klassisches, leicht verträumtes, Fantasymärchen gepasst hätte, macht es um so verstörender.
Profile Image for black-eyes-black.
262 reviews8 followers
March 25, 2019
Das neue Buch von der Autorin Jenny- Mai Nuyen trägt den Titel „Die Töchter von Ilian“ und ist wieder mal ein Fantasy- Roman aus ihrer Feder, auf den ich mich sehr gefreut habe. Ich war sehr auf ein weiteres Fantasy- Werk von Nuyen gespannt, dementsprechend hoch waren meine Erwartungen.

Klappentext:
Vier magische Artefakte bestimmen das Schicksal der Welt: Ein Becher, um die Vergangenheit zu bewahren. Eine Flöte, um mit Tieren zu sprechen. Ein Spiegel, um sich selbst zu erkennen. Eine Sternenscheibe, um die Zukunft zu sehen. Werden sie verschenkt, steigert sich die Macht der Artefakte, werden sie behalten, nimmt diese ab. Doch die magischen Artefakte sind verschollen. Die Weisen Frauen, die einst friedvoll mit ihnen regierten, sind in die Wälder geflohen, und Kriegsfürsten herrschen über Menschen, Zwerge und Elfen. Die Zeit ist gekommen, dass die Töchter aller Völker sich erheben, um die Macht zurückzugewinnen.

Ihre früheren Fantasybücher wie z.B. Nijura oder Nocturna habe ich damals verschlungen. Als ich gelesen habe, dass Nuyen ein weiteres High- Fantasy- Werk veröffentlicht, habe ich mich darauf gefreut und konnte es kaum erwarten. Meine Erwartungen waren recht hoch. Und leider muss ich gestehen, dass diese nicht vollständig erfüllt wurden.
Positiv möchte ich den poetischen und bildhaften Schreibstil von Nuyen hervorheben. Dieser ist wortgewaltig und hat mich in eine fantastische Welt katapultiert. Ich hatte das Gefühl, mit den Charakteren zusammen ein Abenteuer zu erleben und konnte mich in diesem Erzählstil richtig fallen lassen. „Die Töchter von Ilian“ hat viele spannende Passagen und recht unvorhersehbar. Einige Wendungen werden in die Geschichte eingebaut, die ich so nie erwartet hätte – oftmals wurde ich überrascht und die Geschichte entwickelte sich in eine ganz andere Richtung als ich vermutet hätte, wirkte dabei aber dennoch stimmig. Dies muss man Nuyen lassen, eine Geschichte spannend und vielschichtig aufbauen, kann sie. Die Grundidee konnte mich ebenfalls überzeugen. Die Geschichte rund um die vier Iliaden empfand ich fesselnd und überzeugend, welches ein solides Konzept abgegeben hat. Auch das Worldbuilding fand ich ansprechend. Eine vielseitige Welt mit einer eigenen Geschichte und unterschiedlichen Völkern und Traditionen wird erschaffen, sie besticht durch individuelle Ideen, die mit klassischen Ansätzen kombiniert werden. Die einzelnen Völker, welche diese Welt besiedeln, werden gut und umfangreich beleuchtet, sodass man einen guten Einblick in ihre Kultur erhält. Im Buch sind auch ein Personenregister und eine Landkarte beigefügt wurden. Besonders zu Beginn fand ich diese recht hilfreich und habe sie gerne zu Rate gezogen.
Die Charaktere sind vielschichtig und haben ihre Ecken und Kanten. Die wichtigen Personen haben ihre eigene Geschichte, welche sie zu ihrem Handeln antreibt und dieses auch nachvollziehbar macht. Walgreta ist eine noch recht junge Zwergin, die bei den Weisen Frauen gelernt hat. Sie hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und ist willensstark. Walgreta ist bereit, für ihre Meinung einzutreten und vertritt diese auch, auch wenn es manchmal sinnvoll gewesen wäre, diese nicht immer laut kundzutun. Fayanu ist ein Waldelf in Begleitung einer Gans. Von seinem Volk hat er eine schicksalsschwere Aufgabe übertragen bekommen, mit dessen er hadert. Er sucht seine Aufgabe in dieser Welt, will diese aber auch zu einer besseren machen. Rianon ist ein Fürst der Urier, er strebt nach Macht, ist aber im Vergleich zu anderen Männern seines Volkes noch recht human. Leider muss ich gestehen, dass ich trotz der Vielseitigkeit der Charaktere keine richtige Bindung zu diesen aufbauen konnte. Ich habe ihre Entwicklungen mit verfolgt und war auch gespannt, was sie noch alles erleben werden, welche Aufgaben sie meistern müssen – aber einen Zugang zu ihnen habe ich leider nicht gehabt. Mit Walgreta bin ich bis zum Ende des Buches leider nicht warm geworden- Fayanu ist mir da schon eher sympathisch geworden, wobei es auch bei ihm Passagen gab, da hätte ich ihn gerne voran gestoßen. Allgemein waren mir die Urier viel zu präsent. Dieses Volk ist recht rau und kämpferisch. Hier hätte ich mir ein paar Kürzungen gewünscht. Diverse kriegerische Auseinandersetzungen werden ausgefochten - nicht immer habe ich diese als spannend empfunden. Bei anderen Szenen hätte ich mir mehr Infos gewünscht – z.B. über das Volk der Elfen oder vielleicht auch über die Iliaden.

Jenny- Mai Nuyen hat mit „Die Töchter von Ilian“ ein vielschichtiges, komplexes High- Fantasy- Werk mit einem überzeugendem Worldbuilding erschaffen. Doch leider habe ich keinen Zugang zu den Protagonisten gefunden. Die Grundidee konnte mich aber dennoch überzeugen. Daher möchte ich 4 Sterne vergeben.
37 reviews2 followers
October 3, 2022
Normalerweise eine meiner Lieblingsautor*innen, muss ich hier ganz ehrlich zugeben, dass dieses Buch mich auf vielen Ebenen enttäuscht hat.

Die Prämisse mit den vier Iliaden hat mich sofort gepackt. Leider war ihre Rolle letztlich sehr gering. Letztendlich ging es um politische Verstrickungen und Schlachten – und das ist grundsätzlich nicht schlimm, wäre es nicht so unproportional gewesen.

Die Charaktere waren widersprüchlich und flach. Sogar bei den Protagonist*innen habe ich oft nicht verstanden, warum sie welche Entscheidung getroffen haben. Wenn wir schon dabei sind:

Mauskin war der einzige Protagonist, der gut ausgearbeitet war und ein befriedigendes Arc hatte (obwohl er die kleinste Rolle hatte, vor allem ab circa der Hälfte). Ich liebe ihn.

Rianon mochte ich wahrscheinlich am zweitmeisten, und das hatte eigentlich nur zwei Gründe: seine provokante, vorteilsorientierte ENTJ-Art (die ich einfach persönlich sehr mag) und die Tatsache, dass ich seine Beweggründe und Entscheidungen fast durchgängig verstehen konnte. Seine Einstellung zu Frauen allerdings ist fragwürdig, und bei den Sexszenen, in die er involviert ist, ist mir sehr unwohl gewesen – insbesondere angesichts der Tatsache, dass er immer als "korrekter" als die meisten seiner Mitmenschen von seinem Rang dargestellt wurde.

Fayanú ist lange Zeit mein Lieblingscharakter gewesen, aber Nuyen hat ab der Hälfte angefangen, ihn für mich zu zerstören. Er wird uns als Transmann präsentiert, und ich habe mich sehr darüber gefreut, einen trans* Protagonisten zu haben – bis es mir gegen Ende so langsam gedämmert hat: Nein, das ist kein Transmann. Diese Meinung teilen vielleicht nicht alle, und wahrscheinlich auch nicht Fayanú, aber ich kann das begründen. Das Problem fängt schon am Anfang an: Fayanú legt nach einer langen Zeit sexuellen Traumas seine Weiblichkeit ab – was ja irgendwie nachvollziehbar ist; aber so etwas hat nichts mit Transsein zu tun, sondern mit Trauma. Und beides miteinander zu verbinden, bildet ein Stigma ab, Argumentationen, die Leute an den Tag legen, die transfeindlich sind. Eine fragwürdige Basis also. Schlimm finde ich aber insbesondere, dass Nuyen Fayanús Mannsein über seine Weiblichkeit zu definieren versucht – und zwar auf eine Weise, die komplett nach hinten losgeht:
1. Besagtes sexuelles Trauma.
2. Er wird von einer Gruppe Zwergen vergewaltigt, nachdem sie ihn ausgezogen und als "Frau" identifiziert haben.
3. Er wird durch besagte Vergewaltigung schwanger.
4. Als seine Familie ihm die Abtreibung ermöglichen will, lehnt er ab, weil er nicht auf sie hören will und das Kind ja nichts dafür kann (aber bei der Geburt dann hoffen, dass es stirbt, ja ja, diese Doppelmoral – ganz zu schweigen von der höchst problematischen Pro-Life-Argumentation).
5. Eine sehr ausführliche Darstellung der Geburt.
6. Die beruhigende Wirkung, die das Stillen auf ihn hat, obwohl er seinen Körper hasst.
7. Er öffnet eine Art Tor mit seinem Menstruationsblut.
Nuyen, ich weiß ja echt nicht, wo das hinführen sollte, aber ich war am Ende überzeugt, dass ich hier eine Frau habe, die so viel traumatisiert wurde, dass sie ihre Weiblichkeit gehasst hat, und dass ihr Arc der Versuch war, sie wieder mit sich auszusöhnen – was natürlich nicht funktioniert hat, weil Fayanú alles weggeworfen hat, was das hätte abschließen können, um Walgreta hinterherzulaufen und sich für sie zu opfern, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt nichts mehr von ihm gehalten hat. Er war eine wundervolle Persönlichkeit, aus der man so viel hätte machen können, aber man hat ihn auf seine Weiblichkeit reduziert, ohne sein Transsein auch nur ein einziges Mal anzusprechen, und auf seine Love Interest, die ihn betrogen hat und nichts mehr von ihm wissen wollte. Eine einzige Tragödie mit ihm, und so viel verschwendetes Potenzial.

Walgreta mochte ich von Anfang an nicht wirklich. Sie war oft störrisch und unzugänglich, und wie sich ihre Einstellung und ihr Verhalten gegenüber Fayanú im Verlauf verändert, hat mir die letzte Sympathie für sie genommen. Ich hatte das Gefühl, dass Nuyen hier versucht hat, eine feministische Botschaft zu verpacken, indem sie die emanzipierte Zwergenkönigin in eine patriarchalische, polygame Menschengesellschaft zwingt; die Prämisse hätte ja gut funktionieren können, hätte man sich die Mühe gemacht, es ordentlich auszuarbeiten. Das Ergebnis war also eine quengelnde Version von Stockholm-Syndrom, das sich am Ende als die wahre, forcierte Liebe herausgestellt hat. (No, thank you.) Als Walgreta gegen Ende damit konfrontiert wird, dass die Zwerg*innen auch nur ein Matriarchat sind, wird sie vor die Wahl gestellt, wofür sie sich entscheiden würde, da sie ja jetzt beides kennen gelernt hat, was einen interessanten Ansatz hätte bilden können. Joa, und dabei bleibt es dann auch, weil es in diesem Buch irgendwie immer so ist:

Man hört an den interessanten Stellen auf. Gerade was Krasses in Erfahrung gebracht? Ja, wir beenden die Szene genau an dieser Stelle und sprechen nie wieder darüber. Ein Kampf, bei dem wichtige Nebencharaktere sterben? Ach ja, übrigens, die sind jetzt tot. Ja, wir haben die gerade niedergemetzelt, aber interessiert ja irgendwie auch keinen, keiner trauert so richtig, es hat keine wirkliche Bedeutung und war ja nicht wichtig genug, es auszuformulieren.

Das Ende war so unbefriedigend, dass ich etwa fünf Seiten vor Schluss die Augen verdreht habe (an einer ganz bestimmten Stelle bei einem ganz bestimmten Figurentod) und mich durch den letzten Rest quälen musste. Der Epilog war für mich leider auch eine große Enttäuschung.

Das einzig Positive, das ich anmerken möchte, ist der märchenhafte Schreibstil. Stellenweise ist er mir hier jedoch auch ein wenig zu viel gewesen.

Es fällt mir schwer, hier nur einen Stern zu vergeben, aber es gab zu viele Dinge, die mir sauer aufgestoßen sind, zu viele lose Enden und Halbfertiges.
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Profile Image for Melanie.
194 reviews
May 8, 2019
Ich habe mich wahnsinnig gefreut, als ich dieses Buch endlich in meinen Händen hielt und meine Erwartungen waren sehr hoch, gerade auch darum, weil ich fand, dass ihre letzten drei Bücher dem Namen, den sich Nuyen gemacht hat, nicht gerecht wurden.

Was soll ich sagen? Es bleibt nur ein bitterer Nachgeschmack an Enttäuschung. Die Geschichte plätschert vor sich hin, ohne wirklich einmal richtig Spannung aufzubauen, dabei finde ich ihre Weltenbeschreibung und den Schreibstil gut, wie fast immer.
Es blieben einige Fragen unbeantwortet, vor allem im Bezug auch Fayanú, warum er so ist wie er ist. Ich hätte mir zum Schluss wirklich gewünscht, dass sich das alles zusammenfügt und man den Rest seiner Vergangenheit erfährt.

Das Einzige, das mich ein wenig versöhnt hat, war der Epilog, wo man eine schöne Begegnung mit einem Charakter hatte, den man so vielleicht nicht mehr erwartet hätte.

Ich gebe die Hoffnung aber nicht auf, dass mich die Autorin eines Tages noch einmal so von den Socken haut wie damals, als ich Rabenmond gelesen habe.
Profile Image for Meli  .
1,316 reviews245 followers
March 26, 2019
Dieses Buch entwickelt sich immer wieder mal ganz anders als erwartet, und manchmal fand ich das gut, manchmal aber wirkte es mir zu unnatürlich.
Die Inhaltsbeschreibung, die man so findet, ist sehr vage und erst der Klappentext verrät einiges zur Handlung des Buches - und das direkt etwas zu viel für meinen Geschmack!

Die Namen der Völker - Zwerge, Elfen - beschreiben nicht unbedingt die typischen Wesen, die man unter diesen bekannten Begriffen erwartet, sondern sehen eigentlich recht normal aus und unterscheiden nur die verschiedenen Völker mit ihren Sprachen, Verhalten und Traditionen. Manche fanden das etwas verwirrend und das kann ich zwar nachvollziehen, aber mir hat es nichts ausgemacht.

Die vier Iliaden, wie die magischen Artefakte genannt werden, sind natürlich ein wichtiger Punkt der Geschichte und es geht häufig um das Steigern ihrer Macht oder darum, dass verschiedene Figuren und Gruppen sie für sich beanspruchen. Unsere Protagonisten träumen davon, sie wieder in die Hände von vertrauenswürdigen Wyka zu legen und den Frieden und das Gleichgewicht zwischen den Völkern wiederherzustellen. Und dabei sind die beiden manchmal, trotz allem, was sie schon erlebt haben, unglaublich naiv.

Walgreta ist eine Zwergin und eine Enkelin der Zwergenkönigin. Als sie ihrem Traum, eine Wyka zu werden, aufgeben muss, ist sie ziemlich niedergeschlagen und ist sich auch bewusst, dass sie vermutlich nie viel erreichen wird. Was aber vielleicht auch so sein sollte, denn sie trifft manchmal so unglaublich impulsive, unbedachte Entscheidungen! Sie ist sehr geradeheraus und für ihre spätere Position war mir das einfach zu blöd, wie leichtsinnig sie sich verhält. Sie hat zwar wirklich gute Absichten, aber ihre Art fand ich ziemlich nervig.

Vor allem auch im Vergleich zu Rianon, der sich an die Spitze seines Stammes gekämpft hat und sehr darauf achtet, wie er nach außen wirkt. Er ist sehr zielstrebig und lässt sich zwar auch von seinen Gefühlen beeinflussen, aber er ist sehr gut darin, sie mit seinen eigentlichen Zielen und den Traditionen seines Volkes zu vereinen. Auch wenn er nach sexistischen Werten handelt und auch etwas hinterlistiger ist als sie liebe Walgreta, wirkt er einfach gerissener und schlauer, weswegen ich ihn als eine der Autoritätspersonen des Buches gesehen habe.

Elf Fayanú ist ein etwas ungewohnter Charakter, der mit sich selbst zu kämpfen hat. Sowohl mit seinem Körper, der nicht seinem Inneren entspricht, als auch mit seiner Bestimmung, die ihm so gnadenlos aufgedrängt wurde.

Ich fand es an diesem Buch aber schon faszinierend, wie die "guten" Charaktere eher wild um sich schlugen und die "bösen" dann eher besonnen wirkten, wenn auch auf eine sehr fanatische Art und Weise. Gerade deren begründete Entschlossenheit machte sie wohl auch so gefährlich.

Zum Schluss war ich einfach nicht ganz glücklich mit dem Buch. Zwar mag ich unerwartete Wendungen, aber diese konnten mich gar nicht zufriedenstellen und das passierte mir das ganze Buch über recht regelmäßig. Auch die etwas oberflächlichen Handlungen der Charaktere waren mir oft zu plump.
Den Schreibstil an sich finde ich sehr angenehm, doch die Handlung konnte mich nicht ganz überzeugen

FAZIT
"Die Töchter von Ilian" konnte mich leider nicht so überzeugen wie erhofft, denn trotz einer ganz soliden Fantasy-Welt waren mir manche Charaktere zu naiv, ihre Handlungen oberflächlich und die Wendungen konnten mich nur selten zufriedenstellen.
Profile Image for Avila.
141 reviews6 followers
May 28, 2019
Es gab vier Iliaden, magische Artefakten, die die Welt in den richtigen Händen in Einklang brachten. Doch diese Artefakten gerieten in die falschen Hände und gingen teilweise irgendwann verloren. Der Elf Fayanú hat die Aufgabe, diese Iliaden zu finden und wieder zu vereinen. Die Zwergin Walgreta will ihm dabei helfen, ...

Die Beschreibung klingt schlicht und verspricht eine spannende Abenteuerreise zu werden. Gespickt mit dem schönen klangvollen Schreibstil von Jenny-Mai Nuyen könnte das ein wunderbarer Roman werden, der einen in eine phantastische Welt führt, in der man mit Staunen versinken kann. Wenn Nuyen ihre Elfenwelt beschreibt oder die Zwergenhöhlen dann gelingt ihr das auch, doch leider ist fast die Hälfte des Buches mit Kampfhandlungen gefüllt. Der wundervolle Schreistil ist daran verschwendet und die ewigen Schlachten führen mE zu nicht viel und treiben die Handlung eher mäßig voran. Allgemein zieht sich alles streckenweise sehr in die Länge und könnte einige Kürzungen vertragen.

Dennoch kreiiert die Autorin wundervolle Charaktere, die unkommentiert und akzeptiert ihr queeres Leben haben. Gerade diese Selbstverständlichkeit in diesem Roman machen ihn besonders. Hier wirkt nichts gekünselt oder aufgesetzt. Großartig!
Auch bricht die Autorin mit dem klischeehaften Bild von Zwergen. Sie gelten hier als kleines Volk, sind aber schön, kunstvoll und anmutig - stehen den Elfen eigentlich in nichts nach.
Die Autorin beweist in meinen Augen ein schönes Gespür für die Kreation von Charakteren, bricht mit klassischen Rollenbildern und erschafft so etwas vollkommen Eigenständiges. Das ist die große Stärke des Romans, auch wenn die Handlung teils eher schleppend ist.
Profile Image for Anita.
548 reviews9 followers
January 14, 2021
Dieses Buch konnte mich leider nicht wirklich überzeugen, dabei hatten mich Cover und Klappentext schon länger angesprochen und es stand auf meiner Want-to-read-Liste. Kürzlich hatte ich es bei meiner Bücherei gesehen und zufällig wurde es dann sogar zum neuen Monatsbuch gewählt. Der perfekte Zeitpunkt also es von meiner Leseliste abzuhaken.
Worum geht es?
Vier magische Artefakte sorgten früher für Frieden in der Welt, wenn sie weiter verschenkt wurden, denn dadurch wuchs ihre Macht. Ein Becher, um in die Vergangenheit und eine Scheibe um in die Zukunft zu sehen, ein Spiegel um sich selbst zu erkennen und eine Flöte, um mit Tieren zu sprechen. Sie werden Iliaden genannt und der Waldelf Fayanu wird ausgesandt, um sie zurück zu seinem Volk zu bringen, das damit sein altes Reich wieder auferstehen lassen will. Doch mit der Zwergin Walgreta beschließt er, die Iliaden für eine friedlichere Welt zu nutzen. Und dafür, dass sie eigentlich eine friedliche Welt herbei führen wollen, kommt es im Buch zu ziemlich viel Gewalt, Brutalität, Gemetzel, Kämpfen, Stämme werden aufgerieben und Dörfer vernichtet.
Es war mir einfach zu viel davon über Berge von Leichen zu gehen, um den Frieden herzustellen. Zu lügen und zu betrügen, um das höhere Ziel zu erreichen, das war Walgretas Idee den Plan umzusetzen, nachdem sie von Fayanu getrennt wurde.
Ich konnte weder mit einer der Haupt- noch Nebenfiguren wirklich mitfühlen. Die Geschichte nimmt ein paar unvorhergesehene Wendungen, aber lässt mich am Ende eher mit einem unbefriedigenden Abschluss zurück. Deshalb gibt es von mir nur 3 von 5 ⭐.
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Profile Image for Clelixedda.
98 reviews16 followers
August 19, 2019
3-3.5 Sterne

„Die Töchter von Ilian“ ist eine wirklich schön erzählte, solide Fantasygeschichte und das wahrscheinlich feministischste Fantasybuch, das ich bisher gelesen habe. Das Buch ist aber von der Grundstimmung eher düster, und die (auch wirklich brutal dargestellte) Gewalt gegen Frauen und den Transmann (der ein POV-Charakter ist) ist manchmal schwer zu ertragen.
Ich habe deshalb eher gemischte Gefühle zu diesem Buch - einerseits haben mir die Ideen, der Schreibstil, die sehr bildreiche Sprache und die wirklich sehr detaillierte Welt sehr gut gefallen, andererseits waren mir die meisten Charaktere und auch die Handlung über weite Strecken ziemlich egal, dafür war mir die Gewalt in Teilen zu viel. Das hat es mir erschwert, dabei bleiben zu wollen und ich habe ein paar Mal überlegt, das Buch abzubrechen. Ich bin jetzt aber froh, dass ich es nicht getan habe.
Profile Image for Lytherin.
42 reviews
June 24, 2024
Jenny Mai-Nuyen ist ist eine wahnsinnig gute Autorin und wieder hat sie eine unglaublich anschauliche Welt erschaffen. Ich liebe ihren Schreibstil, man kann alles praktisch wie ein Film vor dem inneren Auge sehen.
Leider hat mir Die Töchter von Ilian überhaupt nicht zugesagt. Die Geschichte ist sehr lang und langsam, dazu ist die unglaublich düster. Misogynie, Transphobie, Vergewaltigung, Pädophilie nur um ein paar der Themen zu nennen. Dabei gibt es leider (so gut wie) keine Lichtblicke, weswegen ich mich doch öfters fragte, wofür das ganze? Am Ende musste ich mich fast zwingen, das Buch zu beenden. Leider konnte ich auch nicht mit den Charakteren connecten.
Profile Image for Tete.
2 reviews1 follower
April 3, 2021
Obwohl es sich stellenweise extrem gezogen hat und man sich erstmal in der Welt zurechtfinden musste, war es definitiv ein Highlight. Es werden wichtige Themen behandelt, die sich auf unsere heutige Gesellschaft übertragen lassen und die Geschichte hat mich definitiv zum Nachdenken angeregt.
1 review
June 3, 2023
Am Anfang finde ich fällt es einem schwer dem Buch zu folgen, aber wenn man einmal drin ist, ist es eine wundervolle Geschichte
860 reviews15 followers
April 25, 2019
Inhalt:

Das Schicksal der Welt wird von vier magischen Artefakten bestimmt: Ein Becher, welcher ein Blick Vergangenheit bietet. Die Flöte, welche es ermöglicht mit Tieren zu sprechen. Die Zukunft vorhergesehen von der Sternenscheibe und ein Spiegel, der dem Betrachter ermöglicht sich selbst und sein inneres zu erkennen. Als Geschenk vergeben erhöht sich die Macht der Artefakte und aus Gier behalten geschieht das Gegenteil. Jedoch gelten einige der Artefakte als verschollen. Einst regierten die weißen Frauen mit den mächtigen Artefakten und lenkten die Welt, doch nach ihrer Flucht in die tiefen Wälder , erschüttert nun Habgier und Machtgerangel das Volk. Geführt von den Kriegsfürsten fristen die Menschen,Elfen und Zwerge ihr Dasein in Sklaverei und strengem Regiment.

Dem Leben aus Sklaverei und Krieg soll ein Ende gesetzt werden in dem sich die Töchter aller Völker erheben werden um die Macht zurückzugewinnen und denen denen sie zusteht zurückzugeben.

Ein Weg, der steinig und gefährlich gestaltet, bestreiten ein ungleiches Paar mit seinen Gefährten die Such nach den verschollenen Artefakten, in dem Wissen, dass die Wahl ihrer Retter auch am Ende, der eigenen Tod oder auch der der Menschheit bedeuten könnte.

Meine Meinung:

Dieses Buch ist für mich ein absolutes Highlight geworden, denn Autorin Jenny-Mai Nuyen weis wie man die Leser in ein unglaublich fesselndes Setting, grandios inszenierten Charakteren und einer extrem spannend gestalteten und abenteuerlichen Handlung gefangen zu nehmen.

Mit ihrem bildgewaltigen und allumfassenden Schreibstil vereinnahmt die Autorin ihre Leser komplett. Durch authentische und fiktive Elemente entsteht eine komplexe Welt, welche einen in sich einsaugt und erst wieder ausspuckt, wenn die Schlacht geschlagen ist. Auch wenn ich persönlich kleinere Schwierigkeiten hatte, mich in diesem komplexen Universum zurecht zu finden, lag es keines Falls an der Handlung oder dem Erzähl- und Schreibstil, sondern eher daran, dass ein hohes Maß an Charakteren aufwartet um seinen Teil dieser Geschichte zu berichten. Es dauerte daher einige Seiten, bis ich mit allen mich „angefreundet“ hatte und sie auseinanderhalten konnte.

Als dies mir endlich gelang, wartete ein episches Fantasy-Erlebnis auf mich, welches mich mit seiner kompletten Bandbreite umgehauen hat. Auch wenn manche Stellen etwas langatmig oder vorhersehbar waren, so lag die Überraschung komplett in den Händen der Autorin.

Schnell gelangte ich dem Ende nahe und war hin und weg. Viele Kampfszenen, Rätsel und auch Intrigen, Liebe & Herzschmerz und vor allem viel Fantasy wartet auf den Leser um entdeckt zu werden. Ich war bis zur letzten Seite hin begeistert.

Die Idee ist bis zur letzten Seite wirklich sehr gut durchdacht und auch umgesetzt. Mit jeder Zeile schwingt ein Funken Magie und Spannung mit, welche den Leser nur selten Zeit lässt um nach Luft zu ringen, denn so enorm ist man in den Bann der Geschehnisse gezogen.

Auch wenn ich mir an manchen Stellen weniger ausschmücken und mehr Tiefgang gewünscht hätte, so war ich am Ende dennoch hin und weg. Persönlich könnte ich mir vorstellen noch einmal an der Seite der tapferen Helden in diese Welt zu reisen um ein neues Abenteuer und dessen Herausforderungen zu erleben.

Das Cover ist für diese Geschichte gemacht. Auch wenn es nur wenige Details beinhaltet, so präsentiert es dennoch den Inhalt der Geschichte, die diese auszeichnen.

Fazit:

Ein atemberaubendes Fantasy - Epos, das trotz kleinerer Ecken und Kanten in seiner vollen Pracht glänzen konnte. Gerne würde ich an der Seite der tapferen Helden erneut in diese Welt reisen um ein neues Abenteuer und dessen Herausforderungen zu erleben. Die Grundidee wurde von Jenny-Mai Nuyen von Anfang bis Ende gut durchdacht zu Papier gebracht und ihren Lesern präsentiert.

Auch wenn es kleinere Ecken und Kanten gab, so war ich vollkommen geplättet von dem Ausmaß und am Ende absolut begeistert.

Gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus und hoffe sehr, dass dieses Werk noch viele Leser begeistern wird!
Profile Image for Kim.
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January 24, 2021
Puh, wo soll ich anfangen. Ich hab lange mit mir gerungen, ob ich diesem Buch zwei oder drei Sterne geben soll, die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen.

Der Anfang des Buches hat mich überhaupt nicht in seinen Bann gezogen. Die Beschreibungen sind fade, langatmig und zeigen wenig Charakter. Es hat bis ungefähr Seite 250 gedauert, bis ich dieses Buch auch nur annähernd unterhaltsam fand.

Rabenmond von Jenny-Mai Nuyen ist eins meiner Lieblingsbücher, wo mich der Hauptcharakter und die Beschreibung der Welt von anfang an in ihren Bann gezogen haben. Umso enttäuschender war es, jetzt dieses Buch von ihr zu lesen, von dem ich mir weitaus mehr versprochen hatte. Das Buch ist hübsch aufgemacht mit einer Karte in der Klappe (was meines erachtens zu einem guten Fantasybuch dazu gehört).

Damit hört das gute an diesem Buch aber auch schon auf. Es hat für mich lange gedauert um in die Geschichte einzutauchen. Viele von den Namen und auch Redewendungen (vorallem am Anfang des Buches) kamen mir zu "gewollt" rüber und passten nicht in die Geschichte. Während Nuyen von Elfen, Zwergen und Menschenvölkern schreibt, die in einer magischen Welt leben, sind doch alle Redewendungen, Leiden und Ausdrücke eins zu eins aus der normalen Welt übernommen, was für mich nach kreativlosigkeit aussah. Vieles zudem fühlte sich an, als wäre es von englischsprachigen Werken ins Deutsche übersetzt worden, was für mich überhaupt nicht funktioniert hat. Alles in allem hat es sich angefüllt, als ob ein Mensch krankhaft versucht hat, eine Fantasiewelt zu erschaffen anstatt das man einfach in diese Welt eintauchen kann, ohne sich dessen bewusst zu werden, das jemand diese erfunden hat und eigentlich gar nicht exestiert.

Zudem, fand ich die Haupfigur dieses Buches unfassbar unsympatisch. Vom Anfang bis zum Ende ist sie einfach nur am Jammern, weinerlich weil sich nicht alles ihrem Willen beugt, undankbar, arrogant, machtbesessen und egoistisch. Wie man diesen Charakter mögen kann, liegt mir fern. Eine Prinzessin, die zweimal ihren Willen nicht bekommt und dann heulend losrennt und die gesamte Welt samt ihrer Völker zu vernichten.

Nach der hälfte nimmt das Buch etwas an fahr auf und wird etwas einfacher zu lesen. Da wir die Geschichte auch durch andere Augen erfahren dürfen, was in meinen Augen, die wenigen gut geschriebenen Teile des Buches sind. Vorallem der Menschenfürst Rhianon ist zumindest Liebenswert und man kann sich gut in ihn hinein versetzen.

Würde dieses Buch nicht wieder kaufen und auch nicht weiterempfehlen, es sei denn, man kann es für umsonst bekommen.



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