„Drei Wege“ ist eine Graphic Novel in drei Episoden.
Im zeitlichen Abstand von je 50 Jahren entfalten sich die Geschichten um Ida, Marlies und Selin, den drei jungen Protagonistinnen des Buchs. Ida lebt 1918 im letzten Jahr des ersten Weltkrieges in Berlin und ist als Dienstmädchen bei einer Ärztefamilie angestellt. Der Vater dient als Militärarzt im Krieg. Ida freundet sich mit der Mutter an, doch nach und nach zerbricht dieses Vorbild ... Marlies, im Jahr 1968, stammt aus der Arbeiterklasse, liest viel und arbeitet in einem Café. Sie würde lieber eine Ausbildung zur Buchhändlerin machen. Im Café lernt sie Wolfgang kennen, einen jungen Literaturstudenten, der sich im Berliner SDS engagiert. Selin lebt in der Gegenwart und hat gerade ihr Abitur geschafft. Während ihre beste Freundin Alina große Pläne hat – ein Studium in Amerika – lassen sich Selin und ihr bester Freund Finn ziellos treiben ...
I love how the three stories/characters are parallels both visually and narratively. The individual stories about the women standing at the crossroads of what they want and how they want their life to are powerful and engaging in their own way. They‘re all somewhat bound by the circumstances and influenced by the socio-political events of their time periods but nevertheless try to find their own path. And them being ordinary women (in the most positive sense) and not great figures of history makes their stories all the more relatable.
I really hope it will be translated into other languages.
MEINE MEINUNG «Drei Wege» beschreibt das Leben dreier Frauen, die in unterschiedlichen Zeiten in Deutschland leben und deren Leben so von völlig anderen Umständen gezeichnet ist. Ida lebt in Berlin 1918 und hat mit den Nachwirkungen des ersten Weltkriegs zu kämpfen. Marlies stammt aus einer Arbeiterfamilie. Ihre Episode spielt 1968, als sie einen Studenten kennenlernt, der sich in der SDS engagiert. Selins hat 2018 gerade ihr Abi gemacht und während ihre Freunde genau wissen, was sie nun machen möchten, ist sie selbst planlos. Alle Geschichten waren sehr interessant gezeichnet und mit unterschiedlichen Farben versehen, sodass man auch ohne den Inhalt zu erfassen erkennen konnte, wo man sich gerade befindet. Auch sonst ist die Graphic Novel sehr künstlerisch gestaltet und fängt den Zeitgeist der Epochen gekonnt auf. Überrascht haben mich außerdem die Überschneidungen zwischen den drei Frauen – sowohl gestalterisch als auch in der Geschichte. So schafft Julia Zejn ein beeindruckendes Bild der deutschen Gesellschaft heute und in den vergangenen Jahren.
FAZIT. Julia Zejn legt mit «Drei Wege» ein beeindruckendes Zeitzeugnis ab, das sowohl gestalterisch als auch die Geschichte betreffend absolut toll und berührend ist. Zum Ende hin fehlte mir ein wenig, allerdings tut das meiner Leseempfehlung nichts! | ★★★★☆
Das Titelbild zeigt drei Frauen aus drei charakteristischen Epochen der deutschen Geschichte. Ihre Schicksale werden zunächst einzeln erzählt, später überlappen sich ihre Lebensläufe in Wort und Bild.
1918 kommt Ida aus der Nähe von Neuruppin als Hausmädchen in eine gutsituierte bürgerliche Familie in Berlin. Der Hausherr wurde im Ersten Weltkrieg als Militärarzt in Frankreich verwundet und wird von Frau und Kindern bald zurück erwartet. Nur weil er verwundet ist, steht dem Haushalt überhaupt ein Hausmädchen zu; denn alle Frauen werden für kriegswichtige Arbeiten benötigt. Die drei kleinen Söhne wirken Ida gegenüber auffallend höflich erzogen; das war „Personal“ gegenüber zu der Zeit ganz und gar nicht selbstverständlich. Die „gnädige Frau“ – preussisch korrekt, aufrecht, in hochgeschlossener Bluse, wirkt allein schon durch ihre Körperhaltung so beherrscht wie herrisch.
1968 arbeitet Marlies als Bedienung in einem Berliner Café und kann sich gegen ihre Eltern nicht mit dem Wunsch durchsetzen, eine Ausbildung zu machen. Frauen heiraten ja sowieso … Als Marlies einen Literaturstudenten aus wohlhabendem Haus kennenlernt, treffen zwei Welten aufeinander, das Berlin der Studentenunruhen und der Marxismus-Theoretiker gegenüber Marlies Unfähigkeit, für sich zu entscheiden und den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. Für Wolfgang ist der „Nebenwiderspruch“ der fehlenden Gleichberechtigung der Geschlechter streng nach Marx ein Nebenwiderspruch. Sind erst die Arbeiter befreit, wird sich das Problem der Frauen von allein lösen, redet "man" sich damals heraus.
In der Gegenwart im Jahr 2018 könnten drei Abiturienten nach dem Stress ihres Schulabschlusses theoretisch aufatmen. Doch der Druck ihrer Eltern, sich bald für einen Berufsweg zu entscheiden, macht ihnen genau diese Entscheidung schwer. Anders als Ida, die arbeiten musste, um überhaupt etwas zu essen zu haben und Marlies, die bis zum 21. Lebensjahr den Eltern zu gehorchen und ihnen Geld zum Haushalt zu zahlen hatte, kann diese Frauen-Generation ihren Lebensentwurf wählen. Du kannst heute als (muslimische) Frau alles tun, was du willst, mahnt Finn seine Altersgenossin Selin. Weißt du das überhaupt zu schätzen?, ließe sich der Satz fortsetzen. Die Frage liegt nahe, ob Alinas und Selins Generation heute aus Bequemlichkeit Positionen wieder aufgibt, die Marlies Generation erkämpfte und die kein unangreifbarer Besitzstand sind. Eine verständnisvolle Buchhändlerin empfiehlt zur Orientierung Fromms „Haben oder Sein“ und schlägt damit einen Bogen zur vorhergehenden Generation, die sich diese Frage bereits gestellt hatte.
Als die drei Handlungsfäden auf einer Doppelseite aufeinander treffen, illustriert diese Begegnung die unterschiedlichen Lebensentwürfe: Ida betreut fremde Kinder und hat sich die Arbeit nicht unbedingt ausgesucht, Marlies wird durch das Beispiel ihrer berufslosen, verheirateten Schwester darin bestärkt, dass sie ihr Leben anders gestalten will und Alina fehlt bisher noch jedes persönliche Ziel. Unterschieden durch die Hintergrundfarbe treffen in einem Tableau Frauen aus drei Epochen aufeinander, deren Körperhaltung ihren Platz im Leben ausdrücken könnte. Auf der folgenden Seite radeln die drei jeweils auf einem zeitlos wirkenden Rad über das Berliner Pflaster … es könnte das Pflaster von 1918 sein, über das Ida damals von der S-Bahn zu ihrer Arbeitsstelle ging … Zwischen den Figuren besteht eine persönliche Verbindung, die sich auf den letzten Seiten erschließt.
Fazit Julia Zejn setzt vor einen von ihr recherchierten historischen Hintergrund drei Frauen aus drei Epochen. Die charakteristischen Eigenheiten jeder Generation arbeitet sie durch die Körperhaltung und die Kommunikation zwischen ihren Figuren eindrucksvoller heraus als es manchem historischen Roman gelingt.
Eine interessante Geschichte über drei junge Frauen jeweils 50 Jahre auseinander. Ida, Marlies und Selin leben sehr unterschiedlich und doch haben alle drei ihre Probleme. Ida ist Dienstmädchen während des ersten Weltkriegs bei einer wohlhabenden Familie, Marlies muss ihren weg in den 60ern finden und ist mit den Fragen des Kommunismus konfrontiert und Selin weiß nicht so recht, was sie überhaupt mir ihrem Leben anfangen soll.
Ich finde gerade den Kontrast Selin/Ida sehr spannend, da Ida keine Wahl hatte, was aus ihrem Leben werden soll, nicht mit dem ersten Weltkrieg und Selin so viel Auswahl hat, dass es sie apathisch macht.
Marlies Teil der Geschichte erinnert mich daran, dass es auch sch0n früher Zeiten gab, in denen die ideologischen Gräben in der Gesellschaft extrem waren, ähnlich wie heute. Ich weiß nicht genau, ob wir je daraus gefunden haben, aber ich kann nur hoffen, dass wir jetzt einen Weg finden werden.
Gute graphic novel auch wenn der Stil der Zeichnungen eher an Buntstiftmalereien erinnert. Was natürlich immer noch wesentlich besser ist als alles, was ich je zustande gebracht habe.
Ich habe dieses Buch letztens in der Bibliothek gefunden und ganz spontan beschlossen, es mit nach Hause zu nehmen und zu lesen. Momentan ist mein Leseverhalten sehr chaotisch - ich springe von Buch zu Buch, ohne wirklich etwas zu beenden, also dachte ich, ein Graphic Novel würde mir helfen, mich vielleicht mal zu fühlen, als würde ich wieder etwas auf die Reihe kriegen. Sozusagen. Leider hat mir "Drei Wege" nicht so gut gefallen.
"Drei Wege" dreht sich um die Geschichte von drei verschiedenen Frauen, die im Abstand von je 50 Jahren voneinander gelebt haben. Da wäre Ida, die 1918 anfängt, als Dienstmädchen für eine Familie zu arbeiten; Marlies, die 1968 versucht, ihren Weg im Leben zu finden, obwohl sie in den Augen ihrer Familie jetzt gleich zu heiraten und Kinder zu kriegen habe; und Selin, die sich 2018 nach dem Abi hilflos fühlt und keine Ahnung hat, was sie jetzt tun sollte, da sie keine richtigen Triebe und Interessen zu haben scheint.
Das Buch folgt diesen drei Frauen abwechslungsweise. Sie sind nicht als Kapitel betitelt, aber das sind sie im Grunde genommen. Man hat also ein Kapitel, das zu Idas Zeiten spielt, auf das ein Kapitel im Jahre 1968 folgt, dem wiederum ein Kapitel zu Selins Leben folgt, und so weiter. Mir persönlich hat diese Art des Erzählens nur in der Theorie gefallen, denn die Wechsel sind zum Teil sehr abrupt und kommen an Stellen, die für mich persönlich keinen Sinn machen. Ich habe angenommen, dass Parallelen zwischen den drei Mädchen aufgezeigt werden würden. Ein einfaches Beispiel: Drei Kapitel würden aufeinander folgen, die alle Mädchen hintereinander dabei zeigen würden, was sie jeweils in ihrer Freizeit tun. Und klar, zum Teil war das sogar so - man sah zum Beispiel Selin am Handy kleben und Marlies beim Lesen. Aber es war mir irgendwie zu verworren und verlor sich irgendwann auch. Ich hab irgendwie auch erwartet, dass die Verbindung der Mädchen etwas klarer dargestellt und stärker im Vordergrund stehen wird? Stattdessen wird sie zwar erwähnt und klar, sie ist interessant, aber sie spielt nicht so eine grosse Rolle. Es war mehr so eine "Oh, cool"-Situation, bei der man zwar zu Beginn fasziniert ist, schliesslich aber doch nur mit den Schultern zuckt und die Verbindung wieder vergisst.
Was den Plot an sich angeht, gefiel mir der auch nicht gerade. Vieles kam mir zu übertrieben vor, so als würden wir nur über Karikaturen aus den jeweiligen Jahren lesen. Es war sehr oberflächlich gehalten, was ich echt schade fand. Auch fand ich, dass die Autorin selbst nicht so genau wusste, wohin sie mit der Geschichte hin wollte? Nehmen wir als Beispiel Selins Geschichte. Selin hat zwei beste Freunde, Finn und Alina. Zu Beginn des Buches verkündet Alina, dass sie an der Columbia in Amerika angenommen wurde. Man freut sich, doch dann fängt sie an, ihre Treffen mit Selin zu verpassen und logischerweise fühlt sich Selin etwas im Stich gelassen. Doch dann erzählt ihr Finn aus heiterem Himmel, dass ihm Alina und ihrer Verkündigung des Studiums in Amerika etwas komisch vorkommt. Und siehe da, bevor sie blinzeln kann, . Nicht nur kam das aus dem Nirgendwo, es wurde auch nicht wirklich weiterverfolgt. Erfahren wir, warum es passiert ist? Nein. Gibt es eine Diskussion über das Thema, bei dem Selin und Alina sich ganz aussprechen? Nein. Warum war es also nötig? Stattdessen Ich hatte einfach kein Gefühl für diese Charaktere, wodurch ich mich etwas von der Geschichte entfernte und absolut kein Interesse mehr daran hatte.
Als letztes noch der Art Style. Er war, gelinde gesagt, sehr simpel. Fast alles ist nur in verschiedenen Grau- und Schwarztönen gehalten, der Hintergrund ist häufig nur so ein bisschen dahingekritzelt und hat nicht so wahnsinnig viele Details. Man sieht manchmal genau alle Bleistiftstriche, die gemacht wurden. Perspektiven stimmen häufig nicht. Auch die Art, wie die Charaktere manchmal standen oder lagen oder sich sonstwie in Bewegung befanden, sah für meine (untrainierten, laienhaften) Augen sehr amateurhaft aus. Ehrlich gesagt wirkte es auf mich wie ein Buch, dass man vielleicht so auf der Kantonsschule als Schulprojekt macht. Ich machte manchmal auch den Fehler, die Mädchen - besonders Ida und Marlies - miteinander zu verwechseln, weil sie in manchen Szenen einander sehr ähnelten. Ich war einfach kein Fan davon.
Im Grossen und Ganzen gefiel mir die Idee besser als die Praxis. Der Art Style war mir zu einfach und anfängerisch, der Plot war praktisch nicht vorhanden und die Verbindung zwischen den einzelnen Geschichten leuchtete mir nicht so ganz ein. War leider nix für mich.
Kurzmeinung: Drei Wege von Julia Zejn ist einfach großartig. Drei Frauen, drei Geschichten, eine wunderschöne Graphic Novel. Mit jeweils 50 Jahren Abstand und in jeweils einer anderen Farbe wird der Lebensweg einer der drei Frauen in wunderschönen Zeichnungen dargestellt. Ganz große Leseempfehlung.
Meine Meinung: Ok, ich werde euch hier jetzt ordentlich was vor schwärmen und ihr müsst das jetzt einfach aushalten. Und euch im besten Falle anstecken und begeistern lassen. Denn O-M-G ist diese Graphic Novel wunderschöne. Ich habe mich sofort in die feinen Zeichnungen verliebt. Wir verfolgen drei junge Frauen auf ihrem Weg durchs Leben. Zunächst wäre da Ida, die im Jahr 1918 als Dienstmädchen im Haus einer wohlhabenden Arztfamilie arbeitet und dort den Ende des ersten Weltkrieg erlebt. Dann Marlies, die in den 68ern die erste Liebe erlebt und anfängt, gegen ihre Eltern zu rebellieren. Und schließlich Selin, die 2018 gerade ihr Abitur gemacht hat und nicht so richtig weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Von ihren Eltern und ihren Freunden bekommt sie Druck, sich zu entscheiden. Doch sie lässt sich erstmal treiben und muss ihren Weg erst noch finden.
Besonders gut gefallen hat mit der wirklich wunderschöne Zeichenstil. Die Zeichnungen sind gar nicht so, wie ich sie aus anderen Comics kenne, sondern viel feiner und weicher. Sehr gelungen fand ich auch, dass jede der drei Frauen eine eigene Farbe bekommen hat. So konnte man trotz der Zeitsprünge und Perspektivwechsel sofort erkennen, in welcher Geschichte man sich gerade befindet. Auch die Stimmung und die Probleme und Anforderungen der jeweiligen Zeit werden sehr gut dargestellt. 1918 ist Deutschland im Krieg, die Lebensmittel knapp. Frauen müssen viel Leisten, und sich ansonsten fügen. 1968, die Studentenbewegung protestiert gegen noch vorhandene vorhandene faschistische Strukturen, Kinder begehren gegen ihre Eltern auf, wünschen sich ein anderes politisches System. Die Rechte der Frauen werden gestärkt und alte Rollenbilder langsam (!) aufgeweicht. Und schließlich 2018. Der Druck auf junge Frauen ist noch da, auch wenn vielleicht in anderer Form. Hier geht es um Selbstdarstellung in Zeiten von Social Media. Um den Druck der (Leistungs-) Gesellschaft, schon so früh zu wissen, wer man ist und was man mit seinem Leben machen möchte, um dann entsprechend seine Leistungen erbringen zu können.
Die drei Geschichten werden abwechselnd erzählt und schließlich fein miteinander verwoben.
Fazit: "Drei Wege" von Julia Zejn ist ein wunderschöner Graphic Novel, der die Lebenswege von drei völlig unterschiedlichen Frauen aus drei sehr verschiedenen Generationen verfolgt. Sehr gut werden die Stimmung und Probleme der jeweiligen Zeit eingefangen und ausgedrückt, wie sich diese auf die persönliche Entwicklung der drei Frauen auswirken. Das alles wird eingefangen von wunderschönen, feinen Zeichnungen und einem authentischen Erzählton.
Wie auch bei Andere Umstände gefiel mir der Zeichenstil hier wieder sehr gut. Das Buch nahm ich nicht wegen der Prämisse mit, sondern einzig und allein aufgrund der Autorin.
Ich las es in einem Rutsch durch. Jeder Charakter hatte seine eigene Farbe, wodurch die Zeitsprünge durch die Dekaden leicht nachzuvollziehen war. Ich persönlich hatte mir am Ende doch mehr von den Überschneidungen der Familiärität der drei Frauen erhofft.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Spielend begleitet man die drei jungen Frauen in ihrem Leben. Auch wenn, oder eben weil, je fünzig Jahre zwischen ihnen liegen, erkennt man Gemeinsamkeiten und sieht wie die Zeit sich auf die Frauen auswirkt. Zudem sind die Geschichten alle miteinander verknüpft. ☺️ Der Zeichenstil war auch toll, aber das Ende hat mich nicht befriedigt. Daher gebe ich 4 Sterne.
Seit Neuestem haben es mir alle möglichen Graphic Novels angetan, ich verschlinge jeden Tag einen aus der Bücherhalle um die Ecke. Die Idee dieses Novels hat mich überzeugt und ich habe gegen mein Vorhaben wieder einen mit nachhause genommen. An den Illustrationsstil muss man sich gewöhnen -ich weiß dass ich an einer Stelle vollkommen irritiert war von den "falsch" dargestellten Bewegungen und Perspektiven. Aber als "Künstler" weiß ich, dass man Regeln brechen kann, wenn man sie erst einmal beherrscht - ich maße mir kein Urteil an, aber vor allem in Selins Kapiteln entstand in mir fast eine Wut, eine Abneigung gegen die Zeichnungen
Zum Inhalt: der scheint reichlich karikiert, nicht zwingend deshalb, weil jede Zeit überzeichnet dargestellt wird, mehr dadurch, dass die Geschichte, die jede der Frauen erzählt so unheimlich flach bleibt. Wir erfahren nichts bis nicht viel über ihre Gedanken, ihre Motive, Gefühle. Ida arbeitet als Dienstmädchen, hat einen Freund/Mann und (hatte?) Einen kleinen Bruder. Das wars. (Später erfahren wir, dass sie Marlies Opa eine Packung KaiserNatron gegeben hat, weshalb der seine Frau samt ungeborenem Kind durchbringen kann). Das wars.
Marlies möchte nicht so leben, wie es ihre Eltern wollen und ihr geht das theoretische Geschwafel der Studentenbewegung bzw ihres Freunds/exs auf den Sack - vllt liegt hier ein feministischer Moment, wir erfahren aber nur, dass sie später einigen ihrer Pläne nachgeht, aber dann vllt doch mit dem Ex wieder anbändelt. Das wars.
Selins Geschichte hat mich geärgert und deprimiert - auch wenn sich herausstellt, dass ihre beste Freundin wohl Depressionen/oder a. Probleme hat, empfand ich Selins Alltag als deprimierend und beunruhigend - als Note an mich selbst wie befremdlich unser heutiges Leben wirkt, wie unnatürlich und tot, neben dem einer Frau während des 1. Weltkriegs und einer in den 68ern (die jedoch meist in ihrem Zimmer liest und Musik hört) - sollte das vor allem die Intention der Autorin gewesen sein, das herauszustellen, dann geht meine Anerkennung raus. Selin wirkt also völlig antriebslos, sich selbst vermeidend und dennoch erfahren wir kaum etwas über sie - ergibt sich eher aus den Bildern - ausser, dass sie irgendwie stark an ihrer (besten?) Freundin hängt und keine Ahnung hat, was sie nach dem Abi tun soll. Und auch KEINE Interessen hat (???) Nachdem ihre Freundin einen Suizidversuch beging, geht sie dann einige Zeit später doch nach Kanada zu Papa und will herausfinden, was sie mag (???) Das ist alles was wir erfahren. Achja und sie liest Haben oder Sein von Fromm.
Und dann fragt man sich: das ist alles?? Und freut sich, dass man es nur ausgeliehen und nicht gekauft hat. Es tut mir in Herzen weh 2 Sterne für das Werk einer Künstlerin zu geben, aber ich bin enttäuscht.
- meine jetzige Sucht nach Graphic Novels wurde von einem Graphic Novel von Verbrechen und Strafe eingeleitet. Gefolgt von einem über Dostojewskis Leben UND Werk und dem Tagebuch der Anne Frank. Wenn all diese Werke in der Form eines Graphic Novels verpackt und wundervoll sein können - denn mir ist durchaus klar, dass ein Graphic Novel ein Medium ist, in dem nicht so viele Worte verwendet werden können und der immer von vornherein begrenzt ist - warum muss dieser dann ein so flacher, nichtssagender sein??
Vielleicht liegt es an mir, vielleicht mag ich einfach komplizierte, vertrackte, komplexe Charaktere und Plots und vielleicht findet jemand Freude daran, der zB sich nicht viel mit Geschichte befasst hat - idk. Ich bin nur enttäuscht
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Die Graphic Novel begleitet 3 junge Frauen für eine kurze Zeit in ihrem Leben. Ida beginnt 1918 in einem großbürgerlichen Haushalt als Dienstmädchen und wartet sehnsüchtig auf die Heimkehr ihres Liebsten von der Front des ersten Weltkriegs. Sie bemerkt, dass der Herr des Hauses (Arzt und ebenfalls Rückkehrer von der Front) einTyrann ist, der seine Söhne und Frau unterdrückt. Marlies möchte 1968 ein selbstbestimmtes Leben als Buchhändlerin führen und gerät mit ihrem sozialistischen Freund Wolfgang in die 68er-Proteste. Zeitgleich ist ihr Elternhaus geprägt von traditionellen Rollenvorstellungen und dem Einfluss der Springer-Presse. Selin ist 2018 gerade mit der Schule fertig geworden und weiß nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Sie hat viele Möglichkeiten und sieht an ihrer Freundin Alina, welche gefährlichen Ausmaße die moderne Leistungsgesellschaft annehmen kann. Die unterschiedlichen Geschichten im Abstand von 50 Jahren zeigen anschaulich und exemplarisch, wie sich die Herausforderungen für junge Frauen verändert haben und machen durch Verwandtschaftsverhältnisse und Zufallsbekanntschaften doch deutlich, dass die Sorgen, Ängste, Nöte, Wünsche und Hoffnungen der Frauen miteinander verbunden sind.
Redelijk korte strip, heb me goed vermaakt. Wel leuk hoe de verhalen verbonden worden, zoals de drie fietsende vrouwen in verschillende tijdperken. Maar uiteindelijk voor ieder verhaal wel weg weinig tijd en kans om dieper op de periode in te gaan… misschien had ik het pakkender gevonden als ik meer wist over de Duitse geschiedenis.
"Drei Wege" von Julia Zejn erzählt von drei jungen Frauen, die 1918, 1968 und 2018 leben. Eine arbeitet im ersten Weltkrieg als Dienstmädchen, die nächste verliebt sich in einen Sympathisanten der Studentenproteste in Deutschland, die dritte weiß nach ihrem Schulabschluss nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll.
Sehr bewegende Geschichten von drei jungen Frauen, deren Leben ganz wunderbar miteinander verwoben sind. Große Empfehlung! Julia Zejns Debüt macht eindeutig Lust auf mehr!