Aus dem Buch: "Afrika galt uns, wie ja auch einem jeden andern, als das Land großer, noch ungelöster Rätsel, welche uns genug des Interessanten und wohl auch Gefährlichen bieten würden; doch erfüllte uns besonders Eins mit erwartungsvoller Begeisterung: wie wir den Jaguar, den grauen Bären und den Büffel getötet hatten, so wollten wir unsere Büchsen auch an dem schwarzen Panther und dem Löwen versuchen. Emery Bothwell hatte mit einer Art von Eifersucht die Berichte über Gérard, den kühnen Löwenjäger, vernommen und war fest entschlossen, sich auf alle Fälle einige Mähnenhäute zu holen." Karl May (1842-1912) war ein deutscher Schriftsteller. Karl May war einer der produktivsten Autoren von Abenteuerromanen.
Karl Friedrich May (also Karol May) was one of the best selling German writers of all time, noted mainly for books set in the American Old West, (best known for the characters of Winnetou and Old Shatterhand) and similar books set in the Orient and Middle East. In addition, he wrote stories set in his native Germany, in China and in South America.
May also wrote poetry and several plays, as well as composing music; he was proficient with several musical instruments. May's musical version of "Ave Maria" became very well known.
Das vorliegende Werk ist eine Sammlung kürzerer Geschichten, die May einst für diverse religiöse "Marien-Kalender" geschrieben hatte.
"Die Gum" ist eine kurze Aneinanderreihung aus typisch Mayschen Versatzstücken um Karawanen und Wüsten - wer "Im Lande des Mahdi" gelesen hat, für den ist das alles sehr vorhersehbar und auch, ja, etwas fantasielos. Ein Unterschied zu anderen Werken des Autors ist aber erkennbar: Selten habe ich es bei May erlebt, dass soviele Menschen getötet werden, regelrecht zusammengeschossen, das kam etwas unerwartet.
Die Bekehrung eines fanatischen Muslim in "Christus oder Mohammed" ist ebenso verpackt in eine spannende, wenn auch etwas oberflächliche kürzere Abenteuergeschichte zwischen Marseille und Tunis. Für heutige Leser ist der Missionarismus vielleicht etwas dick aufgetragen und gewiss zeichnet May ein zu krudes Schwarzweißbild des Verhältnisses dieser Religionen, doch ist mir irgendwie dieser sanfte und doch bestimmte Ton in bezug aufs Christentum lieber als vieles, was heutzutage aus dem Vatikan kommt.
Die längste Erzählung dieses Sammelbands ist "Der Krumir". Gewiss würde ich diese Geschichte positiver beurteilen, wäre sie nicht als Teil dieser Sammlung vorhanden - erneut ein Aufguss aus den üblichen Themen Mays. Dadurch, dass weitere ziemlich ähnliche Geschichten hier vereint sind, spürt man diesen Mangel besonders deutlich. So liest man erneut über den Helden aus Dschermanistan, der den Beduinen zeigt, wie man in der Wüste Löwen jagt und Spuren liest. Spannend, ohne Zweifel, und gewiss unterhaltsam, aber trotzdem eher nur ein Widerkäuen der bereits als funktionierend erkannten Stilmittel. Darüber hinaus finde ich in dieser Erzählung die Jagdbegeisterung auf Großwild besonders antiquiert und unappetitlich, das stößt dem heutigen Leser etwas sauer auf (da aber May ein Kind seiner Zeit war, sollte man das nicht überbewerten aus rückblickender Sicht).
Auch in "Eine Ghasuah" spürt man die inhaltliche und formelle Nähe zu "Im Lande des Mahdi". Eine nette kleine Erzählung um das Erretten von gefangenen Sklaven, kurzweilig, und ein Wiedersehen mit Hadschi Halef Omar ist immer willkommen.
In "Nûr es Semâ - Himmelslicht" steht dagegen wieder die Religion im Vordergrund, und hier wird auf einer Reise durch den Irak von Sunniten über Schiiten und Parsi bis zum Christentum alles erwähnt. Ein ganz besonderes Weihnachtsfest erwartet Kara Ben Nemsi dann am Ende. Man spürt, dass diese Geschichte und die folgenden ursprünglich in einem Marienkalender veröffentlich wurden.
Für Verwirrung sorgt dann die falsche Betitelung der folgenden Geschichte - "Christi Blut und Gerechtigkeit" ist zwar korrekt, bekommt aber als Untertitel seltsamerweise den Haupttitel der Folgegeschichte, "Mater dolorosa". Die Reise durch Kurdistan geht weiter, und erneut ist ein unerwartetes Aufeinandertreffen mit einer verwandten Seele im Glauben der Höhepunkt einer wiederum spannenden Geschichte.
"Mater dolorosa" setzt sich dann wieder aus mehreren Kapiteln zusammen, in denen die Reise durch Kurdistan fortgesetzt wird. Es versteht sich von selbst, dass die unterdrückten Christen dieser Geschichte in Kara Ben Nemsi einen starken Beschützer gegen die selbst untereinander verstrittenen kurdischen Stämme finden.
Der titelgebende Protagonist in "Der Verfluchte" hat es nicht leicht im wilden Kurdistan - und dieses Mal schafft sogar der gutmütige Kara Ben Nemsi es nicht, den fanatischen Vater des "Verfluchten" vom christlichen Glauben zu überzeugen - selbst nicht mit der von ihm überbrachten, langerwarteten Pensionszahlung. Wie solch unbelehrbare Personen in Mays Welt enden müssen, sollte dem Leser klar sein.
Zusammenfassend zu den letzten drei: Mir gefallen diese "kurdischen" Geschichten sehr gut, sie sind sehr atmosphärisch und exotisch.
Auch hier, wie bei anderen freien May-Titeln aus Projekt Gutenberg, ist die eBook-Umsetzung mangelhaft - und gerade bei "Die Gum" fällt das extrem auf, wenn fast jedes "é" aus den französischen Namen der Protagonisten zu einer "6" wird (R6nald, G6rard). Unverständlich, dass hier niemand wenigstens die ersten paar Seiten probeliest. Immerhin gibt es ein verlinktes Inhaltsverzeichnis, doch selbst dieses ist fehlerhaft formatiert und, wie im Falle von "Mater dolorosa", schlicht falsch.
Sand des Verderbens ist eine Sammlung mehrere Reiserzählungen Karl Mays, die stark religiös angehaucht sind.
Die Gum Christus oder Mohammed Der Krumir Der Raubzug der Baggara [Eine Ghasuah] Der "Sand des Verderbens" [Er Raml el Helahk].
Besonders bei den kürzeren Geschichten ist dies problematisch, da sie immer wieder nach dem Muster „Weiser, weißer Christ rettet Heiden bzw. belehrt Muslime eines Besseren“ ablaufen - wobei Kara ben Nemsi hier schon sehr missionarisch Auftritt.
Die längeren (Die Gum, Der Krumir) gefallen da besser und haben wenigstens eine besser ausgebaute, eigenständige Story.
Grundsätzlich aber kein Karl May Band, den man unbedingt noch mal lesen muss.