Er ist der Arzt in Norddeich, dem die Menschen vertrauen. Ein Doktor aus Leidenschaft. Er behandelt seine Patienten umfassend. Kümmert sich rührend nicht nur um ihre Wunden, sondern nimmt sich auch ihrer alltäglichen Sorgen an. Hört ihnen zu. Entsorgt auch schon mal einen brutalen Ehemann. Verleiht Geld, das er nicht hat. Keiner weiß, dass er ein Mann mit Vergangenheit ist. Einer anderen Vergangenheit, als manche sich das vorstellen. Der jetzt mit neuer Identität ein neues Leben lebt. Wer ist dieser Dr. Sommerfeldt?
Diese Mal habe ich es als horbu, Ch gehört, die Stimme des Autoren hat mir super zu dieser Geschichte gefallen, ich konnte mich mich besser dort hinein vedetyen, da er es so betont hat, wie er es sich beim Schreiben überlegt hat. Außerdem war es total spannend und hat mir gute Gesellschaft geleistet, da ich es auch sehr gut nebenbei im Haushalt oder zum Einschlafen hören könnte. Teil zwei habe ich zwar noch nicht gelesen, beginne ich aber heute als Hörbuch, da ich so gespannt hin, wie es weitergeht!
Die Ausgangsidee ist gut: Ein Hochstapler versteckt sich öffentlich in Ostfriesland und mutiert zum Serienkiller mit Herz. Wird er erwischt?
Leider gibt es ein ganz großes Manko: Die Hauptfigur, Dr. Sommerfeldt, ist unglaublich unsympathisch. Als Leserin habe ich nicht mit ihm mitgefiebert, ich war nicht auf seiner Seite, ich habe mich nur darüber, was für ein abgefuckter Typ mit null Impulskontrolle der gute Doktor ist. Es fehlt also das wichtigste an einem guten Roman (für mich zumindest): Ein Sympathieträger. Daher hat das Lesen, obwohl es sehr flott und flüssig geschrieben ist, eher nicht so viel Spaß gemacht. Nicht so gut fand ich auch den fetten Spoiler für seine Ostfriesland-Krimireihe. Es gibt Leute, die lesen die Reihe noch und sind noch nicht beim letzten Teil angekommen. Grrrr.
Eigentlich wollte ich auch nur einen Stern geben, aber zum Schluss war es dann doch noch sogar etwas spannend (obwohl es ja wohl kein Krimi sondern ein Roman ist - was immer das bedeutet) und ich habe etwas mitgefiebert, daher lege ich noch mal einen Stern drauf. Und die Fortsetzung würde ich auch lesen, aber nur, weil sie wohl in meiner alten Heimat Ruhrpott spielt ;)
Auftakt einer neuen Serie oder eine Erweiterung des Ann-Kathrin Klaasen Universums. Klaus-Peter Wolf wechselt hierfür aber die Perspektive und erzählt die Geschichte aus Sicht des Mörders/Täters. Dr. Bernhard Sommerfeldt hat sich in Ostfriesland niedergelassen und eine Existenz aufgebaut und fängt eine neue Beziehung an. Durch diese Beziehung und durch die Praxis entstehen eine Reihe von Morden. Die Mordserie ruft wiederum Ann-Kathrin Klaasen auf den Plan. Teil 2 schon in Arbeit. Nach einem langatmigen Start, der vor allem zur Charakterentwicklung dient, gibt es ein rasantes Ende und Dr. Sommerfeldt bringt sich selber immer mehr in Schwierigkeiten. Unter Druck macht er Fehler und wird unsicher. Ungewohnt ist vor allem die Ich-Perspektive, aber nach einigen Kapiteln hat man sich an daran gewöhnt. Am Anfang war ich etwas skeptisch, nach dem Finale will ich aber auf jeden Fall weiterlesen.
Wo fange ich an? Am besten wieder einmal mit einem genialen ersten Satz: "Es ist viel schwieriger, eine gute Fischsuppe zuzubereiten, als an eine neue Identität zu kommen." So wie Dr. Bernhard Sommerfeldt selbst im Roman, so bin ich sofort schockverliebt, nämlich in den Charakter Bernhard Sommerfeldt, der ja eigentlich Johannes Theissen heißt. Kann man als Leser den Mann, der sich nicht an Regeln und Gesetze hält, mögen? Ja, das hat der Autor in prächtigem Stil und hervorragender Sprache geschafft, ich mag Sommerfeldt! Das kommt nicht häufig vor, doch in diesem Fall fiebere ich mit dem ungewöhnlichen Protagonisten mit, möchte, dass er gewinnt.
Selbstverständlich vergebe ich fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle das Buch natürlich weiter. Für mich ist es das erste gelesene Buch des Autoren, doch die Krimis aus der Ostfriesenreihe aus dem ZDF kenne ich bereits. "Totenstille im Watt" ist ein Buch voller Lieblingssätze, schöner Gedankenansätze und wahrer Poesie.
Tja wat zal ik zeggen, vond het geen prettig boek om te lezen. De hoofdpersoon in het boek is een zeer onsympathiek persoon waar je je steeds meer aan gaat ergeren. Al met al ook niet erg realistisch geschreven.
Dieser Krimi aus der Sicht des Täters geschrieben hat mir sehr gut gefallen auch wenn gegen Ende seiner Handlung etwas inflationär waren. Ich freu mich schon auf den nächsten Band.
Meine Meinung: Dr. Bernhard Sommerfeldt ist wie soll ich sagen, ein Mann der immer nach seinen Wünschen leben wollte. Doch die Enge der Familie und Firma hatten es ihm nie erlaubt. Er beginnt ein neues Leben, nach dem alles den Bach runterging. Eine neue Identität gibt ihm die Freiheit, die er sich immer ersehnt hat. Er schien mir ein kaltblütiger Mensch zu sein. Wenn es seinen Zwecken dient, aber auch herzlich und fürsorglich. Er ist belesen, ein wahrer Büchernarr. Dr. Sommerfeldt ist unberechenbar, lebt seine eigene Wahrheit und macht seine eigene Regeln. So stelle ich mir den Teufel vor. Er fühlt sich als Held und doch ist er nur ein Monster mit Intellekt und Hang zur Literatur. Skrupellos und scheinbar unterwegs um seine Lebensgefährtin Beate zu retten, fährt er durch die Gegend. Doch er wird unvorsichtig. Ann-Kathrin Klaasen und Rupert tauchen im Roman auf. Man spürt aber selbst in dieser kurzen Zeit, wie sehr Ann-Kathrin Klaasen diese Momente beherrscht. Sie ist eine ungewöhnliche Frau. Dr. Sommerfeldt ist ein unglaublich negativer Charakter. Er ist das Böse in Person. Seite für Seite fühlte ich, wie mir Dr. Sommerfeldt immer mehr zuwider geworden ist. Er ist ein Mann den ich gern mal fragen würde, ob er noch ganz klar im Kopf ist. Diesem Mann möchte ich weder im Dunkeln noch im Tageslicht begegnen.
Mein Fazit: Ein Arzt der anstatt Leben zu retten, Leben nimmt. Man sollte sich Dr. Sommerfeldt nicht zum Feind machen.
Es war nicht so wie erwartet! Ich hatte mehr Spannung erwartet! Dafür war es humorvoll geschrieben und zum Schuss Kam noch einmal Spannung auf! Insgesamt interessant und empfehlenswert!
Nach langer Zeit wieder mal ein Buch, dass ich in zwei Tagen durchlas und gleich mit dem zweiten Teil begann. Nein, der Ich-Erzähler Sommerfeldt ist nicht sympathisch (und das wird in Teil 2 sogar noch schlimmer), aber das fehlte ja auch noch, dass einem ein mordender Psychopath sympathisch sein muss... Gerade das scheint mir der Clou zu sein: zu sehen, wie so ein Mensch, der absolut neben sich steht, ohne dass es ihm bewusst ist, innerlich "tickt". Sommerfeldt hat mit seiner alten Identität auch jedes normales Moralgefühl hinter sich gelassen und tut alles, um sein neues schönes Leben mit einer Frau, die er selbst perfekt findet, so sorglos zu halten wie er es haben will. Natürlich ist es völlig bekloppt, Leute zu töten, die einem Probleme machen, letztlich weil man nicht die Polizei um Hilfe bitten möchte, in der Befürchtung, es könne auffliegen, dass man ein Hochstapler ist. Ja, Sommerfeldt wird zum Mörder, weil er nicht als Betrüger überführt werden will. Genau, das ergibt überhaupt keinen Sinn. Und das ist eben der Punkt, an dem man definitiv erkennen sollte, dass dieser Mann ein größeres psychisches Problem hat, egal, wie gut er sich selbst als Erzähler zu "verkaufen" versucht. Aber gerade diese Grandiosität ist ja auch typisch für Soziopathen. Wer also nicht erwartet, dass ein egozentrischer Wiederholungstäter nett wirken sollte, der findet hier einen spannend geschriebenen Täter-Roman. Und wer sich nicht über Spoiler zu den Ostfriesenkrimis ärgern will, sollte einfach mal gucken, wann die jeweiligen Bände veröffentlicht wurden... So weiß man auch, wann die Sommerfeldt-Reihe beginnt... nämlich ziemlich spät, etwa nach "Ostfriesenschwur".
Dexter in Ostfriesland - ein bisschen Patricia Highsmith - ein bisschen Dexter - Gut gelungener erster Band einer neuen Reihe - und dass wir dem ganzen Team von Ann Kathrin begegnen ist ein schöne Idee