Die Entdeckung einer sechsseitigen Pyramide in der Libyschen Wüste veranlasst den Archäologen Hippolyt Krispin, eine private Ausgrabung zu finanzieren. Schnell steht fest: das verwitterte Bauwerk ist weitaus älter als vergleichbare Pyramiden. Als es den Forschern gelingt, ins Innere vorzudringen, öffnen sie unbewusst ein Tor zu einer Welt, die nie zuvor ein lebendes Wesen betreten hat: die Duat. Das Totenreich der alten Ägypter hat sich jedoch auf erschreckende Weise verändert. Wo einst der Strom der Seelen floss, erstreckt sich nun eine endlose Stadt, die die Höllen zahlloser irdischer Kulturen in sich vereint. Auf seiner Odyssee durch die Nekropole findet Krispin immer mehr Hinweise auf jenen unheilvollen Prozess, der die Duat zu dem werden ließ, was sie heute ist. Und tief unter der Stadt existiert eine Maschine, die alle Fragen auf das Inferno und die menschliche Schöpfung beantworten könnte …
Morphogenesis ist das älteste Buch, das ich von Marrak bis jetzt gelesen habe, and it shows. Dank des wie immer sehr kreativen und skurrilen World Buildings komme ich noch auf drei Sterne, obwohl mir die Charaktere und die Geschichte nicht so zugesagt haben.
Der Plot ist so seltsam, dass er gar nicht so leicht zusammenzufassen ist: Nach einem mysteriösen Zwischenfall in einer Pyramide landet der Archäologe Hippolyt Krispin in der Hölle und muss sich dort durch die verschiedenen Ebenen kämpfen, während er versucht, einen Ausweg zu finden. Es dauert eine Weile, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt; dem Buch hätten hundert Seiten weniger nicht geschadet. Bis dahin stolpert Hippolyt von einem Unglück ins Nächste und nur nach der Hälfte wird klar, was das Ziel der Geschichte ist und die Reise durch die verschiedenen Ebene der Hölle wird aufregender und interessanter.
Erzählerisch gibt es leider besonders in der ersten Hälfte sehr viel Infodumping, was schade ist, da das World Building eigentlich fantastisch ist. Trotz dessen bleiben am Ende zu viele Fragen offen, als dass das Ende zufriedenstellend wäre. Neben zahlreichen Science-Fiction- und Fantasy-Elementen ist das Buch zum Teil recht horrorlastig mit düsteren und verstörenden Szenen und ist die meiste Zeit einfach nur seltsam – was nicht unbedingt schlecht ist.
Im Vergleich zu den anderen Büchern des Autors sind die Figuren hier leider allesamt unsympathisch, was Hippolyt als Hauptfigur absolut miteinschließt. Durch das Buch hinweg hat er nicht wirklich ein Character Development, sondern bleibt unsympathisch. Bei den Nebenfiguren waren es zum Teil zu viele Namen, dass man sich nicht immer erinnern konnte, wer wer war.
Ich gebe Marrak mal den Benefit of the Doubt und sage, dass das Buch an einigen Stellen sehr schlecht gealtert ist. Ein homosexueller Mann wird als „Schw…“ bezeichnet, eine dunkelhäutige Person als „einer aus Schokolade“. Des Weiteren hat dieses Buch ein furchtbares Frauenbild. Es gibt kaum eine weibliche Figur im Cast und die Frauen, die vorkommen, werden stark objektifiziert und wollen alle etwas Sexuelles von der Hauptfigur – ein klassischer Fall von Men Writing Women.
Trotzdem habe ich Morphogenesis gern gelesen und dies vor allem dank der Kreativität, die aus allen Seiten strotzt.