What do you think?
Rate this book


Die Hintergrundfarbe ist Schwarz, schwarz wie der Weltraum, auf dem die Planeten und Monde wie Edelsteine auf schwarzem Samt erscheinen. Die Fotos stammen von Sonden und Satelliten. Sie sind großartig arrangiert, zeigen ungewohnte Perspektiven und auch auf doppelt ausklappbaren Seiten riesige zusammenhängende Planetenflächen. Viele Bilder hat der Autor aufwändig bearbeitet. So hat er beispielsweise zahlreiche Fotos koloriert, um die Planeten so erscheinen zu lassen, wie menschliche Augen sie sehen würden.
Zu jedem Planeten gibt es einen kurzen Text, der ebenso informativ wie poetisch über seine Erforschung berichtet. Dann folgen die Bilder, die einem den Atem rauben: Da gibt es Aufnahmen von der Venus, die wie feine Radierungen oder Fotos mikroskopischer Netzstrukturen wirken. Der Mars präsentiert sich strahlend von Gelb bis Violett, und manche Marsstrukturen erinnern an versteinerte Algen oder Tropfsteine. Vom Jupiter sehen wir knallgelbe Rorschachbilder. Der Saturn bietet mit seinen Ringen erstaunlich symmetrische Strukturen, die an Zelluloidstreifen erinnern. Und der Neptun sieht aus wie ein planetengroßes tief blaues Meer.
Die Texte stehen den Bildern in nichts nach. So hat der berühmte Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke das Vorwort verfasst, dem Lawrence Welscher in seinem Nachwort ebenso wortgewandt widerspricht. Und Michael Benson selbst beschreibt die Geschichte der Erkundung unseres Sonnensystems durch Sonden aus einem ganz persönlichen Blickwinkel, in einer ganz persönlichen Sprache.
Wer sich für den Weltraum oder auch nur für großartige Fotografie interessiert, wird bei diesem Buch aus dem ehrfürchtigen Staunen nicht mehr herauskommen. Ein herrliches Gesamtkunstwerk, das keinen unberührt lässt, der es einmal in die Hand genommen hat! --Gabi Neumayer
Hardcover
First published October 1, 2003