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Sportfans dürften in dem Buch voll auf ihre Kosten kommen, man erfährt einiges darüber, was hinter den Kulissen ablief im Leistungssport von den 30er Jahren bis heute - denn Adi, Rudolf und ihre Nachkommen lieferten Maßanfertigungen für viele berühmte Sportler, versuchten viele Olympiasieger für sich zu gewinnen und kannten natürlich alle persönlich. Eins der Highlights: Adi Dassler war mit Sepp Herberger befreundet und mischte beim Wunder von Bern mit. Doch was ganz unschuldig mit ein paar geschenkten Schuhen begann, entwickelte sich einige Jahre später unter Adis ehrgeizigem Sohn Horst zum Problem. Der gekaufte Sport, titelte der Spiegel schließlich, als die finanziellen Verflechtungen von Marketing und Spitzensport in den 80er-Jahren zu dreist wurden.
Ein Lehrstück für Manager wird Smits Buch im letzten Drittel. Arroganz, verstaubte Firmenkulturen und eine Abneigung gegen den Wandel brachten sowohl Adidas als auch Puma an den Rand des Abgrunds. Jogging ist kein Sport, höhnten sie angesichts des Fitnessbooms und sahen tatenlos zu, wie Nike und Reebok sie überflügelten und Sportschuhe Teil der amerikanischen Freizeitkleidung wurden. Beide, Puma und Adidas, mussten verkauft werden, und es ist fast ein Wunder, dass sie schließlich doch die Kurve kriegten und heute nicht schlecht dastehen. Obwohl einige der damaligen Investoren später Zellennachbarn im Knast wurden. Das erzählt Smit in ihrem vernüglichen Nachwort, in dem sie nachzeichnet, was aus den Akteuren des Buches später wurde.
-- Sylvia Englert
370 pages, Hardcover
First published September 12, 2005