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Der Tod im Reisfeld: Dreißig Jahre Krieg in Indochina

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Angesichts vieler erfolgreicher Hollywood-Filme über den Vietnam-Krieg ist etwas in Vergessenheit geraten, dass die Auseinandersetzung um das südostasiatische Land weit länger andauerte als nur die zehn Jahre der US-amerikanischen Beteiligung. Zuvor versuchten die Franzosen seit 1941, ihre Kolonie gegen den Kommunismus zu verteidigen, nach dem Kriegsende 1975 führte die chinesische Einmischung zu Konflikten. Alles in allem dauerte dieser Krieg so runde dreißig Jahre. Einer, der garantiert keine der Phasen dieser Auseinandersetzung vergessen wird, ist Peter Scholl-Latour, war er doch immer wieder vor Ort in Vietnam und seinen Nachbarstaaten. Resultat dieser Aufenthalte in Asien war 1979 der Band Tod im Reisfeld, in dem Scholl-Latour seine Eindrücke aus der Zeit zwischen 1945 und 1979 festhielt. Erlebnisse wie die Reise auf einem französischen Truppentransporter oder der Flug mit US-Hubschraubern ins Gefecht spiegeln die Stimmung in einem kriegsgebeutelten Land wider, erfassen aber auch dessen Nachbarstaaten Laos oder Kambodscha. Zugleich vermittelt Scholl-Latour mit seinen Berichten den politischen Fortgang der Dinge.

Die oft geäußerte Kritik an den neueren Büchern Scholl-Latours hinsichtlich zu geringer Recherche vor Ort kann man diesem Band wirklich nicht vorwerfen. Scholl-Latour war tatsächlich jahre-, sogar jahrzehntelang immer wieder in Asien, was ihm vielschichtige Einblicke ermöglichte. Genau diese authentischen Augenzeugenberichte sind denn auch die Stärke seines Buches und machten es zu einem Standardwerk in Sachen Indochina. Schön wäre jedoch gewesen, wenn Scholl-Latour der Neuauflage seines Bandes wenigstens ein kleines Kapitel über Vietnams Entwicklung nach 1979 mitgegeben hätte, denn ein winziges Nachwort als einzige Ergänzung ist ein bisschen dürftig.--Joachim Hohwieler

384 pages, Paperback

First published January 1, 1970

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About the author

Peter Scholl Lator

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Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for Mosse.
10 reviews
December 3, 2020
Ein teilweise recht unterhaltsames Buch, das allerdings sehr subjektiv und aus der Perspektive des europäischen Herrenmenschen geschrieben ist.

Auf Kriegsverbrechen oder den kolonialen Unterdrückungsapparat der Europäer (bzw. Amerikaner) wird eigentlich überhaupt nicht eingegangen, dafür wird umso beharrlicher der der Vietnamesen nach dem Ende der Befreiungskriege thematisiert. Asiaten werden entweder - wenn sie sich dem Herrschaftsanspruch der Weißen unterordnen - in jener herablassend-jovialen Art gezeichnet, mit der man für gewöhnlich Kinder beschreibt oder (mit wenigen Ausnahmen) als verschlagen-brutal und faul bzw. unfähig diffamiert (insbesondere, wenn sie Kommunisten sind, wenn sie also, nachdem sie die positiven Seiten des Kapitalismus in Form des Kolonialismus kennengelernt hatten, die Unverschämtheit besaßen, ein System zu wählen, das ihm, Peter Scholl-Latour, einfach nicht in den Kram passt [ich bitte, meinen sarkastischen Tonfall zu entschuldigen]).

Bezeichnend eine Passage (S. 367/368) aus dem letzten Drittel des Buches, das die Nachwehen der vietnamesischen Entkolonisierungskriege (im Jahr 1979) beschreibt. Scholl-Latour, damals bereits seit 30 Jahren Korrespondent in Vietnam, besucht ein Gefangenenlager in China, in dem vietnamesische Soldaten festgesetzt sind. Er schreibt: "Das Bewachungspersonal [d.h. Dolmetscher] ließ uns gelegentlich mit den Gefangenen allein. Natürlich war dann auf Grund der Sprachbarriere an eine Verständigung nicht zu denken. So zählte ich den jungen Burschen, die mich umringten, die Namen der vietnamesischen Städte auf, die ich in der Vergangenheit besucht hatte. Sie verstanden sofort und freuten sich riesig." Scholl-Latour, damals - ich wiederhole es - seit sage und schreibe 30 Jahren Korrespondent in Vietnam, spricht kein Wort Vietnamesisch...
Profile Image for Caleb.
2 reviews2 followers
January 27, 2014
The author is a misogynist and colonial of his viewpoints of "yellow people" (his words). The writing style is not that effective. Sets a good feeling of time and place from a personal perspective though.
Profile Image for Anja Ke.
225 reviews2 followers
August 13, 2022
Ich bin wie auch bei dem anderen Buch von ihm was ich las sehr zwiegespalten.
Pro
+ sehr viel Hintergrundwissen und Zusammenhänge gelernt
+ tiefer Einblick in viel mir unbekannte Themen
+ kurze Kapitel
+ spannendes Setting
+ Augenzeuge, der viele andere Augenzeugen kennt und von Ihnen berichtet

Contra
- ich habe definitiv sehr viel auch nicht verstanden (Zusammenhänge, aber auch Fremdwörter)
- deswegen und wegen dem Schreibstil schwer zu lesen
- subjektive Sicht; ich stimme den anderen Rezensenten zu, dass die anderen (Scholl-Latours Wörter) 'Rassen, Neger...' oftmals (unbewusst?) negativ dargestellt werden.
- Schlussfolgerungen sind ebenfalls subjektiv und s.o. natürlich mit Vorsicht zu genießen

Irgendwie schafft er es, dass ich stellenweise völlig im Sog war und das Buch verschlungen habe (Phase der Neigung zu 5 Sternen) und dann gab es Wochen wo ich gar keine Lust hatte dieses Buch weiter zu lesen und seine Sicht mir sehr negativ aufgestoßen ist (Phase der Neigung zu 0 Sterne). Irgendwie bleibt dieses starke Schwanken erhalten. Sehr seltsam.

Da ich der ' Angst des weißen Mannes' 3 Sterne gab, gebe ich diesem 2, denn ich fand es im Vergleich weniger lehrsam.
35 reviews
July 25, 2025
I can reread this every few years.

A magnificent retrospective collection of the author's journalistic travels into Vietnam over the course of the three wars that took place there in the second half of the 20th century.

The amount of insights about all the political circumstances and different factions (local and international) is astonishing and I often looked up backgrounds around the described events in Wikipedia.

Just beware, from today's perspective the language and descriptions are often not politically correct anymore.
11 reviews
September 13, 2025
Inhaltlich ein sehr spannendes Buch, dass einem eine neue Perspektive auf die Vietnamkriege gibt. Leider strotzt das Buch vor weißer Überheblichkeit. die Sorache ist voller Rassismus und Sexismus, gewürzt mit etwas Hono- und Transphobie. Alles im allen wirklich unangenehm und mies gealtert, wobei das eigentlich schon in den 80ern und 90ern unangemessen war.
Profile Image for Nat Shirman.
157 reviews1 follower
December 2, 2018
Für mich das beste und spannendste Buch zur politischen Geschichte Vietnams, Kambodschas und Laos von 1945 bis 1979 sowie ein ausgezeichneter Reisebegleiter
Profile Image for Hans Brienesse.
298 reviews4 followers
September 16, 2024
A great account through the eyes of one who was there without the added heroics of the usual war reporting. A straight down-the-line account of events in South-east Asia from the first rebellion against French rule to the Sino-Vietnamese war.
Displaying 1 - 10 of 10 reviews

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